Schlaflosigkeit betrifft viele Menschen, und Zopiclon ist ein häufig verschriebenes Medikament zur kurzzeitigen Behandlung von Schlafstörungen. Es ist jedoch wichtig, die potenziellen Wechselwirkungen von Zopiclon mit anderen Medikamenten, insbesondere bei Patienten mit Parkinson, zu verstehen.
Was ist Zopiclon?
Zopiclon gehört zur Gruppe der Z-Substanzen, die als Alternative zu Benzodiazepinen entwickelt wurden. Es wirkt dämpfend, beschleunigt den Einschlafprozess und fördert das Durchschlafen. Zopiclon beeinflusst im zentralen Nervensystem die gleichen Rezeptoren wie der Neurotransmitter GABA, erhöht den GABA-Spiegel im Gehirn und fördert so die Schläfrigkeit.
Die Wirkung tritt etwa 10 bis 30 Minuten nach der Einnahme ein, die maximale Konzentration im Blut wird nach etwa einer Stunde erreicht. Es wird empfohlen, die vom Arzt empfohlene Dosis (meist 7,5 mg für gesunde Erwachsene, 3,75 mg für ältere Menschen) unmittelbar vor dem Schlafengehen mit ausreichend Flüssigkeit einzunehmen. Eine ausreichende Schlafdauer von sieben bis acht Stunden sollte gewährleistet sein, um Tagesmüdigkeit zu vermeiden.
Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen von Zopiclon
Wie viele Medikamente kann Zopiclon unerwünschte Wirkungen haben. Zu den Kontraindikationen gehören Suchterkrankungen, Leber- oder Atemfunktionsstörungen, Schlafapnoe-Syndrom und Myasthenia gravis. Schwangere und stillende Patientinnen sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten Zopiclon nicht einnehmen.
Wechselwirkungen von Zopiclon mit anderen Medikamenten
Zopiclon kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Substanzen haben. Medikamente, die den Abbau von Zopiclon hemmen, können dessen sedierende Wirkung verstärken. Dazu gehören Cimetidin gegen Sodbrennen und die Makrolidantibiotika Erythromycin und Clarithromycin. Antiepileptika wie Carbamazepin oder Johanniskraut können die Wirkung von Zopiclon abschwächen.
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Zopiclon und Abhängigkeit
Ähnlich wie Benzodiazepine kann Zopiclon bereits in geringer Dosierung körperlich und psychisch abhängig machen. Daher sollte es nur bei schweren Schlafstörungen und für maximal zwei Wochen verschrieben werden. Ein kalter Entzug kann zu schweren Entzugserscheinungen führen, daher sollte Zopiclon in einer Suchtklinik ausschleichend abgesetzt werden.
Zopiclon und Parkinson: Besondere Vorsicht ist geboten
Bei Parkinson-Patienten ist besondere Vorsicht geboten, da Wechselwirkungen mit Parkinson-Medikamenten auftreten können.
Pharmakokinetische Interaktionen bei Parkinson
Die Pharmakokinetik untersucht, wie ein Wirkstoff vom Körper aufgenommen, verteilt, metabolisiert und ausgeschieden wird. Besonderheiten bei Parkinson-Patienten können diesen Prozess beeinflussen:
- Mundtrockenheit und Speichelfluss: Mundtrockenheit in den ersten Krankheitsjahren und vermehrter Speichelfluss in späteren Phasen können die Aufnahme von Medikamenten beeinflussen. Bei Mundtrockenheit sollten Medikamente mit mindestens 200 ml Flüssigkeit eingenommen werden.
- Schluckstörungen: Schluckstörungen können die Aufnahme von Medikamenten verzögern oder verhindern. In solchen Fällen können spezielle Techniken oder die Verabreichung über eine Magensonde erforderlich sein.
- Verzögerte Magenentleerung: Die Magenentleerung kann bei Parkinson-Patienten krankheitsbedingt verzögert sein und den zeitlichen Eintritt des L-Dopa-Effektes beeinflussen.
- Eiweißreiche Ernährung: Die Einnahme von L-Dopa-haltigen Medikamenten mit Milch, Molke, Quark und Joghurt ist wegen des hohen Eiweißgehalts zu vermeiden, da dies die Aufnahme von L-Dopa im Dünndarm beeinträchtigen kann.
- Magen-Darm-Entzündungen: Entzündungen der Magen-Darm-Schleimhaut können die Aufnahme von L-Dopa vermindern.
- Eingeschränkte Leber- oder Nierenfunktion: Bei eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion kann sich die Wirkdauer einiger Medikamente verlängern, was eine Dosisanpassung erforderlich macht.
Pharmakodynamische Interaktionen bei Parkinson
Die Pharmakodynamik befasst sich mit der spezifischen Wirkung eines Stoffes im Organismus. Bei Parkinson-Patienten sind folgende Interaktionen besonders relevant:
- Neuroleptika: Medikamente aus der Gruppe der Neuroleptika sind bei Parkinson kontraindiziert, da sie die Dopamin-Bindungsstellen im Gehirn besetzen und die Aufnahme von Dopamin einschränken oder verhindern können. Ausnahmen sind Clozapin und Quetiapin.
- Eisenpräparate: Zwischen der Einnahme von L-Dopa und Eisenpräparaten muss ein Abstand von 2 Stunden eingehalten werden.
Spezifische Wechselwirkungen mit Parkinson-Medikamenten
- Benserazid: Benserazid ist ein Decarboxylase-Hemmer, der in vielen L-Dopa-Präparaten enthalten ist. Es kann als unerwünschte Nebenwirkung Durchfall auslösen.
- COMT-Hemmer: Die Kombination von COMT-Hemmern mit Noradrenalin-wirksamen Antidepressiva birgt die Gefahr von Blutdruckkrisen. Die Kombination mit Eisenpräparaten kann zur Bildung von Chelaten führen.
- Pramipexol: Bei der Kombination von Pramipexol mit beruhigenden Arzneimitteln oder Alkohol ist wegen des möglichen additiven Effekts zu erhöhter Vorsicht geraten. Pramipexol und Arzneimittel, welche ebenfalls über die Niere abgebaut oder ausgeschieden werden, können sich gegenseitig beeinflussen und zu einer reduzierten Ausscheidung und damit zu einem unerwünschten Anstieg der Wirkung führen.
- Ropinirol: Medikamente, die das Leberenzym CYP1A2 hemmen oder anregen, können die Wirkung von Ropinirol erhöhen oder vermindern.
- Amantadin: Amantadin darf nicht mit anderen Medikamenten kombiniert werden, welche ebenfalls eine Leitungsstörung am Herzen hervorrufen können (QT-Strecken-Verlängerung). Die Kombination mit Anticholinergika kann zu einer unerwünschten Verstärkung anticholinerger Nebeneffekte führen. Amantadin kann zu einem Natriummangel im Blut (Hyponatriämie) führen.
Antipsychotika bei älteren Menschen
Antipsychotika werden bei älteren Menschen häufig zur Behandlung von Schlafstörungen oder Unruhezuständen eingesetzt. Bei Parkinson-Patienten ist jedoch besondere Vorsicht geboten, da Antipsychotika die Symptome der Krankheit verschlimmern können. Insbesondere ältere Menschen mit Schizophrenie und Psychosen profitieren von einer antipsychotischen Medikation, die die Mortalität und Morbidität reduziert. Zu bevorzugen sind Wirkstoffe der zweiten und dritten Generation sowie Depotformulierungen.
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Delir bei älteren Menschen
Ältere Menschen sind besonders gefährdet, ein Delir zu entwickeln, das lebensbedrohlich sein kann. Oft sind anticholinerg wirksame Medikamente die Auslöser. Bei Parkinson-Patienten sollte daher auf die Verordnung von Medikamenten mit anticholinerger Wirkung verzichtet werden.
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