Ernährung für ein gesundes Gehirn: Welches Obst hilft gegen Demenz?

Demenzielle Erkrankungen stellen eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen dar, die durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung entstehen. Bisher gibt es keine erfolgreichen medikamentösen Ansätze zur Prävention und Therapie, insbesondere bei Alzheimer-Demenz. Alle bisher zugelassenen Medikamente zeigen nur schwache und klinisch nicht relevante Wirkungen. Es wird zunehmend deutlich, dass die Prävention die stärksten Optionen bietet, da eine Demenz auch im hohen Alter keine zwingende Folge des Alterungsprozesses ist.

Die Bedeutung der Ernährung für die Hirngesundheit

Zahlreiche Studien belegen, dass ein gesunder Lebensstil, einschließlich einer ausgewogenen Ernährung, das Risiko für Demenzerkrankungen wie Alzheimer senken kann. Dabei spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. Wer sich ausgewogen und bewusst ernährt, kann sein Risiko für Demenz reduzieren.

Mediterrane Ernährung und MIND-Diät

Forschende des Rush University Medical Centers in Chicago berichten über die neuroprotektiven Effekte einer mediterranen Ernährung. Diese und die sogenannte MIND-Diät (»Mediterranean-DASH Intervention for Neurodegenerative Delay-Diät«), die der mediterranen Ernährung ähnelt und grünem Blattgemüse eine große Bedeutung beimisst, könnten vor einer Alzheimer-Demenz schützen. Die MIND-Diät ist intensiver konzipiert als andere Ernährungsansätze und betont den Verzehr von Bohnen und Nüssen. Mindestens sechsmal pro Woche sollte grünblättriges Gemüse gegessen werden, wobei Beeren im Vordergrund stehen. Zudem sollen Frittiertes und Fastfood reduziert werden.

Eine Studie, die die Gehirne von 581 verstorbenen Personen obduzierte, ergab, dass beide Ernährungsformen mit weniger Anzeichen für die Alzheimer-Erkrankung verbunden waren. Eine Verbesserung der Ernährung in nur einem Bereich, wie der Verzehr von mehr als sechs Portionen grünem Blattgemüse pro Woche oder der Verzicht auf frittierte Lebensmittel, wurde mit weniger Amyloid-Plaques im Gehirn in Verbindung gebracht.

Pflanzliche Ernährung und das Ornish-Programm

Eine im Juni 2024 veröffentlichte Studie gibt neue Hoffnung für die Prävention und Frühtherapie der Alzheimer-Demenz. Dean Ornish konnte bereits zeigen, dass sein Programm aus vollwertiger, pflanzlicher, fettarmer Ernährung, täglichem Walking und Meditation positive Effekte erzielen kann. In einer kleinen Studie mit Patienten, die an beginnender Demenz litten, zeigte sich nach fünf Monaten eine deutliche Verbesserung der Gehirnfunktion in der Interventionsgruppe.

Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben

Welche Obstsorten sind besonders hilfreich?

Bestimmte Obstsorten können aufgrund ihrer Inhaltsstoffe besonders dazu beitragen, das Gehirn gesund zu halten und das Demenzrisiko zu senken.

Äpfel und Beeren

Mehrere Studien zeigen, dass sekundäre Pflanzenstoffe oder Flavonoide positive Auswirkungen auf die geistige Leistungsfähigkeit haben können. Eine Studie der Columbia University in New York hat den Zusammenhang zwischen diesen Pflanzenstoffen und der geistigen Leistungsfähigkeit untersucht. Das Ergebnis: Bei dem Drittel der Teilnehmer, die sich am gesündesten ernährten, war der Leistungsabbau im Verlauf am geringsten. Das Drittel der Teilnehmer, das besonders wenig Flavonoide mit der Nahrung aufnahm, profitierte direkt von der zusätzlichen Einnahme der Flavanole in Tablettenform. Bei ihnen konnte der Abbau der kognitiven Fähigkeiten verhindert und die Gedächtnisleistung verbessert werden. „Bei Teilnehmern, die regelmäßig Äpfel und Beeren aßen, hatte die zusätzliche Einnahme jedoch keine Auswirkungen“, heißt es weiter auf 24vita.de. Die Studie legt somit nahe, dass diese beiden Obstsorten - also Äpfel und Beeren - vor einer Demenz-Erkrankung schützen können.

Flavonole stecken in besonders hoher Konzentration in Äpfeln und Beeren. Die pflanzlichen Verbindungen kommen aber auch in Kakao sowie grünem und schwarzem Tee vor.

Heidelbeeren und andere Beeren

Der Verzehr von Anthozyanen, die in Blaubeeren sowie anderen dunklen Beeren und Obst enthalten sind, ist mit einer niedrigen Alzheimer-Rate verbunden. Anthozyane zeigen auch in vitro eine Schutzwirkung auf Nervenzellen im Alzheimer-Modell. Studien konnten eine positive Wirkung von Wild-Blaubeeren/-Heidelbeeren bzw. von entsprechenden Extrakten auf die kognitive Funktion bestätigen. Wild-Heidelbeeren haben im Vergleich zu den meist angebotenen Kulturheidelbeeren einen 7-10-fach höheren Anthocyan-Gehalt. Andere Studien fanden auch Evidenz für schwarze Johannisbeeren, Brombeeren sowie Erdbeeren.

Queen-Garnet-Pflaume

Eine dunkel-lila Pflaume aus Australien könnte sich im Kampf gegen Demenz und Alzheimer als neues Superfood erweisen. Die Queen-Garnet-Pflaume ist reich an Antioxidantien und könnte als Teil der Ernährung einen bislang ungeahnten Nutzen für das menschliche Gehirn haben. Laut dem Bericht hofft Mathai darauf, dass die Pflaume sogar dabei helfen könnte, traumatische Gehirnverletzungen zu heilen.

Lesen Sie auch: Das beste Magnesium für Ihr Nervensystem

Weitere wichtige Nährstoffe und Lebensmittel

Neben bestimmten Obstsorten gibt es weitere Nährstoffe und Lebensmittel, die eine wichtige Rolle für die Hirngesundheit spielen.

Fette

Die Wirkung von Fetten und den verschiedenen Fettsäuren auf die kognitive Hirnfunktion ist komplex. Eine extrem fettreiche Ernährung ist nicht zu empfehlen, aber epidemiologische Studien dokumentierten Vorteile für Omega-3-Fettsäuren, den Verzehr von Nüssen sowie für die einfach ungesättigten Fettsäuren in Nüssen und Olivenöl für den Erhalt der kognitiven Leistung und das Risiko einer Demenz. Die Zufuhr von mindestens 7 g Olivenöl pro Tag war mit einem bis zu 28 % geringeren Risiko für demenzbedingte Todesfälle verbunden.

Gewürze

Einzelne Gewürze können die kognitive Funktion günstig beeinflussen. Für Rosmarin zeigte sich in kleineren Studien eine solche Wirkung, sowohl in Form der Aromatherapie als auch beim Verzehr kleiner bis mittlerer Portionen. Auch für Salbei und Zitronenmelisse fanden sich in kleinen Studien Hinweise auf eine Verbesserung der kognitiven Funktion. Das bestuntersuchte Gewürz im Bereich der Alzheimer-Forschung ist Safran. Hier fanden insgesamt 4 randomisierte Studien einen günstigen Effekt der Einnahme bzw. des Verzehrs von Safran auf die kognitive Funktion.

Grünblättriges Gemüse

Grünblättriges Gemüse wie Salat, Spinat, Mangold und Grünkohl ist eine der Hauptquellen für Folsäure. Die reichliche Aufnahme von Folsäure durch die Ernährung führt zu einer Absenkung von erhöhtem Homocystein im Blut, was das Demenzrisiko senkt.

Kreuzblütler

Einige epidemiologische Studien ergaben Hinweise, dass der Verzehr von Kreuzblütlern, also von Gemüsesorten wie Brokkoli, Kohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Rucola oder Grünkohl, mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden ist.

Lesen Sie auch: Entdecke die besten Spiele zur Förderung der Hirnfunktionen.

Kaffee und Tee

Das regelmäßige Trinken sowohl von Kaffee als auch von grünem Tee ist mit einer Schutzwirkung auf die Demenz verbunden. Bei grünem Tee gilt das darin enthaltene Epigallocatechingallat (EGCG) als Hauptwirkstoff, bei Kaffee hingegen steht die Gesamtwirkung des Extraktes mit seinen zahlreichen Kaffeesäuren, des Koffeins und weiteren sekundären Pflanzenstoffen im Vordergrund.

Weitere Tipps für eine gesunde Ernährung im Alter

Wenn wir älter werden, benötigen wir weniger Energie, aber unser Bedarf an Nährstoffen bleibt gleich. Auch Menschen mit Demenz sollten sich möglichst abwechslungsreich ernähren. Gut sind zum Beispiel Brot, Kartoffeln, Reis, Obst und Gemüse, Fisch, etwas Fleisch, Eier, Joghurt, Milch oder Käse. Zwischen den Mahlzeiten können reichhaltige Obstsäfte die Ernährung ergänzen.

Zum Essen verlockende Zubereitungsweisen

Vielen Menschen mit Demenz schmeckt nichts mehr, nicht einmal ihr Lieblingsgericht. Sie haben nur noch Lust auf Süßes. Speisen für Menschen mit Demenz sollte man intensiver würzen und unter Umständen auch mit aromatischen Ölen und Fetten anreichern. Grundsätzlich scheint vielen von ihnen die deftige Hausmannkost, die sie aus ihrer Kindheit kennen, besser zu schmecken als die bei Jüngeren oft so beliebte internationale Küche.

Appetit anregende Darreichungsformen

Auch das Auge isst mit: Wenn die Kost aufgrund von Schluckbeschwerden passiert werden muss, sollte man keinesfalls alle Bestandteile zu einem undefinierbaren graubraunen Püree verarbeiten. Es ist erheblich ansprechender, wenn Fleisch und Beilagen, wie zum Beispiel Kartoffeln, Brokkoli und Karotten, einzeln auf dem Teller angerichtet werden. Es hilft Menschen mit Demenz auch, das Speisenangebot anhand der Farben zu erkennen. Außerdem können kleine, hübsch angerichtete Portionen sie eher zum Probieren und Essen animieren als riesige, mit Bergen von Fleisch und Gemüse überhäufte Teller.

Feste Essenszeiten

Um zu verhindern, dass Menschen mit Demenz das Essen einfach vergessen, sollten Sie feste Essenszeiten einhalten. Die für Frühstück, Mittagessen und Abendbrot vorgesehenen Zeiten können Sie in eine Art Stundenplan eintragen.

Ausreichend trinken

Menschen mit Demenz haben oft ein vermindertes Durstgefühl, sie trinken zu wenig und trocknen aus. Achten Sie deshalb darauf, dass sie täglich mindestens 1,5 Liter trinken. Um Menschen mit Demenz ans Trinken zu erinnern, können Sie an verschiedenen Stellen in der Wohnung Flaschen aufstellen, aus denen sie sich den ganzen Tag über bedienen können. Man kann das Trinken auch dadurch attraktiver machen, dass man ihnen süßere oder doch wenigstens buntere Getränke anbietet - also beispielsweise leuchtend rote Früchte-, und gelbgrüne Kräutertees, Saftschorlen oder Malzbier statt des farblosen und kalorienärmeren Wassers.

tags: #welches #obst #schutzt #vor #demenz