Welcher Arzt ist Spezialist für Alzheimer?

Die Alzheimer-Krankheit ist eine der häufigsten Ursachen für Demenz, einer Erkrankung, die durch den Verlust kognitiver Fähigkeiten wie Gedächtnis, Denkvermögen, Orientierung und Sprachverarbeitung gekennzeichnet ist. Die Diagnose und Behandlung von Alzheimer erfordert ein umfassendes Verständnis der Erkrankung und eine multidisziplinäre Herangehensweise. Dieser Artikel beleuchtet, welche Ärzte und Einrichtungen auf die Diagnose und Behandlung von Demenz, insbesondere Alzheimer, spezialisiert sind.

Was ist Demenz?

Eine Demenz bezeichnet die Störung der Merkfähigkeit und den Verlust von kognitiven Fähigkeiten. Die Erkrankung geht dabei weit über eine einfache Gedächtnisstörung hinaus. Sie kann auch Aufmerksamkeit, Denkvermögen, Orientierung und Sprachverarbeitung stören. Die Demenz ist eine Erkrankung des älteren Menschen.

Welche Demenzformen gibt es?

Grundsätzlich kann man zwischen der primären und sekundären Demenz unterscheiden. Der Unterschied besteht darin, dass die sekundäre Demenz durch andere Erkrankungen hervorgerufen wird, während bei der primären Demenz keine Erkrankung als Ursache gefunden werden kann. Beispiele für solche Ursachen sind Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel oder etwa Stoffwechselerkrankungen.

Bei den primären Demenzen können Unterformen unterschieden werden:

  • Alzheimer
  • Vaskuläre Demenz
  • Gemischte Demenz
  • Frontotemporale Demenz
  • Demenz bei Morbus Parkinson
  • Lewy-Körperchen-Demenz

Was sind die ersten Anzeichen von Demenz?

Die ersten Symptome sind Gedächtnisstörungen, wobei das Kurzzeitgedächtnis eher betroffen ist. Daher können Betroffene neue Informationen schlecht behalten und wiedergeben. Dazu gehört auch, dass Arbeiten, die mehrere Arbeitsschritte benötigen, durch die verminderte Merkfähigkeit nicht mehr ausgeführt werden können. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kann es zu einer Störung der zeitlichen und örtlichen Orientierung kommen. Diese Störung äußert sich vor allem, wenn Betroffene in ein neues Umfeld kommen oder nachts aufgeweckt werden. Die Orientierung im gewohnten Tagesablauf und gewohnter Umgebung kann lange aufrechterhalten werden. Des Weiteren klagen Demenzerkrankte über Konzentrationsstörungen und eingeschränkten Urteilsvermögen, sodass die Einrichtung einer gesetzlichen Betreuung nötig wird, da der Betroffene nicht mehr geschäftsfähig ist.

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Bei fortgeschrittenem Stadium kann der Betroffene Personen aus dem engen Kreis nicht mehr erkennen. Zusätzlich kann es zu einer Veränderung der Laune kommen. Die bisher genannten Symptome können Unsicherheit, Überforderung und Angst, aber auch Scham auslösen. Eine Abkehr von der Umwelt und von anderen Personen kann eine Folge sein.

Diagnostik der Demenz

Die Diagnostik der Demenz ist nicht leicht, da zwischen einer altersentsprechenden Gehirnleistung und von einer krankhaften Leistung unterschieden werden muss. Der schleichende Beginn verbirgt auch auf die Anzeichen. Ein ausführliches Gespräch des Betroffenen und der Angehörigen mit dem Arzt, der länger betreut hat, kann einen ersten Eindruck ergeben. Eine Untersuchung auf mögliche Ursachen einer sekundären Demenz sollten unternommen werden. Dazu gehört eine Laboruntersuchung des Blutes und eine Aufnahme des Gehirns, z.B. durch Computertomographie.

Mit verschiedenen Tests können das Vorhandensein und die Schwere der Demenz bestimmt werden. Der häufigste Test für den Anfang ist der Mini Mental Test. Dabei werden folgende Bereiche geprüft:

  • zeitliche und örtliche Orientierung
  • Merkfähigkeit
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Benennen
  • Sprachverständnis
  • Erkennen und Reproduzieren von komplexen Mustern

Ist eine Demenz heilbar?

Die primären Demenzen sind aus der Sicht des heutigen medizinischen Standards nicht heilbar.

Wie kann eine Demenz behandelt werden?

Derzeit gibt es noch keine Heilung für die primäre Demenz. Das Ziel der Behandlung ist die Verbesserung der Lebensqualität und die Verzögerung der Symptomfortschreitung. Ein Medikament, das den Abbau des Botenstoff Acetylcholin hemmt, kann die Merkfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit verbessern. Bei Depression, Unruhe und Orientierungslosigkeit können ebenfalls Medikamente helfen. Zusätzlich sind Psychotherapie, Krankengymnastik und Beschäftigungstherapie sinnvoll. Diese Therapieformen können entweder ambulant stattfinden oder in einem Reha-Zentrum.

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Demenz Stadien

Die Demenz kann in drei Stadien eingeteilt werden. Bei der leichten Demenz sind Betroffene im Alltag zwar leicht beeinträchtigt, aber sie können ein weitgehend selbstständiges und unabhängiges Leben führen. Manchmal fällt es ihm schwer, einem Gespräch zu folgen und auch Wortfindungsstörungen und Wiederholungen kommen vor. Bei komplexen Handlungen kommt es zu ersten Fehlhandlungen. Bei der mittleren Demenz ist der Betroffene auf Hilfe und Aufsicht angewiesen, da unter anderem die Körperpflege vernachlässigt wird und Einkaufen schwerfällt. Betroffene leiden unter Angst, Ratlosigkeit und Orientierungslosigkeit. Häufig kommt es zu aggressiven und gereizten Verhalten. Beim dritten Stadium, der schweren Demenz, ist eine eigenständige Lebensführung nicht mehr möglich. Patienten sind bettlägerig, können nicht selbstständig essen und sind inkontinent. Eine Kommunikation wird immer schwieriger.

Alzheimer Stadien

Die häufigste Form der Demenz ist die Alzheimer Erkrankung. Diese kann in 7 Stufen eingeteilt werden:

  • Stufe 1: Keine Beeinträchtigung
  • Stufe 2: Sehr leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 3: Leicht gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 4: Mäßig gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 5: Mittelschwer gemindertes Wahrnehmungsvermögen
  • Stufe 6: Schwerwiegend gemindertes Wahrnehmungsvermögen

An wen wende ich mich bei Verdacht auf Demenz?

Der erste Ansprechpartner hierfür ist der Hausarzt. Dieser wird erste Untersuchungen durchführen und eine Überweisung zu einem Facharzt ausstellen. Die zuständigen Fachärzte sind in diesem Fall Neurologen und in Berlin gibt es spezialisierte Zentren: die Gedächtnissprechstunden.

Die Diagnostik umfasst psychiatrische und psychologische, internistische und neurologische Untersuchungen, Labortests, Computertomographie, ein EKG und ein EEG. Je nach Indikation können weitere Untersuchungen erforderlich werden.

Gedächtnissprechstunden

Gedächtnissprechstunden sind spezialisierte Einrichtungen zur Untersuchung von Gedächtnisstörungen. Hier findet eine differenzierte Diagnostik statt. Die Angliederung an eine Krankenhausabteilung ermöglicht ambulante und auch teilstationäre Untersuchungen.

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Für die Untersuchung in einer Gedächtnissprechstunde ist eine Überweisung durch den Hausarzt oder Neurologen erforderlich.

Beispiele für Gedächtnissprechstunden in Berlin:

  • Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Berlin Buch Gedächtnissprechstunde und Zentrum für Demenzprävention Lindenberger Weg 80 in 13125 Berlin
  • Hedwig- Krankenhaus Gedächtnissprechstunde Große Hamburger Straße 5-11 in 10115 Berlin
  • Vivantes Krankenhaus Am Urban Psychiatrische Institutsambulanz, Abteilung für Psychiatrie Dieffenbachstr. 1 in 10969 Berlin
  • Joseph-Krankenhaus Weißensee Zentrum für Seelische Gesundheit im Alter Gartenstr. 1 in 13088 Berlin

Spezialisten für Demenz und Alzheimer

Bei anhaltenden Gedächtnis- oder Wortfindungsstörungen sowie auffallenden Verhaltensstörungen im Alter sollte unbedingt eine Abklärung der Ursache beim Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie erfolgen. Für den Facharzt von Vorteil sind dabei Kompetenzen im Bereich der Alterskrankheiten seines Faches (Gerontopsychiatrie, Geriatrie = Altersheilkunde). Das normale Altern kann zwar auch mit einem Nachlassen der geistigen Leistungsfähigkeit einhergehen, die Symptome lassen sich meist aber recht gut von einer richtigen Demenz abgrenzen. Für die Diagnose „Demenz" sucht der (Geronto)Psychiater/Neurologe neben der Gedächtnisstörung nach weiteren Krankheitsanzeichen: Störungen des Denk- und Urteilsvermögens sowie Aufmerksamkeitsstörungen, Sprachstörung trotz intakter Funktion von Zunge und Kehlkopf (Aphasie), Unfähigkeit gezielte Bewegungen auszuführen, obwohl Muskeln und Nerven intakt sind (Apraxie), Nichterkennen/Nichtverstehen von Gesprochenem, Gesehenem, Gehörtem oder Getastetem, obwohl die Sinnesorgane intakt sind (Agnosie) und/oder Unvermögen, komplexe geistige Ideen in eine Handlung umzusetzen (Störung der Exekutivfunktionen). Bei einer Demenz greifen die geistigen Störungen - die so genannten kognitiven Defizite - in bedeutsamer Weise in das soziale oder berufliche Leben der Patienten ein. Außerdem besteht eine deutliche Verschlechterung gegenüber einem früheren Leistungsniveau. Zudem werden bei Alzheimer-Patienten ein verminderter Antrieb und Störungen im Sozialverhalten beobachtet. Die Erkrankung zeigt den typischen Verlauf, nämlich einen schleichenden Beginn und fortgesetzten geistigen Abbau.

Beurteilung der geistigen Fähigkeiten

Anhand verschiedener Tests kann der Arzt die derzeitige geistige Leistungsfähigkeit des Patienten beurteilen und damit den Schweregrad der Demenz einordnen:

  • Uhren-Test: Bereits das einfache Zeichnen einer Uhr, lässt eine Beurteilung des geistigen Zustands des Patienten zu. Aufgrund der zunehmenden visuell-räumlichen Orientierungsprobleme im Verlauf der Krankheit können die Ziffern und Zeiger oft nicht mehr richtig in einem vorgegebenen Kreis angeordnet werden (Dauer ca. 5 Minuten).
  • Mini-Mental-Status-Test (MMST): Er wird häufig vom Hausarzt zur ersten Orientierung durchgeführt, er dauert nur ca. 10 Minuten. Der Patient muss einige Fragen zur aktuellen Zeit und zum Raum, in dem er sich gerade befindet, beantworten (misst Orientierung in Zeit und Raum). Er wird gebeten, drei Worte nachzusprechen (misst Merkfähigkeit), einen einfachen „Rückrechentest" durchzuführen (misst Aufmerksamkeit und Richtigkeit). Dann soll er die drei Worte des Merkfähigkeitstest wiederholen (misst Erinnerungsfähigkeit). Schließlich gibt es einige Sprach- und Schreibtests. Die Aufgaben sind so einfach, dass sie jeder geistig Gesunde mit Leichtigkeit bestehen würde. Ein Demenz-Kranker weist jedoch Lücken auf. Sie werden mit zunehmender Demenz immer deutlicher.
  • Demenz-Detektion (DemTect): Dieser Spezialtest zur Früherkennung ist dem MMST überlegen und wird daher häufig vom Gerontopsychiater/Neurologen durchgeführt. Er dauert ebenfalls etwa 10 Minuten. DemTect steht für Demenz-Detektion. Der Test enthält fünf Aufgaben. Der Patient muss eine Wortliste wiederholen. Damit wird das Kurzzeitgedächtnis geprüft. Diese Liste wird am Testende noch einmal abgefragt, um das Langzeitgedächtnis zu beurteilen. In einer "Zahlenwandelaufgabe" muss der Patient zwei Ziffern in Zahlwörter und zwei Zahlwörter in Ziffern umsetzen. Außerdem wird die Flüssigkeit der Sprache geprüft.
  • Montreal Cognitive Assessment (MoCA): Ähnlich dem DemTect dient auch der MoCA der Früherkennung von Defiziten des Gedächtnisses bzw. des Denkvermögens. In 10 Minuten werden auch hier verschiedene Bereiche der Leistungsfähigkeit abgefragt. Dazu gehört das Lernen von fünf Begriffen, welche später abgefragt werden. Die visuell-räumliche Verarbeitung wird durch das Zeichnen einer Uhr und das Abzeichnen eines Würfels geprüft. Es folgt die Prüfung der Konzentration, der „Exekutivfunktionen“ und der Abstraktionsfähigkeit. Auch hier werden die Flüssigkeit der Sprache und die Zahlenverarbeitung getestet. Darüber hinaus werden die Fähigkeit, komplexe Sätze zu verstehen, und die Orientierung in Raum, Ort und Situation untersucht.
  • ADL-Skalen: ADL-Skalen (ADL: "Activities of Daily Living") messen die Auswirkungen der Demenz auf die Alltagsfähigkeiten. Der Test, der in verschiedenen Varianten existiert, misst, zu welchen Tätigkeiten des alltäglichen Lebens der Patient noch fähig ist. Es werden Alltagsprobleme mit Punkten zwischen 1 für "nie vorhandene" und 10 für "immer vorhandene Schwierigkeiten" bewertet (Dauer: ca. 10 Minuten).

Bildgebende Verfahren und Laboruntersuchungen

Bei der Erstdiagnose der Demenz sollte zusätzlich entweder eine Computertomografie (CT) oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt werden. CT und MRT erstellen Schichtaufnahmen des Gehirns und erlauben einen Einblick in den Aufbau des Gehirns. Diese bildgebenden Verfahren ermöglichen allein zwar nicht die Diagnose einer Demenz, können aber helfen, zwischen den einzelnen Formen zu unterscheiden. So können z.B. Der Hauptgrund für die Erstellung von CT- und MRT-Bildern liegt jedoch in der frühzeitigen Erkennung von behandelbaren Ursachen einer Demenz. Dies kann ein Hirntumor oder eine krankhafte Erweiterung der Hohlräume im Gehirn sein. Neuere Verfahren wie Single Photon Emission Computed Tomography (SPECT) und Positronen-Emissionstomographie (PET) können in unklaren Fällen und in Frühstadien zur Sicherung der Diagnose beitragen. So kann eine PET-Untersuchung z.B. einen verminderten Zuckerstoffwechsel im Gehirn nachweisen, obwohl im MRT noch keine Hirnschrumpfung darstellbar ist. Auch ist es neuerdings möglich, die für die Alzheimer-Erkrankung typischen Amyloid-Ablagerungen darzustellen. Der Arzt wird bei allen Patienten mit Verdacht auf Demenz auch Blut abnehmen, um einige behandelbare Ursachen einer Demenz rechtzeitig zu erkennen (z.B. Mangel an Vitamin B12 oder an Schilddrüsenhormonen). Eine sehr empfindliche Methode zur Feststellung einer Alzheimer-Erkrankung ist die Untersuchung des Nervenwassers (Liquor).

Differenzialdiagnose

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine einzelne Untersuchung nicht viel aussagt. Zur Feststellung einer Demenz bei Alzheimer-Krankheit müssen andere Erkrankungen, die ebenfalls Anzeichen einer Demenz zeigen können, abgeklärt werden: Hierzu gehören u.a. eine Verkalkung der Hirngefäße (vaskuläre Demenz), eine Demenz mit Lewy-Körperchen , gut- und bösartige Hirntumore, AIDS, ein Parkinson-Syndrom, die Erbkrankheit Chorea Huntington, eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) und ein Vitaminmangel z.B. an B12, Folsäure oder B-Vitamin Niacin. Weiter können Erkrankungen der Nieren, der Leber und der Bauchspeicheldrüse zu einer Demenz führen. Auch Alkohol- bzw. Immer wieder kommt es vor, dass Patienten mit depressiven Erkrankungen aufgrund der psychischen und körperlichen Verlangsamung für dement gehalten werden („Pseudodemenz"). Der Facharzt kann hier mit speziellen Untersuchungen und Tests in der Regel zwischen den beiden Krankheiten unterscheiden.

Therapieansätze bei Alzheimer

Lautet die Diagnose Alzheimer, besteht aktuell keine Chance auf Heilung. Als Behandlung können Medikamente die Symptome der Alzheimer-Krankheit leicht verbessern, aber den Verlauf nicht stoppen. Psychotherapie und Psychopharmaka können den Umgang mit der Krankheit erleichtern und mögliche Symptome wie Aggressivität, innere Unruhe und depressive Verstimmungen lindern helfen.

Nicht-medikamentöse Therapien

  • Neuropsychologische Betreuung: Hilft den Betroffenen, die als Defizite wahrgenommenen Symptome einzuordnen und akzeptieren zu können. Im Rahmen der Erinnerungsarbeit werden durch Aktivieren angenehmer Erinnerungen positive Inhalte belebt, was das Anheben einer traurigen Stimmung und eine positivere Ausrichtung des subjektiven Erlebens auslösen kann. Hierbei kann das Einbeziehen der Angehörigen in die Erinnerungsarbeit helfen, die Kommunikation miteinander und das gegenseitige Verständnis zu verbessern.
  • Kognitives Training: Diese Therapie hat eine ausgeprägte soziale Komponente und wird meist in der Gruppe umgesetzt. Sie fördert kognitive Fähigkeiten durch allgemeine geistige Anregung, unter anderem von Kommunikation, Gedächtnis und Konzentration.
  • Physiotherapie: Unabhängig von altersbedingten motorischen Einschränkungen kann auch die Alzheimer-Erkrankung selbst die motorischen Fähigkeiten einschränken. Durch eine gezielte therapeutische Beübung bemühen wir uns um eine Reduktion der Sturzneigung und den Erhalt der Mobilität. Darüber hinaus hat die Bewegung auch einen allgemein stimulierenden Effekt.
  • Ergotherapie: Eine ergotherapeutische Beübung zielt bei der Alzheimer-Erkrankung in frühen Krankheitsphasen auf das Training alltagsrelevanter motorischer und exekutiver Fähigkeiten zur Steigerung der Selbstständigkeit im Alltag ab. Im weiteren Verlauf steht der Erhalt verbliebener Basisfähigkeiten des Alltags im Vordergrund. Typisch ist für Alzheimer-Erkrankte zudem das Auftreten einer Apraxie, einer höheren motorischen Störung, die unter anderem den zweckmäßigen Gebrauch von Alltagsgegenständen stört. Durch eine an die verbliebenen Fähigkeiten angepasste ergotherapeutische Beübung können hierdurch verursachte weitere Einschränkungen der Betroffenen reduziert und bestimmte Bewegungsabläufe verbessert werden.
  • Musik- und kunstbasierte Interventionen: Zeigen bei Alzheimer- Erkrankten eine positive Wirkung auf Symptome wie Antriebsminderung und Desinteresse, aber auch auf die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Das subjektive Wohlfühlen und die Lebensqualität der Erkrankten werden mit dieser Therapieform oft verbessert. Die sozialen Interaktionen werden hierbei gefördert, negative Verhaltenssymptome wie Unruhe, zielloses Wandern und aggressive Reaktionsmuster werden gelindert.
  • Lichttherapie: Sie bietet gesundheitsfördernde Effekte und eine Möglichkeit zur physischen Mobilisierung. Die Therapie hat eine soziale Komponente, kann Wachheit, Antrieb und Stimmung bessern.
  • Realitätsorientierungstraining (ROT): Speziell geschulte Pflegekräfte führen diese Therapie im Rahmen von Gruppenarbeit durch. Sie hat positiven Einfluss auf alzheimertypische Störungen etwa der Orientierung, der Stimmung und der Kommunikationsfähigkeit. Bezüglich der Orientierung wird vor allem die Orientierung zur Person durch Aktivierung von autobiografischen Inhalten verbessert.
  • Alltagsorientierte Therapien: Neben den Funktionstherapien, die oft auf alltagsrelevante Fähigkeiten ausgerichtet sind, setzen auch die Pflegekräfte alltagsorientierte Therapien um; bei gemeinsamem Kochen wird die Küchenarbeit, wie Schneiden und Abmessen, aber auch allgemein das sequenzielle Planen und Handeln geübt. Bei täglichen Spaziergängen wird das Verhalten im Straßenverkehr (unter anderem an der Ampel und auf dem Fußweg) trainiert. Mittels gezielten Kontinenztrainings kann bei vielen Patientinnen und Patienten der Leidensdruck gelindert werden.

Angebote für Angehörige

Hier arbeiten Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Neuropsychologinnen und -psychologen sowie Sozialpädagoginnen und -pädagogen Hand in Hand. Wege und Ziele der Angehörigenarbeit sind:

  • Entlastende Strategien: Beraten und Bestärken der Angehörigen mit Bezug darauf, psychosoziale Hilfen in Anspruch zu nehmen. Suchen und Vermitteln von Hilfsangeboten (Tagespflegen, Haushaltshilfen, ambulante Pflegedienste)
  • Psychoedukative Therapien: Sie können Angehörigen im Umgang mit den Erkrankten sehr helfen, Konflikte und belastendes Verhalten der Kranken zu reduzieren und den Alltag zu entspannen
  • Das Entwickeln von Copingstrategien für die eigene Belastung

Spezialisierte Kliniken und Abteilungen

Viele Kliniken haben sich auf die Behandlung von Alzheimer und Demenz spezialisiert. Diese bieten oft umfassende Diagnostik, Therapie und Betreuung für Betroffene und ihre Angehörigen.

Schön Klinik München Schwabing

Die hoch qualifizierten Spezialisten für Alzheimer-Demenz in der Schön Klinik München Schwabing verfügen über jahrelange Erfahrung und stellen eine auf Ihre individuelle Situation optimierte Behandlung zusammen. Diese besteht aus verschiedensten aktivierenden Therapien, der bestmöglichen Förderung noch vorhandener Fähigkeiten sowie einer gezielten Auswahl von Medikamenten.

Tageskliniken und Stationen für Demenz

Unser tagesklinisches Angebot speziell für Demenz reicht von einer umfassenden Diagnostik über vielfältige und fördernde Therapien bis hin zur Angehörigenberatung. Der Vorteil für Sie: ein geregelter Tagesablauf mit allen Behandlungs- und Diagnostikmöglichkeiten unter einem Dach, ohne dass Sie Ihr gewohntes Umfeld verlassen müssen. Unsere auf Demenz spezialisierte Station „Tristan 1B“ bietet bereits einen an die Erkrankung angepassten räumlichen Rahmen.

Angebote zur Diagnostik und medizinischen Begleitung im Demenzatlas Hessen

Die Kategorie Diagnostik und medizinische Begleitung umfasst Einrichtungen und Dienste, die der medizinischen Versorgung, der Diagnostik, Behandlung und nicht-medikamentösen Begleitung einer Demenzerkrankung dienen.

Neben Memory-Kliniken, Gedächtnissprechstunden und -ambulanzen fallen hierunter auch gerontopsychiatrische Kliniken und Stationen. Medizinische Begleitangebote umfassen beispielsweise stationäre Rehabilitation für Menschen mit Demenz und deren Angehörige sowie ambulante Rehabilitationsangebote wie Logopädie, Ergo- und Physiotherapie mit ausdrücklichem Demenzbezug. Das Ziel dieser Behandlungsmöglichkeiten ist der Erhalt und die Verbesserung der Selbstversorgung, kognitiver Funktionen sowie der Orientierungs- und Kommunikationsfähigkeiten. Weitere Behandlungsmöglichkeiten finden sich in Form von kunst- oder musiktherapeutischer Begleitung sowie Konzepten zu demenzsensiblen Umgang mit Patient/-innen in Krankenhäusern.

Gedächtnissprechstunden/-ambulanzen, Memory-Kliniken

Innerhalb dieser Gedächtnissprechstunden und -ambulanzen bzw. Memory-Kliniken geht es darum, Ursachen für verändertes Denken und Handeln im Alter medizinisch zu untersuchen und abzuklären, ob Störungen der Hirnfunktionen vorliegen.

Gerontopsychiatrische Tageskliniken und Stationen

In gerontopsychiatrischen Tageskliniken werden Erkrankte tagsüber ärztlich, psychologisch und pflegerisch behandelt. Beispielsweise finden sich Angebote in Form von Einzel-, Gruppen- und Familiengesprächen, Ergo- und Bewegungstherapien, Gedächtnistrainings, gemeinschaftlicher Freizeitaktivitäten und sozialer Integration.

Ambulante und stationäre Rehabilitation

Angebote zur Rehabilitation können dazu dienen, den Gesundheitszustand mithilfe von Logopädie, Physio- und Ergotherapie sowie klinischer Psychologie zu erhalten oder zu verbessern. Angebote zur Rehabilitation oder weiterer Behandlungsmöglichkeiten können sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. Auch pflegende Angehörige können hier entsprechende Angebote finden.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten

Zur weiteren Behandlung können zudem kunst- und musiktherapeutische Angebote einen nicht-medikamentösen Beitrag zum Erhalt oder der Verbesserung des gesundheitlichen Zustands leisten. Konzepte zum demenzsensiblen Umgang in Krankenhäusern und Kliniken umfassen besondere Maßnahmen für demenzerkrankte Patient/-innen und deren Betreuungspersonen. Ziel demenzsensibler Konzepte ist es, auf besondere Bedürfnisse von Menschen mit Demenz eingehen zu können, um den Krankenhausaufenthalt möglichst gut (vorbereitet) zu gestalten.

Angebote für Migrant/-innen

Menschen mit Migrationshintergrund kommen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und haben i. d. R. eine andere Muttersprache erlernt als die deutsche - in die sie mit fortschreitender Erkrankung häufig zurückfallen. Bei ihrer Versorgung sind v. a. interkulturelle Kompetenzen und Sprachkenntnisse unerlässlich, da die demenziell erkrankten Migranten/-innen ggf.

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