DaTSCAN Sicherheit: Ein umfassender Überblick

Die Nuklearmedizin hat sich zu einem unverzichtbaren Bestandteil der modernen Diagnostik entwickelt. Insbesondere die DaTSCAN-Szintigraphie spielt eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Differenzierung von neurologischen Erkrankungen wie dem Parkinson-Syndrom und verschiedenen Demenzformen. Dieser Artikel beleuchtet die Sicherheit der DaTSCAN-Untersuchung, ihre Anwendungsbereiche und die notwendigen Vorbereitungen.

Was ist DaTSCAN?

DaTSCAN (Dopamin-Transporter-Szintigraphie) ist eine spezielle Form der Gehirnszintigraphie, die die Funktionsfähigkeit bestimmter Nervenverbindungen im Gehirn, insbesondere der Dopamin-Transporter, bildlich darstellt und in ihrer Funktion überprüft. Die Untersuchung zielt darauf ab, das dopaminerge System mit Fokus auf den präsynaptischen Bereich abzubilden. Dabei wird eine schwach radioaktive Substanz in die Vene appliziert, die sich in der zu untersuchenden Region anreichert und eine bildliche Darstellung bzw. Funktionsdiagnostik ermöglicht. Die Messung erfolgt in einer Gammakamera, ggf. in Form eines SPECT (Single Photon Emissions Computertomographie).

Anwendungsbereiche von DaTSCAN

Der DaTSCAN wird hauptsächlich eingesetzt, wenn Symptome vorliegen, die auf Morbus Parkinson hindeuten, wie Tremor (Zittern), Akinesie (Verlangsamung der Bewegungen) und Standunsicherheiten. Die Untersuchung dient der:

  • Abgrenzung zwischen Parkinsonsyndromen und essentiellem Tremor: Durch das DaTSCAN ist die Abgrenzung von bestimmten Parkinsonsyndromen vom essentiellen Tremor möglich.
  • Bestätigung bzw. Ausschluss eines neurodegenerativen Parkinson-Syndroms: Studienergebnisse zeigen, dass die Diagnose von Morbus Parkinson in bis zu einem Viertel der Fälle fehlerhaft ist. Der Berufsverband deutscher Nuklearmediziner (BDN) empfiehlt daher, die klinische Verdachtsdiagnose im Zweifel durch Bildgebung zu bestätigen.
  • Differenzialdiagnostik der Lewy-Body-Demenz: Die DaTSCAN-Szintigraphie ermöglicht es, zwischen einer Lewy-Körperchen-Demenz und anderen Demenzformen wie der Alzheimer-Demenz zu unterscheiden.
  • Beurteilung des Ausmaßes der Neurodegeneration: Die bildliche Darstellung der Nervenzentren in den Hirnkernen (Stammganglien) gibt Aufschluss darüber, ob und wie weit der Funktionsverlust von Gehirnzellen vorangeschritten ist.

Sicherheit von DaTSCAN

Untersuchungsmethoden in der Nuklearmedizin sind risikoarm und kaum mit Nebenwirkungen oder Komplikationen verbunden. Da nur kleine Mengen der radioaktiven Substanz eingesetzt werden, diese schnell zerfällt und rasch ausgeschieden wird, ist die Strahlenbelastung gering. Die Strahlenexposition durch die Untersuchung ist nur hypothetisch und wird auf ca. 0,3 % geschätzt. Von diesem Anteil sind die aufgrund der Untersuchungsergebnisse verhinderten Todesfälle noch abzuziehen.

Nach Verabreichung des Radiopharmakons sollten Patienten viel Flüssigkeit trinken (1,5 - 2 l), damit die radioaktive Substanz rasch über die Nieren ausgeschieden wird. Innerhalb der ersten Stunden sind Patienten als Strahlenquelle anzusehen. Die abgestrahlte Dosis ist jedoch so gering, dass normaler Kontakt zu anderen Menschen möglich ist. Es wird lediglich empfohlen, einen gewissen Abstand (ca. 2 m) zu halten.

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Kontraindikationen

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Falls aktuell eine Schwangerschaft vorliegt, nicht zweifellos auszuschließen ist oder Sie zurzeit stillen, sollte dies vor der Untersuchung unbedingt der behandelnden Ärztin mitgeteilt werden.
  • Wiederholungsuntersuchung: Innerhalb von drei Monaten sollte aufgrund der Strahlenbelastung keine Wiederholung einer Szintigraphie durchgeführt werden.

Vorbereitung auf die DaTSCAN-Untersuchung

Eine zuverlässige Planung des Untersuchungsablaufes ist erforderlich, da die benötigte radioaktive Substanz (Jod-123) individuell für den geplanten Untersuchungstermin angefertigt und geliefert wird. Daher ist es wichtig, pünktlich zum Untersuchungstermin zu erscheinen und die folgenden Hinweise zur Vorbereitung zu beachten:

  • Medikamente: Bestimmte Medikamente müssen (teilweise bis zu mehr als sieben Tage vor dem geplanten Untersuchungstermin) abgesetzt werden. Dies erfolgt nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin. Ggf. erfolgt zur Planung der Untersuchung ein Vorgespräch.
  • Schilddrüsenblockade: Zum Schutz der Schilddrüse werden Patienten am Untersuchungstag und den darauffolgenden Tagen ein Medikament zur Schilddrüsenblockade erhalten (Irenat-Tropfen).
  • Dauer der Untersuchung: Die Untersuchung ist sehr zeitaufwändig, hierfür müssen Patienten am Untersuchungstag ca. 4 bis 5 Stunden einplanen.
  • Klaustrophobie: Wenn Patienten unter Klaustrophobie leiden oder sich unsicher sind, sollte dies im Vorhinein angesprochen werden. Ggf. kann die Kamera vorher angeschaut werden. Normalerweise können auch Menschen mit Klaustrophobie an der Untersuchung teilnehmen.
  • Weitere Vorbereitungen: Patienten müssen nicht nüchtern sein. Es ist hilfreich, alle Voruntersuchungen (Befunde von Szintigraphien, Röntgen/CT-Bilder oder Befunde) mitzubringen.

Medikamente, die das Ergebnis beeinflussen könnten

Es gibt wenige Medikamente, die das Ergebnis negativ beeinflussen könnten. Dazu zählen nicht-trizyklische Antidepressiva (Bupropion, Venlafaxin), Fentanyl und einige Anästhetika (Ketamin, Isofluran, Phenyl-Cyclidin-Piperidin). Darüber hinaus ist der Konsum von Psychostimulanzien wie Kokain oder Amphetamin problematisch.

Ablauf der DaTSCAN-Untersuchung

  1. Schilddrüsenblockade: Zu Beginn der Untersuchung erhalten Patienten 40 Tropfen Irenat®, um die Schilddrüse vor einer unnötigen Belastung zu schützen.
  2. Injektion des Radiopharmakons: Im Anschluss wird eine Spur einer radioaktiven Substanz in eine Armvene injiziert. Allergische Reaktionen gegen die verwendete Substanz sind nicht bekannt.
  3. Wartezeit: Die Substanz reichert sich im Laufe von 3 Stunden in den zentralen Hirngebieten, den sog. Stammganglien an. In dieser Zeit können sich Patienten prinzipiell frei bewegen und müssen nicht zwingend die gesamte Zeit in der Abteilung bleiben.
  4. Bildaufnahmen: Nach der Anreicherungszeit erfolgen die Bild-Aufnahmen an einer Doppelkopfkamera im Liegen. Die SPECT-Kamera dreht sich langsam um den Kopf des Patienten herum, um Aufnahmen der Hirnregionen zu erzeugen.

Interpretation der Ergebnisse

Bei einer DaTSCAN-Untersuchung wird die Anreicherung der radioaktiv markierten Substanz in den untersuchten Hirnarealen festgestellt. Eine verminderte Anreicherung deutet auf eine Parkinsonerkrankung hin. Bei einem unauffälligen Ergebnis dieser Untersuchung kann eine Degeneration dopaminerger Nervenzellen mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden.

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass die klinische Diagnose eines Parkinson-Syndroms durch den DaTSCAN nicht bestätigt wird. In solchen Fällen sprechen die Nuklearmediziner von SWEED ("subjects with scans without evidence of dopaminergic deficit"), also von "Personen ohne Hinweise auf ein Dopamindefizit".

EPI-589 Studie bei Parkinson Patienten

Im Kontext der Parkinson-Forschung ist die EPI-589 Studie erwähnenswert. Diese Studie untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit des Wirkstoffs EPI-589 bei Patienten mit idiopathischer und genetisch bedingter Parkinson-Erkrankung. EPI-589 ist ein aktives Redoxmolekül, das in Biomaterial von Parkinson-Patienten eine hohe Wirksamkeit zur Vorbeugung von Zelltod durch oxidativen Stress gezeigt hat.

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Die Studie umfasst u.a. eine klinisch-neurologische Untersuchung durch einen Studienarzt, eine neuropsychologische Untersuchung sowie eine Untersuchung von autonomen Funktionen. Für die idiopathischen Parkinson-Patienten wird ein DatSCAN (Szintigraphie des Gehirns) durchgeführt.

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