Mönchspfeffer und seine Wirkung auf Dopamin und den weiblichen Zyklus

Mönchspfeffer, botanisch Vitex agnus-castus, ist eine Heilpflanze, die seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin verwendet wird, insbesondere zur Behandlung von Frauenleiden. Einst war er fester Bestandteil klösterlicher Kräuterapotheken. Der Name kommt daher, dass Mönche die getrockneten Früchte genutzt haben sollen, um das sexuelle Verlangen zu zügeln. Die kleine, pfefferähnliche Frucht kann Großes leisten, wenn es um hormonelle Balance geht.

Historischer Hintergrund und Inhaltsstoffe

Mönchspfeffer wird seit Jahrhunderten in der Pflanzenheilkunde geschätzt - und zwar vor allem von Frauen. In den getrockneten Früchten stecken ätherische Öle, Flavonoide und Diterpene. Letztere sind die eigentlichen Hormonflüsterer. Die getrockneten Früchte werden zu Extrakten, Tinkturen, Kapseln oder Tees verarbeitet. Mönchspfeffer wirkt so effektiv aufgrund seiner beeindruckenden natürlichen Zusammensetzung.

Wie Mönchspfeffer auf den Hormonhaushalt wirkt

Die bioaktiven Verbindungen in Mönchspfeffer sind bekannt dafür, die Stimmung zu heben und körperliche Unannehmlichkeiten zu lindern, die oft mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) einhergehen. Durch seine aktiven Verbindungen übt Mönchspfeffer Einfluss auf die Hormonspiegel des Körpers aus. Die Pflanze hat Auswirkungen auf die Hypophyse, die als „Meisterdrüse“ des Hormonsystems gilt.

Einfluss auf Prolaktin

In Bezug auf das weibliche Fortpflanzungssystem kann Mönchspfeffer den Gehalt an Prolaktin regulieren. Prolaktin ist ein Hormon, das von der Hypophyse produziert wird und eine Schlüsselrolle bei der Regulation des Menstruationszyklus und der Milchproduktion spielt. Ein übermäßiger Prolaktinspiegel kann zu vielen Problemen führen, einschließlich Unfruchtbarkeit, und hier kommt Mönchspfeffer ins Spiel. Es wird angenommen, dass Mönchspfeffer die Ausschüttung von Prolaktin aus der Hypophyse hemmt. Mönchspfeffer senkt erhöhte Prolaktinwerte, wirkt über Dopamin-Rezeptoren in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und beeinflusst indirekt die Ausschüttung anderer wichtiger Hormone wie FSH, Östrogen und Progesteron.

Wirkung auf den männlichen Hormonhaushalt

Für das männliche Fortpflanzungssystem hingegen kann Mönchspfeffer die Libido und die Ejakulationsfrequenzen regulieren. Da sich Mönchspfeffer auf den Hormonhaushalt auswirkt und in hohen Dosen das Testosteron hemmt, kann es bei Männern den Geschlechtstrieb lindern. Früher sollte es den Mönchen helfen, ihr Zölibat einzuhalten. Aus diesem Grund kennt man ihn auch unter dem Namen Keuschlamm.

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Anwendungsgebiete von Mönchspfeffer

Mönchspfeffer ist wegen seiner zahlreichen gesundheitlichen Vorteile sehr beliebt.

Linderung von PMS-Symptomen

Die bioaktiven Verbindungen in Mönchspfeffer sind bekannt dafür, die Stimmung zu heben und körperliche Unannehmlichkeiten zu lindern, die oft mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) einhergehen. Mönchspfeffer kann gegen PMS-Symptome helfen.

Unterstützung der Fruchtbarkeit

Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass Mönchspfeffer helfen kann, das hormonelle Gleichgewicht zu fördern, was gleichzeitig die Fruchtbarkeit steigert. Bei Kinderwunsch ist es ebenfalls eine sehr tolle Möglichkeit, den Hormonhaushalt optimal einzustellen, um eine Empfängnis zu erleichtern. Merkt man, dass man schwanger ist, setzt man es einfach ab. Das ist möglich - aber heutzutage nicht mehr nötig.

Ausgleich von Hormonen

Mönchspfeffer hat die Fähigkeit, die Hypophyse zu stimulieren, eine Drüse, die zur Regulierung und Kontrolle der Hormonproduktion beiträgt.

Beitrag zur allgemeinen Gesundheit

Mönchspfeffer hilft auch dabei, das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

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Mönchspfeffer und Dopamin

Im Gehirn wird ein Botenstoff produziert - das Dopamin. Unser Mönchspfeffer greift an den gleichen Stellen im Körper an wie unser Dopamin. Er suggeriert quasi, es wäre viel Dopamin da. Studien haben gezeigt, dass es in der zweiten Zyklushälfte zu einem Abfall der Endorphine kommt. Hier steht eine Theorie im Raum, dass wir Frauen deswegen so gern Süßes in dieser speziellen Zeit essen. Mönchspfeffer soll auch an die Morphinrezeptoren binden und die Auswirkungen lindern. Deswegen geht es den meisten Frauen unter einer regelmäßigen Einnahme psychisch wieder deutlich besser.

Darreichungsformen und Dosierung

Die Früchte des Mönchspfeffers werden nach aktuellem Wissensstand in speziellen Extrakten verarbeitet. Da sich die Wirkstoffe schlecht in Wasser lösen, ist ein Tee hier keine gute Alternative. Der Vorteil an den Extrakten ist eine hochdosierte Verfügbarkeit als Tinkturen und Fertigarzneien, wie Dragees oder Kapseln.

Generell wird eine Dosierung von etwa 20 bis 40 mg Mönchspfeffer-Extrakt täglich empfohlen. Die korrekte Dosis aber auch immer von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Mönchspfeffer sollte nach Möglichkeit morgens eingenommen werden, da dies dazu beitragen kann, den Hormonspiegel über den Tag hinweg stabil zu halten. Es ist sinnvoll, die empfohlene Dosierung zu beachten und sie ggf. anzupassen.

Mönchspfeffer ist rezeptfrei als Kapseln, Tabletten, Tropfen, Tee oder sogar als Gummibärchen erhältlich. Die Präparate werden sowohl als Nahrungsergänzungsmittel als auch als pflanzliche Arzneimittel angeboten. Gut dosierbare Darreichungsformen wie Kapseln und Tabletten sind zu bevorzugen, da bei Tee und Gummibärchen eine exakte Dosierung schwierig ist. Wählen Sie daher Darreichungsformen, die gut dosierbar sind, und lassen Sie sich in der Apotheke beraten. Nur so können Sie sicherstellen, dass das Präparat die gewünschte Wirkstoffmenge enthält.

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Mönchspfeffer kann, wie jede Substanz, Nachteile und Nebenwirkungen haben. Mönchspfeffer ist sehr gut verträglich und führt nur in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen.

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Mögliche Nebenwirkungen

  • Hautausschlag: Einige Menschen können eine allergische Reaktion auf Mönchspfeffer haben. Dies kann sich als Hautausschlag, Juckreiz oder Entzündung äußern.
  • Magenverstimmung: In einigen Fällen kann Mönchspfeffer leichte Magenverstimmungen verursachen.
  • Hormonelle Störungen: Mönchspfeffer wirkt durch Einwirkung auf das hormonelle Gleichgewicht, dies kann aber auch indirekt zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Kopfschmerzen
  • Juckreiz

In seltenen Fällen können allergische Reaktionen auf Mönchspfeffer auftreten. Dabei kann es zu Schwellungen, Hautreaktionen und Problemen beim Schlucken und Atmen kommen. Bei schweren allergischen Reaktionen sollte sofort eine ärztliche Praxis aufgesucht oder der Notruf 112 gewählt werden.

Kontraindikationen

  • Nicht empfohlen während Schwangerschaft und Stillzeit: Da Mönchspfeffer das hormonelle Gleichgewicht beeinflusst, ist es nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen. Da Prolaktin auch das Hormon ist, welches für die Milchproduktion zuständig ist, ist er auch während der Stillzeit kontraindiziert.
  • Bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei der Einnahme anderer Medikamente könnte Mönchspfeffer kontraindiziert sein. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sich vor der beginnenden Einnahme von Mönchspfeffer mit einem Arzt zu besprechen.
  • Verschiedene Personengruppen sollten wegen möglicher Wechselwirkungen bei der Anwendung von Mönchspfeffer vorsichtig sein und vor Einnahme unbedingt mit ihrer behandelnden Ärztin oder ihrem behandelnden Arzt sprechen. Dazu zählen Menschen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen (zum Beispiel Eierstockkrebs oder Brustkrebs).
  • Bei Personen mit hormonabhängigen Krebserkrankungen wie Eierstock- oder Brustkrebs besteht das Risiko für Wechselwirkungen.
  • Bei der Einnahme von Hormonen oder Medikamenten, die den Hormonhaushalt beeinflussen, ist ebenfalls Vorsicht geboten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Mönchspfeffer kann die Wirkung von bestimmten Medikamenten beeinflussen. Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Einnahme von Hormonen (etwa in Verhütungsmitteln oder im Rahmen einer Hormonersatztherapie). Auch bei Medikamenten, die den Hormonhaushalt beeinflussen (etwa Dopamin-Antagonisten), kann das Risiko für Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Wissenschaftliche Studien und Erkenntnisse

Studien zur Wirkung bei PMS

Die Wirkung von Mönchspfeffer bei PMS wurde in zahlreichen Studien erforscht. Wissenschaftlich gut belegt ist die Wirksamkeit bei Beschwerden des prämenstruellen Syndroms (PMS) wie Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen und Brustspannen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur bewertet Mönchspfeffer als gut etabliertes pflanzliches Mittel gegen PMS.

Studien zur Wirkung bei Zyklusstörungen

Unregelmäßige Zyklen, zu lange oder zu kurze Abstände zwischen den Blutungen, sehr starke oder schwache Perioden: Viele Frauen kennen solche Zyklusstörungen. Mönchspfeffer-Präparate werden häufig zur Zyklusregulierung empfohlen. Kontrollierte klinische Studien von hoher Qualität zur Wirksamkeit von Mönchspfeffer bei Zyklusstörungen gibt es bislang nicht. Die Empfehlungen basieren also eher auf Erfahrungswerten als auf wissenschaftlichen Belegen. Deshalb können zu lange Zyklen durch die Einnahme von Agnus castus stabilisiert werden.

Studien zur Wirkung in den Wechseljahren

Die Wechseljahre sind eine Zeit starker hormoneller Veränderungen. Hitzewallungen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen - bei manchen Frauen beeinträchtigen die Symptome den Alltag erheblich. Viele Betroffene suchen nach pflanzlichen Alternativen zu herkömmlichen Medikamenten. Aber kann Mönchspfeffer hier wirklich helfen? Während Mönchspfeffer bei PMS relativ gut erforscht ist, fehlen für Wechseljahresbeschwerden aussagekräftige klinische Studien. Erste kleine Untersuchungen liefern zwar Hinweise auf eine mögliche Linderung, diese reichen jedoch nicht aus, um eine seriöse Empfehlung abzugeben. Hier ist noch deutlich mehr Forschung nötig. Durch die prolaktinsenkende Wirkung könnte das Hormonungleichgewicht von Progesteron und Östrogen in der frühen Phase der Wechseljahre harmonisiert werden. Außerdem könnte die Dopaminfreisetzung einen positiven Einfluss auf depressive Verstimmungen haben.

Studien zur Wirkung bei Kinderwunsch

Ob und wie sich Mönchspfeffer auf die Fruchtbarkeit auswirkt, ist wissenschaftlich jedoch kaum erforscht. Die Auswirkungen von Mönchspfeffer auf die Fruchtbarkeit sind wissenschaftlich kaum erforscht. Die wenigen vorhandenen Untersuchungen liefern keine eindeutigen Resultate.

Dosierung in klinischen Studien

In vielen klinischen Studien wird eine tägliche Dosis von 20 Milligramm über einen Zeitraum von drei Monaten untersucht. Die genaue Dosierung und Eignung sollten jedoch immer mit einer Gynäkologin oder einem Gynäkologen besprochen werden. Bei den klinischen Studien wurde für eine Dosierung von 20 Milligramm Trockenextrakt der beste Effekt nachgewiesen. Eine höhere Dosierung hatte keine positiveren Auswirkungen, geringere Dosierungen hingegen waren weniger wirksam. Nach fachärztlichem Rat sollte Mönchspfeffer mit 20 Milligramm Trockenextrakt täglich und mindestens über drei Monate hinweg eingenommen werden.

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