Zäpfchen bei Nervenschmerzen: Eine umfassende Betrachtung

Ein Zäpfchen, auch Suppositorium genannt, ist eine feste Darreichungsform eines Medikaments, die in Körperöffnungen wie Mastdarm oder Vagina eingeführt wird. Ärzte bezeichnen medizinische Zäpfchen auch als Suppositorien. Sie haben üblicherweise eine spitz zulaufende, zylindrische Form, die an einen Torpedo erinnert, um die Anwendung zu erleichtern. Rektal eingeführte Zäpfchen sind am häufigsten, während Vaginalzäpfchen (Vaginalovula oder Scheidenzäpfchen) oft eiförmig sind.

Vorteile und Anwendungsbereiche von Zäpfchen

Durch die rektale Einführung wird der First-Pass-Effekt der Leber umgangen, was bedeutet, dass mehr Wirkstoff des Medikaments im Vergleich zur oralen Einnahme zur Verfügung steht und die Wirkung schneller eintritt, da die Schleimhäute den Wirkstoff rasch aufnehmen. Zäpfchen stellen eine Alternative zu Tabletten und Kapseln dar und eignen sich besonders für Patienten mit Schluckbeschwerden, wie Säuglinge, Kleinkinder und ältere Menschen. Auch bei Patienten in schlechtem Allgemeinzustand oder Bewusstlosigkeit sowie bei Übelkeit oder Erbrechen sind Zäpfchen eine ideale Option, da der Wirkstoff direkt in den Körper gelangt.

Zäpfchen finden Anwendung, wenn eine orale Einnahme nicht möglich ist, z. B. bei akuter Magen-Darm-Grippe mit Brechreiz und Durchfall. Sie werden auch zur Behandlung von Schmerzen, Fieber (z. B. Paracetamol-Zäpfchen bei Kindern) und bei Scheidenpilzinfektionen, Stressinkontinenz und zur Empfängnisverhütung eingesetzt.

Anwendung von Zäpfchen

Die übliche Anwendung ist die Einführung in den After, idealerweise nach dem Stuhlgang. Vor dem Einführen sollte das Zäpfchen mit der Hand leicht erwärmt oder kurz in Wasser getaucht werden. Die Fachliteratur empfiehlt, das Zäpfchen mit der stumpfen Seite voran einzuführen, damit sich die Darmschleimhaut besser um das schmale Ende legen kann und der Weitertransport verbessert wird. Die Einführung mit der spitzen Seite kann Stuhldrang auslösen und die Verweildauer im Darm verkürzen.

Nachteile und Einschränkungen

Die Handhabung von Zäpfchen kann gewöhnungsbedürftig sein und von manchen Patienten als unangenehm empfunden werden. Die Resorptionsrate und Bioverfügbarkeit können schwanken, weshalb Arzneistoffe mit geringer therapeutischer Breite weniger gut geeignet sind.

Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen

Herstellung von Zäpfchen

Zäpfchen gehören zu den wenigen Arzneimittelformen, die sowohl industriell als auch individuell in der Apotheke hergestellt werden können. Apotheker verwenden meist eine fetthaltige Grundmasse, die bei Körpertemperatur schmilzt, und bringen diese durch Gießen und Pressen in die entsprechende Form.

Zäpfchen bei Nervenschmerzen

Bei der Behandlung von Nervenschmerzen (neuropathischen Schmerzen) sind rezeptfreie Schmerzmittel in der Regel nicht wirksam. Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac wirken vor allem bei Schmerzen, die durch Entzündungen verursacht werden. Patienten mit neuropathischen Schmerzen sollten frühzeitig einen Arzt aufsuchen, da ein Schmerzgedächtnis entstehen kann, das schwer zu behandeln ist.

Typische Anzeichen für neuropathische Schmerzen sind brennende Dauerschmerzen oder vorübergehende elektrisierende Schmerzen, die mit Kribbeln oder Ameisenlaufen einhergehen können. Weitere Symptome sind ein Ringgefühl oder eine Überempfindlichkeit gegenüber Berührungs- oder Kältereizen. Neuropathische Schmerzen können z. B. durch Gürtelrosen-Infektionen, Diabetes mellitus oder Krebsbehandlungen entstehen.

Bei neuropathischen Schmerzen werden verschiedene rezeptpflichtige Arzneimittel eingesetzt, darunter Antidepressiva wie Amitriptylin und Duloxetin sowie Antiepileptika wie Gabapentin und Pregabalin.

Spezifische Medikamente in Zäpfchenform

Diclofenac-ratiopharm®

Diclofenac-ratiopharm® ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften. Es wird zur Behandlung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt, ist jedoch nicht für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren geeignet.

Lesen Sie auch: Nervenschaden nach Zahnbehandlung: Symptome und Therapie

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nicht anwenden bei Allergie gegen Diclofenac, Mastdarmentzündung oder Herzkrankheiten.
  • Vorsicht bei älteren Patienten, Magen-Darm-Erkrankungen, Lebererkrankungen und Nierenfunktionsstörungen.
  • Das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall kann bei längerer Anwendung und hoher Dosierung erhöht sein.
  • Bei Magen-Darm-Blutungen oder Geschwüren ist die Anwendung abzubrechen.
  • Informieren Sie Ihren Arzt über alle eingenommenen Medikamente, insbesondere NSAR, blutgerinnungshemmende Mittel und Antidiabetika.

Nebenwirkungen:

  • Häufig: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen, erhöhte Leberwerte.
  • Gelegentlich: Herzbeschwerden, Blutungen im Magen-Darm-Bereich, Leber- und Nierenschäden.

Paracetamol Ratiopharm 1000 mg Zäpfchen

Paracetamol Ratiopharm 1000 mg Zäpfchen werden bei leichten bis mittelschweren Schmerzen wie Kopf-, Zahn- und Gliederschmerzen sowie zur Fiebersenkung eingesetzt. Der Wirkstoff Paracetamol hemmt die Prostaglandinherstellung und wirkt somit schmerzlindernd und fiebersenkend.

Anwendung:

  • Zäpfchen in den Enddarm einführen, idealerweise nach dem Stuhlgang.
  • Nicht länger als 3 Tage ohne ärztlichen Rat anwenden.
  • Gesamtdosis nicht ohne Rücksprache mit Arzt oder Apotheker überschreiten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Vorsicht bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, Gilbert-Syndrom und Alkoholmissbrauch.
  • Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben.
  • Achten Sie bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung.

Nebenwirkungen:

  • Selten bis sehr selten: Unerwünschte Wirkungen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch.
  • Überdosierung kann zu Übelkeit, Erbrechen, Unterleibsschmerzen und Leberkoma führen.

Posterisan® akut Zäpfchen mit Lidocain

Posterisan® akut Zäpfchen enthalten Lidocain, ein lokal wirksames Schmerzmittel (Lokalanästhetikum), und werden zur Behandlung von Juckreiz und Schmerzen im Afterbereich bei Hämorrhoidenleiden, Afterrissen, Analfisteln und Abszessen sowie Mastdarmentzündung eingesetzt.

Anwendung:

  • 2-mal täglich jeweils 1 Zäpfchen (60 mg Lidocain) anwenden.
  • Die Behandlungsdauer sollte ohne Unterbrechung 4 - 6 Wochen nicht überschreiten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Lidocain oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Bei Pilzbefall ist die zusätzliche Anwendung eines lokal wirksamen Mittels gegen Pilzinfektionen erforderlich.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strenger ärztlicher Anweisung anwenden.

Nebenwirkungen:

  • Sehr häufig: Lokale Überempfindlichkeitsreaktionen im Afterbereich mit Jucken und leichtem Brennen.

VOLTAREN 100 mg Zäpfchen

VOLTAREN 100 mg Zäpfchen enthalten den Wirkstoff Diclofenac und wirken schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Sie werden bei akuten Gelenkentzündungen, Gichtanfall, Arthrose, chronischen Gelenkentzündungen und entzündlich-rheumatischen Wirbelsäulenleiden eingesetzt.

Anwendung:

  • Erwachsene: 1 Zäpfchen täglich nach dem Stuhlgang.
  • Die Anwendungsdauer wird vom Arzt bestimmt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe, Blutbildungsstörungen, Geschwüren im Verdauungstrakt, stark eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion und Herzschwäche.
  • Vorsicht bei entzündlichen Darmerkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, Asthma und Allergien.
  • Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden.
  • Vorsicht bei älteren Patienten ab 65 Jahren.
  • während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Nebenwirkungen:

  • Häufig: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel, Hautreaktionen, Anstieg der Leberwerte.
  • Gelegentlich: Herzinfarkt, Herzschwäche, Blutungen im Magen-Darm-Bereich, Gelbsucht, Leberschäden.

Tramadol Zäpfchen

Tramadol ist ein zentralwirksames Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und wird zur Behandlung von mittelstarken bis starken Schmerzen eingesetzt. Die Dosierung sollte der Schmerzstärke und der individuellen Empfindlichkeit angepasst werden.

Anwendung:

  • Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 1 Zäpfchen (100 mg Tramadolhydrochlorid) als Einzeldosis.
  • Nicht mehr als 4 Zäpfchen täglich anwenden, es sei denn, der Arzt hat dies ausdrücklich verordnet.
  • Die Zäpfchen werden möglichst nach dem Stuhlgang in den After eingeführt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nicht zusammen mit MAO-Hemmstoffen anwenden.
  • Vorsicht bei Abhängigkeit von anderen Schmerzmitteln, Bewusstseinsstörungen, erhöhtem Hirndruck, Atembeschwerden, Epilepsie und Leber- oder Nierenleiden.
  • Die Zäpfchen können zu seelischer und körperlicher Abhängigkeit führen.
  • Während der Behandlung keinen Alkohol trinken.
  • Während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt anwenden.

Nebenwirkungen:

  • Sehr häufig: Schwindel, Übelkeit.
  • Häufig: Kopfschmerz, Benommenheit, Erschöpfung, Erbrechen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Schwitzen.
  • Gelegentlich: Beeinflussung der Herz- und Kreislaufregulation, Brechreiz, Magenbeschwerden, Durchfall, Hautreaktionen.
  • Selten: Allergische Reaktionen, verlangsamter Herzschlag, Blutdruckanstieg, Fehlempfindungen auf der Haut, Zittern, epileptische Anfälle, Halluzinationen, Verwirrtheitszustände, Schlafstörungen, Angstlichkeit, Albträume, Arzneimittelabhängigkeit, verschwommene Sicht, Pupillenverengung, Atemnot, verminderte Muskelkraft, erschwertes oder schmerzhaftes Wasserlassen.
  • Sehr selten: Leberenzymwerterhöhungen.
  • Nicht bekannt: Abfall des Blutzuckerspiegels.

Lesen Sie auch: Medikamentenfreie Schmerzlinderung bei Nervenschmerzen

tags: #zepfechen #fur #nervenschmerzen