Meningokokken-Impfung: Schutz vor Hirnhautentzündung auf Reisen in Südamerika und weltweit

Eine Reise in ferne Länder ist aufregend, doch sie birgt auch gesundheitliche Risiken. Neben den üblichen Reiseimpfungen, die vor Krankheiten wie Hepatitis A oder Typhus schützen, sollte man auch an den Schutz vor Meningokokken denken, insbesondere bei Reisen nach Südamerika. Meningokokken können eine schwere Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Blutvergiftung (Sepsis) verursachen. Eine frühzeitige Impfung ist der beste Schutz.

Was sind Meningokokken?

Meningokokken sind Bakterien (Neisseria meningitidis), die über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums in die Blutbahn und die Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen) gelangen können. Es gibt zwölf unterschiedliche Erregerstämme, sogenannte Serogruppen, wobei vor allem die Serogruppen A, B, C, W, X und Y zu Erkrankungen führen.

Wie erfolgt die Ansteckung?

Meningokokken werden von Mensch zu Mensch durch Kontakt mit dem Sekret des Nasen-Rachen-Raums übertragen. Die Bakterien sterben außerhalb des Körpers schnell ab. Etwa 10 Prozent der infizierten Personen tragen das Bakterium in sich, ohne Symptome zu entwickeln. Bei Epidemien kann diese Rate auf 90 Prozent ansteigen.

Symptome einer Meningokokken-Infektion

Nach der Infektion dauert es in der Regel drei bis vier Tage, bis Symptome auftreten. Diese können plötzlich auftreten und sich rasch verschlechtern.

Erste Symptome:

  • Starkes grippeartiges Krankheitsgefühl
  • Schüttelfrost und Fieber
  • Kopf-, Muskel- und/oder Gelenkschmerzen
  • Schwindel

Schwerer Verlauf:

  • Roter/violetter, punktförmiger oder flächiger Ausschlag auf Haut und/oder Schleimhaut (vor allem bei einer Blutvergiftung)
  • Nackensteifigkeit mit Übelkeit und Erbrechen (typisches Zeichen für eine Hirnhautentzündung)
  • Reizbarkeit, Schläfrigkeit, Benommenheit oder Verwirrtheit (Bewusstseinsstörungen)
  • Krampfanfälle, Koma oder Lähmungen (vor allem bei einer Hirnhautentzündung)
  • Kreislaufprobleme, Gerinnungsstörungen bis hin zum Organversagen und/oder Kreislaufschock (vor allem bei einer Blutvergiftung)

Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome oft weniger ausgeprägt.

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Risikogebiete für Meningokokken

Meningokokken sind weltweit verbreitet, Epidemien treten vor allem in tropischen Ländern in Asien und Afrika auf. In Afrika ist der sogenannte Meningitis-Gürtel betroffen. In Südamerika ist die Serogruppe C am häufigsten.

Impfung gegen Meningokokken

Gegen die Serogruppen A, C, B, W und Y sind Impfstoffe verfügbar. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Meningokokken-Impfung für bestimmte Personengruppen und Situationen:

  • Meningokokken B: Seit Januar 2024 empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Meningokokken B für alle Kinder ab zwei Monaten.
  • Meningokokken A, C, W, Y: Für Kinder zwischen 12 und 14 Jahren wird eine Kombi-Dosis empfohlen.
  • Erhöhtes Risiko: Personen mit Immunschwäche, bei regional gehäuften Ausbrüchen, Kontakt zu Erkrankten, Laborpersonal.
  • Reisende in Risikogebieten: Insbesondere bei Rucksack- und Individualreisen, längeren Aufenthalten und engem Kontakt zu Einheimischen.
  • Pilgerreisen nach Mekka (Hadj, Omrah)
  • Langzeit-Auslandsaufenthalte: Insbesondere für junge Personen, da manche Universitäten und Schulen dies voraussetzen.

Meningokokken-Impfung für Reisen nach Südamerika

Bei Reisen nach Südamerika ist es wichtig, sich über die aktuelle Verbreitung der verschiedenen Meningokokken-Serogruppen zu informieren. In Südamerika ist insbesondere die Serogruppe C verbreitet. Daher sollte man sich vor der Reise von einem Arzt beraten lassen, ob eine Impfung gegen Meningokokken ACWY oder C sinnvoll ist.

Weitere Reiseimpfungen

Neben der Meningokokken-Impfung sollten Reisende nach Südamerika auch ihren Impfschutz gegen andere Krankheiten überprüfen und gegebenenfalls auffrischen lassen. Dazu gehören:

  • Gelbfieber: In bestimmten Gebieten Südamerikas ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben.
  • Hepatitis A: Eine Hepatitis A-Impfung wird für Reisen in Länder mit niedrigem Hygienestandard empfohlen.
  • Typhus: Eine Typhusimpfung ist ratsam, wenn man auf Reisen nicht durchgegarte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser vermeiden kann.
  • Tollwut: Eine Tollwutimpfung ist empfehlenswert, wenn man in Kontakt mit streunenden Tieren kommen könnte.
  • Malaria: In einigen Gebieten Südamerikas besteht ein Malariarisiko. Zum Schutz vor Malaria ist eine vorbeugende Einnahme von Malariamedikamenten empfohlen.

Schutz vor Mückenstichen

Viele der in Südamerika vorkommenden Krankheiten werden durch Mücken übertragen. Daher ist es wichtig, sich vor Mückenstichen zu schützen. Dazu gehören:

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  • Tragen von dichter, heller Kleidung
  • Nutzung von Moskitonetzen
  • Anwendung von Insektenschutzmitteln auf unbedeckter Haut (Repellentien, mit den Inhaltsstoffen DEET oder Icaridin)
  • Imprägnieren von Kleidung und Moskitonetzen mit Permethrin

Kosten für Reiseimpfungen

Die Kosten für Reiseimpfungen sind abhängig von der Art der Impfung. Die folgende Tabelle gibt einen ungefähren Überblick über die zu erwartenden Kosten pro Dosis:

ImpfungKosten pro Dosis
Gelbfieber68,18 €
Typhus35,93 €
Hepatitis A Erwachsene59,19 €
Hepatitis B Erwachsene59,19 €
Hepatitis A und B Erwachsene70,15 €
Meningokokken ACWY44,26 €
Meningokokken B108,34 €
Japanische Enzephalitis101,95 €
Tollwut74,84 €
Cholera63,20 €
FSME Erwachsene39,97 €

Zahlreiche gesetzliche Krankenversicherer erstatten Kosten für Reiseimpfungen, die von der STIKO empfohlen werden.

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