Die Adenoviren-Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die durch Adenoviren verursacht wird. Adenoviren sind unbehüllte, doppelsträngige DNA-Viren, die auf verschiedene Arten übertragen werden können und je nach Eintrittsort unterschiedliche Symptome hervorrufen. Die meisten Infektionen sind selbstlimitierend, sodass die Behandlung im Allgemeinen rein supportiv ist. In seltenen Fällen, insbesondere bei immungeschwächten Patienten, kann eine antivirale Therapie erforderlich sein.
Was ist Adenoviren-Meningitis?
Die Meningitis ist eine Entzündung der Hirnhäute, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben. Diese Häute, von denen es drei gibt, schützen das zentrale Nervensystem (ZNS). Ganz außen liegt eine harte Haut. Darunter liegen zwei weiche Häute. Die virale Meningitis, auch als aseptische Meningitis bezeichnet, wird durch Viren verursacht, wobei Adenoviren eine mögliche Ursache darstellen. Adenoviren werden normalerweise von Mensch zu Mensch übertragen, zum Beispiel beim Niesen oder Händeschütteln.
Ursachen und Übertragung
Die virale Meningitis wird durch verschiedene Viren verursacht, darunter Enteroviren, Herpesviren, Adenoviren und das FSME-Virus. Adenoviren können auf verschiedene Arten übertragen werden und je nach Eintrittsort unterschiedliche Symptome hervorrufen. Die Viren infizieren in der Regel zuerst Schleimhäute (z. B. im Atemtrakt oder Darm) oder gelangen durch Insektenstiche (FSME) in das Blut. Die Erreger erreichen über Schleimhäute oder durch Zeckenstiche das ZNS, wo sie eine Entzündung der Hirnhäute (Meningen) verursachen.
Symptome
Wenn die Hirnhäute entzündet sind, kann man hohes Fieber bekommen und sich sehr krank fühlen. Oft hat man starke Kopfschmerzen und der Nacken ist steif. Man kann helles Licht und laute Geräusche oft nur schwer ertragen. Manchmal ist einem auch übel und man muss sich erbrechen. Es kann auch zu Krampfanfällen kommen oder man kann bewusstlos werden. Die klinische Symptomatologie umfasst unabhängig von der Art des Erregers neben Allgemeinsymptomen wie Krankheitsgefühl, Fieber und Übelkeit/Erbrechen auch organspezifische Symptome wie Kopfschmerzen, Photophobie, Nackensteifigkeit bis hin zu epileptischen Anfällen.
Die Symptome einer Adenoviren-Meningitis können variieren, aber typische Anzeichen sind:
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- Hohes Fieber
- Starke Kopfschmerzen
- Nackensteifigkeit
- Lichtempfindlichkeit (Photophobie)
- Lärmempfindlichkeit
- Übelkeit und Erbrechen
- Krampfanfälle (in schweren Fällen)
- Bewusstlosigkeit (in schweren Fällen)
Diagnose
Die Diagnose einer Adenoviren-Meningitis umfasst in der Regel mehrere Schritte:
- Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt wird nach den Symptomen fragen und eine allgemeine körperliche Untersuchung durchführen, einschließlich einer neurologischen Untersuchung.
- Lumbalpunktion (Liquorpunktion): Eine Lumbalpunktion ist ein wichtiger diagnostischer Schritt, bei dem eine Probe der Zerebrospinalflüssigkeit (Liquor) entnommen wird. Die Analyse des Liquors kann helfen, eine virale Meningitis von einer bakteriellen Meningitis zu unterscheiden. Typischer Liquorbefund: Lymphozytäre Pleozytose (in der Frühphase auch Granulozyten, später überwiegend Lymphozyten) 20-1500 Zellen/µl Liquor klar, höchstens leicht trüb, nie eitrig! Ggf. leichte Eiweßerhöhung (meist <150mg/dl, selten bis 500mg/dl) Glucose meist >50 der Serumglukose Niedrigere Glucosewerte bei Infektionen durch HSV; LCMV, Enteroviren und Mumps
- Virus-PCR: Eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR) kann verwendet werden, um das Adenovirus-Genom im Liquor nachzuweisen. Bestimmung von Virus PCR (u.a. HSV) bei entsprechendem klinischen Verdacht
- Bildgebung: In einigen Fällen kann eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns durchgeführt werden, um andere Ursachen der Symptome auszuschließen. Cerebrale Computertomographie: Bei blandem Verlauf nur zum Ausschluss einer anderen Ursache (kein spefizischer Befund)
Differentialdiagnose
Es ist wichtig, die Adenoviren-Meningitis von anderen Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen zu unterscheiden. Dazu gehören:
- Bakterielle Meningitis: Eine bakterielle Meningitis ist eine schwerwiegendere Infektion als eine virale Meningitis und erfordert eine sofortige Behandlung mit Antibiotika.
- Enzephalitis: Eine Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns selbst, die durch verschiedene Viren verursacht werden kann.
- Andere virale Infektionen: Verschiedene andere virale Infektionen können ähnliche Symptome wie eine Adenoviren-Meningitis verursachen.
Behandlung
Die Behandlung der Adenoviren-Meningitis ist in den meisten Fällen supportiv, da die Infektion in der Regel selbstlimitierend ist. Dies bedeutet, dass sich der Körper selbst von der Infektion erholt. Die Behandlung kann Folgendes umfassen:
- Bettruhe: Ausreichende Ruhe ist wichtig, um dem Körper bei der Genesung zu helfen.
- Flüssigkeitszufuhr: Es ist wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu trinken, um eine Dehydration zu vermeiden. Bei hohem Fieber sollte dieses mit fiebersenkenden Medikamenten kontrolliert und ausreichend Flüssigkeit getrunken werden, um den Körper hydratisiert zu halten.
- Schmerzlinderung: Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, Kopfschmerzen und Fieber zu lindern.
- Antivirale Therapie: In seltenen Fällen, insbesondere bei immungeschwächten Patienten oder schweren Infektionen, kann eine antivirale Therapie in Betracht gezogen werden.
Prognose
Die Prognose der Adenoviren-Meningitis ist in den meisten Fällen gut. Die meisten Patienten erholen sich vollständig ohne langfristige Komplikationen. In seltenen Fällen kann es jedoch zu schwerwiegenden Komplikationen wie Krampfanfällen, neurologischen Defiziten oder Enzephalitis kommen.
Prävention
Da Adenoviren durch engen Kontakt mit infizierten Personen übertragen werden, sind gute Hygienepraktiken wichtig, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Dazu gehören:
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- Häufiges Händewaschen: Waschen Sie Ihre Hände regelmäßig mit Wasser und Seife, insbesondere nach dem Niesen, Husten oder Kontakt mit potenziell kontaminierten Oberflächen.
- Vermeidung von engem Kontakt: Vermeiden Sie engen Kontakt mit Personen, die krank sind.
- Husten- und Niesetikette: Bedecken Sie Ihren Mund und Ihre Nase mit einem Taschentuch oder Ihrem Ellbogen, wenn Sie husten oder niesen.
- Impfung: Es gibt keine spezifische Impfung gegen Adenoviren-Meningitis.
Adenoviren-Infektionen im Allgemeinen
Adenovirus-Infektionen können in der Regel selbstlimitierend sein und bei gesunden Personen nur milde Symptome verursachen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Vorerkrankungen können jedoch schwerwiegende Verläufe auftreten. In der Regel dauert das Fieber etwa zwei bis fünf Tage. Bei schwerwiegenden Infektionen mit Komplikationen können die Symptome allerdings länger andauern. Eine Person mit einer Adenovirusinfektion kann andere bereits vor dem Auftreten von Symptomen und während der gesamten Krankheitsdauer ansteckend sein. Besonders während der akuten Phase ist die Ansteckungsgefahr am höchsten. In den meisten Fällen bleibt eine Person bis zu zwei Wochen nach Beginn der Symptome ansteckend. In der Regel dauert die Krankheit etwa ein bis zwei Wochen. In den ersten Tagen treten typischerweise grippeähnliche Symptome wie Fieber, Halsschmerzen und Husten auf. Im Verlauf der Infektion können andere Symptome wie eine Bindehautentzündung, Bauchschmerzen oder Durchfall auftreten.
Fazit
Die Adenoviren-Meningitis ist eine seltene, aber potenziell schwerwiegende Erkrankung. Die meisten Fälle sind selbstlimitierend und erfordern nur eine supportive Behandlung. In seltenen Fällen kann eine antivirale Therapie erforderlich sein. Gute Hygienepraktiken sind wichtig, um die Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Wenn Sie Symptome einer Meningitis entwickeln, suchen Sie sofort einen Arzt auf.
Zusatzinformationen
Auf ärztlichen Dokumenten wird der ICD-Code oft durch Buchstaben ergänzt, die die Sicherheit der Diagnose oder die betroffene Körperseite beschreiben:
- G: Gesicherte Diagnose
- V: Verdacht
- Z: Zustand nach
- A: Ausschluss
- L: Links
- R: Rechts
- B: Beidseitig
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