Parkinson versus Borreliose: Ein Vergleich von Symptomen, Diagnose und Behandlung

Die Lyme-Borreliose, oft als "der große Imitator" bezeichnet, kann aufgrund ihrer vielfältigen Symptome fälschlicherweise mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Zu diesen gehört auch Parkinson. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Borreliose und Parkinson, um eine bessere Differenzierung und adäquate Behandlung zu ermöglichen.

Einführung

Sowohl die Lyme-Borreliose als auch Parkinson können neurologische Symptome verursachen, was zu Fehldiagnosen führen kann. Es ist wichtig, die spezifischen Merkmale jeder Krankheit zu verstehen, um eine genaue Diagnose zu gewährleisten.

Was ist Lyme-Borreliose?

Die Borreliose (Lyme-Borreliose, Lyme-Krankheit) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch Zeckenstiche übertragen wird. Auslöser ist das Bakterium Borrelia burgdorferi, das meist über Zeckenstiche und, in seltenen Fällen, durch andere blutsaugende Insekten auf den Menschen übertragen wird. Da nicht alle Zecken Träger von Borrelien sind, führt nicht jeder Zeckenstich automatisch zu einer Infektion. Das Risiko steigt allerdings mit jedem Zeckenstich und abhängig vom Alter der Tiere.

Symptome der Lyme-Borreliose

Die Symptome der Borreliose können je nach Erkrankungsstadium sowie individuell unterschiedlich ausfallen. Die Borreliose ist eine heimtückische Multisystem-Erkrankung, die alle Organe befallen kann.

  • Frühes Stadium:
    • Wanderröte (Erythema migrans): In der Mehrzahl der Erkrankungsfälle (etwa 90 Prozent) tritt innerhalb von drei bis 30 Tagen nach dem Zeckenstich die sogenannte „Wanderröte“ auf. Dabei bildet sich eine Rötung um die Einstichstelle, die im Verlauf von der Mitte her verblasst und sich ringförmig ausbreitet. Sie kann auch an anderen Körperstellen, wie Kopf, Hals oder Beinen, auftreten und erreicht einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimetern.
    • Grippeähnliche Beschwerden: Muskel- und Gelenkschmerzen, Fieber, Müdigkeit oder Lymphknotenschwellungen sind häufige Symptome einer Borrelioseinfektion.
    • Hautveränderungen: Insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und Frauen können sich kleine blaurote oder knötchenartige Schwellungen der Haut (Borrelien-Lymphozytome) bilden, die vorwiegend im Bereich der Brust, der Genitalien oder der Ohrläppchen auftreten. In seltenen Fällen können sich chronische Hautentzündungen (Acrodermatitis chronica atrophicans) mit bläulichen Hautverfärbungen entwickeln.
  • Späteres Stadium:
    • Herzbeteiligung: Sehr selten führt die Borreliose zu einer Herzentzündung (Lyme-Karditis) mit Herzrhythmusstörungen.
    • Befall des Nervensystems: Die sogenannte Neuroborreliose tritt meist wenige Wochen bis Monate nach dem Zeckenstich auf und betrifft das zentrale Nervensystem (ZNS). Typische Symptome sind brennende Nervenschmerzen oder auch Gesichtslähmungen. In seltenen Fällen können entzündliche Nervenreizungen zu Taubheitsgefühl, Seh- oder Hörstörungen sowie Lähmungen von Rumpf, Armen oder Beinen führen. Insbesondere bei Kindern tritt häufig eine Hirnhautentzündung mit starken Kopfschmerzen, Gesichtslähmungen und Fieber auf.
    • Chronische Gelenkentzündungen: Eine mögliche Spätfolge der Borreliose sind schubweise und wiederkehrend auftretende Entzündungen der Gelenke (Lyme-Arthritis), die sich oftmals erst Monate oder Jahre nach der Infektion ausbilden. Meist sind die Kniegelenke betroffen, seltener Sprung-, Ellenbogen-, Finger-, Zehen- und Handwurzelgelenke.

Wenn die Verbreitung der Bakterien im ganzen Körper über die Blutbahn und das Lymphsystem, die systemische Dissemination, stattgefunden hat und das Nervensystem erreicht, spricht man von Neuroborreliose. Der schubweise Verlauf beruht auf einer speziellen Fähigkeit der Borrelien-Bakterien: Neben ihrer aktiven Spirochäten-Form bilden Borrelien-Bakterien verschiedene pleomorphe Formen, also resistente „Persister“-Formen aus (Biofilme, Round Bodies, Blebs), die im Gewebe ruhen.

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Zunehmend über Monate hinweg, manchmal erst 10 Jahren nach einem Zecken- oder Insektenstich, entwickeln sich schwere Ausfälle oder Funktionsstörungen, die sowohl auf einer Entzündung der peripheren Nerven, der Hirnnerven als auch des Gehirns (Enzephalitis) basieren.

Die neuroinvasiven Erreger können zu psychischen und neuropsychiatrischen Erkrankungen führen. Zudem können Persönlichkeitsstörungen, Reizbarkeit, emotionale Labilität, räumliche Desorientierung, Angst- und Zwangsstörungen, Psychosen, Schizophrenie und sogar Autismus ausgelöst und unterhalten werden. Die bei chronischer Neuroborreliose aktivierten Zytokine des Immunsystems fördern ein ängstliches und depressives Verhalten, reizen Abwehrzellen und Nervengewebe und können neurodegenerative und autoimmune Prozesse, wie u.a.

Was ist Parkinson?

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die hauptsächlich das zentrale Nervensystem betrifft. Sie ist gekennzeichnet durch den Verlust von Dopamin produzierenden Nervenzellen im Gehirn.

Symptome von Parkinson

Die Hauptsymptome von Parkinson umfassen:

  • Tremor: Zittern, meist in Ruhe.
  • Rigor: Muskelsteifheit.
  • Bradykinese: Verlangsamung der Bewegungen.
  • Posturale Instabilität: Gleichgewichtsstörungen.

Weitere Symptome können Depressionen, Schlafstörungen und kognitive Beeinträchtigungen sein.

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Vergleich der Symptome

Obwohl Borreliose und Parkinson unterschiedliche Ursachen haben, können einige ihrer Symptome ähnlich sein:

  • Neurologische Störungen: Beide Erkrankungen können neurologische Symptome wie Nervenschmerzen, Koordinationsprobleme und kognitive Beeinträchtigungen verursachen.
  • Muskelbeschwerden: Muskel- und Gelenkschmerzen sind sowohl bei Borreliose als auch bei Parkinson möglich.
  • Psychische Veränderungen: Depressionen und andere psychische Veränderungen können bei beiden Krankheiten auftreten.

Trotz dieser Überschneidungen gibt es auch deutliche Unterschiede:

  • Wanderröte: Ein eindeutiges Zeichen der Borreliose, das bei Parkinson fehlt.
  • Tremor in Ruhe: Typisch für Parkinson, aber nicht unbedingt für Borreliose.
  • Bradykinese und posturale Instabilität: Hauptmerkmale von Parkinson, die bei Borreliose weniger ausgeprägt sind.

Diagnose

Diagnose der Lyme-Borreliose

Die Diagnose der Borreliose gestaltet sich im Früh- und Spätstadium oftmals schwierig. Besonders wenn der Zeckenstich nicht sichtbar oder erinnerlich ist und die typischen Krankheitsmerkmale, wie die Wanderröte, im Frühstadium ausbleiben und das bunte Symptombild einer Spätphase nicht an eine Borreliose denken lässt. Laboruntersuchungen des Blutes (Serologie) helfen in schwierigen Fällen die Diagnose zu sichern, sind jedoch aus verschiedenen Gründen nicht hundertprozentig sicher.

  • Anamnese: Eine sorgfältige Anamnese, einschließlich möglicher Zeckenstiche und Symptomentwicklung, ist entscheidend. Dies ist insbesondere in den Frühjahrs- und Sommermonaten sowie in Deutschland nahezu flächendeckend in Wäldern, auf Wiesen und in Gärten, beispielsweise während Gartenarbeiten, der Fall.
  • Körperliche Untersuchung: Eine körperliche Untersuchung auf sichtbare Anzeichen für einen Zeckenstich, wie die Wanderröte, liefert weiteren Aufschluss.
  • Serologische Tests: Zu den Methoden der Borrelien-Labordiagnostik gehören u.a. der Borrelien-Suchtest (ELISA oder IFT) und der Borrelien-Bestätigungstest-Test (Western- oder Immunoblot). Ist dieser Test negativ, so kann trotzdem eine Borrelieninfektion vorliegen. Borrelien sind u.a. in der Lage sich vor dem Immunsystem zu tarnen. Auch eine frühe Gabe von Antibiotika nach einem Zeckenstich kann die Antikörperbildung unterdrücken, ist aber bei klinischen Verdacht einer Borreliose unbedingt notwendig. Auch der Einsatz von Kortison oder Immunsuppressiva kann den Test neg. beeinflussen. Nachgewiesenermaßen gibt es 27 Ursachen dafür, dass keine Antikörper messbar sind, obwohl eine Borrelieninfektion vorliegt. Des Weiteren kann der Suchtest durch Kreuzreaktion mit anderen Erregern auch falsch positive Ergebnisse liefern. Aus diesem Grund wird in unserer Praxis als Bestätigungstest immer ein Westernblot oder Immunoblot durchgeführt, in dem die einzelnen Oberflächenproteine der Borrelien und die jeweils gegen sie gerichteten Antikörper genauer aufgespalten werden. Dieser Test liefert zuverlässigere Ergebnisse und kann zusätzlich eine Auskunft über das Stadium der Borreliose geben. Aber auch hier kann es aus den o. g. Gründen zu einem falsch negativen Ergebnis kommen.
  • Liquoruntersuchung: Bei Verdacht auf Neuroborreliose kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, um Borrelien-Antikörper im Nervenwasser nachzuweisen. Bei Patienten mit Neuroborreliose, die akute Lähmungen oder eine Gesichtslähmung (Facialisparese) aufweisen, weist nur etwa ein Viertel der Fälle eine Liquorveränderung auf. Bei Patienten mit Enzephalopathie sind im Liquorbefund nur bei etwa 5% geringfügige Abweichungen erkennbar, wie erhöhte Werte von Proteinen oder Albumin.
  • Weitere Tests: Für eine noch genauere Analyse kann der “Tickplex Basic”-Test (103 EUR) zur Identifizierung von antibiotika-resistenten Borreliose-Persistern durchgeführt werden. Da eine Borrelien-Infektion in der Regel eine Mischinfektion darstellt, kann der “Tickplex Plus”-Test (496 EUR) Auskunft über häufige Co-Infektionen wie Ehrlichien, Mykoplasmen, Bartonellen, Rickettsien usw. geben.

Diagnose von Parkinson

Die Diagnose von Parkinson basiert hauptsächlich auf der klinischen Untersuchung und der Beurteilung der Symptome.

  • Klinische Untersuchung: Ein Neurologe beurteilt die typischen Parkinson-Symptome wie Tremor, Rigor, Bradykinese und posturale Instabilität.
  • Medikamententest: Die Reaktion auf Medikamente, die den Dopaminspiegel erhöhen (z.B. L-Dopa), kann bei der Diagnose helfen.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie MRT oder DaTscan eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen oder die Diagnose zu unterstützen.

Behandlung

Behandlung der Lyme-Borreliose

Die Neuroborreliose wird üblicherweise mittels chemisch-pharmazeutischer Therapie behandelt.

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Minocyclin (Doxycyclin ist nicht ausreichend liquorgängig) oral: 2 x 100 mg tgl.Azithromycin oral: 2 x 250 mg tgl.Cephalosporine der 3. Generation i.v., z.B. Ceftriaxon / Cefotaxim: 2 x 1-2 g gl.Kombinationstherapie aus o.g.

60-70% Remissionen nach Langzeit- und Mehrfach-i.v. Therapiedauer und Kontrollen mindestens 2-3 Jahre, bzw.

  • Antibiotika: Die Borreliose wird mit Antibiotika behandelt. Je früher therapiert wird, umso größer sind die Chancen auf eine vollständige Heilung. Im Frühstadium ist eine orale Therapie ausreichend, während bei Neuroborreliose oft intravenöse Antibiotika eingesetzt werden. Die Therapie erfolgen stadien- und symptomgerecht mit wirksamen Antibiotika.
  • Alternative Therapien: Interessanterweise zeigt sich, dass die Wildform der Arzneipflanzen weitaus wirkungsvoller sind als genetisch veränderte Sorten, die in der modernen konventionellen Landwirtschaft zur Steigerung der Erträge bevorzugt angebaut werden, wirksamer auch als Pflanzenisolate. Die Effektivität der “grünen Antibiotika” ist nur dann gewährleistet, wenn die die ursprüngliche Zusammensetzung und das ausgewogene Zusammenspiel der Wirkstoffe unverändert und ungestört bleibt und die Arzneipflanzen als Ganzes oder in vollständigen Pflanzenteilen verwendet werden. Wie bei vielen Infektionen kommt es auch bei der Behandlung der Neuroborreliose durch chemische Antibiotika oder Arzneipflanzen beim Abtöten der Erreger zu einer Freisetzung von Zerfallsgiften - den sogenannten Neuro- und Endotoxinen. Eine einschleichende Aufdosierung auch der Arzneipflanzen ist wichtig, da die Menge der freigesetzten Bakterientoxine von der individuellen Erregerlast abhängt, also von der Menge der Borrelien im Körper bei Neuroborreliose.

Behandlung von Parkinson

Die Behandlung von Parkinson zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.

  • Medikamente: L-Dopa, Dopaminagonisten und andere Medikamente werden eingesetzt, um den Dopaminspiegel im Gehirn zu erhöhen oder die Wirkung von Dopamin zu imitieren.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS): In fortgeschrittenen Fällen kann eine THS in Betracht gezogen werden, um die Symptome zu kontrollieren.
  • Physiotherapie und Ergotherapie: Diese Therapien helfen, die Beweglichkeit und Selbstständigkeit zu erhalten.

Fehldiagnosen und alternative Diagnosen

Angesichts der Breite der tatsächlichen Diagnosen befürchten sie, „dass die Lyme-Erkrankung häufig als Sündenbock für unklare Probleme herangezogen wird“. Dies könne dazu führen, dass schwerwiegende Krankheiten verzögert erkannt und behandelt würden. „Weil chronische Beschwerden für Ärzte wie Patienten frustrierend sind, kann es attraktiv sein und eine Erleichterung darstellen, eine behandelbare Diagnose wie die Lyme-Borreliose anbieten zu können.“ Darin sehen die Studienautoren einen Grund dafür, dass „die Überdiagnose von Lyme-Borreliose gerade bei Patienten mit anhaltenden Beschwerden ein erhebliches Problem“ darstellt.

Häufige Fehldiagnosen der Borreliose sind: Psychosomatische Störungen, Arthritis, Gelenkrheuma, Polyarthritis, Bursitis (Schleimbeutelentzündung), Bandscheibenvorfall, Bindehautentzündung, Entzündungen aller Augenteile, Gefäßbeschwerden (Thrombose), Hirnhautentzündung, Karpaltunnelsyndrom, Gelenkentzündungen (alle großen Gelenke, auch Kiefergelenk), Multiple Sklerose, Fibromyalgie, Sehnenscheidenentzündung, HWS-Syndrom (Hals-Wirbelsäulen-Syndrom) und Schlaganfall.

Prävention

Prävention der Lyme-Borreliose

Um Zecken fernzuhalten, tragen Sie bei Aufenthalten in risikoreichen Außenbereichen am besten lange, glatte und helle Kleidung sowie geschlossene Schuhe. Suchen Sie sich und Ihre Kinder danach gründlich auf Zecken ab und entfernen Sie diese umgehend. Anders als bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls von Zecken übertragen wird, gibt es gegen Borreliose keine Schutzimpfung.

Prävention von Parkinson

Es gibt keine bekannten Maßnahmen zur direkten Prävention von Parkinson. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann jedoch das allgemeine Wohlbefinden fördern und möglicherweise das Risiko für neurologische Erkrankungen verringern.

Aktuelle Forschung

Die Forschung zu Borreliose und Parkinson ist weiterhin aktiv. Aktuelle Studien konzentrieren sich auf:

  • Bessere Diagnosemethoden: Entwicklung sensitiverer und spezifischerer Tests für die Borreliose.
  • Neue Therapieansätze: Erforschung neuer Medikamente und Therapien für beide Erkrankungen.
  • Ursachenforschung: Identifizierung der genauen Ursachen und Risikofaktoren für Parkinson.

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