Dopaminrausch: Verständnis, Auswirkungen und Management

Dopamin, oft als "Glückshormon" bezeichnet, ist ein Neurotransmitter, der eine entscheidende Rolle in unserem Nervensystem spielt. Es beeinflusst das Belohnungszentrum im Gehirn, das Verhalten, die Stimmung, die Motivation und vieles mehr. Eine verstärkte Ausschüttung erfolgt bei anregenden Tätigkeiten, was sowohl positive als auch potenziell negative Auswirkungen haben kann. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Dopamin, von seiner Funktion und Wirkung bis hin zu den Folgen von Mangel und Überschuss sowie Strategien zur Aufrechterhaltung eines gesunden Dopaminhaushalts.

Was ist Dopamin?

Dopamin ist ein Neurotransmitter, ein Botenstoff, der vorwiegend im Nervensystem eine Rolle spielt. Es leitet Signale zwischen bestimmten Nervenzellen weiter, was unterschiedliche Effekte haben kann, etwa das Hervorrufen von Emotionen oder das Ausführen von Bewegungen. Dopamin wird wie Serotonin oft als „Glückshormon“ bezeichnet. „Das ist nicht falsch, aber der Begriff deckt nicht alles ab - Dopamin hat viele Facetten“, sagt Dr. Ana Weidenauer, Psychiaterin an der Medizinischen Universität Wien, die zu Dopamin forscht.

Die vielfältigen Funktionen von Dopamin im Körper

Dopamin hat eine Reihe von Funktionen, insbesondere im Nervensystem: Es beeinflusst das Verhalten und die geistige Aktivität, die bewussten Körperbewegungen, die Motivation, das Gefühl von Strafe und von Belohnung. Darüber hinaus wirkt es unter anderem auf den Schlaf, das Träumen, die Stimmung, die Konzentration, das Arbeitsgedächtnis und das Lernen.

Die Bezeichnung „Glückshormon“ kommt daher, dass Dopamin insbesondere bei Tätigkeiten verstärkt ausgeschüttet wird, die wir als anregend empfinden. „Dazu können etwa Sport, Sex und gutes Essen gehören“, sagt Psychiaterin Weidenauer. Und weil eine Dopaminausschüttung im Gehirn bewirkt, dass man mehr von dem auslösenden Reiz haben möchte, kann Dopamin auch bei der Entwicklung einer Sucht eine Rolle spielen.

Dopaminmangel: Symptome, Ursachen und Folgen

Wenn zu wenig Dopamin im Körper und im Nervensystem vorhanden ist, kann sich das auf unterschiedliche Arten äußern: „Häufig stellt sich eine Art generelle Unlust ein. Man hat wenig Antrieb und sieht keine Freude darin, sich mit anderen Menschen zu treffen“, sagt Weidenauer. Neben der Stimmung können bei einem Dopaminmangel auch Depressionen auftreten und es gibt Hinweise auf eine Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit.

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Doch wie kommt es überhaupt zu einem Dopaminmangel? „Das ist noch nicht ganz erforscht, aber soweit wir wissen, kann es ganz unterschiedliche Gründe haben. Häufig kommen mehrere Ursachen zusammen“, erklärt die Psychiaterin. Es wird eine genetische Veranlagung vermutet. „Wenn dann noch verschiedene äußere begünstigende Faktoren hinzukommen, entwickeln diese Menschen eher einen Dopaminmangel.“

Als besonders entscheidender Faktor gilt länger anhaltender Stress. „Das kann Stress im unmittelbaren Umfeld sein, etwa in der Familie oder in der Partnerschaft oder Unsicherheit am Arbeitsplatz. Es kann aber auch gesellschaftlicher Stress sein, etwa während eines Krieges oder während einer großen Wirtschaftskrise mit viel Unsicherheit“, sagt Weidenauer. Auch andere seelische Belastungen, Mangelernährung und Bewegungsarmut können mit einem Dopaminmangel einhergehen.

Dopaminmangel und Parkinson

Durch die Wirkung von Dopamin auf die körperliche Motorik kann ein starker Dopaminmangel außerdem das Risiko zur Entwicklung von Parkinson erhöhen. Diese Erkrankung ist nachweislich untrennbar mit einem Dopaminmangel verbunden - bei Menschen mit Parkinson ist die Dopamin-Konzentration im Gehirn deutlich geringer als bei gesunden Menschen. Einem solchen Dopaminmangel geht das Absterben einer bestimmten Kernregion im Gehirn, der Substantia nigra, voraus. Die dort liegenden Nervenzellen produzieren den Botenstoff Dopamin.

Im Labor lässt sich ein Dopaminmangel, der zu Parkinson führt, übrigens nicht nachweisen. Dies liegt daran, dass in diesem Fall tatsächlich nur die Dopaminwerte im Gehirn erniedrigt sind. Im Blut oder im Urin können sie dagegen im normalen Bereich liegen.

Besonders häufig sind ältere Menschen von Parkinson betroffen. Die Krankheit, die auch "Schüttellähmung" genannt wird, geht unter anderem mit folgenden Symptomen einher:

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  • Zittern (Tremor), insbesondere in Ruhe
  • Haltungsschwäche, also ein vor- oder zurückgeneigter Oberkörper beim Stehen
  • verlangsamte Bewegungen
  • Versteifung der Muskulatur

In schweren Fällen von Parkinson kann es helfen, dopaminverstärkende Medikamente einzunehmen. Diese enthalten Aminosäuren, mit deren Hilfe der Körper dann eigenständig Dopamin produzieren kann.

Gestörter Dopaminstoffwechsel: ADS und ADHS als Folge

Auch die Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrome ADS und ADHS sind auf eine Stoffwechselstörung bei Dopamin zurückzuführen. Hier ist das Dopamin im synaptischen Spalt in zu geringer Menge vorhanden, was dazu führt, dass die Nerven ankommende Reize nicht mehr filtern können. Anders als gesunde Menschen können Betroffene unnütze Empfindungen oder Geräusche nicht aussortieren und nehmen sie genauso intensiv wahr, wie wichtige Dinge.

Aufgrund des Dopaminmangels im ADHS-Gehirn kann es zu einem verstärkten Verlangen nach Aktivitäten kommen, die Dopamin freisetzen. Das erklärt, warum Menschen mit ADHS oft impulsiv nach Belohnungen suchen, und Schwierigkeiten haben, ihre Impulse zu kontrollieren. Das Bedürfnis nach Dopamin kann auch zu Heißhungerattacken führen, insbesondere auf Nahrungsmittel, die schnell verfügbares Dopamin liefern, wie z. B.

Es wird angenommen, dass ein Ungleichgewicht von Neurotransmittern im Gehirn, insbesondere ein Dopaminmangel, eine Rolle bei der Entwicklung von ADHS spielt. Dopamin ist ein wichtiger Neurotransmitter, der eine Vielzahl von Funktionen im Gehirn reguliert, einschließlich Stimmung, Motivation, Belohnungssystem und Gedächtnis. Menschen mit ADHS haben oft niedrigere Dopaminspiegel oder eine verminderte Aktivität in den dopaminergen Signalwegen des Gehirns. Dies kann zu verschiedenen Symptomen führen, wie z. B. Schwierigkeiten, sich zu motivieren, impulsives Verhalten und Stimmungsschwankungen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass der kurzfristige Genuss von Lebensmitteln mit hohem Dopamingehalt, wie Donuts, zwar vorübergehend die Dopaminfreisetzung im Gehirn erhöhen kann, aber langfristig negative Auswirkungen haben kann. Eine unausgewogene Ernährung, die reich an zucker- und fettreichen Lebensmitteln ist, kann zu Gewichtszunahme, schlechterer Konzentration und einer Verschlechterung der ADHS-Symptome führen.

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Dopamin erhöhen: Tipps für einen gesunden Dopaminhaushalt

Grundsätzlich wird die Produktion von Dopamin durch Tätigkeiten gesteigert, bei denen wir Lust empfinden. Doch der Grat zwischen einer gesunden Dopaminsteigerung und einer kurzfristig übermäßigen und auf Dauer eher schädlichen Überanregung des Dopaminsystems, etwa durch das schnelle Betrachten von Social-Media-Inhalten, ist schmal. Um das Dopaminsystem auf gesunde Weise anzuregen, empfehlen sich vor allem Sport und ausreichend Schlaf. Eine ausgewogene Ernährung kann das Nervensystem insgesamt stärken. Um das eigene Dopamin erhöhen zu können, können folgende Handlungen helfen:

  • Abbau von chronischem Stress (ständiger Stress hemmt die Produktion von Dopamin)
  • Ausreichend Schlaf (7-9h) von guter Qualität
  • Praktizieren von Entspannung (Meditation und Yoga)
  • Regelmäßige Bewegung (bereits nach 10min. kommt es zur Ausschüttung von Dopamin und nach 20 min. ist die Konzentration an Dopamin am höchsten)
  • Ausreichendes Verzehren von Proteinen (Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte etc. führen zum Wachstum von Dopamin)
  • Genießen von Musik (die Hirnaktivität im Belohnungszentrum ist reich an Dopaminrezeptoren und wird dabei angesprochen)
  • Sonne tanken (Sonnenstrahlen fördern die Herstellung von Dopamin)

Die Tipps sind in Maßen anzuwenden und garantieren keine Steigerung an Dopamin. Dopamin kann auch als Arzneimittel in Apotheken gekauft werden, allerdings ist es rezeptpflichtig.

Dopamin erhöhen mit Sport

Sport ist Mord? Nein, Sport macht glücklich! Auch wenn für manch einen am Anfang ein gewisser Schweinehund zu überwinden ist, so versetzt körperliche Anstrengung im Rahmen von Sport die meisten Menschen nach einer Zeit in eine Art Glückszustand. Wer mit Sport den Dopaminspiegel steigern möchte, braucht wahrscheinlich ein gewisses Pensum. „Manche Menschen sagen, ich gehe eh spazieren. Aber das reicht nicht, um eine spürbare Dopaminausschüttung herbeizuführen. Dazu sollte man schon mehrmals in der Woche Sport von mindestens mittlerer Intensität machen“, empfiehlt Psychiaterin Weidenauer.

Regelmäßige körperliche Aktivität ist eine der effektivsten Möglichkeiten, um den Dopaminspiegel im Gehirn zu erhöhen. Sport und körperliche Bewegung fördern die Freisetzung von Dopamin und können dazu beitragen, die Symptome von ADHS zu verbessern.

Dopamin erhöhen mit Schlaf

Schlafmangel kann das Dopaminsystem durcheinanderbringen. Umgekehrt ist laut Weidenauer davon auszugehen, dass ausreichend Schlaf sich positiv auf das Dopaminsystem auswirken kann: „Ausreichend Schlaf ist sehr wichtig für den Körper und das Gehirn insgesamt - er kann vermutlich auch helfen, den Dopaminhaushalt zu stabilisieren.“

Dopamin erhöhen mit Ernährung

Dopamin wird im Nervensystem und im Nebennierenmark unter anderem aus den Aminosäuren Phenylalanin und Tyrosin gebildet. Doch ob es einen Effekt hat, phenylalaninhaltige Lebensmittel wie Fleisch, Nüsse oder Hülsenfrüchte zu sich zu nehmen, um den Dopaminspiegel zu steigern, darüber gibt es noch keine stichhaltigen wissenschaftlichen Erkenntnisse.

„Es gibt Nahrungsergänzungsmittel, in denen viele Substanzen enthalten sind, die Vorstufen von Dopamin sind. Ihr Effekt ist aber gering“, sagt Weidenauer. „Gerade bei krankhaftem Dopaminmangel - etwa im Rahmen von ADHS oder Depressionen - helfen solche Vorstufen kaum.“

Die Psychiaterin empfiehlt stattdessen eine ausgewogene Ernährung, um den Stoffwechsel im Gehirn insgesamt zu stärken. „Die mediterrane Ernährungsweise mit viel Obst, Gemüse und Olivenöl und Fisch sowie weißem Fleisch hat eine stabilisierende Wirkung auf das Nervensystem.“ Dazu tragen unter anderem die Omega-3-Fettsäuren bei, die etwa in Fisch und Olivenöl enthalten sind.

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an nährstoffreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und magerem Protein ist, kann helfen, die allgemeine Gehirnfunktion zu unterstützen. Diese Lebensmittel liefern wichtige Nährstoffe, die für die Dopaminproduktion und -regulation im Gehirn erforderlich sind. Es ist ratsam, eine Ernährung zu wählen, die den Blutzuckerspiegel stabil hält, da Blutzuckerschwankungen die Dopaminproduktion beeinflussen können.

Dopamin-Überschuss: Ursachen, Symptome und Folgen

Nicht nur ein Dopaminmangel kann zu Beschwerden führen, auch ein Dopaminüberschuss beziehungsweise eine ständige Aktivierung des Dopaminsystems kann zum Problem werden. Zu einem kurzfristigen Dopaminüberschuss kann es kommen, wenn die Dopaminausschüttung in kurzer Zeit extrem stimuliert wird. „Je mehr Dinge man macht, die eine Dopaminausschüttung bewirken, desto weniger empfindlich wird das Gehirn für kleinere Reize“, sagt Weidenauer. In der Praxis könnte das bedeuten: Wer in jeder Pause im Alltag durch Instagram scrollt und jeden Abend eine Verabredung hat, für den sind das Scrollen auf Social Media und auch die Verabredungen irgendwann weniger „besonders“, sie sorgen für weniger Befriedigung. „Das kann im Laufe der Zeit zu einer Art Abstumpfung des Dopaminsystems führen.“

Symptome eines Dopamin-Überschuss sind eine sehr intensive Wahrnehmung der Umwelt, zunehmende Unfähigkeit zwischen wichtigen und unwichtigen Empfindungen zu unterscheiden, Schlafprobleme, Wahnvorstellungen und manisches Verhalten. Hohe Dopaminwerte werden mit seelischen Erkrankungen, wie Psychosen, Schizophrenie, Drogenabhängigkeit und Angstzuständen, in Verbindung gebracht.

Dopamin ist zuständig für die Übertragung von Empfindungen und Gefühlen. Bei gesunden Menschen sorgt dies für eine stabile emotionale Wahrnehmung. Menschen mit zu viel Dopamin können jedoch erheblich mehr wahrnehmen und verlieren mehr und mehr die Fähigkeit, zwischen wichtigen und unwichtigen Empfindungen zu unterscheiden.

Erkrankungen wie Angstzustände, Psychosen oder Schizophrenie werden mit dauerhaft erhöhten Dopaminwerten in Verbindung gebracht. Zur Behandlung eignen sich hier Dopaminantagonisten wie Neuroleptika, die helfen, den Dopaminspiegel zu reduzieren.

Ist das Dopamin im Körper erhöht, kann (neben dem Konsum von Drogen) Stress dahinterstecken. Ein dauerhaft erhöhter Dopaminspiegel kann auch durch einen hormonell aktiven Tumor, ein sogenanntes Phäochromozytom, ausgelöst werden. Meist handelt es sich dabei um gutartige Tumore im Nebennierenmark.

Werden, ausgelöst durch den Tumor, neben Dopamin auch Noradrenalin und Adrenalin vermehrt gebildet, treten als Symptome häufig Kopfschmerzen, Bluthochdruck, Angstzustände und eine blasse Hautfarbe (insbesondere im Gesicht) auf. Wird nur die Bildung von Dopamin angeregt, fehlen diese Anzeichen.

Dopamintoleranz und "Dopamin Detox"

Häufig wird auch von einer Dopamintoleranz gesprochen. Damit ist gemeint, dass durch viele stimulierenden und kurzfristig Freude bereitende Reize Menschen das Gefühl entwickeln können, keine Freude mehr zu empfinden und nach immer größeren und neuen Vergnügen suchen. Häufig ist dies bei Personen der Fall, die viel digitale Medien konsumieren, Herausforderungen an Spielkonsolen suchen usw. Derartiges ist teils programmiert, um bei NutzerInnen hohe Dopamin-Ausschüttung hervorzurufen. Dabei können sich Verhaltenssüchte entwickeln, was dazu führen kann, dass Betroffene das Interesse an wichtigen Dingen oder diese vernachlässigen. Z.B. einmal pro Woche, Dopamin runterfahren: Kein PC, Smartphone, Spielkonsole, Fast Food, sondern spazieren, meditieren, schreiben lesen. Sich äußeren Reizen der digitalisierten Welt entgegensetzen und wieder mit „inneren Themen“ beschäftigen, mit Dingen die man aufschiebt und Erlebtes verarbeiten, Quality Time, Familie. Regelmäßig, langfristig im Alltag. Weniger interessantes vor dopaminlastiger Aktivität.

Beim „Dopamin Detox“, auch Dopaminfasten genannt, zieht man sich für eine bestimmte Zeit in eine möglichst ruhige Umgebung zurück und vermeidet alles, was sonst eine Dopaminausschüttung stimuliert. „Wer immer unterwegs ist - online und offline -, könnte sich zum Dopamin Detox beispielsweise für ein Wochenende in eine ruhige Hütte im Wald zurückziehen, ohne Internet und mit abgeschaltetem Telefon“, sagt Psychiaterin Weidenauer.

Es gibt bislang keine aussagekräftigen Studien darüber, inwieweit ein solches Dopamin Detox tatsächlich den Dopaminhaushalt beeinflusst. „Man kann aber schon davon ausgehen, dass es eine gewisse Wirkung hat“, meint Weidenauer. „Es geht ja nicht nur um die Dopaminkonzentration, sondern auch um das eigene Wohlbefinden und die Zufriedenheit. Und die können durch ein solches Dopamin Detox in vielen Fällen gesteigert werden - wenngleich es vielen anfangs auch schwerfallen dürfte, die relative Reizarmut auszuhalten.“

Laut Forschenden ist es jedoch nicht möglich, den Dopaminspiegel durch ein solches Verhalten bewusst herunterzuregeln. Auch gibt es keine "Dopamin-Sucht", wie sie von Vertreter*innen des Trends beschrieben wird. Im Extremfall kann ein streng durchgeführtes Dopamin-Fasten sogar zu psychischen Beschwerden führen, wenn Glücks- und Belohnungsmomente komplett ausbleiben oder sich Menschen sozial isolieren. Auch wenn die Einschränkung von bestimmten Verhaltensweisen, wie dem Verzehr von Süßigkeiten oder der ständigen Handynutzung, sinnvoll sein kann, sollte man dabei also auf ein gesundes Maß achten.

Bei Stress-Symptomen oder Reizüberflutung, die viele Menschen gedanklich mit einem erhöhten Dopaminspiegel in Verbindung bringen, kann es stattdessen sinnvoll sein, bewusst Entspannungsübungen wie Meditation oder mehr körperliche Bewegung in den Alltag zu integrieren.

Dopamin und seine Rolle bei ADHS

ADHS und Dopamin spielen beide eine entscheidende Rolle in Beziehungen. ADHS und Liebe hängen oft fest zusammen. Dopamin ist ein Neurotransmitter, der am Belohnungssystem des Gehirns beteiligt ist und eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Aufmerksamkeit und Emotionen spielt. Falls du, dein Partner oder beide Verhaltensweisen zeigen, die mit ADHS übereinstimmen, empfehlen wir von GAM Medical dringend, eine gründliche Bewertung dieser Symptome durch einen hochqualifizierten Fachmann durchführen zu lassen.

Die Verbindung zwischen ADHS, Liebe und Dopamin kann komplex und interessant sein. Wie bereits in verschiedenen Artikeln auf unserem Blog behandelt, ist ADHS eine neuroentwicklungsbedingte Störung, die durch eine Reihe von Symptomen wie Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit gekennzeichnet ist. ADHS und Dopamin hängen eng zusammen. Neuere Studien deuten darauf hin, dass ADHS-Betroffene möglicherweise verringerte Dopamin-Spiegel aufweisen, ein Neurotransmitter, der emotionale Reaktionen reguliert. Weitere Forschungen haben eine mögliche Korrelation zwischen Dopamin und ADHS aufgezeigt. Einige Forscher vermuten, dass die Dopaminspiegel bei ADHS-Betroffenen und Menschen ohne diese Bedingung variieren können. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass die genaue Ursache der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) derzeit noch nicht identifiziert wurde.

Zudem haben einige Studien nahegelegt, dass ADHS-Betroffene möglicherweise eine geringere Dichte an Dopamin-Rezeptoren im Gehirn haben, was die Regulation von Emotionen und Verhaltensweisen in Bezug auf Liebe beeinflussen könnte. Dopamin, ein Neurotransmitter, der am Belohnungssystem des Gehirns beteiligt ist, spielt eine grundlegende Rolle bei der Regulierung von Aufmerksamkeit und Emotionen. Insbesondere spielt Dopamin eine extrem wichtige Rolle bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), aber seine Auswirkungen beschränken sich nicht darauf. Es spielt auch eine wesentliche Rolle in der Liebeserfahrung. Diese Emotion bietet uns ein einzigartiges und unvergessliches Gefühl der Freude. Liebe ist tatsächlich eine Erfahrung, die nicht nur das Herz, sondern auch unser Gehirn und seine Neurotransmitter, wie eben Dopamin, einbezieht.

Im Kontext der Liebe spielt Dopamin eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von Gefühlen der Freude und Belohnung. In den ersten Phasen einer romantischen Beziehung können Aufregung und Anziehung zumindest teilweise auf erhöhte Dopaminspiegel im Gehirn zurückgeführt werden. ADHS kann die Gehirnchemie und die Fähigkeit einer Person, romantische Beziehungen zu managen, beeinflussen. Es gibt jedoch keinen Test, um festzustellen, ob man verliebt ist, aber wir möchten dich darauf hinweisen, dass es einen Test, gibt, den du machen kannst, um selbst zu bewerten, ob du ADHS hast. Deshalb möchten wir bei GAM Medical dich wissen lassen, dass es einen Test gibt, der dir helfen kann zu verstehen, ob du möglicherweise ADHS hast und die Unterstützung zu erhalten, die du möglicherweise benötigst. Es ist wirklich wichtig, die Bedeutung des Verständnisses und der Bewältigung dieser Bedingung nicht zu unterschätzen. Nur so kannst du die Kontrolle über dein Leben übernehmen und herausfinden, ob ADHS dein Wohlbefinden beeinflussen könnte. Lesedauer ca.

Um den Dopaminmangel im ADHS-Gehirn auszugleichen und die Symptome zu lindern, ist es wichtig, gesunde Gewohnheiten zu entwickeln.

Strategien zur Selbstregulation bei Impulsivität (Dr. Russell A. Barkley)

Dr. Russell A. Barkley, ein renommierter Experte auf dem Gebiet von ADHS, hat verschiedene Strategien vorgeschlagen, um mit Impulsivität umzugehen.

  • Identifiziere auslösende Situationen: Mach eine Liste von Situationen, in denen du dich am ehesten impulsiv verhältst. Das können bestimmte Orte, Aktivitäten oder soziale Situationen sein. Indem du diese Situationen erkennst, kannst du dich besser darauf vorbereiten und alternative Reaktionsweisen entwickeln.
  • Bewusstsein schaffen: Wenn du dich in einer impulsiven Situation befindest, versuche, dir bewusst zu machen, dass du dazu neigst, impulsiv zu handeln. Dieses Bewusstsein kann dir helfen, einen Moment innezuhalten und über deine Handlungen nachzudenken, bevor du reagierst.
  • Pause machen: Bevor du auf einen Impuls reagierst, nimm dir einen Moment Zeit, um innezuhalten und tief durchzuatmen. Dies kann dir helfen, dich zu beruhigen und eine impulsive Handlung zu unterbrechen. Bevor du jemandem antwortest, atme langsam ein, atme langsam aus, setze einen nachdenklichen Gesichtsausdruck auf und sage zu dir selbst: "Nun, lass mich darüber nachdenken." Lege einen Finger für ein paar Sekunden auf deinen Mund, als ob du überlegen würdest, was du sagen wirst. Paraphrasiere, was dein Chef oder Familienmitglied gesagt hat: "Oh, Sie wollen also etwas über …" oder "Du bittest mich, um…" Stell dir vor, du verschließt deinen Mund mit einem Schlüssel, um dich am Sprechen zu hindern.
  • Ablenkung nutzen: Lenke deine Aufmerksamkeit auf etwas anderes, um den Impuls abzulenken. Das kann zum Beispiel sein, in Gedanken bis zehn zu zählen, einen Spaziergang zu machen oder mit einem Gummiband zu spielen.
  • Alternative Handlungen finden: Überlege dir im Voraus alternative Handlungen oder Reaktionen auf impulsives Verhalten. Wenn du beispielsweise merkst, dass du dazu neigst, in einem Gespräch impulsiv zu unterbrechen, könntest du dir vornehmen, stattdessen zuzuhören und erst dann zu antworten, wenn dein Gegenüber fertig gesprochen hat.
  • Strategien zur Selbstregulation entwickeln: Arbeite an Techniken zur Selbstregulation, wie zum Beispiel Entspannungsübungen, Meditation oder Achtsamkeitstraining. Diese Techniken können dir helfen, deine Impulse besser zu kontrollieren und bewusster zu handeln.
  • Unterstützung suchen: Sprich mit deinem Arzt oder Therapeuten über deine Impulsivität. Sie können dir weitere Tipps und Strategien zur Selbstkontrolle geben und dich bei Bedarf auch bei der Medikation unterstützen.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Strategien Zeit und Übung erfordern. Russell empfiehlt: “Sei geduldig mit dir selbst und erkenne an, dass es normal ist, Rückschläge zu haben. Mit der Zeit kannst du lernen, die Impulsivität besser zu managen und alternative Verhaltensweisen zu entwickeln”.

Dopaminwerte messen: Welcher Wert ist normal?

Der Dopaminwert kann im 24-Stunden-Sammelurin in Mikrogramm pro Tag gemessen werden. Für Erwachsene liegt der Normalwert von Dopamin bei unter 500 µg/24 h (Mikrogramm pro 24 Stunden).

Darüber hinaus ist es möglich, den Dopaminwert im Blutserum zu messen. Für erwachsene Männer und Frauen liegt der Normalwert bei 0,013 - 0,379 nmol/l (Nanomol pro Liter Blut). Da Stress und körperliche Bewegung die Dopaminausschüttung beeinflussen können, sollte derdie Patientin bereits eine halbe Stunde vor der Blutentnahme in einem ruhigen Behandlungszimmer liegen.

Um den Wert nicht zu verfälschen, sollten Betroffene zudem drei Tage vor der Messung auf Koffein, Nikotin oder bestimmte Lebensmittel wie Nüsse und Eier verzichten, da diese das Ergebnis beeinflussen können. Auch verschiedene Medikamente können den Wert beeinflussen. Dazu gehören beispielsweise ACE-Hemmer.

Wann ist ärztlicher Rat einzuholen?

Wer sich sehr häufig unwohl und antriebslos fühlt, und es dafür keinen konkreten Grund gibt, sollte eine ärztliche Praxis aufsuchen. „Es muss dann nicht unbedingt ein Dopaminmangel dahinterstecken“, sagt Psychiaterin Weidenauer. Dinge und Tätigkeiten, die mit Lust und Freude verbunden sind, führen zu einer Ausschüttung des Botenstoffs Dopamins - auch als Glückshormon bezeichnet. Je nach Menge des Hormons wird die Psyche beeinflusst.

Hohe Dopaminwerte werden mit seelischen Erkrankungen wie Psychosen, Schizophrenie, ADS und ADHS, Drogenabhängigkeit und Angstzuständen assoziiert. Wenn Sie Verdacht auf eine Erkrankung haben, so empfiehlt sich die Konsultation eines Arztes/einer Ärztin oder eines Psychotherapeuten/einer Psychotherapeutin.

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