Einführung
Ein vorgebeugter Oberkörper ist ein häufiges Symptom bei Parkinson-Patienten, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für diese Haltungsstörung, die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und gibt Ratschläge zur Linderung der Beschwerden.
Gangstörungen bei Parkinson
Bei Parkinson-Erkrankten ist häufig der automatisierte, reibungslose und harmonische Ablauf von Gehbewegungen beeinträchtigt, was zu einer Gangstörung führt. Dabei kann entweder das Gangmuster, die Ganggeschwindigkeit oder beides gleichzeitig betroffen sein. Die Ausprägungen reichen von leicht bis stark eingeschränkter Bewegungsfähigkeit; aber auch völlige Immobilität ist möglich. Eine Beeinträchtigung von Gehbewegungen kann sich auf vielerlei Arten äußern. Typisch ist ein kleinschrittiger Gang (Trippelschritte) mit nach vorne gebeugtem Oberkörper.
Ursachen für den vorgebeugten Oberkörper
Die Ursachen für einen vorgebeugten Oberkörper bei Parkinson sind vielfältig.
- Muskuläre Dysbalance: Durch die Erkrankung kommt es zu einer ungleichmäßigen Ansteuerung der Muskeln, was zu Verspannungen und Verkürzungen führen kann. Insbesondere die Muskeln der Körpervorderseite (Brust, Bauch) neigen zur Verkürzung, während die Rückenmuskulatur geschwächt ist.
- Haltungsfehler: Durch die Einschränkungen können sich zusätzlich Schonhaltungen entwickeln, wie das Hochziehen und Anspannen der Schultern, das Verdrehen oder Beugen des Oberkörpers.
- Weitere Ursachen: Es liegen in der Regel mehrere Ursachen gemeinsam vor. Nur äußerst selten lässt sich ein einziger Grund für die Gangstörung verantwortlich machen.
Weitere Ursachen für Gangstörungen
Es gibt auch andere Ursachen für Gangstörungen, die nicht direkt mit Parkinson zusammenhängen, aber bei älteren Menschen häufig vorkommen und die Problematik verstärken können:
- Sarkopenie: Sarkopenie beschreibt den Verlust an Muskelmasse und Kraft im höheren Lebensalter. Es kommt zu einer deutlichen Verlangsamung des Gangbildes, breitbeinigem und kleinschrittigen Gangbild und erhöhter Sturzneigung.
- Demenz: Im Rahmen einer Demenzentwicklung ist eine Bewegungseinschränkung im Verlauf meist vorhanden. Messbar wird sie zunächst durch das Phänomen „stops walking when talking“, also die Fähigkeit, gleichzeitig zu laufen und zu sprechen.
- Neurologische Ursachen: Missempfindungen in Armen und Beinen verhindern ein normales Gangbild.
- Psychische Ursachen: Nicht körperliche Störungen, sondern psychische Beeinträchtigungen sind die Auslöser.
- Orthopädische Ursachen: Sie verursacht durch jahrelange Überlastung von Knochen und Knorpeln eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung und bei starker Ausprägung auch eine Deformierung der Gelenke (z. B. , sie kann aber auch durch Infektionen ausgelöst werden.
- Nervenschäden: Die Fußspitze hängt beim Laufen nach unten, dadurch muss der Fuß extrem hoch angehoben werden (Storchengang). Sie kommt vor bei Schäden des Wadenbeinnervs (Nervus peroneus), bei Verletzungen oder Operationen am Knie, der Hüfte oder bei Wirbelsäulenverletzungen.
Diagnose
Um die Ursache für den vorgebeugten Oberkörper zu ermitteln, ist eine umfassende Untersuchung erforderlich. Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen, um das Gangbild zu analysieren und in ihrer Ausprägung zu quantifizieren. Je nachdem ob der Arzt vorwiegend geriatrische, neurologische oder orthopädische Ursachen vermutet, wird er den Patienten zum jeweiligen Facharzt überweisen.
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Behandlungsmöglichkeiten
In erster Linie wird die Therapie auf die zugrunde liegende Krankheit ausgerichtet, da ein von der Norm abweichendes Gangmuster nur ein Symptom ist. Daher kann die Behandlung erst stattfinden, wenn die Ursachen geklärt sind. Sind die Auslöser reversibel, wie zum Beispiel bei der Avitaminose, besteht die Therapie in der Gabe von Vitaminen. Bei orthopädischen oder neurologischen Ursachen können je nach vorliegender Krankheit ein operativer Eingriff, Medikamente, sowie Physio- oder Ergotherapie helfen, ein Fortschreiten der Störung aufzuhalten. Die Dosierung von Medikamenten wird bestmöglich eingestellt und ihre Wirkung durch Tests überprüft.
Weitere Therapieansätze
Ergänzend zu den genannten Behandlungsmöglichkeiten gibt es weitere Ansätze, die helfen können, den vorgebeugten Oberkörper zu korrigieren und die Beschwerden zu lindern:
- Physiotherapie: Gezielte Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Haltung zu verbessern und die Beweglichkeit zu fördern.
- Ergotherapie: Ergotherapie und Physiotherapie unterstützen den Patienten, seinen Alltag zu meistern und trotz bestehender Einschränkungen sich so viel wie möglich an Selbstständigkeit zu erhalten.
- Patientenschulung: Der Patient wird über die Hintergründe seiner Erkrankung und deren Symptome informiert. Er lernt, mit der Krankheit umzugehen, und erfährt, wie er selbst seine Gesundheit stärken kann.
- Rehabilitation: Die Reha orientiert sich ebenfalls an der auslösenden Erkrankung.
Weitere Ursachen und Behandlungen bei Rückenproblemen
Ein Rundrücken (Hyperkyphose) kann ebenfalls zu einem vorgebeugten Oberkörper beitragen.
- Ursachen Rundrücken: Eine übermäßige Kyphose kann angeboren sein oder im Laufe des Lebens entstehen. Die häufigste Ursache für die Entwicklung eines Rundrückens sind Bewegungsmangel und Haltungsfehler, die über Jahre hinweg anhalten. Fehlhaltungen können aber auch durch eine schwach ausgeprägte Rückenmuskulatur, bestehendes Übergewicht oder durch langjähriges Arbeiten in gebückter Haltung entstehen. Bei älteren Menschen bildet sich ein Rundrücken sehr häufig als Folge einer Osteoporose-Erkrankung. Im Rahmen der Krankheit nimmt mit zunehmendem Alter die Knochendichte verstärkt ab, was zur Porosität und Brüchigkeit der Knochen führt. Insbesondere die Wirbelkörper können dann schon bei geringer Belastung brechen. Genauer gesagt handelt es sich um ein in sich Zusammensinken der Wirbelkörper, was eine Verkürzung und Verformung der Wirbelsäule mit sichtbarer Krümmung des Rückens nach sich zieht.
Hexenschuss als zusätzliche Belastung
Plötzliche starke Schmerzen im unteren Rücken, aufrechtes Gehen oder Vornüberbeugen ist schier unmöglich - ein Hexenschuss ist eine sehr unangenehme Angelegenheit. Dennoch sollten Sie nicht in Schonhaltung verfallen, sondern sich bewegen.
Was sollten Sie vermeiden beim Hexenschuss? Viele Betroffene nehmen aufgrund der Beschwerden eine Schonhaltung ein und hören auf, sich zu bewegen. Doch gerade jetzt ist Bewegung sehr wichtig, um die Verspannung oder Blockade allmählich wieder zu lösen. Gehen Sie dabei jedoch behutsam vor.
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Wann mit Hexenschuss zum Arzt? Üblicherweise klingen die Symptome eines Hexenschusses nach wenigen Tagen ab. Lassen die Schmerzen über einen längeren Zeitraum nicht nach, ist ein Arztbesuch erforderlich. Der Allgemeinarzt oder Orthopäde (Spezialist für den menschlichen Bewegungsapparat) sind hier gute Ansprechpartner.
Wie beugt man einem Hexenschuss vor? Um einem Hexenschuss vorzubeugen, sollten Sie Ihre Rückengesundheit durch die richtige Körperhaltung, ausreichend Bewegung, rückenfreundliche Sportarten (etwa Schwimmen) und beispielsweise Yoga-Übungen fördern.
Erste Hilfe bei Hexenschuss
Bei einem Hexenschuss können einfache Mittel helfen, den ersten Schmerz zu lindern. Sollten die Schmerzen jedoch nicht nachlassen, ist ein Arztbesuch empfehlenswert.
- Wärme: Wärme tut den verkrampften Muskeln gut, da sie für eine bessere Durchblutung sorgt. Wer möchte, kann gegen den Hexenschuss eine heiße Dusche oder ein warmes Wannenbad probieren. Auch mithilfe von Hausmitteln wie Kartoffelwickeln oder einer heißen Ingwerrolle lässt sich der untere Rücken gut wärmen. Für einen Kartoffelwickel kochen Sie die Knollen einfach weich, zerstampfen sie und geben sie dann in ein Tuch oder Säckchen. Für eine heiße Ingwerrolle schälen und schneiden Sie etwa zwei Gramm frischen Ingwer in kleine Stückchen und gießen ihn dann mit etwa 150 Milliliter kochendem Wasser auf. Die Brühe schütten Sie dann durch ein Tuch, damit sich nur noch der Brei darin befindet. Drehen Sie das Tuch zu einer Rolle zusammen und legen Sie es vorsichtig auf den unteren Rücken.
- Schmerzmittel: Starke Schmerzen können durch die Einnahme eines rezeptfreien Schmerzmedikaments (für circa ein bis zwei Tage) gelindert werden. Das ist meist auch deshalb hilfreich, weil der Patient sich möglichst früh wieder bewegen sollte. Schonen oder sich tagelang ins Bett oder auf die Couch legen ist wenig hilfreich, da sich Muskelverspannungen oder andere Auslöser eines Hexenschusses sonst nicht lösen und der Schmerz weiterhin bestehen bleibt. Gehen Sie daher - trotz Hexenschuss - spazieren oder ziehen Sie ein paar Bahnen im Schwimmbad (Rückenlage oder Kraulen), um die Muskeln zu lockern.
Wichtige Hinweise zum Hexenschuss
Insgesamt hat ein Hexenschuss eine große Selbstheilungstendenz. Meist bessern sich die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit wieder. Schnelle Hilfe bei einem Hexenschuss ist also möglich. Hält der Schmerz jedoch länger an, sollte der Patient einen Arzt aufsuchen. Dieser kann prüfen, ob nicht doch eine spezifische Ursache hinter den Beschwerden steckt, die man behandeln muss. Es gibt zudem Warnhinweise, bei denen Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen sollten.
Medikamentöse Behandlung: Starke Schmerzen können durch die kurzfristige Einnahme von rezeptfreien Schmerzmedikamenten gelindert werden. Stehen die Schmerzen nicht im Vordergrund, fällt es dem Patienten leichter, sich möglichst früh wieder zu bewegen. Zur Selbstmedikation eignen sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Aber auch mit Cremes, die ätherische Öle wie Rosmarin, Minze oder Lavendel enthalten, haben einige Patienten positive Erfahrungen gemacht. Um die Symptome zu lindern, gibt es zudem viele Patienten, die vom Arzt eine Spritze verlangen. Jedoch wird die intramuskuläre oder intravenöse Injektion von Schmerzmitteln, Lokalanästhetika (Betäubungsmittel) oder Glucocorticoiden (Steroidhormone aus der Nebennierenrinde) mittlerweile kritisch gesehen - insbesondere als alleinige Behandlungsmethode.
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Bewegung trotz Schmerzen: Viele Betroffene nehmen bei einem Hexenschuss automatisch eine Schon- oder Ausweichhaltung ein. Dies führt allerdings dazu, dass sich die Muskeln mehr verspannen und sich die Schmerzen verstärken. Das beschränkt Betroffene noch mehr in ihrer Beweglichkeit - ein Teufelskreis. Aus diesem Grund ist Bewegung bei einem Hexenschuss wichtig. Beim Hexenschuss kann jede anfängliche Bewegung sehr schmerzhaft sein. Seien Sie behutsam und geben Sie dem Körper durch sanfte Mobilisierungs-Übungen Zeit, um aus der Hexenschuss-Spannung zu kommen. Dabei ist es wichtig, die Lumbalregion vorsichtig zu dehnen, um mögliche Verspannungen oder Blockaden zu lösen.
Übungen bei Hexenschuss
- Stufenlagerung: Legen Sie sich auf den Rücken, die Beine befinden sich erhöht auf einem Hocker oder Stuhl, sodass Unter- und Oberschenkel in etwa einen rechten Winkel bilden. Die verhärtete Muskulatur und die gereizten Nerven können in dieser Position gut entspannen. Übrigens bietet sich die Stufenlagerung auch nachts als Schlafposition an.
- Langsames Dehnen: Halten Sie sich an einem Geländer oder einer Stuhllehne fest und bewegen Sie Ihre Füße vorsichtig Schritt für Schritt zurück, der Rücken wird langsam nach vorne geneigt, bis er schließlich eine gerade Linie mit den Armen bildet. Die Beine stellen Sie schulterbreit auseinander. Nun können Sie das Becken vorsichtig nach hinten drücken und langsam kreisen lassen.
- Hohlkreuz und Katzenbuckel: Gehen Sie auf alle Viere und halten Sie den Rücken zunächst gerade. Die Knie sind hüftbreit und die Arme etwa schulterbreit am Boden abgestützt. Legen Sie den Kopf langsam in den Nacken und formen Sie ein leichtes Hohlkreuz. Verharren Sie kurz in der Position, bevor Sie anschließend den Kopf nach unten senken und dabei einen runden Rücken machen (Katzenbuckel). Wiederholen Sie den Ablauf beider Bewegungen mehrere Male nacheinander.
- Vorgebeugter Fersensitz: Setzen Sie sich mit dem Gesäß auf Ihre Fersen und halten Sie dabei den Rücken gerade. Die Hände liegen auf den Oberschenkeln. Beugen Sie den Oberkörper nun allmählich nach vorne und legen Sie Ihn langsam auf den Beinen ab. Die Arme strecken Sie dabei so weit es geht nach vorne aus, während das Gesäß auf den Fersen bleibt. Der Kopf ist am Ende der Bewegung nach unten geneigt und berührt mit der Stirn den Boden. Verharren Sie für mehrere Momente in dieser Position, solange es Ihnen nicht unangenehm ist. Die Rückenmuskulatur wird hierbei gedehnt und die Wirbelsäule gestreckt.
Nackenschuss
Nicht nur in den unteren Rücken, auch in die Halswirbelsäule kann plötzlich ein stechender Schmerz einschießen. Dieser „Nackenschuss“ oder häufig „Hexenschuss am Hals“ genannt, ist meist auf eine falsche Haltung oder Stress zurückzuführen und geht mit einer Bewegungseinschränkung des Kopfes einher. Mit Hilfe von Wärme oder sanften Nackenübungen lässt sich die Beweglichkeit wiederherstellen.
Wiederaufnahme des Trainings
Wann Sie nach einem „Schuss in den Rücken“ wieder mit Ihrem gewohnten Training anfangen können, sollten Sie nach individuellem Ermessen beziehungsweise nach Rücksprache mit Ihrem Arzt entscheiden. Beginnen Sie am besten mit sanftem Training und erhöhen Sie dann nach und nach die Intensität. Für den Start ist beispielsweise schon spazieren gehen eine gute Möglichkeit. Zudem sollten Sie normale Alltagstätigkeiten (wie Haushaltsarbeiten) so weit wie möglich beibehalten.
Schlafposition bei Hexenschuss
Als besonders unangenehm werden die Hexenschuss-Schmerzen oft nachts empfunden - wenn sie den dringend benötigten Schlaf stören. Aber welche Liegeposition ist im Bett am besten?
- Embryonalstellung: Legen Sie sich auf die Seite und winkeln Sie Ihre Beine dabei leicht an. Zudem sollten Sie Ihren Kopf einrollen und die Knie Richtung Brust ziehen. So ist die Wirbelsäule möglichst rund und es lastet weniger Druck auf den Nervenfasern.
- Rückenlage: Können Sie Ihre Beine wieder ausstrecken, ist die Rückenlage zu empfehlen. Tipp: Nehmen Sie sich eine Wärmflasche oder ein erhitztes Kirschkernkissen mit ins Bett.
Alternative Behandlungsmethoden bei Rückenschmerzen
- Akupunktur: Die Therapiemethode beruht auf der Annahme, dass Energie, chinesisch Qi, durch spezielle Leitbahnen (Meridiane) unseres Körpers fließt. Entlang dieser Meridiane sind die Akupunkturpunkte lokalisiert. Wissenschaftliche Untersuchungen haben mittlerweile gezeigt, dass Akupunktur bei chronischen Rückenschmerzen durchaus wirksam sein kann. Und auch bei akuter Lumbago kann die Behandlung mit Nadeln in Kombination mit Bewegung zur Schmerzlinderung beitragen. Wie die Nadelstiche genau wirken, weiß man allerdings nicht.
- Akupressur: Wie die Akupunktur zielt auch die Akupressur auf die Stimulierung bestimmter Energiepunkte des Körpers ab. Es werden jedoch keine Nadeln eingestochen, sondern es wird wenige Sekunden Druck mithilfe der Hände oder stumpfen Hilfsmitteln ausgeübt. Ein Vorteil der Akupressur liegt darin, dass sie bis zu einem gewissen Grad vom Patienten selbst angewendet werden kann. Da dies an manchen Körperstellen wie dem Rücken jedoch nicht allein möglich ist, bieten sich hier zum Beispiel auch spezielle Matten oder Kissen an.
- Osteopathie: Bei Rückenschmerzen ohne schwerwiegende Ursache (wie zum Beispiel eine reine Verspannung) kann ebenfalls die Osteopathie eine Option sein. Nach einer ausführlichen Befragung des Patienten und einem vorsichtigen Abtasten, stimuliert der Osteopath mit sanften Handgriffen den Körper, um Blockaden und Verspannungen zu behandeln. Zudem sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers gefördert werden.
- Chiropraktik: Wie die Osteopathie setzt auch Chiropraktik auf eine manuelle Therapie - also eine Behandlung mit den Händen. Die alte Heilmethode hat das Ziel, die reibungslose Funktionalität von Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern wiederherzustellen. Übrigens gibt es neben Chirotherapeuten und Chiropraktikern auch die Bezeichnung Chiropraktor. Voraussetzung für diese Berufsbezeichnung ist in der Regel ein fünfjähriges Universitätsstudium, welches jedoch aktuell noch nicht in Deutschland angeboten wird.
- Massagen: Massagen sollten bei akuten Kreuzschmerzen nicht angewendet werden. Sie steigern zwar kurzfristig das Wohlbefinden von Betroffenen, jedoch nicht die körperliche Funktionsfähigkeit.
Weitere sanfte Heilverfahren
Ergänzend zur Therapie mit Schmerzmitteln und Bewegungsübungen gibt es „sanfte“ Heilverfahren.
- Homöopathie: Die Wirksamkeit der Homöopathie ist zwar nicht belegt, dennoch haben viele Menschen gute Erfahrungen mit ihr gemacht. Die Methode verfolgt den Anspruch, „Ähnliches mit Ähnlichem“ zu heilen. Das bedeutet, dass ein Kranker mit Mitteln behandelt wird, die bei Gesunden ähnliche Symptome (beispielsweise Muskelschmerzen) hervorrufen würden. Homöopathen empfehlen zudem oft Nux vomica D6 und Byronia diocia D6 in Kombination. Dazu sollten Sie im Wechsel jeweils fünf Globuli einnehmen.
- Schüßler Salze: Das Prinzip der Schüßler Salze basiert auf dem Gedanken, dass Mineralsalze als Bestandteile unserer Körperzellen unentbehrlich sind. Gerät der Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht, kann es zu Störungen der Zellfunktion kommen. Bei Verkrampfungen der Muskulatur wird vor allem Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 verwendet. Salben mit dem Salz sind außerdem in der Potenzierung D4 erhältlich. Sie können sie mehrmals täglich am Rücken auftragen. Alternativ können Sie das Schüßler Salz Nr. 7 (D6) jedoch auch in Form von Tabletten einnehmen. Als besonders wirksam gilt die Anwendung als „heiße Sieben“. Hierfür müssen Sie fünf bis zehn Tabletten in eine halbe Tasse abgekochtes, lauwarmes Wasser geben.
Wann zum Arzt?
Meist bessern sich die Beschwerden innerhalb weniger Tag wieder. Hält der Schmerz jedoch länger an, sollte der Patient einen Hausarzt aufsuchen. Dieser prüft, ob nicht doch eine spezifische Ursache wie ein Bandscheibenvorfall hinter den Beschwerden steckt. Gegebenenfalls wird der Hausarzt Sie dann an einen anderen Facharzt wie einen Orthopäden oder Neurologen vermitteln. Diese können weitere körperliche Untersuchungen zur Diagnose durchführen. Werden keine ernsteren Ursachen festgestellt, kann der Mediziner schmerzlindernde Medikamente oder ein Rezept für Krankengymnastik verschreiben. Es gibt Warnhinweise, bei denen Betroffene sofort einen Arzt aufsuchen sollten - beispielsweise, wenn Taubheitsgefühle oder Lähmungen auftreten.
Vorbeugung von Rückenschmerzen
Damit die „Hexe“ erst gar nicht in den Rücken „schießt“, sollten Sie im Alltag ein paar Tipps beachten. Eine gute Haltung und ausreichend Bewegung helfen, den Rücken gesund zu halten. Empfehlenswert ist ebenfalls das Erlernen von Techniken, mit denen Sie sich nach einem anstrengenden Tag bewusst entspannen können. Denn häufig sind Muskelverspannungen der Auslöser für Rückenschmerzen. Hexenschuss?
- Richtig Stehen: Um optimal zu stehen, strecken Sie die Wirbelsäule etwas nach oben (ihre natürliche Doppel-S-Form sollte sie beibehalten), den Kopf richten Sie dabei auf. Das Anspannen der Bauch- und Gesäßmuskeln hilft, ein Hohlkreuz zu vermeiden. Die Schultern sind entspannt, also weder angezogen, noch nach vorne gebeugt oder herunterhängend.
- Richtig Sitzen: Sitzen wir aufrecht, wird unsere Wirbelsäule optimal belastet. Dabei ist das Becken leicht nach vorne gekippt und der Rücken senkrecht (er befindet sich dann im natürlichen Hohlkreuz). Die Rückenlehne hat eine stützende Funktion und sollte daher auch genutzt werden. Damit die Knie höher als die Hüfte sind, kann man sich einer kleinen Fußstütze bedienen. Beim Aufstehen hilft es, die Arme auf die Armlehne zu stützen und so den Rücken zu entlasten. Doch auch eine rückengerechte Sitzhaltung führt bei stundenlangem Sitzen zu einer Überbelastung der Muskulatur und der Bandscheiben. Stehen Sie daher immer wenn möglich auf und bewegen Sie sich. Vielsitzer können im Büro beispielsweise anstelle des Fahrstuhls die Treppe nehmen oder einen Teamkollegen persönlich aufsuchen, statt ihn anzurufen.
- Sportliche Betätigung: Vor allem Sport trägt zur Vorbeugung eines Hexenschusses bei. Daher sollten Sie darauf achten, sich regelmäßig zu bewegen, beispielsweise abends noch einmal spazieren zu gehen oder Rücken-Übungen zu machen. Rückenfreundliche Sportarten sind beispielsweise Rückenschwimmen und Wassergymnastik. Wer seinem Rücken etwas Guten tun möchte, denkt selten an der großen Lendenmuskel (Psoas) - sollten sie aber. Lernen Sie den Psoas, seine Funktion und weitere Fakten im Interview mit Prof. Dr.
- Stress vermeiden: Besonders Stress führt zu Verspannungen der Muskulatur. Die Wirkung von Meditationen wird auf die Entspannungsreaktion des Körpers zurückgeführt, durch die sich die Muskeln entkrampfen. Der Herzschlag verlangsamt sich und der Blutdruck sinkt. Eine weitere Möglichkeit sind Yogaübungen. Yogaübungen können Sie auch auf einer Akkupressurmatte durchführen.
Prognose
Die Prognose ist von der Ursache der Gangstörung abhängig. Ist die Ursache gut behandelbar, wie beim Vitaminmangel, normalisiert sich auch das Gangbild recht schnell. Bei Erkrankungen, die nicht heilbar sind, wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose, kann sich die medikamentöse Linderung der Symptome auch positiv auf das Gangbild ausüben.
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