Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem betrifft und vor allem die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt. Die Erkrankung ist durch den Verlust von Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet. Obwohl Parkinson nicht heilbar ist, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, die Symptome lindern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern können.
Verdacht auf Morbus Parkinson: Erste Schritte
Ein vornüber gebeugter Gang, kleine Schritte und Ruhetremor sind typische Symptome von Morbus Parkinson. Wenn Sie den Verdacht haben, an Parkinson erkrankt zu sein, sollten Sie zunächst Ihren Hausarzt aufsuchen. Dieser kann eine erste Einschätzung vornehmen und Sie gegebenenfalls an einen Spezialisten überweisen.
Fragebogen zur Früherkennung
Der Beirat der deutschen Parkinsonvereinigung (dPV) hat einen Fragebogen zur Früherkennung der Parkinsonerkrankung entwickelt. Dieser kann Ihnen helfen, erste Anzeichen der Erkrankung zu erkennen:
- Kommt es vor, dass Ihre Hand zittert, obwohl sie entspannt aufliegt?
- Ist ein Arm angewinkelt und schwingt beim Gehen nicht mit?
- Haben Sie eine vornüber gebeugte Haltung?
- Haben Sie einen leicht schlurfenden Gang oder ziehen Sie ein Bein nach?
- Ist Ihr Gang kleinschrittig und kommt es häufig vor, dass Sie stolpern?
- Leiden Sie an Antriebs- und Initiativmangel?
- Klagen Sie häufig über Rückenschmerzen im Nacken-Schulterbereich?
- Haben Sie bemerkt, sich von Freunden und Angehörigen zurückzuziehen, meiden Sie Kontakte?
- Bemerken Sie Veränderungen in Ihrer Stimme, ist sie monotoner und leiser als früher?
- Haben Sie eine Verkleinerung Ihrer Schrift bemerkt?
Wenn mehr als drei Fragen mit „ja“ beantwortet werden, könnte dies ein Hinweis auf erste Anzeichen der Erkrankung sein. In diesem Fall ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Diagnose zu sichern und eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.
Der Neurologe als Spezialist
Die Behandlung von Parkinson wird in der Regel von einem Neurologen durchgeführt bzw. koordiniert. Neurologen sind Fachärzte für Erkrankungen des Nervensystems und verfügen über die notwendige Expertise, um die richtige Diagnose zu stellen und eine individuelle Therapie zu entwickeln. Es ist ratsam, eine Arztpraxis zu wählen, die sich auf die Behandlung von Parkinson spezialisiert hat. Dort können Sie sicher sein, dass das gesamte Praxisteam über umfangreiche Erfahrung mit der Behandlung sowie dem Umgang mit Parkinson verfügt.
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Wie findet man einen spezialisierten Arzt?
Fragen Sie Ihre Krankenkasse oder Parkinson-Selbsthilfeorganisationen wie die Parkinson Vereinigung e.V. nach einer auf Parkinson spezialisierten Arztpraxis. Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe ist quasi Ihre Lotsin bzw. Ihr Lotse, wenn es um die umfassende Therapie Ihres Parkinsons geht.
Das Behandlungsteam
Wegen der Vielschichtigkeit der Erkrankung braucht es ein ganzes Behandlungsteam, um Sie gut zu versorgen. Je nach Beschwerdebild kann eine zusätzliche Betreuung beispielsweise durch eine internistische oder eine urologische Praxis notwendig sein.
Diagnose von Parkinson
Die Diagnose der Parkinson-Syndrome und ihre Zuordnung zu einer bestimmten Art erfolgt klinisch anhand der Krankengeschichte und der körperlichen Untersuchung. Es geht darum, was der Patient und sein Umfeld als Beschwerden berichten und was Neurologinnen und Neurologen beim Betroffenen während der Befunderhebung feststellen.
Differentialdiagnose
Wichtig ist die gute klinische Beurteilung der Patienten. Sekundäre Parkinsonsyndrome durch Traumata nach Enzephalitis durch Tumor oder Intoxikation spielen in der Praxis nur selten eine Rolle. Bei manchen Parkinsonpatienten steht der Tremor ganz im Vordergrund.
Apparative Zusatzdiagnostik
Apperative Zusatzdiagnostik dient im wesentlichen dem Ausschluss anderer Erkrankungen. Um eine unspezifische bzw. ungezielte Diagnostik zu vermeiden, sollte die Indikation zur Bildgebung nur durch den Spezialisten gestellt werden.
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DAT-Scan
Am verbreitetsten ist der DAT-Scan, bei dem die Dopamin-Transportermoleküle dargestellt werden.
MRT
Die Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns dient dazu, andere Ursachen für die Symptome auszuschließen, wie z.B. einen Tumor oder einen Schlaganfall.
Therapie von Parkinson
Die Behandlung von Parkinson ist sehr komplex und vielschichtig. Sie umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Therapie, Begleittherapien und gegebenenfalls operativen Eingriffen.
Medikamentöse Therapie
Nach wie vor ist die Dopamin-Ersatztherapie der wichtigste Baustein in der medikamentösen Therapie der Parkinson-Krankheit. Damit ist die Gabe der Dopamin-Vorläufersubstanz Levodopa und anderer Antiparkinsonika gemeint, die die Wirkung von Levodopa und Dopamin verstärken sowie Dopamin-Agonisten (Dopamin-Nachahmer).
Levodopa
Levodopa ist ein wesentliches Parkinson-Medikament, das auch als Levodopa bezeichnet wird. Ein gutes Ansprechen gilt als ein wichtiger diagnostischer Hinweis für das Vorliegen des klassischen Morbus Parkinson.
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Begleittherapien
Wichtiger Bestandteil der Parkinson-Behandlung sind auch die sogenannten Begleittherapien, die Ihnen unter anderem dabei helfen sollen, Ihre Aktivität zu bewahren oder zu verbessern.
Logopädie
Bei der Logopädie steht der Erhalt Ihrer Kommunikationsfähigkeit im Mittelpunkt. Ein regelmäßiges Sprechtraining kann dabei helfen, Ihre Stimme zu stärken, damit Sie laut und verständlich sprechen können.
Ergotherapie
Eine Ergotherapie kann dazu beitragen, Ihnen Ihre Selbstständigkeit bei Parkinson zu erhalten. Dazu üben Sie beispielsweise den Umgang mit Gebrauchsgegenständen des Alltags oder alltägliche Verrichtungen.
Physiotherapie
Den aktivierenden Therapien wie Physio- und Sprechtherapie kommt eine zunehmende Rolle zu, von Anfang an den Verlauf günstig zu gestalten. Neue Entwicklungen mit Krafttraining, Tanzen, Tai Chi und Laufbandtraining kommen hinzu.
Tiefe Hirnstimulation
Hinzu kommt ein neurologisch-neurochirurgisches Verfahren, die tiefe Hirnstimulation (THS, „Hirnschrittmacher“).
Parkinson-Klinik
In einer Fachklinik für Parkinson stehen Fachärztinnen und Fachärzte verschiedener Fachrichtungen zur Verfügung, um Ihre Parkinson-Erkrankung und etwaige Begleiterkrankungen nach einem ganzheitlichen und fächerübergreifenden Therapiekonzept zu behandeln.
Rehabilitation
Bei Parkinson kann eine medizinische Reha(bilitation) einen wichtigen Beitrag zur Förderung Ihres Gesundheitszustands leisten. Das Ziel ist, Ihnen damit zu größtmöglicher Beweglichkeit und Selbstständigkeit zu verhelfen und Ihre individuelle Lebensqualität zu verbessern.
Leben mit Parkinson
Parkinson stellt das Leben völlig auf den Kopf. Da hilft es zu wissen, dass man nicht allein ist. Niemand kann genau sagen, wie Parkinson bei Ihnen verlaufen wird. Damit umzugehen, ist mitunter nicht einfach. Leichter wird es, wenn Sie die Dinge angehen, sich Unterstützung suchen.
Selbsthilfegruppen
Andere Menschen, die auch mit Parkinson leben, können Ihnen eine wertvolle Hilfe bei der Bewältigung Ihrer Erkrankung sein. Sie haben Verständnis für Ihre Situation und oft nützliche Ratschläge.