Robert Franz und Epilepsie: Ein Überblick über Behandlungsansätze und Forschung

Die Tuberöse Sklerose (TSC), eine seltene genetische Erkrankung, ist oft mit Epilepsie verbunden. Robert Franz, bekannt für seine alternativen Gesundheitsansätze, wird in diesem Zusammenhang oft diskutiert. Dieser Artikel beleuchtet die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Epilepsie bei TSC und die Rolle von Everolimus in der Behandlung.

Einführung in die Tuberöse Sklerose und Epilepsie

Die Tuberöse Sklerose (TSC) ist eine seltene genetische Erkrankung mit einer weltweiten Prävalenz von etwa 1 pro 5000 bis 8000. Sie folgt einem autosomal-dominanten Erbgang, wobei in etwa 70 % der Fälle eine spontane Mutation vorliegt. Die verantwortlichen Gene sind TSC1 (Chromosom 9q34, Hamartin) und TSC2 (Chromosom 16p13.3, Tuberin). Pathophysiologisch betrachtet kodieren TSC1 und TSC2 zentrale Proteine des TSC-Proteinkomplexes, der eine kritische modulierende Funktion des Mitose-regulierenden mTOR-Komplexes 1 ausübt.

Epileptische Anfälle sind ein häufiges und oft frühes Symptom der TSC-Erkrankung. Bildgebend lassen sich häufig zerebrale Tubera, subepidermale Knötchen oder subependymale Riesenzellastrozytome (SEGA) darstellen, die mit den Anfällen in Verbindung stehen können.

Epilepsie bei TSC: Manifestation und Behandlung

TSC-assoziierte Epilepsien manifestieren sich meist innerhalb der ersten drei Lebensjahre, wobei initial oft fokale Anfälle mit oder ohne sekundäre Generalisierung sowie infantile Spasmen auftreten. Eine Behandlung mit Vigabatrin oder adrenokortikotropem Hormon (ACTH) führt in den meisten Fällen zu einer kurzfristigen Besserung. Allerdings entwickelt ein Großteil der Betroffenen eine medikamentös therapierefraktäre Epilepsie mit meist generalisiert tonisch-klonischen Anfällen als Hauptsemiologie.

Everolimus als Therapieoption

Neben symptomatischen Therapieansätzen wurde 2010 der mTOR-Inhibitor Everolimus (EVE) in den USA für die Behandlung von TSC-assoziierten SEGAs zugelassen. Die Zulassung wurde 2012 um die Behandlungsindikation renaler Angiomyolipome erweitert.

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Systematische Literaturrecherche zu Everolimus und Epilepsie bei TSC

Eine systematische Literaturrecherche ergab insgesamt 84 Publikationen, von denen 19 Studien (23 %) in die qualitative Analyse dieses Reviews eingingen. Unter den eingeschlossenen Publikationen konnten 11 prospektive bzw. retrospektive Studien ausgewertet werden (68 %), die zusammengenommen über 1161 Patienten (nach Ausschluss doppelt eingeschlossener Patienten 477) mit Aberrationen im TSC1- und/oder TSC2-Gen sowie fehlendem Mutationsnachweis im Alter von 0 bis 56 Jahren berichteten.

Eine Anfallsreduktion von ≥ 50 % (oder vergleichbares Äquivalent) wurde in 27-100 % der Fälle beschrieben. Therapieassoziierte Nebenwirkungen traten in 28-100 % der berichteten Fälle auf, wobei überwiegend Folgen der Immunsuppression durch EVE, Lipidstoffwechselstörungen sowie Blutbildveränderungen beobachtet wurden.

EXIST-3-Studie

Eine randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie (EXIST-3) untersuchte EVE als Add-on-Therapie bei TSC-assoziierten refraktären Epilepsien mit fokalem Anfallsbeginn. Insgesamt wurden 366 Patienten im Alter von 2 bis 65 Jahren eingeschlossen und randomisiert auf eine Placebo- sowie zwei Verumgruppen mit unterschiedlichen EVE-Zielspiegeln verteilt. Für die Verumgruppen konnte ein therapeutisches Ansprechen mit ≥ 50 % Anfallsreduktion in 28 % (niedriger Zielspiegel) bzw. 40 % (höherer Zielspiegel) sowie eine mittlere prozentuale Anfallsreduktion von 29 % bzw. 40 % gezeigt werden.

Therapieassoziierte relevante Nebenwirkungen werden unter EVE häufig berichtet, zumeist in Form von leichten und transienten Infekten infolge der systemischen Immunmodulation, z. B. Stomatitis, Diarrhö, Nasopharyngitis oder Infektionen des oberen Atemwegs.

Weitere Studien und Fallberichte

Neben der EXIST-3-Studie wurden in diesem Review eine offene Langzeit-Verlängerungsstudie, die aus dem gleichen Patientenkollektiv rekrutiert hatte, sowie mehrere Post-hoc-Analysen eingeschlossen. Zudem konnten 8 Fallberichte oder Fallserien (42 %) mit insgesamt 16 Patienten mit Mutationen im TSC1- oder TSC2-Gen sowie fehlendem Mutationsnachweis im Alter von 0 bis 23 Jahren ausgewertet werden. Eine Anfallsreduktion ≥ 50 % (oder vergleichbares Äquivalent) wurde in 12/16 Patienten beschrieben (75 %).

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Maßgeschneiderte Therapieansätze

Maßgeschneiderte Therapieansätze sind über die letzten Jahre zunehmend in den Fokus der medizinischen Forschung gerückt und gelten insbesondere im Bereich der Epileptologie als vielversprechende zukünftige Behandlungsoptionen. Mit EVE steht bei Patienten mit TSC eines der wenigen, bereits aktuell verfügbaren krankheitsspezifischen und krankheitsmodulierenden Medikamente in der Behandlung von…

Das Epilepsiemotiv in Literatur und Kunst

Die Beschreibung und Ausdeutung von Leid in Form von Schmerz, Krankheit und Behinderung spielen in der schön-geistigen Literatur zahlreicher kulturhistorischer Epochen eine bedeutende Rolle. Die Prävalenz der Epilepsie, die beeindruckende Symptomatik des großen Anfalls (Grand mal) und das Fehlen wirksamer Heilmethoden in früheren Jahrhunderten trugen dazu bei, dass diese Krankheit immer wieder mit höheren Mächten in Verbindung gebracht wurde.

Epilepsie in antiken und mittelalterlichen Texten

Hinweise auf Epilepsie finden sich bereits in schriftlichen Zeugnissen aus vorchristlichen Jahrhunderten, wie im Alten Testament und in Aischylos’ Orestie. In der antiken Literatur wird der große epileptische Anfall mit einem Amoklauf in Verbindung gebracht, und es gibt Beschreibungen simulierter Anfälle sowie der Flackerlicht-Empfindlichkeit mancher Epilepsiekranker. Auch in der mittelalterlichen Literatur ist das Epilepsiemotiv gelegentlich zu finden, beispielsweise in der alt-französischen Liebesgeschichte von Aucassin und Nicolette und in Dantes Göttlicher Komödie.

Epilepsie in der Literatur der Neuzeit

Während das Epilepsiemotiv in Antike, Mittelalter und beginnender Neuzeit in der nicht-medizinischen Literatur nur selten anzutreffen ist, stößt man in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten vergleichsweise häufig auf diese Thematik. Dabei wird erkennbar, dass für die Autoren nicht allein die Häufigkeit und Dramatik epileptischen Geschehens Gründe für die Einbeziehung der Krankheit in das literarische Schaffen war, sondern zunehmend die psychosozialen Auswirkungen, die die Epilepsie für die Betroffenen und ihre Angehörigen hatte.

Dostojewskij und das Epilepsiemotiv

Ein bedeutender Vertreter dieser Gruppe ist F. M. Dostojewskij, der in vier seiner großen Romane diese Krankheit ausführlich thematisiert hat: Erniedrigte und Beleidigte (1861); Der Idiot (1868); Die Dämonen (1871); Die Brüder Karamasow (1878/80). Zuvor hatte bereits Karl Wilhelm Drais von Sauerbronn im 18. Jahrhundert seine eigene Epilepsie schriftstellerisch verarbeitet: Geschichte einer siebenjährigen Epilepsie (1798).

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Aktuelle Forschung und Entwicklungen

Die Forschung im Bereich der Epilepsie und der Tuberösen Sklerose ist weiterhin aktiv. Aktuelle Studien konzentrieren sich auf die Entwicklung neuer Therapieansätze, die Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und das Verständnis der genetischen und molekularen Grundlagen der Erkrankung.

Publikationen und Studien

Zahlreiche Publikationen und Studien aus dem Jahr 2024 und 2025 befassen sich mit verschiedenen Aspekten der Epilepsiebehandlung, der Rolle elektrischer Stimulation und der Anwendung von Hydrogelen in der Geweberegeneration. Diese Forschungsergebnisse tragen dazu bei, die Behandlung von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen weiter zu verbessern.

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