Wigand Lange ist ein deutscher Schriftsteller und Übersetzer, der seit elf Jahren an Parkinson leidet. Er hat seine Erfahrungen mit dieser Krankheit in mehreren Büchern verarbeitet, darunter "Mein Freund Parkinson" und "Wenn Parkinson kommt. Meine Erfahrungen mit einem ungebetenen Gast". In seinen Werken beschreibt er auf offene und humorvolle Weise, wie er den Alltag mit Parkinson meistert und wie er gelernt hat, die Krankheit nicht als Feind, sondern als Teil seines Lebens zu akzeptieren.
Die Diagnose und ihre Folgen
Vor einigen Jahren bemerkte Wigand Lange eine zunehmende Steifheit in seinem rechten Arm. Nach mehreren unabhängigen Diagnosen erhielt er die niederschmetternde Diagnose Morbus Parkinson. Diese Diagnose bedeutete einen tiefen Einschnitt in sein bisheriges Leben. Parkinson ist eine Erkrankung der Basalganglien, insbesondere der sogenannten Schwarzen Substanz, die den flüssigen Ablauf der Bewegungen steuert. Bei Parkinson-Patienten sterben die Nervenzellen dieses Areals ab, was zu einem Mangel des Hirnbotenstoffs Dopamin führt und die typischen Symptome auslöst.
Die drei wesentlichen Parkinson-Symptome sind Zittern, Steifheit und Verlangsamung. Lange selbst leidet weniger unter dem Zittern, sondern hauptsächlich unter der Akinese, der Verlangsamung aller motorischen Bewegungen. Zusätzlich hat er ein seltenes Symptom: Er verträgt bestimmte elektrische Schwingungen nicht, wie sie von Handys, Computern oder Neonröhren ausgehen. Diese lösen bei ihm Schmerzen und Energiemangel aus.
Umgang mit der Krankheit
Trotz der Herausforderungen, die Parkinson mit sich bringt, hat Wigand Lange einen Weg gefunden, mit der Krankheit zu leben und sogar neue Perspektiven zu gewinnen. Er beschreibt, wie er sich mit Parkinson "angefreundet" hat und wie er die Krankheit als eine Art "Lehrer" betrachtet, der ihm gezeigt hat, was im Leben wirklich wichtig ist.
Lange betont, dass die Schulmedizin zwar wichtig ist, aber nur einen Teil der Behandlung ausmacht. Er hat viele alternative Therapien ausprobiert und festgestellt, dass auch psychologische Faktoren, Ernährung, Schlaf und die Seele eine wichtige Rolle spielen. Er ist jedoch skeptisch gegenüber der Stammzellenforschung und der Tiefenhirnstimulation, da er die Langzeitfolgen nicht abschätzen kann und den Menschen nicht als Experimentiersystem betrachtet.
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Ein wichtiger Aspekt in Langes Umgang mit Parkinson ist Humor und Ironie. Er kann über sich und seine Krankheit lachen und macht sich beispielsweise über die "lesenden Ratten" in der ICE lustig. Er sagt, dass er die Krankheit besser mit Humor ertragen kann, anstatt mit den Göttern zu zürnen.
Selbstheilung und Atlantiküberquerung
Wigand Lange berichtet von einer erstaunlichen Selbstheilung, die bei ihm eingesetzt hat. Er hat gelernt, auf seinen Körper zu hören und ihm das zu geben, was er braucht. Dazu gehören viel Bewegung, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf und der Verzicht auf negative Einflüsse wie Elektrosmog.
Im Jahr 2004 überquerte Lange als erster Parkinson-Patient auf einem Segelschiff den Atlantik. Diese Leistung zeigt, dass man auch mit Parkinson ein aktives und erfülltes Leben führen kann. Lange ist ein begeisterter Segler und lässt sich von seiner Krankheit nicht einschränken.
Schreiben als Therapie
Das Schreiben ist für Wigand Lange ein wichtiges Medium, um seine Erfahrungen mit Parkinson zu verarbeiten und anderen Betroffenen Mut zu machen. Er schreibt offen über seine Symptome, seine Ängste und seine Hoffnungen. Dabei scheut er sich nicht, auch über Tabuthemen wie Inkontinenz zu sprechen.
Lange hat festgestellt, dass seine Bücher anderen Menschen das Verständnis für Parkinson erleichtern können. Er erhält viele positive Rückmeldungen von Betroffenen und Angehörigen, die sich in seinen Texten wiederfinden.
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Ein erfülltes Leben trotz Parkinson
Wigand Lange hat trotz seiner Parkinson-Erkrankung ein erfülltes Leben gefunden. Er ist weiterhin als Schriftsteller und Übersetzer tätig, engagiert sich in der Parkinson-Beratung und reist viel. Er hat gelernt, die Krankheit zu akzeptieren und sie als Teil seines Lebens zu betrachten.
Lange betont, dass Parkinson nicht das Ende des Lebens bedeuten muss. Es ist zwar eine Herausforderung, aber man kann lernen, damit umzugehen und neue Perspektiven zu gewinnen. Wichtig ist, dass man sich nicht aufgibt, sondern aktiv bleibt und sich Unterstützung sucht.
Die Bedeutung von Angehörigen
Auch die Angehörigen von Parkinson-Patienten spielen eine wichtige Rolle. Sie können den Betroffenen unterstützen, indem sie ihnen zuhören, sie ermutigen und ihnen im Alltag helfen. Es ist wichtig, dass die Angehörigen sich nicht überlasten und auch auf ihre eigenen Bedürfnisse achten.
Es gibt viele Ratgeber und Hilfsangebote für Angehörige von Parkinson-Patienten. Diese können wertvolle Tipps und Unterstützung bieten.
Aktuelle Forschung und Therapieansätze
Die Parkinson-Forschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Es gibt neue Medikamente und Therapieansätze, die den Betroffenen helfen können, ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.
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Ein vielversprechender Ansatz ist die Tiefe Hirnstimulation, bei der Elektroden in das Gehirn eingesetzt werden, um die Signalübertragung der erkrankten Hirnareale zu unterstützen. Auch die Stammzellenforschung bietet neue Hoffnung für die Behandlung von Parkinson.
Ratgeber und Kochbücher für Parkinson-Patienten
Es gibt eine Vielzahl von Ratgebern und Kochbüchern, die speziell auf die Bedürfnisse von Parkinson-Patienten zugeschnitten sind. Diese Bücher bieten Informationen über die Krankheit, ihre Symptome und ihre Behandlungsmöglichkeiten. Sie geben Tipps zur Alltagsbewältigung, zur Ernährung und zur Bewegung.
Einige Kochbücher enthalten Rezepte für ballaststoffreiche und gut verdauliche Gerichte, die speziell für Parkinson-Patienten entwickelt wurden. Diese Rezepte berücksichtigen die spezifischen Verdauungsprobleme, die viele Parkinson-Patienten haben.