Afrika braucht Gehirne Initiative: Förderung von Bildung und Gesundheit für eine bessere Zukunft

Die "Afrika braucht Gehirne Initiative" ist ein vielschichtiges Unterfangen, das darauf abzielt, das Potenzial des afrikanischen Kontinents durch Investitionen in Bildung, Gesundheit und Forschung freizusetzen. Diese Initiative erkennt an, dass die Zukunft Afrikas von der Entwicklung seiner Humanressourcen abhängt, und setzt sich für die Stärkung der afrikanischen Bevölkerung ein, um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.

Bildung als Schlüssel zur Entwicklung

Ein zentraler Aspekt der "Afrika braucht Gehirne Initiative" ist die Förderung von Bildung auf allen Ebenen. Dies umfasst die Verbesserung des Zugangs zu qualitativ hochwertiger Bildung, die Förderung von Innovation und Unternehmertum sowie die Unterstützung von Forschung und Entwicklung.

International Master’s Programme in Energy and Green Hydrogen (IMP-EGH)

Ein konkretes Beispiel für diese Bemühungen ist das "International Master’s Programme in Energy and Green Hydrogen (IMP-EGH)", das vom Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit westafrikanischen Universitäten durchgeführt wird. Dieses Programm qualifiziert junge Menschen aus Westafrika für das Zukunftsthema "Grüner Wasserstoff".

Westafrika hat ein enormes Potenzial, Sonnen- und Windenergie zu erzeugen, und aus dem Überschuss kann Grüner Wasserstoff hergestellt werden, um diesen zu exportieren. Der "H2-Atlas Afrika" bietet Entscheidungsträgern aus Politik und Industrie Orientierung, wo sich das enorme sozioökonomische Potenzial der Erzeugung von Grünem Wasserstoff in Westafrika am wirkungsvollsten abrufen lässt.

Unterstützung von Kindern und Jugendlichen in Not

Die "Afrika braucht Gehirne Initiative" umfasst auch Programme, die Kindern und Jugendlichen in Not helfen, wie beispielsweise das Kinderheim Emerald Hill in Simbabwe. Dieses Heim bietet Obdach, Bildung und Unterstützung für Kinder, die missbraucht wurden oder aus schwierigen familiären Verhältnissen stammen.

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Schwester Gabriele, die in Harare wirkt, berichtet von Naomi, die aus dem Haushalt von Onkel und Tante flüchtete, weil sie dort missbraucht wurde. Die Polizei brachte sie dann nach Emerald Hill. Schwester Gabriele hat große Hoffnung: „Es wird lange dauern, um Naomi dabei zu helfen, mit ihren Schmerzen und ihrer Wut fertig zu werden, aber sie fängt an, zu reden und zu teilen.“

Emerald Hill ermöglicht es den Kindern, eine positive Zukunftsperspektive zu entwickeln. Schwester Gabriele betont: „Die Auswirkungen dieser positiven Erfahrungen zeigen sich in der Liebe und Fürsorge, die die meisten Kinder, die das Heim verlassen haben, ihren eigenen Kindern geben.“

Unterstützung von Kindern mit Behinderungen

Ein weiteres wichtiges Anliegen der Initiative ist die Unterstützung von Kindern mit Behinderungen. Jacob Lee Seeliger besuchte zusammen mit seiner Mutter, der Schauspielerin Natalia Wörner, ein Projekt der Kindernothilfe in Kenia, das sich um Kinder mit Behinderungen kümmert.

In einem Therapiezentrum in Nairobi werden behinderte Kinder und ihre Eltern unterstützt. Jacob fragte die Eltern, wie das Leben mit einem behinderten Kind in Nairobi ist. Sie sagten, dass sie verspottet werden, und dass die Mädchen und Jungen als schlechtes Zeichen von Gott gesehen werden. Eine Mutter hat auch ein bisschen geweint und gesagt, dass sie ihre Tochter trotzdem sehr lieb hat.

Die Kindernothilfe unterstützt auch ein Tageszentrum für Kinder mit Behinderungen im Slum von Mukuru. Einige Mütter haben sich zu freiwilligen Helferinnen ausbilden lassen und zeigen anderen Müttern, wie sie mit ihren Kindern umgehen sollen.

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Stärkung der Gesundheitssysteme

Neben der Bildung ist die Stärkung der Gesundheitssysteme ein weiterer Schwerpunkt der "Afrika braucht Gehirne Initiative". Dies umfasst die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, die Förderung der Forschung im Bereich der öffentlichen Gesundheit und die Bekämpfung von Krankheiten.

Afrikas Reaktion auf Gesundheitskrisen

Die Covid-19-Pandemie hat die Schwächen der afrikanischen Gesundheitssysteme offengelegt, aber auch die Widerstandsfähigkeit und Innovationskraft des Kontinents gezeigt. Afrikanische Staats- und Regierungschefs haben sich darauf geeinigt, die Gesundheitssicherung von internationalen Systemen weniger abhängig zu machen und Anstrengungen zu unternehmen, leistungsfähigere öffentliche Gesundheitseinrichtungen zu schaffen, die lokale Arzneimittelproduktion zu erhöhen und die Koordination im Fall von Gesundheitsnotlagen zu verbessern.

Africa CDC, die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union, spielt eine zentrale Rolle bei der Reaktion auf Gesundheitskrisen in Afrika. Sie koordiniert die Verteilung von Impfstoffen und Reagenzien, fördert die lokale Herstellung und den Ausbau von Forschungsstätten.

Die WHO hat seit 2022 drei wichtige Initiativen gestartet, um die afrikanischen Länder in die Lage zu versetzen, Krankheitsausbrüche besser zu verhüten oder einzudämmen. Dazu gehören die Einrichtung regionaler Warenlager, die Förderung von Fähigkeiten, Krankheitsausbrüche früh zu entdecken, und die Gewährleistung rascher und wirksamer Reaktionen auf Krankheitsausbrüche.

Genomforschung in Afrika

Die Genomforschung hat in Afrika seit der Covid-19-Pandemie stark an Bedeutung gewonnen. Die Länder des Kontinents möchten gemeinsam Epidemien wirksamer bekämpfen und maßgeschneiderte Therapien entwickeln.

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Thobeka Mhlongwe arbeitet im Genomik-Labor von Südafrikas medizinischem Forschungsrat in Kapstadt und untersucht, wie sich die Genexpression der Tuberkuloseerreger durch das Einnehmen oder Absetzen von Medikamenten verändert.

Craig Kinnear, der Direktor der staatlichen Genomik-Plattform in Südafrika, betont die Bedeutung der Finanzierung für die Genomforschung. Er fordert Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren und Reagenzien auf dem Kontinent herzustellen.

Cheryl Baxter vom südafrikanischen Centre for Epidemic Response and Innovation (CERI) betont, dass die Genomforschung auch auf Grund der starken Förderung während der Covid-19-Pandemie so erfolgreich war. Sie fordert, die neuen Möglichkeiten konsequent zu nutzen und Genomanalysen auch auf andere Erreger oder Krankheiten anzuwenden.

Bekämpfung seltener Erkrankungen

Shahida Moosa leitet die Abteilung für Molekularbiologie und Humangenetik am Tygerberg Hospital in Südafrika und forscht im Bereich seltener Erkrankungen. Sie betont, dass seltene Erkrankungen zusammengenommen rund sechs Prozent der Bevölkerung ausmachen und dass eine Diagnose von großem Wert für die Patienten und ihre Familien ist.

Malebo Malope, eine genetische Beraterin im Team von Shahida Moosa, berät Menschen mit Risikoschwangerschaften, Tumorleiden oder Erbkrankheiten in Fragen rund um die Genetik.

Herausforderungen und Chancen

Trotz der Fortschritte gibt es noch viele Herausforderungen bei der Stärkung der Gesundheitssysteme in Afrika. Dazu gehören die begrenzte Verfügbarkeit von Ressourcen, der Mangel an Fachkräften und die unzureichende Infrastruktur.

Die "Afrika braucht Gehirne Initiative" setzt sich dafür ein, diese Herausforderungen zu bewältigen und die Chancen zu nutzen, die sich aus der Entwicklung neuer Technologien und der wachsenden Zusammenarbeit zwischen afrikanischen Ländern ergeben.

Die Gehirnökonomie: Ein neuer Ansatz für die Entwicklung

Die "Afrika braucht Gehirne Initiative" erkennt an, dass die Entwicklung des Kontinents von der Förderung der "Gehirnökonomie" abhängt. Die Gehirnökonomie nutzt Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften, um den menschlichen Beitrag zur Wirtschaft zu zentralisieren und positive Rückkopplungen zwischen Wirtschaft und Leben zu ermöglichen.

Prof. Alfred K. Eyre merkt an: "Menschen mit einem gesunden Gehirn sind unerlässlich, um sich in immer komplexeren Systemen zurechtzufinden."

Die Gehirnökonomie bietet einen neuen Ansatz für die Entwicklung, der auf der Förderung von Bildung, Gesundheit und Wohlbefinden basiert und darauf abzielt, das volle Potenzial der afrikanischen Bevölkerung freizusetzen.

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