Glenn Tipton von Judas Priest: Kampf gegen Parkinson und Vermächtnis eines Metal-Helden

Einleitung

Glenn Tipton, der legendäre Gitarrist der britischen Heavy-Metal-Band Judas Priest, erhielt vor über einem Jahrzehnt die Diagnose Parkinson. Trotz dieser Herausforderung hat er seine Leidenschaft für die Musik nie verloren und inspiriert weiterhin Fans weltweit. Dieser Artikel beleuchtet Tiptons Kampf gegen die Krankheit, seinen Einfluss auf Judas Priest und die Metal-Szene sowie die Initiativen zur Unterstützung der Parkinsonforschung.

Die Diagnose und ihre Folgen

Vor zehn Jahren wurde bei Glenn Tipton eine frühe Phase von Parkinson diagnostiziert. Diese neurodegenerative Erkrankung führt zum Absterben von Nervenzellen im Gehirn, was Bewegungsstörungen, Lähmungen und Zittern zur Folge hat. Besonders betroffen sind die Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin bilden und übertragen.

Trotz der Diagnose lebte Glenn Tipton sein Leben als der großartige Heavy-Metal-Gitarrist weiter, der er ist. Er setzte seine Arbeit mit Judas Priest fort und trug maßgeblich zum Songwriting und den Aufnahmen bei. Allerdings konnte er aufgrund des Fortschreitens der Erkrankung nicht mehr alle Songs der Band einwandfrei spielen.

Im Februar diesen Jahres gab er jedoch öffentlich bekannt, dass er an Parkinson leidet. Seitdem sieht man ihn leider nur noch selten auf der Bühne. Seine Krankheit schränkt Glenn sichtlich ein.

Tiptons Entscheidung und die "Firepower"-Tour

Angesichts der Herausforderungen, die seine Erkrankung mit sich brachte, traf Tipton eine mutige Entscheidung: Er bat Andy Sneap, den Firepower-Produzenten und Gitarristen der Heavy-Metal-Formation Hell, ihn auf der Tour zum Album zu vertreten.

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„Ich möchte alle wissen lassen, dass es wichtig ist, die Judas Priest-Tour wie geplant stattfinden zu lassen. Ich werde die Band nicht verlassen, nur meine Rolle hat sich geändert“, so Tipton. »Ich möchte nicht ausschließen, dass ich auch künftig hier und da mit den Jungs auf der Bühne stehen werde, wenn ich mich dazu in der Lage fühle.

Die Band unterstützte Tiptons Entscheidung voll und ganz. "Wir sind nicht überrascht, dass Glenn darauf besteht, dass wir die ,Firepower‘-Tour zu Ende spielen und danken Andy, dass er einspringt. Wir können es nicht erwarten, Glenn wieder an unserer Seite zu haben, jederzeit", so die Band.

Glenn Tiptons Beitrag zum "Firepower"-Album

Trotz seiner Parkinson-Erkrankung war Glenn Tipton maßgeblich an der Entstehung des Albums "Firepower" beteiligt. „Ich habe gespielt, was ich konnte, und bin sehr stolz auf das ganze Album“, berichtet Glenn Tipton.

Richie Faulkner, der zweite Gitarrist von Judas Priest, lobte Tiptons Beitrag: „Glenn hat Lieder wie ‘Sons Of Thunder’ mit eingebracht - das ist ein drei Minuten langer Track im Stil von ‘Hell Bent For Leather’. Glenn Tipton ist der Meister, was diesen Stoff angeht. Er hat sich so sehr beteiligt, wie er konnte."

Faulkner lieferte ebenfalls seine Einschätzung der Situation. „Was Glenn angeht, so hat er nicht so viel Soli gespielt wie früher. Aber das ist okay. Wir wollten nicht, dass das den Prozess behindert. Wenn Glenn einen guten Tag hatte, spielte er seinen Part. Wenn er nicht konnte, machte er es nicht. Wir wollten nicht, dass er sich Sorgen macht."

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Die "Glenn Tipton Parkinson's Foundation"

Um die Forschung und Behandlung von Parkinson zu unterstützen, gründete die Band die "Glenn Tipton Parkinson's Foundation". Die Stiftung sammelt Geld für die Parkinsonforschung und- behandlung. Namensgeber ist natürlich Glenn Tipton selbst.

Viele Organisationen und Einzelpersonen unterstützen die Stiftung. ESP Guitars startete in Kooperation mit dem Rock-Radiosender STAR FM eine Verlosung, um die "Glenn Tipton Parkinson's Foundation" zu unterstützen. Glenn, der aufgrund seiner Erkrankung nicht an der Tour teilnehmen kann, hat seine Gitarre bereits zuhause signiert.

Glenn Tiptons Vermächtnis

Glenn Raymond Tipton, geboren am 25. Oktober 1948 in Blackheath, Sandwell in West Midlands, England, gilt als der kreative Kopf von Judas Priest. Seit Mitte der 70er Jahre ist er Gitarrist der Metal-Band. Tipton gilt nicht zuletzt wegen seiner äußerst komplexen und häufig von der Klassik beeinflussten Soli als einer der wichtigsten Gitarristen der Metal-Szene.

Judas Priest haben im Laufe ihrer Karriere zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter einen Grammy in der Kategorie „Best Metal Performance“ im Jahr 2010 und die „VH1 Rock Honors“ im Jahr 2006. Im Jahr 2017 wurden sie für die „Rock And Roll Hall Of Fame“ nominiert. Ihr bislang letztes Album „Redeemer of Souls“, das im Juli 2014 erschien, bescherte der Band die höchsten Chartplatzierungen ihrer fast 40-jährigen Karriere. Am 9. März 2018 erschien mit „Firepower“ endlich das 18. Album.

Tiptons Kampf gegen Parkinson und seine unerschütterliche Hingabe zur Musik haben ihn zu einer Ikone gemacht. Er inspiriert nicht nur seine Fans, sondern auch andere Menschen, die mit der Krankheit leben.

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Judas Priest's Unterstützung und Zusammenhalt

Die Bandmitglieder von Judas Priest stehen fest an Glenn Tiptons Seite und unterstützen ihn in seinem Kampf gegen Parkinson. Rob Halford (Gesang), Richie Faulkner (seit 2011 zweiter Gitarrist), Ian Hill (Bass) und Drummer Scott Travis erklärten dazu schriftlich: „Wir hatten das Privileg, Glenn’s Entschlossenheit und sein unerschütterliches Engagement über die Jahre hinweg mitzuerleben. Er zeigte seine Leidenschaft und seinen eigenen Glauben durch das Schreiben, Aufnehmen und Aufführen von Sessions mit Priest - er ist ein echter Metal-Held! Wir sind nicht überrascht von Glenns Beharren darauf, dass wir die Firepower-Tour beenden, und wir danken Andy, dass er sich uns angeschlossen hat, um Glenns Wünsche wahr werden zu lassen - wie Glenn gesagt hat, können wir es auch nicht erwarten, ihn jederzeit bei uns zu haben. …. Wir lieben dich Glenn!"

Die Zukunft von Judas Priest

Nachdem bei Gitarrist Glenn Tipton bereits vor 10 Jahren erste Symptome von Parkinson gefunden worden waren gibt die Band nun ein trauriges Statement heraus: Aufgrund der Krankheit werde er an der aktuellen Tour nicht mehr teilnehmen können. Es sei ihm möglich, den einen oder anderen weniger komplexen Song zu spielen, bis auf Weiteres seien die Live-Auftritte für ihn jedoch nicht realisierbar. Stattdessen springt für ihn Andy Sneap (SABBAT, HELL) ein, der jedoch nicht seinen Platz in der Band an sich übernehme. Sobald er sich erholt habe, würde er wieder an den Gigs teilnehmen.„Ich möchte, dass jeder weiß, dass die JUDAS PRIEST Tour weitergeht und ich die Band nicht verlasse. Lediglich meine Rolle hat sich geändert. […] Zu einem Zeitpunkt in nicht allzu ferner Zukunft freue ich mich darauf, all die wunderbaren Metal Maniacs wiederzusehen.“ - Glenn Tipton. Auch die Band freue sich darauf, Glenn wieder in ihren Reihen begrüßen zu können.

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