Die A. coronaria dextra: Verlauf, Funktion und klinische Bedeutung

Die Herz-Computertomographie (Herz-CT) ist eine spezielle Form der Computertomographie, die eine nicht-invasive Alternative zur invasiven Herzkatheteruntersuchung darstellt. Sie ermöglicht eine schonende, schnelle und aussagekräftige Beurteilung der Herzkranzgefäße. Neben der Herz-CT und der Herzkatheteruntersuchung gibt es auch die Herz-Magnetresonanztomographie (MRT), die zur Myokardperfusionsmessung eingesetzt wird. Welche diagnostischen Verfahren angebracht sind, entscheiden die Ärzte im Einzelfall. Eine Herz-CT kann ambulant durchgeführt werden.

Anatomie und Durchblutung des Herzens

Das Herz, ein muskuläres Hohlorgan, ist von einer robusten, zweilagigen Membran, dem Perikard, umgeben. Es liegt auf Höhe des 3. bis 6. Brustwirbels. Das Herz hat eine Breite von ca. 9 cm an der Basis, eine Länge von ca. 12 cm von der Basis bis zur Spitze und eine Tiefe von ca. 6 cm an der dicksten Stelle. Das Gewicht beträgt ca. 300 g.

Die Versorgung des Herzens erfolgt über die rechte und linke Herzkranzarterie. Die rechte Herzkranzarterie (A. coronaria dextra, ACD) und die linke Herzkranzarterie (A. coronaria sinistra, ACS) sind die Hauptstämme der Koronararterien. Sie versorgen das Herz mit arteriellem Blut. Die linke Herzkranzarterie (A. coronaria sinistra) teilt sich direkt nach Abgang aus der Aorta in zwei Hauptäste: Ramus interventricularis anterior (RIVA) und Ramus circumflexus (RCX). Die Abbildungen erlauben eine Beurteilung der Herzkranzgefäße (rechte und linke Koronararterie (Hauptstamm) und z.T. Vv. Vv. Truncus pulmonalis und Aorta).

Die rechte Koronararterie (A. coronaria dextra)

Die rechte Koronararterie (A. coronaria dextra [ACD], engl. right coronary artery [RCA]) entspringt aus dem rechten Sinus aortae im Aortenbulbus. Sie zieht horizontal um die rechte Herzhälfte herum und verläuft im Sulcus coronarius.

Verlauf:

  • Die A. coronaria dextra (auch: rechte Herzkranzarterie) entspringt rechts (lat. dexter) aus der Aorta.
  • Die Herzkranzgefäße verlaufen im Sulcus coronarius.
  • Zwerchfellfläche: Übergang in R. interventricularis posterior.

Äste der A. coronaria dextra:

  • Rr. coni arteriosi: aus A. coronaria dextra. Sowohl die A. coronaria dextra als auch der R. interventricularis anterior geben Äste ab, die den Conus arteriosus versorgen. Kegelförmiges (lat. conus) Ausflussteil des rechten Ventrikels.
  • Die A. coronaria dextra gibt den R. marginalis dextra ab.
  • R. nodi sinuatrialis: Versorgung durch den R. nodi sinuatrialis, der der A. coronaria dextra (60 %) oder der A. circumflexa (40 %) entspringt.

Versorgungsgebiet der A. coronaria dextra:

Die rechte Koronararterie (RCA) versorgt den gesamten rechten Ventrikel über die Ramus marginalis dexter. Die rechte Koronararterie zieht horizontal um die rechte Herzhälfte herum. Sie versorgt den größten Teil des rechten Herzens und den hinteren Teil der Scheidewand (Trennwand zwischen rechter und linker Herzhälfte). Nebenäste versorgen den rechten Vorhof sowie den Sinus- und den AV-Knoten, die für die Erregungsbildung und -leitung wichtig sind.

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Bei 90% der Personen gibt die rechte Koronararterie (RCA) den Ramus interventricularis posterior (RIVP) ab, der die inferiore Wand des linken Ventrikels versorgt.In den meisten Fällen ist die kleinere RCA für die arterielle Versorgung von Sinusknoten und AV-Knoten verantwortlich. Über den R. nodi sinuatrialis und den R. nodi atrioventricularis.

Versorgungstypen des Herzens

Der Versorgungstyp des Herzens wird hauptsächlich durch die Arterie bestimmt, die den R. interventricularis posterior (PDA) versorgt. Man unterscheidet zwischen:

  • Rechtsdominanter Versorgungstyp (ca. 75 % der Menschen): R. interventricularis posterior (PDA) entspringt der RCA.
  • Linksdominanter Versorgungstyp (ca. 20 % der Menschen): R. interventricularis posterior (PDA) entspringt der LCA (aus dem R. circumflexus).
  • Normalversorgungstyp (ca. 55 %): Ein R. interventricularis posterior entspringt aus der A. coronaria dextra. Der andere R. interventricularis posterior entspringt aus dem R. circumflexus.

Die Koronararterie, die den RIVP (Ramus interventricularis posterior, engl. auch posterior descending coronary artery, PDA) versorgt, bestimmt den Versorgungstyp der Koronararterie (Abbildung 1). Der RIVP versorgt die untere Wand des linken Ventrikels. Ein Rechtsversorgungstyp bedeutet, dass der RIVP von der rechten Koronararterie (RCA) versorgt wird. Wenn der RIVP hingegen vom Ramus circumflexus (RCX) versorgt, wird dies als Linksversorgungstyp bezeichnet.

Die linke Koronararterie (A. coronaria sinistra)

Die linke Koronararterie (arteria coronaria sinistra [ACS], engl. left main coronary artery [LMCA]) entspringt aus dem linken Sinus aortae im Aortenbulbus. Die LMCA ist kurz und teilt sich in die zwei Arterien, die die vordere und linke Seite des Herzens versorgen: Ramus interventricularis anterior (RIVA, engl. auch left anterior descending artery, LAD) und Ramus circumflexus (RCX, engl. circumflex artery).

Der Ramus interventricularis anterior (RIVA) läuft im Sulcus interventricularis anterior, der vorderen Grenzstruktur der beiden Ventrikel bis zur kaudalen Herzspitze (Apex cordis). Er gibt Rr. coni arteriosi, laterales und interventriculares zur Versorgung der vorderen und mittleren Kammerscheidewand und des Ventrikels ab.

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Der Ramus circumflexus (RCX) zieht im Sulcus coronarius sinister einmal von vorne nach hinten um das linke Atrium herum. Dabei passiert er zunächst die Facies pulmonalis sinistra und endet dann an der Hinterwand (Facies diaphragmatica). Seine Äste versorgen häufig den linken Vorhof (über Rr. arteriales sinistri), die Seitenwand (über den R. marginalis sinister) und die Hinterwand (über den R. posterolateralis).

Venen des Herzens

Die Venen zum Abfluss des Blutes am Herzen entsprechen in ihrem Verlauf mehr oder weniger den jeweiligen Teilen der Koronararterien. V. cardiaca magna, V. cardiaca media und V. cardiaca parva. Zum größten Teil (etwa 75 %) fließen diese in den Sinus coronarius zusammen, der anschließend in das rechte Atrium des Herzens mündet.

Klinische Bedeutung

Erkrankungen der Herzkranzgefäße, wie die koronare Herzkrankheit (KHK), können schwerwiegende Folgen haben, darunter Angina pectoris und Herzinfarkt. Die koronare Herzkrankheit (KHK) entsteht durch Verengungen oder Blockaden der Herzkranzgefäße, die den Herzmuskel mit sauerstoffreichem Blut versorgen. Ein Stent ist ein kleines, röhrenförmiges Gittergerüst, das in verengte oder blockierte Arterien eingesetzt wird, um den Blutfluss zu verbessern.

Diagnostische Verfahren

  • Herz-CT: Mit der Entwicklung eines 256-Schichten-Spiral-CTs (FLASH-CT) kann eine genaue Darstellung der Herzkranzgefäße erfolgen. Der Koronarkalk spiegelt das biologische Alter der Herzkranzgefäße wider und kann - durch eine gesteigerte Atherosklerose bedingt - mit einer erhöhten kardialen Ereignisrate verbunden sein (Myokardinfarkt, Herztod, Revaskularisation).
  • Herzkatheteruntersuchung: Die konventionelle Koronarangiographie gilt als Standardverfahren; als kardiale Routinediagnostik werden in Europa jährlich ca. 1 Million Koronarangiographien durchgeführt.
  • Herz-MRT: Die Magnetresonanztomographie dient der Myokardperfusionsmessung des Herzens - die Untersuchung wird in Ruhe und nach medikamentösem Stress durchgeführt.

Mögliche Befunde und Einschränkungen bei der Herz-CT

Die Herz-CT ermöglicht die Erhebung verschiedener Befunde. Gegen die Durchführung einer Herz-CT sprechen nur wenige Punkte: Einschränkungen einer Herz-CT bzw. eine zu erwartende mangelnde Bildqualität kann gegeben sein bei Patienten/Patientinnen mit unregelmäßigem Herzschlag (z.B. Vorhofflimmern), mit Koronarstents oder bei vorliegender Adipositas per magna (Körpergewicht ab 120 kg).

Symptome bei Erkrankungen der Herzkranzgefäße

Symptome, die mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) verbunden sind, treten häufig infolge einer verminderten Blutversorgung des Herzmuskels auf. Zu den typischen Symptomen gehören Angina pectoris, die als Druck oder Schmerz in der Brust beschrieben wird und oft in Arme, Nacken, Kiefer oder Rücken ausstrahlen kann. Diese Schmerzen treten meist bei körperlicher Anstrengung oder emotionalem Stress auf und bessern sich in Ruhe. Bei einer schweren Verengung oder einem Verschluss der Koronararterien kann es zu einem Myokardinfarkt (Herzinfarkt) kommen, der durch intensiven, anhaltenden Brustschmerz, Übelkeit, Schwitzen und Atemnot gekennzeichnet ist. Weitere Symptome können Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit bei geringer Belastung und allgemeine Schwäche oder Müdigkeit sein. Die Schmerzen können mit Panik (Todesangst) verbunden auftreten.

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Erkrankungen im Zusammenhang mit der A. coronaria dextra

  • Instabile und stabile Angina pectoris (Akutes Koronarsyndrom): Präkordialer Brustschmerz oder Druck aufgrund einer Minderdurchblutung des Herzmuskels, die zu einer vorübergehenden myokardialen Ischämie führt. Instabile und stabile Angina pectoris (Akutes Koronarsyndrom) wird am häufigsten durch eine Verengung oder einen Verschluss der Koronararterien oder einer ihrer Hauptäste verursacht.
  • Myokardinfarkt: Ischämie und Nekrose eines Bereichs des Myokardgewebes aufgrund unzureichender Durchblutung und Sauerstoffversorgung.
  • Arrhythmien: Anormaler Herzschlag - entweder zu schnell, zu langsam oder unregelmäßig. Wenn das Herz gereizt oder geschädigt ist, können sich spontan unphysiologische elektrische Impulse in den Vorhöfen oder Ventrikeln entwickeln.
  • Herzinsuffizienz (diastolische Dysfunktion und systolische Dysfunktion): Eine Herzinsuffizienz ist dadurch gekennzeichnet, dass das Herz nicht in der Lage ist, den Körper mit ausreichend Blut zu versorgen. Dyspnoe (Atemnot/Luftnot), die sich bei körperlicher Anstrengung und im Liegen verschlimmert.

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