Nervenschmerzen im Gesicht: Ursachen, Behandlung und der Zusammenhang mit Schulterschmerzen

Gesichtsschmerzen können eine erhebliche Belastung darstellen und die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen. Sie können in unterschiedlicher Intensität auftreten, eine oder beide Gesichtshälften betreffen und verschiedene Ursachen haben. Oftmals konzentrieren sich die Schmerzen auf den Bereich um Nase, Augen, Mund und Kinn, können aber auch das gesamte Gesicht, einschließlich Nacken, Schultern und oberen Rücken, in Mitleidenschaft ziehen. In diesem Artikel werden wir die verschiedenen Formen von Gesichtsschmerzen, mögliche Ursachen (einschließlich des Zusammenhangs mit Schulterschmerzen), Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten beleuchten.

Was sind Gesichtsschmerzen?

Mit Gesichtsschmerzen beschreibt man Schmerzen, die sich auf das Gesicht im anatomischen Sinn beziehen. Dieses reicht vom Kinn bis zur Nasenwurzel und breitet sich über Augenbrauen und Wangenpartie bis zu den Ohren und dem hinteren Kiefergelenk aus. Neben Augen, Nase und Mund zählen auch Kiefer, Zunge, Rachen, Jochbögen, Haut und Muskeln zum Gesicht.

Gesichtsschmerzen sind Schmerzen, die bevorzugt im Bereich von Nase, Augen, Mund und Kinn auftreten. Die Schmerzen können unterschiedlich intensiv sein und eine oder beide Gesichtshälften betreffen.

Formen von Gesichtsschmerzen

Je nach Dauer und Ursache unterscheidet man verschiedene Formen von Gesichtsschmerz. Mediziner unterscheiden hauptsächlich zwei Formen von Schmerzen:

  • Akute Gesichtsschmerzen: Diese treten plötzlich auf und verschwinden nach kurzer Zeit wieder.
  • Chronische Gesichtsschmerzen: Diese bestehen längerfristig.

Zusätzlich werden Gesichtsschmerzen eingeteilt in:

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  • Schmerzen mit bekannter Ursache
  • Schmerzen mit unbekannter Ursache

Eine spezielle Form des dauerhaften Gesichtsschmerzes unbekannter Ursache ist der atypische Geschichtsschmerz. Heute sprechen Mediziner von einem anhaltenden idiopathischen Gesichtsschmerz. Idiopathisch bedeutet, dass sich keine genaue Ursache finden lässt.

Ursachen von Gesichtsschmerzen

Schmerzen im Gesicht können sehr verschiedene Ursachen haben. Häufig stecken Störungen der Nerven dahinter wie bei der Trigeminusneuralgie. Das sind Nervenschmerzen im Versorgungsgebiet des Trigeminus-Nervs - genauer im Bereich von Stirn, Unter- und Oberkiefer. Darüber hinaus gibt es verschiedene andere Nerven, die selten Grund für Gesichtsschmerzen sind, beispielsweise der Zungen-Rachen-Nerv (Glossopharyngeus-Nerv).

Nervenbedingte Ursachen

Häufig lösen Probleme mit den Nerven Gesichtsschmerzen aus. Solche Schmerzen schießen meist blitzartig ein und fühlen sich bohrend an. Die Trigeminusneuralgie, der „typische“ Gesichtsschmerz, auch unter dem Namen „Tic douloureux“ (schmerzhaftes Zucken) bekannt, ist ein besonders heimtückischer Gesichtsschmerz. Er tritt ohne erkennbare Ursache auf. Schon durch harmlose Stimulationen, wie leichte Berührungsreize beim Waschen, Zähneputzen, Kauen oder Sprechen können die Schmerzattacken ausgelöst werden. Der Schmerz ist so stark, daß die Betroffenen die Nahrung verweigern und nicht zu sprechen wagen. Die Schmerzen beginnen blitzartig und einseitig mit hoher Intensität und dauern meist nur wenige Sekunden bis höchstens 2 Minuten. Die Erkrankung tritt meistens in mittleren Lebensjahren und öfter bei Frauen als bei Männern (3:2) auf. Der Gipfel der Häufigkeit liegt jedoch in der 7. und 8.

Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusnervneuralgie, auch als trigeminale Neuralgie oder Tic douloureux bezeichnet, ist eine neurologische Erkrankung. Sie ist durch plötzliche und extrem intensive Schmerzattacken im Gesichtsbereich gekennzeichnet. Er tritt typischerweise auf einer Seite des Gesichts auf. Bereits normale Alltagsaktivitäten wie Essen, Sprechen oder Berühren des Gesichts können die Gesichtsschmerzen auslösen. Ursächlich für die Trigeminusnervneuralgie ist die Fehlfunktion des Trigeminusnervs. Dabei handelt es sich um einen der größten Hirnnerven. Er ist für die Wahrnehmung von Gesichtssensibilität und für die Kontrolle der Kau- und Gesichtsmuskulatur verantwortlich. Normalerweise leitet der Trigeminusnerv empfindliche Signale aus dem Gesicht an das Gehirn weiter.

Der Trigeminusnerv entspringt nahe dem Ohr und verzweigt sich in drei Äste. Daher wird er auch als Drillingsnerv bezeichnet. Die Trigeminunsneuralgie ist eine chronische Schmerzerkrankung des für die sensible Wahrnehmung in Gesicht, Mund und Nase verantwortlichen Trigeminusnervs (Nervus trigeminus). Typisch für die Trigeminusneuralgie sind Serien von starken, blitzartigen Schmerzen, die z.B. durch Berühren, Kauen oder Sprechen ausgelöst werden. In manchen Fällen kommt es auch zu einem dumpfen Dauerschmerz. Als Ursache der klassischen Trigeminusneuralgie vermutet man, dass eine im gleichen Bereich verlaufende Arterie zu eng am Nerv anliegt und auf diesen Druck ausübt. Die Schmerzerkrankung kann aber auch durch Multiple Sklerose oder Hirntumoren ausgelöst werden.

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Atypischer Gesichtsschmerz

Schmerzen im Gesicht können sich zu chronischen Beschwerden ohne erkennbare Ursache entwickeln. Medizinerinnen und Mediziner haben das früher als atypischen Gesichtsschmerz bezeichnet. Die allermeisten Menschen mit einem atypischen Gesichtsschmerz klagen über einen Dauerschmerz mit gleicher oder wechselnder Intensität. Nur bei wenigen verschwinden die Beschwerden für mehrere Monate und kommen dann wieder. Typischerweise tritt der Schmerz einseitig auf und lässt sich schlecht lokalisieren. Betroffene beschreiben ihn oft als tief, brennend, bohrend und quälend. Selten schießt der Schmerz ein.

Es ist unklar, welche Ursachen diese Form von Gesichtsschmerz hat. Möglicherweise ist er eine Spätfolge einer ausgeheilten Verletzung im Gesicht, an Zähnen und Kiefer oder einem operativen Eingriff. Ein tatsächlicher Zusammenhang lässt sich aber meist nicht finden. Für Betroffene bedeutet das oft, dass sie etliche Ärztinnen und Ärzte aufsuchen und teils unnötige Eingriffe über sich ergehen lassen. Mit der Zeit entwickeln viele psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit.

Verläuft der Schmerz im Gesicht so, dass er nicht dem Trigeminus-Verlauf entspricht, spricht man oft von „atypischem Gesichtsschmerz“.

Andere Auslöser

Weitere mögliche Ursachen für Gesichtsschmerzen sind zum Beispiel:

  • Fehlfunktionen des Kauapparats (kraniomandibuläre Dysfunktionen)
  • Zähneknirschen (Bruxismus); ausstrahlende Zahnschmerzen
  • Gürtelrose (Herpes zoster)
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Bestimmte Kopfschmerzarten wie Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen
  • Erkrankungen von Gehirn und Rückenmark wie Multiple Sklerose
  • Nach einem Schlaganfall
  • Geschwulsterkrankungen im Gehirn, zum Beispiel Hirntumoren
  • Verletzungen am Kopf
  • Operationen im Gesicht
  • Schäden an der Wirbelsäule
  • Muskelverspannungen im Nacken und der Schulter
  • Zungenbrennen
  • Sehnerv-Entzündung (Optikusneuritis)
  • Das Tolosa-Hunt-Syndrom: seltene Schmerzerkrankung im Augenbereich

Auch Zahnprobleme können Schmerzen verursachen, die nicht nur auf den Ort des Geschehens begrenzt bleiben. Mund und Gesichtsgebiet sind miteinander verbunden. So kann z. B. eine unbehandelte Karies tief in den Zahn eindringen und den Zahnnerv infizieren. Dies kann zu starken Zahnschmerzen führen, die bis ins Gesicht ausstrahlen können. Wenn Weisheitszähne nicht richtig durchbrechen oder sich entzünden, kann dies ebenfalls zu Problemen führen. Auch fortgeschrittene Zahnfleischerkrankungen wie Parodontitis können Gesichtsschmerzen und Schwellungen im Mundbereich verursachen. Eine weitere Möglichkeit ist der Zahnabszess. Dabei handelt es sich um eine schmerzhafte Infektion, die sich in oder um einen Zahn oder das Zahnfleisch entwickelt. Dies geschieht in der Regel als Reaktion auf eine unbehandelte Karies oder eine Zahnfleischerkrankung, bei der Bakterien in das Gewebe eindringen und Eiteransammlungen verursachen.

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Manchmal sind Gesichtsschmerzen durch Bindegwebsverspannungen vor allem an der Stirn und in Augennähe auch Nachwirkungen von Herpes-Zoster-Erkrankungen. Beim Herpes zoster handelt es sich um eine sehr schmerzhafte Infektion mit Herpes-Viren, die entlang des Trigeminus-Nervs erfolgt, wodurch es zu einer Bläschenbildung genau im Nervenverlauf kommt.

Zusammenhang mit Schulterschmerzen

Mitunter schließen die Schmerzen Nacken, Schultern und den oberen Rücken mit ein. Muskelverspannungen im Nacken und der Schulter können Gesichtsschmerzen auslösen oder verstärken. Dies liegt daran, dass die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich über Faszien und Nervenbahnen mit dem Kopf- und Gesichtsbereich verbunden sind. Verspannungen in diesen Bereichen können sich daher auf das Gesicht auswirken und Schmerzen verursachen.

CMD beschränkt sich nicht nur auf den Gesichts- und Kieferbereich. Dauert die Krankheit länger an, kommt es zu weiteren Veränderungen. Vom Kopf- und Nackenbereich über die Schultern bis zum Rücken werden zusätzliche Strukturen in Mitleidenschaft gezogen. Es können Beschwerden im Nacken, an der Schulter, der Lendenwirbelsäule und im Hüftbereich bis hinunter zu den Füßen entstehen.

Kopfschmerzen und Nackenschmerzen treten häufig gemeinsam auf. Nackenschmerzen mit Kopfschmerzen werden medizinisch als oberes Zervikalsyndrom bezeichnet. Es betrifft vor allem Menschen, die viel Zeit am Computer verbringen. Umgekehrt können Nackenschmerzen als Folge von Kopfschmerzen auftreten.

Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (kurz: CMD) ist eine Erkrankung, die das Kiefergelenk und die Muskulatur des Kiefers betrifft. So kann CMD zu Funktionsstörungen des Kiefergelenks führen. Das Kiefergelenk funktioniert dann nicht mehr richtig, es schmerzt und knackt. Oft kommt es auch zum Reiben des Gelenks. Weitere Folgen der Craniomandibulären Dysfunktion sind Muskelverspannungen im Kieferbereich sowie im gesamten Gesicht, weiterhin im Bereich von Halswirbelsäule und Schultern. Manche Betroffenen leiden - bedingt durch die CMD - unter Ohrenschmerzen und Tinnitus. Auch nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus) ist nicht selten. Weitere mögliche Auswirkungen sind Schwierigkeiten beim Kauen und Sprechen.

Dein Kiefer knackt, deine Gesichtsmuskulatur schmerzt und du kannst den Mund nicht richtig öffnen? Hinter solchen Symptomen steckt oft eine CMD. Bei CMD können Beschwerden innerhalb des Kiefergelenks oder der Kaumuskulatur auftreten. Der Bewegungsfreiraum deines Kiefers verändert sich. Dadurch wird der Unterkiefer zu beweglich. Er bewegt sich unkoordiniert oder erlaubt nur eine eingeschränkte Öffnung. Wird eine CMD nicht richtig erkannt oder zu spät behandelt, kann es zu unterschiedlichen Schmerzen am ganzen Körper kommen.

Entlang des Kiefergelenks verläuft auch der Trigeminus-Nerv. Er verbindet Kaumuskeln, Mundhöhle und das Gesicht miteinander. Aufgrund seiner Lage können Impulse des Trigeminus-Nervs das Markhirn an der Halswirbelsäule und über weitere Verkettungen auch die Gleichgewichtsbahnen erreichen.

Ursachen und Verlauf von CMD

Bislang sind die Ursachen und der Verlauf einer craniomandibulären Dysfunktion nicht vollständig geklärt. Unnatürliche Bewegungen im Kauapparat und Kiefergelenk können oft ein Auslöser für CMD sein. Eine Fehlstellung der Zähne kann dafür sorgen, dass sich das Gebiss nicht richtig schließt. Der korrekte Zahnkontakt beim Verschließen der Zähne heißt unter Fachpersonen Okklusion. Früher bestand in der Forschung der Verdacht, dass ein Fehlbiss und die Fehlstellung der Zahnreihen (Okklusionsstörungen) zu den wichtigsten Faktoren für cranio-mandibuläre Dysfunktion zählen.

Bei Bruxismus wird die Muskulatur des Kauapparats immer wieder unnatürlich angespannt. Die Zähne knirschen. Das verursacht einen Abrieb der Kauflächen und die Abnutzung deiner Zahnsubstanz. Diese intensive Fehlbelastung führt dazu, dass die Kiefermuskulatur verkrampft. Solche unnatürlichen Bewegungen zeigen eine gewisse Ähnlichkeit zur craniomandibulären Dysfunktion. Denn auch bei CMD liegt die Ursache oft im Gebrauch des Kausystems. Patient*innen mit craniomandibulärer Dysfunktion geben oft an, dass sie auch unter Zähneknirschen oder Zähnepressen leiden. Studien haben ergeben, dass tatsächlich eine Wechselwirkung zwischen Bruxismus und CMD existiert. Zähneknirschen kann demnach sowohl ein Symptom von CMD als auch ein Risikofaktor zur Entstehung der Dysfunktion sein.

Diagnose von CMD

Wurde bei dir CMD festgestellt? Dein Hausarzt, eine Allgemeinmedizinerin, ein Kieferorthopäde oder eine Hals-Nasen-Ohren-Ärztin (HNO) kann feststellen, ob eine CMD vorliegt. Ein Zahnarzt erkennt ebenfalls die Symptome einer craniomandibulären Dysfunktion und kann einen Befund ausstellen. Zu Beginn der Untersuchung fragt dich die behandelnde Person sicherlich nach deinen Beschwerden. In dieser sogenannten Anamnese geht es um Schmerzen, die auf CMD hindeuten. Treten bei dir häufiger als einmal wöchentlich Schmerzen an den Schläfen, im Gesichtsbereich, am Kiefer oder Kiefergelenk auf? Um die Befragung zielgerichtet durchzuführen, haben Fachärztinnen mehrere Fragebögen. Darin können auch psychologische Faktoren auftauchen, denn Stress und psychische Anspannung erhöhen die Spannung in jedem Muskel deines Körpers. Anschließend kann der Kieferorthopäde dein Gesicht und deinen Unterkiefer abtasten, um dich auf Schmerzen zu untersuchen. Ob schließlich dein Kieferknacken mit einer Verlagerung der Gelenkscheibe zusammenhängt, kann ein Facharzt mit einem einfachen klinischen Test herausfinden. Während du den Kiefer öffnest, tastet die Ärztin ihn ab. Mit diesen einfachen Methoden erhält dein Kieferorthopäde erste Hinweise. Um genauere Daten und Bilder der Beschwerden zu erhalten, nutzen manche Ärztinnen technische Hilfsmittel zur Funktionsdiagnostik. Damit untersuchen sie die betroffenen Strukturen. So lässt sich zum Beispiel die Mobilität des Kiefers und die Koordination seiner Bewegungen exakt messen.

Behandlung von CMD

Die Behandlung von CMD zielt darauf ab, die zugrunde liegenden Ursachen zu identifizieren und zu behandeln. Für craniomandibuläre Dysfunktion gibt es in der Medizin viele Behandlungen. Verschiedene Krankheitsbilder rufen unterschiedliche Fachärztinnen auf den Plan. Viele Ärztinnen setzen Medikamente ein, um Schmerzen zu verringern und eine natürliche Bewegung des Kiefers zu ermöglichen. Oft greifen sie zu einem nichtsteroidalen Antirheumatikum. Diese Medikamente werden auch bei Arthrose verwendet, weil sie Schmerzen lindern und entzündungshemmend wirken. Tritt CMD in Kombination mit Bruxismus auf, kann es zu einer Vergrößerung…

Viele Expert*innen sind sich einig, dass du als Patient am besten selbst aktiv wirst. Du solltest verstehen, was bei craniomandibulärer Dysfunktion passiert und wie du Spannungen mit Übungen reduzieren kannst. Unser oberstes Ziel ist immer, dass du gesund und möglichst beschwerdefrei leben kannst. Unsere Methode hat zum Ziel, zu hohe Spannungen der Muskeln und Faszien abzubauen. Dadurch kannst du eine mögliche Ursache deiner CMD angehen! Langfristig ist es entscheidend, dass du deinen Kauapparat richtig bewegst. Studien zeigen, dass Eigenübungen bei CMD einen hohen Wert haben, um deine Gesundheit dauerhaft zu erhalten. In der CMD-Forschung gilt, dass Übungen grundsätzlich einer Operation oder anderen Eingriffen vorzuziehen sind. Wichtig ist, dass du deine Übungen regelmäßig ausführst. Sonst können die Spannungen der Muskelfasern wieder zunehmen.

Diagnose von Gesichtsschmerzen

Schmerzen im Gesicht sollte man generell vom Arzt oder von der Ärztin abklären lassen, da sie ernste Gründe haben können. Auch Kopfschmerzarten wie Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen machen sich mitunter in Form von Gesichtsschmerzen bemerkbar. Um die genauen Ursachen für die Schmerzen zu finden, ist ein ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung notwendig.

Wichtig: Treten Kieferschmerzen bevorzugt im linken Unterkiefer auf und kommen Symptome hinzu wie Schmerzen hinter dem Brustbein, Engegefühl und Übelkeit, sind das Hinweise auf einen Herzinfarkt. Dann ist eine sofortige Abklärung nötig (Notruf 112).

Immer wieder werden Patientinnen und Patienten mit einer Trigeminusneuralgie falsch behandelt, oft zahnmedizinisch, obwohl keine Zahnprobleme vorliegen. Das lindert weder die Schmerzen noch beseitigt es die Ursachen einer Trigeminusneuralgie. Eine Trigeminusneuralgie lässt sich aufgrund der typischen, triggerbaren Schmerzen durch klinische Untersuchungen eindeutig diagnostizieren. Ein zusätzliches MRT dient vor allem dazu, einen Tumor als Ursache auszuschließen. Wichtig ist auch die Abgrenzung von anderen Erkrankungen, wie zum Beispiel einer Trigeminusneuropathie. Bei einer Neuropathie ist der Trigeminusnerv selbst geschädigt.

Für bestimmte Verdachtsmomente haben wir moderne Untersuchungsmethoden, z. B. die stark strahlenreduzierte digitale 3-D-Röntgentechnik. Wir arbeiten selbstverständlich auch mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Fachbereichen zusammen. Anhand der Untersuchungsergebnisse finden wir die beste Behandlungsmöglichkeit für Sie. Wir informieren Sie eingehend und entscheiden mit Ihnen zusammen.

Behandlungsmöglichkeiten von Gesichtsschmerzen

Die Behandlung von Gesichtsschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die je nach Diagnose zum Einsatz kommen können.

Konservative Behandlung

  • Medikamentöse Therapie: Bei Nervenschmerzen wie der Trigeminusneuralgie werden häufig Antikonvulsiva wie Carbamazepin eingesetzt, die die Erregbarkeit der Nerven reduzieren. Gängige Schmerzmittel wie NSAR sind bei der Trigeminsneuralgie wirkungslos. Bei anderen Ursachen können Schmerzmittel, entzündungshemmende Medikamente oder Muskelrelaxantien helfen.
  • Physiotherapie: Bei Muskelverspannungen und CMD kann Physiotherapie helfen, die Muskulatur zu lockern und die Beweglichkeit des Kiefergelenks zu verbessern.
  • Psychotherapie: Bei chronischen Schmerzen kann eine psychotherapeutische Behandlung helfen, mit den Schmerzen umzugehen und die Lebensqualität zu verbessern.
  • Akupunktur: Auch für Akupunktur zur Behandlung einer Trigeminusneuralgie gibt es eine Reihe Studien, die auf positive Effekte hinweisen. Grundsätzliche Belege fehlen bisher aber noch.
  • Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Pohltherapie®: Man erzielt gute Ergebnisse bei Anwendung der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Pohltherapie® in dem entsprechenden Gebiet. Mit der Bindegewebs- / Faszienbehandlung der Pohltherapie® lässt sich die Starre von außen beseitigen, wodurch sich auch (innerlich empfunden) die Stimmung aufhellt. Außerdem kann man bei der Depression einzelne Muskeln direkt behandeln, die unmittelbar am unfrohen Gesichtsausdruck beteiligt sind: Löst man die feste Bindegewebsmasse und eventuell noch die zugehörigen Muskeln mit der Pohltherapie®, fangen die Patienten von sich aus wieder an, zu lächeln, das Gegenüber anzuschauen, mehr zu sprechen usw.. Durch den Zusammenhang von Gesichtsmuskulatur und Atmung vertieft sich durch die Gesichtsbehandlung auch die Atmung.

Invasive Behandlung

  • Jannetta-Operation: Bei der Trigeminusneuralgie kann eine Operation nach Jannetta durchgeführt werden, bei der ein Blutgefäß, das auf den Trigeminusnerv drückt, entlastet wird.
  • Ablative Verfahren: Es gibt verschiedene minimalinvasive Verfahren, bei denen bestimmte Bereiche der Nervenwurzel verödet werden, um die Schmerzleitung zu unterbrechen. Dazu gehören die Thermokoagulation, die Glyzerinhizolyse und die Ballonkompression.
  • Radiochirurgie: Mit einer hochpräzisen Strahlenquelle kann die Wurzel des Trigeminusnervs einmalig bestrahlt werden, um die Schmerzleitung zu unterbrechen.

Prävention und Alltagstipps

Auch wenn bei einer Trigeminusneuralgie die ärztliche Abklärung der Ursachen und die zielgerichtete Behandlung im Vordergrund steht, gibt es für Betroffene auch Möglichkeiten zur Vorbeugung. Stress kann die Symptome der Trigeminusneuralgie verstärken. Es kann daher wertvoll sein, effektive Maßnahmen zur Stressbewältigung zu erlernen. Techniken wie tiefe Atemübungen, die progressive Muskelentspannung oder Meditation können helfen, das Stressniveau zu senken. Ein guter Schlaf ist für die Regeneration des Nervensystems wertvoll und wichtig. Patient:innen sollten daher darauf achten, regelmäßige Schlafenszeiten einzuhalten und eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden pro Nacht zu erreichen. Noch wichtiger als die reine Schlafdauer ist allerdings die Qualität des Schlafes: Dazu trägt vor allem eine ruhige, gut abgedunkelte Schlafumgebung bei.

Obwohl es keine spezielle Diät für Patient:innen mit Trigeminusneuralgie gibt, kann eine ausgewogene Ernährung das allgemeine Wohlbefinden und die allgemeine Gesundheit fördern. Essen Sie als gesunde Basis täglich mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse. Integrieren Sie außerdem bewusst ausreichend Omega-3-Fettsäuren in Ihren Speiseplan: Diese sind in Fettfischen wie Lachs enthalten und beispielsweise auch in Leinsamen. Patient:innen berichten, dass bestimmte Aktivitäten oder Einflüsse Schmerzattacken auslösen können. Dazu gehören eigentlich normale Umgebungsfaktoren wie Zugluft und leichte Berührungen des Gesichts. Aber auch das simple Kauen kann ein Trigger sein. Sanfte Gesichtspflege kann dazu beitragen, die Haut zu beruhigen und Triggerpunkte zu vermeiden. Es empfiehlt sich, täglich milde, nicht reizende Reinigungsprodukte und Feuchtigkeitscremes zu verwenden. Da zahnärztliche Eingriffe manchmal Trigeminusneuralgie auslösen können, trägt eine gute Zahnpflege dazu bei, dieses Risiko zu senken. Putzen Sie Ihre Zähne zweimal täglich für zwei Minuten und verwenden Sie Zahnseide einmal täglich. Regelmäßige körperliche Aktivität kann das allgemeine Wohlbefinden steigern und dazu beitragen, Stress zu reduzieren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, sich mindestens 150 Minuten pro Woche bei mäßiger Anstrengung zu bewegen. Bei Anzeichen von Depression oder Angst, die häufig mit chronischen Schmerzen einhergehen, ist es wichtig, professionelle Hilfe zu suchen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Schmerzen im Gesicht sollte man generell vom Arzt oder von der Ärztin abklären lassen, da sie ernste Gründe haben können. Auch Kopfschmerzarten wie Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen machen sich mitunter in Form von Gesichtsschmerzen bemerkbar. Um die genauen Ursachen für die Schmerzen zu finden, ist ein ärztliches Gespräch und eine körperliche Untersuchung notwendig.

Wichtig: Kieferschmerzen bevorzugt im linken Unterkiefer können auf einen Herzinfarkt hinweisen - vor allem, wenn sie in Kombination mit Brustschmerzen vorkommen. Dann ist unverzüglich der Notruf unter der Nummer 112 zu wählen.

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