Agnus Castus und seine Wirkung auf Dopaminrezeptoren: Ein umfassender Überblick

Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus), einst ein fester Bestandteil klösterlicher Kräuterapotheken, ist seit Jahrhunderten für seine vielfältigen gesundheitlichen Vorteile bekannt, insbesondere im Zusammenhang mit dem weiblichen Fortpflanzungssystem. Der Name "Mönchspfeffer" ist kein Zufall, da Mönche die getrockneten Früchte nutzten, um das sexuelle Verlangen zu zügeln. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungsweise von Agnus Castus, insbesondere seine Interaktion mit Dopaminrezeptoren und die daraus resultierenden Auswirkungen auf den Hormonhaushalt und die Linderung verschiedener Beschwerden.

Die hormonelle Wirkung von Mönchspfeffer

Mönchspfeffer wirkt auf die Hypophyse, die als "Meisterdrüse" des Hormonsystems gilt, und beeinflusst die Hormonspiegel des Körpers. Die aktiven Verbindungen in Mönchspfeffer, insbesondere Diterpene, wirken als "Hormonflüsterer".

Regulierung des Prolaktinspiegels

Mönchspfeffer kann den Gehalt an Prolaktin regulieren, einem Hormon, das von der Hypophyse produziert wird und eine Schlüsselrolle bei der Regulation des Menstruationszyklus und der Milchproduktion spielt. Ein übermäßiger Prolaktinspiegel kann zu Unfruchtbarkeit führen, und hier kommt Mönchspfeffer ins Spiel. Es wird angenommen, dass Mönchspfeffer die Ausschüttung von Prolaktin aus der Hypophyse hemmt.

Auswirkungen auf das Fortpflanzungssystem

In Bezug auf das weibliche Fortpflanzungssystem wird angenommen, dass Mönchspfeffer die Ausschüttung von Prolaktin aus der Hypophyse hemmt. Für das männliche Fortpflanzungssystem hingegen kann Mönchspfeffer die Libido und die Ejakulationsfrequenzen regulieren.

Die Rolle von Dopaminrezeptoren

Mönchspfeffer senkt erhöhte Prolaktinwerte, indem er über Dopamin-Rezeptoren in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) wirkt. Es beeinflusst indirekt die Ausschüttung anderer wichtiger Hormone wie FSH, Östrogen und Progesteron. Studien haben gezeigt, dass VAC an Dopamin-D2-Rezeptoren bindet und diese aktiviert. Ein Mehr an Dopamin kann die erhöhten Prolaktinspiegel senken und somit die hormonelle Balance wiederherstellen.

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In-vitro-Studien zur Prolaktinhemmung

Eine In-vitro-Studie an isolierten Zellen des Rattengehirns untersuchte die Wirkung von Agnus Castus auf die Prolaktin-, FSH- und LH-Sekretion. Die Ergebnisse zeigten, dass Agnus Castus die basale Prolaktin-Freisetzung signifikant inhibierte. Dieser Effekt trat noch deutlicher in Erscheinung, wenn die Zellkulturen mit TRH stimuliert waren. Der Agnus-castus-Extrakt zeigte keine signifikanten Effekte auf die Sekretion von LH und FSH.

Dopamin-Rezeptor-Assay

Im Dopamin-Rezeptor-Assay zeigte sich, dass der Agnus-castus-Extrakt Komponenten enthält, die an den D2-Rezeptor binden. Der Agnus-castus-Extrakt war in der Lage, 125J-Sulpirid signifikant und dosisabhängig vom Rezeptor zu verdrängen, wobei die Wirkung der von 10-5 M Dopamin vergleichbar war.

Anwendungsgebiete von Mönchspfeffer

Mönchspfeffer ist wegen seiner zahlreichen gesundheitlichen Vorteile sehr beliebt.

Linderung von PMS-Symptomen

Die bioaktiven Verbindungen in Mönchspfeffer sind bekannt dafür, die Stimmung zu heben und körperliche Unannehmlichkeiten zu lindern, die oft mit dem prämenstruellen Syndrom (PMS) einhergehen. Eine sehr gut verträgliche Behandlungsmöglichkeit bietet ein Arzneimittel mit hochkonzentriertem Vitex agnus-castus-Extrakt, das sowohl körperliche als auch psychische PMS-Beschwerden effektiv lindert. Studien haben nachgewiesen, dass das Phytotherapeutikum krampflösend wirkt, die mit einem hormonellen Ungleichgewicht im Zusammenhang stehenden Beschwerden des PMS bessert und das innere Wohlbefinden stabilisiert.

Steigerung der Fruchtbarkeit

Verschiedene Studien haben herausgefunden, dass Mönchspfeffer helfen kann, das hormonelle Gleichgewicht zu fördern, was gleichzeitig die Fruchtbarkeit steigert. Nach einer dreimonatigen Therapie mit Mönchspfeffer konnte in einer Studie festgestellt werden, dass der Prolaktinspiegel gesunken war und eine Gelbkörperschwäche behoben werden konnte. Zwei Frauen wurden in dieser Zeit sogar schwanger.

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Ausgleich von Hormonen

Mönchspfeffer hat die Fähigkeit, die Hypophyse zu stimulieren, eine Drüse, die zur Regulierung und Kontrolle der Hormonproduktion beiträgt.

Behandlung von Menstruationsstörungen

Mönchspfeffer kann bei verschiedenen Menstruationsstörungen eingesetzt werden, wie z. B. zu häufig oder zu selten auftretenden Blutungen, zu starken, zu schwachen, zu langen oder zu kurzen Blutungen. Das Polyzystische Ovarien-Syndrom (PCOS) gilt als die häufigste Ursache für Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit bei Frauen.

Linderung von Wechseljahresbeschwerden

Statt einer schulmedizinischen nebenwirkungsreichen Hormonersatztherapie könnte man auch hier versuchsweise den Mönchspfeffer einsetzen, der den aus den Fugen geratenen Hormonspiegel regulieren kann. Er senkt den Prolaktinspiegel, was eine Aktivierung der körpereigenen Progesteronproduktion nach sich zieht.

Dosierung und Einnahme

Generell wird eine Dosierung von etwa 20 bis 40 mg Mönchspfeffer-Extrakt täglich empfohlen. Die korrekte Dosis ist aber auch immer von den individuellen Gegebenheiten abhängig. Mönchspfeffer sollte nach Möglichkeit morgens eingenommen werden, da dies dazu beitragen kann, den Hormonspiegel über den Tag hinweg stabil zu halten. Es ist sinnvoll, die empfohlene Dosierung zu beachten und sie ggf. anzupassen.

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Mönchspfeffer kann, wie jede Substanz, Nachteile und Nebenwirkungen haben.

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  • Hautausschlag: Einige Menschen können eine allergische Reaktion auf Mönchspfeffer haben. Dies kann sich als Hautausschlag, Juckreiz oder Entzündung äußern.

  • Magenverstimmung: In einigen Fällen kann Mönchspfeffer leichte Magenverstimmungen verursachen.

  • Hormonelle Störungen: Mönchspfeffer wirkt durch Einwirkung auf das hormonelle Gleichgewicht, dies kann aber auch indirekt zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

  • Nicht empfohlen während Schwangerschaft und Stillzeit: Da Mönchspfeffer das hormonelle Gleichgewicht beeinflusst, ist es nicht für schwangere oder stillende Frauen empfohlen.

Bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei der Einnahme anderer Medikamente könnte Mönchspfeffer kontraindiziert sein. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, sich vor der beginnenden Einnahme von Mönchspfeffer mit einem Arzt zu besprechen.

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