Alzheimer und YouTube: Informationen, Filme und Fakten

Die Diagnose Demenz, insbesondere Alzheimer, ist für Betroffene und Angehörige gleichermaßen erschütternd. Umfassende Informationen und Unterstützung sind entscheidend, um den Alltag zu erleichtern und neue Möglichkeiten im Umgang mit der Erkrankung zu entdecken. Videos können hierbei eine wertvolle Ergänzung zu Schulungskursen darstellen, da sie Theorie und Praxis verbinden und schnell einen Überblick über einzelne Themen bieten. Lernvideos zum Thema Demenz finden sich im Internet zuhauf.

Demenz und Alzheimer verstehen

Alzheimer ist eine von über 80 Ursachen für Demenz. In Deutschland leben 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, wobei etwa zwei Drittel an Alzheimer leiden. Bis 2050 wird die Zahl auf 2,8 Millionen geschätzt, sofern kein Durchbruch in Prävention und Therapie gelingt. Bei Alzheimer sterben Nervenzellen ab und ihre Verbindungen werden zerstört. Typisch sind harte, unauflösliche Ablagerungen (Plaques) zwischen den Nervenzellen und chemische Veränderungen der Tau-Fibrillen im Inneren der Zellen. Auch ein Mangel an Acetylcholin im Gehirn wird beobachtet.

Die Alzheimer-Krankheit verläuft in vier Stadien, die mit einer leichten kognitiven Störung beginnen und bis zu 20 Jahre dauern können. Der Verlauf kann stetig sein, aber auch akut beginnen oder wechselhaft verlaufen.

Stadien der Alzheimer-Krankheit

  1. Frühe Phase: Leichte Beeinträchtigungen des Denkens und Erinnerns, die im Alltag kaum einschränken.
  2. Mittlere Phase: Zunehmende Vergesslichkeit, insbesondere des Kurzzeitgedächtnisses. Schwierigkeiten, neue Informationen zu behalten, Wortfindungsstörungen, Verlegen von Gegenständen und erste Orientierungsprobleme. Betroffene versuchen oft, ihre Schwierigkeiten zu verstecken und ziehen sich zurück.
  3. Fortgeschrittene Phase: Beeinträchtigung des Kurz- und Langzeitgedächtnisses. Erinnerungen an das eigene Leben treten in den Hintergrund, Orientierungsprobleme auch in vertrauter Umgebung, Erkennen von bekannten Gesichtern wird schwierig. Es kommt zu tiefgreifenden Veränderungen im Verhalten und im Wesen, Bewegungsdrang und Unruhe, Misstrauen, Reizbarkeit, Nervosität und aggressive Ausbrüche. Der Tag-Nacht-Rhythmus gerät aus dem Gleichgewicht, was zu Schlafstörungen führen kann. Eine selbstständige Lebensführung ist nicht mehr möglich.
  4. Endstadium: Vollständige Pflegeabhängigkeit. Verlust der Sprache, Nicht-Erkennen von engsten Familienmitgliedern, völlige Orientierungslosigkeit, Inkontinenz, Schluckstörungen und ein geschwächtes Immunsystem.

Risikofaktoren und Prävention

Für Alzheimer gibt es verschiedene Risikofaktoren. Je mehr vorliegen, desto wahrscheinlicher tritt die Krankheit auf. Durch einen veränderten Lebensstil kann man beeinflussbare Risikofaktoren minimieren. Die Symptome entwickeln sich langsam und verschlechtern sich über mehrere Jahre. Bei zunehmenden Gedächtnisstörungen sollte man sich an die Hausarztpraxis wenden. In der Regel wird dann zunächst die bisherige Erkrankungsvorgeschichte erheben. Dann findet eine körperliche Untersuchung und eine neuropsychologische Testung statt.

Behandlungsmöglichkeiten

In Deutschland sind derzeit zur Behandlung der Alzheimer-Krankheit vier Wirkstoffe zugelassen. Wenn zusätzlich eine Depression oder Verhaltensänderungen auftreten, können auch diese behandelt werden. Die Amyloid-Antikörper binden an die Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und helfen, diese abzuräumen. Lecanemab muss derzeit alle 2 Wochen als Infusion verabreicht werden. Des Weiteren sind regelmäßige MRT-Sicherheitskontrollen erforderlich (aktuelles MRT vor Beginn der Therapie und dann vor der 5., 7. und 14. Um die geistigen Leistungen und Alltagsfähigkeiten zu stärken, gibt es viele therapeutische Behandlungswege. Damit lassen sich auch Verhaltensstörungen abschwächen und das Wohlbefindens verbessern.

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Umgang mit der Diagnose

Trotz Alzheimer: Der Mensch bleibt. Wie geht es jetzt weiter? Das ist eine der ersten, oft unausgesprochenen Fragen. Alzheimer verändert das Leben. Aber es nimmt nicht sofort alles, was den Menschen ausmacht. Erinnerungen mögen verblassen, der Alltag sich verändern - doch der Mensch bleibt. Trotz der Diagnose ist ein Leben mit Sinn, Freude und Verbindung möglich. Gerade deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Kleine Veränderungen im Alltag, Routinen, liebevolle Unterstützung und Geduld helfen dabei, Orientierung zu geben. Wer versteht, was gerade geschieht, kann bewusster handeln. Ein guter Weg ist es, die eigenen Stärken bewusst auszubauen - und mit den Schwächen möglichst gelassen und kreativ umzugehen. Was gut gelingt oder Freude macht, darf und soll intensiviert werden. Gleichzeitig ist es wichtig, mit den Einschränkungen liebevoll umzugehen - nicht als persönliches Scheitern, sondern als Teil der Krankheit. Alzheimer nimmt viel, aber es gibt Wege, Selbstbestimmung zu erhalten und neue Formen von Alltag und Nähe zu gestalten. Dieser Weg ist nicht einfach - aber niemand muss ihn allein gehen. Auch wenn Alzheimer vieles verändert, gibt es vieles, was man selbst in der Hand behalten kann. Struktur gibt Halt. Feste Tagesabläufe, wiederkehrende Rituale und vertraute Umgebungen helfen, sich zu orientieren. Bleiben Sie aktiv - auf Ihre Weise. Bewegung, frische Luft, Musik, gemeinsames Kochen oder einfache Handarbeiten können viel Lebensfreude schenken. Es geht nicht um Leistung, sondern um Teilhabe und Freude an vertrauten Tätigkeiten. Sprechen Sie über Ihre Gefühle. Der Austausch mit vertrauten Menschen, mit Angehörigen oder in Selbsthilfegruppen kann entlasten. Akzeptieren Sie Unterstützung. Hilfe anzunehmen, bedeutet nicht Schwäche - es bedeutet Stärke. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Jeder Tag ist neu. Nicht jeder wird einfach sein - aber in vielen steckt ein kostbarer Moment: ein Lächeln, ein vertrauter Blick, ein Augenblick der Nähe. Diese Momente zählen. Mit Ihrer Hilfe können wir unsere bundesweite Aufklärung zu neurologischen Erkrankungen ausweiten. Haben Sie Fragen zu einer neurologischen Erkrankung?

YouTube als Informationsquelle

YouTube bietet eine Vielzahl von Videos, die Informationen und Einblicke in das Leben mit Alzheimer und Demenz geben. Diese Videos können sowohl für Betroffene als auch für Angehörige eine wertvolle Ressource sein.

Filme und Lieder auf YouTube

Viele Filme und Lieder zum Thema Demenz sind auf YouTube verfügbar. Um sie anzusehen, ist ein Internetzugang erforderlich. Einige Beispiele sind:

  • „Der Fuchs, der den Verstand verlor“: Ein Zeichentrickfilm, der die Vergesslichkeit eines Fuchses und die daraus resultierenden lebensbedrohlichen Situationen thematisiert. Die jungen Füchse retten ihn und versorgen ihn.
  • „Romys Salon“: Ein Spielfilm über die Beziehung zwischen einem Mädchen und ihrer dementen Oma, die einen Friseursalon hat.
  • „Lilli - Opa hat Alzheimer“: Ein Video, in dem ein Mädchen ihren Opa bis zuletzt begleitet.
  • „Song für Opa“: Ein Lied, das ein Mädchen über ihren an Demenz erkrankten Opa geschrieben hat.
  • „Vergessenslücken“: Ein Spoken-Word-Beitrag, der sich in die Situation einer Frau mit Demenz versetzt.
  • „Fragezeichen“: Ein Lied, in dem ein Musiker seine Erfahrungen mit seinem demenziell erkrankten Vater verarbeitet.
  • „Kindern Demenz erklären“: Ein Erklärfilm, der Kindern Demenz näherbringt.
  • „Demenz und Alzheimer-Demenz“: Ein kurzer Film, der erklärt, was bei Demenz im Gehirn passiert.
  • „Im Supermarkt“: Ein Film, der zeigt, wie Menschen mit Demenz ein aufmerksames Umfeld brauchen, um selbständig leben zu können.
  • „So funktioniert das Gehirn“: Ein Film, der das Kommunikationssystem des Gehirns erklärt.
  • „Mein Geldbeutel ist weg“: Eine Filmreihe, die zeigt, wie man mit Beschuldigungen umgehen kann.

Lernvideos und Informationen

Neben Filmen und Liedern gibt es auch zahlreiche Lernvideos auf YouTube, die Informationen zu verschiedenen Aspekten von Demenz und Alzheimer bieten. Einige Beispiele sind:

  • Demenzerkrankungen im Überblick: Videos zu Alzheimer-Demenz und Lewy-Körperchen-Demenz.
  • Ein Tag im Leben von Theo: Ein Film, der einen Einblick in den Pflegealltag gibt.
  • Integrative Validation nach Richard: Eine Videoreihe, die zeigt, wie man sich auf die Welt von Menschen mit Demenz einlassen kann.
  • Marte Meo: Videos, die zeigen, wie man Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen wieder miteinander in Kontakt bringen kann.
  • Ergotherapie: Videos, die zeigen, wie Ergotherapie Menschen mit Demenz helfen kann, ihre Alltagsfähigkeiten zu erhalten.
  • Musterwohnung: Videos, die praktische Tipps geben, wie man das Zuhause sicher und hilfreich gestalten kann.
  • Kreativität trotz(t) Demenz: Ein Video, das zeigt, wie man Menschen mit Demenz durch Kreativität anregen kann.
  • AOK Pflegecoach und Demenzworld: E-Learning-Module mit Filmbeispielen, um veränderte Verhaltensweisen besser zu verstehen.
  • Initiative Demenz Partner: Ein Film, der Angehörigen Lösungswege aufzeigt, wie sie mit Konflikten zum Thema Autofahren umgehen können.
  • Warum du unbedingt Hilfe annehmen solltest: Ein Video, das erläutert, wie man sein Leben erleichtern und bereichern kann.
  • Ehrenamtliche Angebote zur Unterstützung im Alltag und Angebote zur Tagespflege: Videos, die über Entlastungsangebote informieren.
  • Mundpflege bei Demenz - Basale Stimulation: Ein Video, das zeigt, wie man die Mundpflege bei Menschen mit Demenz erleichtern kann.
  • Alltagstrainigsprogramm (ATP) und TEAMGEIST für Menschen mit Demenz: Videos, die Bewegungen zeigen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen.
  • Sanfter Engel: Ein Kurzfilm, der die Geschichte einer Frau erzählt, die ihren erkrankten Ehemann in ein Pflegeheim gibt.
  • Kurzfilme der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg: Filme, die wichtige Aspekte des Themas Demenz zeigen.
  • Einfach machen: Tablets & Co.: Ein Video, das zeigt, wie technische und digitale Angebote den Alltag erleichtern können.

Podcasts

  • Demenz - eine Geschichte zum Vergessen?!: Ein Podcast, der sich mit dem Thema Demenz auseinandersetzt.

Kurzfilme

  • Kurzfilme der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg zeigen kurz und prägnant wichtige Aspekte des Themas Demenz.

Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Alzheimer

Alzheimer kann uns alle treffen - aber Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer. Insgesamt sind zwei Drittel der Erkrankten Frauen, für Deutschland entspricht dies einer Zahl von etwa 800.000 Betroffenen.

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Forscher*innen hatten dieses Ungleichgewicht lange der höheren Lebenserwartung von Frauen zugeschrieben, da der größte Risikofaktor für die Alzheimer-Krankheit das Alter ist. Heute weiß man jedoch: Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau an Alzheimer erkrankt, ist höher als bei einem Mann, unabhängig von der jeweiligen Lebenserwartung. Als Ursache rückte in den letzten Jahren verstärkt der weibliche Hormonhaushalt in den Blick. Jetzt zeigt ein neuer Übersichtsartikel aus dem Fachmagazin Neuroforum, dass Ursachen auch in den geschlechtsspezifischen Genen zu finden sind. Die Autoren Privatdozent Dr. Alex Yang Liu und Prof. Klaus Faßbender vom Universitätsklinikum des Saarlandes haben drei Faktoren identifiziert, die mutmaßlich dazu beitragen, dass Frauen häufiger an Alzheimer erkranken:

  1. Durchblutungsstörungen im Gehirn: Durchblutungsstörungen im Gehirn treten bei rund 80 Prozent der Alzheimer-Erkrankten auf. Ursache dafür ist unter anderem der Abbau von Perizyten. Dies sind Zellen, die den Blutfluss im Gehirn regulieren. Nimmt die Zahl der Perizyten ab, wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und die geistigen Fähigkeiten lassen nach. Außerdem können sich verstärkt schädliche Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid im Gehirn ansammeln, die mutmaßlich zum Absterben von Nervenzellen führen. Die Gene, die die Funktion der Perizyten steuern, liegen auf den männlichen und weiblichen Geschlechtschromosomen. Dies führt zu einer unterschiedlichen Regulation der Perizyten. Vor der Menopause haben Frauen ein geringeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer. Nach der Menopause verdoppelt sich bei Frauen nahezu die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Schlaganfällen.
  2. Störung der Informationsweiterleitung im Gehirn: Das Geschlecht beeinflusst bei der Alzheimer-Krankheit auch die Informationsübertragung im Gehirn. Bestimmte Zellen, die sogenannten Oligodendrozyten, sorgen dafür, dass die Nervenzellen geschützt sind und Informationen schnell ausgetauscht werden können. Es gibt Hinweise, dass diese Oligodendrozyten im Falle einer Alzheimer-Erkrankung bei Frauen weniger stark aktiviert werden als bei Männern. Dadurch bleibt diese Schutzschicht bei Frauen weniger gut erhalten und die Informationsweiterleitung im Gehirn wird stärker beeinträchtigt. Gesteuert werden diese Prozesse vermutlich durch Gene in den Fortpflanzungsorganen, bei Männern in den Hoden, bei Frauen in den Eierstöcken.
  3. Geschwächte Immunabwehr: Mikrogliazellen sind ein wichtiger Teil der Immunabwehr des Gehirns. Im gesunden Gehirn wirken sie entzündungshemmend und sorgen wie eine Art Müllabfuhr dafür, dass schädliche Stoffe entsorgt werden. Bei der Alzheimer-Krankheit sind Mikrogliazellen zunächst noch in der Lage, für die Krankheit typischen schädlichen Proteinablagerungen im Gehirn abzubauen. Im Krankheitsverlauf werden die Mikrogliazellen durch ständige Aktivierung zunehmend erschöpft. Sie können den Schutz des Gehirns dann nicht mehr gewährleisten, sondern verursachen chronische Entzündungen, die den Abbau der Nervenzellen zusätzlich fördern. Mikrogliazellen werden durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst, die ebenfalls vom Geschlecht abhängig sind. Bei Frauen scheinen die Immunabwehr und die Regulation von Entzündungsprozessen schlechter zu funktionieren als bei Männern. Das Geschlecht beeinflusst auch die Immun- und Entzündungsreaktionen, weil viele Gene, die mit Immunreaktionen zu tun haben, auf dem X-Chromosom liegen. Bei Frauen bestehen die Geschlechtschromosomen aus zwei X-Chromosomen, bei Männern aus einem X- und einem Y-Chromosom.

Die Erforschung von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Entstehung der Alzheimer-Krankheit steht noch am Anfang. In der Forschung wurden geschlechterspezifische Unterschiede kaum beachtet und in Studien waren die Testpersonen überwiegend männlich. Seit einigen Jahren wächst das Bewusstsein, dass geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Entstehung und Behandlung von Krankheiten eine wichtige Rolle spielen. Der technische Fortschritt macht es jetzt möglich, dies auch in der Grundlagenforschung zu berücksichtigen.

Kritik an der Alzheimerforschung

Seit Jahrzehnten scheitert die Forschung daran, Alzheimer erfolgreich zu therapieren. Der Neurobiologe Christian Behl kritisiert, dass die Forschung vielversprechende Fährten nicht verfolgt hat. Er bemängelt eine eingeengte Sichtweise, die sich über Jahrzehnte fast ausschließlich auf Plaques und Tangles konzentriert hat, anstatt andere Faktoren wie Veränderungen in der Gefäßstruktur des Gehirns oder Fettablagerungen zu berücksichtigen.

Ein entscheidender Fehler sei es gewesen, junge Alzheimererkrankte mit senilen Formen der Demenz gemeinsam zu betrachten. Forschende müssten auf Gegenargumente ein- und ihnen nachgehen, um sie zu widerlegen oder ihre Hypothese anzupassen. In der Amyloidforschung aber passierte das Gegenteil: Die Verfechter:innen der Amyloid-Hypothese modifizierten sie immer wieder derart, dass sie gegen Hinweise in andere Richtungen geradezu immun wurde.

Auch wenn skeptische Stimmen sich mehrten, sei der Einfluss der Amyloid-Hypothese nach wie vor groß. Um in der Alzheimerforschung aber wirklich weiterzukommen, bräuchte es einen grundlegenden Paradigmenwechsel.

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Unterstützung für Angehörige

Versorgende Angehörige eines Menschen mit einer Demenzerkrankung leisten eine seelisch wie körperlich schwierige und belastende Arbeit die höchsten Respekt verdient, aber leider von Außenstehenden oft unterschätzt wird und die Anerkennung dafür bleibt aus. Auch Ihre erkrankten Angehörigen können Ihnen in der Regel nicht mehr die Wertschätzung dafür entgegenbringen. Dabei gehen die Angehörigen oft einen langen Weg der Aufopferung, des Abschieds, der Überforderung und oftmals steht man Alltagssituationen mit absoluter Hilflosigkeit gegenüber.

Häufig sind Schlafstörungen, (sozialer) Rückzug von geliebten Aktivitäten und Freunden, Nervosität, Verspannungen und Grübeleien die Folge - der Anfang eines Burnouts! Wer lange Zeit seine eigenen Bedürfnisse nicht wahrnimmt (weil man sich nur noch auf den erkrankten Angehörigen konzentriert) hat ein hohes Risiko krank zu werden. Es ist wichtig, rechtzeitig auch den Gedanken zuzulassen, dass die Pflege nicht mehr allein bewältigt werden kann und ein Umzug ins Pflegeheim der richtige Weg ist. Gut vorbereitet kann es ein Segen für beide sei und wieder Lebensqualität und Lebensfreude zurückbringen.

Angebote zur Unterstützung

  • Demenzsprechstunde, Schulungskurse, Selbsthilfegruppen und Pflegestützpunkte: Beratungsangebote für Betroffene und Angehörige.
  • App der Deutschen Alzheimer Gesellschaft „Alzheimer & YOU - den Alltag aktiv gestalten“: Bietet Anregungen zur Alltagsgestaltung.
  • Kostenfreie Schulungskurse für Angehörige: Bieten Informationen über Demenz-Erkrankungen, den Umgang mit herausforderndem Verhalten und die eigenen Belastungen.
  • Entlastungsangebote wie ehrenamtliche Angebote zur Unterstützung im Alltag oder Angebote zur Tagespflege: Ermöglichen Auszeiten für pflegende Angehörige.

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