Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die sich oft durch starke Kopfschmerzen äußert. Es ist jedoch weniger bekannt, dass visuelle Defizite und Augenprobleme Migräne verursachen oder verschlimmern können. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Migräne im Zusammenhang mit Augenproblemen.
Ursachen von Migräne im Zusammenhang mit Augenproblemen
Migräne kann verschiedene Ursachen haben, darunter genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen und Stress. Ein oft übersehener Faktor ist jedoch die Rolle der Augen und visueller Defizite.
Genetische Veranlagung und hormonelle Veränderungen
Eine genetische Prädisposition kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass eine Person Migräne entwickelt. Hormonelle Schwankungen, insbesondere bei Frauen, sind ebenfalls ein bekannter Auslöser. Der Zusammenhang zwischen Hormonen und Migräne ist komplex, da hormonelle Veränderungen im Menstruationszyklus, in der Schwangerschaft oder während der Menopause auftreten können.
Stress und Lebensstil
Stress ist ein häufig berichteter Auslöser für Migräne. Der Körper reagiert auf Stress mit der Freisetzung von Stresshormonen, die Migräneattacken fördern können. Ein ungesunder Lebensstil, einschließlich schlechter Ernährung, Schlafmangel und unzureichende körperliche Aktivität, trägt ebenfalls zu Migräne bei.
Visuelle Defizite und Augenbelastung
Studien haben gezeigt, dass unzureichend korrigierte Fehlsichtigkeiten, Augenfehlstellungen (Phorien) und visuelle Überlastung Migräneattacken auslösen oder verschlimmern können. Eine schlecht angepasste Brille oder Kontaktlinsen können ebenfalls zu Augenbelastung und Migräne führen. Phorien sind latente Augenfehlstellungen, die nur unter bestimmten Bedingungen sichtbar werden und die Augenmuskulatur übermäßig belasten können. Brechkraftfehler, die nicht erkannt oder durch eine Brille/Kontaktlinsen korrigiert sind, können ebenfalls eine Ursache sein. Auch eine Störung der äußeren Augenmuskeln kann Kopfschmerzen verursachen, zum Beispiel wenn eine Störung in der Steuerung der Augenmuskeln besteht. Jedes Auge wird über sechs Augenmuskeln vom zentralen Nervensystem (ZNS) gesteuert.
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Symptome und Diagnose von Migräne im Zusammenhang mit Augenproblemen
Typische Symptome einer Migräne umfassen starke, pulsierende Kopfschmerzen, die oft auf einer Seite des Kopfes lokalisiert sind. Bei vielen Betroffenen treten zusätzliche visuelle Symptome auf, wie Lichtempfindlichkeit, Augenflimmern und Sehstörungen. Diese visuelle Aura kann ein Vorbote der Migräne sein und deutet darauf hin, dass die Augen eine zentrale Rolle spielen.
Visuelle Symptome
Lichtempfindlichkeit (Photophobie) ist ein häufiges Begleitsymptom von Migräne. Betroffene können Schwierigkeiten haben, bei hellem Licht zu sehen, was zu einer Verschlechterung der Kopfschmerzen führt. Augenflimmern und visuelle Auren, die durch flackernde Lichter, Zickzacklinien oder temporäre Sehverluste gekennzeichnet sind, treten oft vor den Kopfschmerzen auf. Zu den Symptomen gehören auch Sehstörungen wie flimmernde Lichter, Blitze oder blinde Flecken, die normalerweise kurz vor dem Kopfschmerz auftreten.
Diagnoseverfahren
Zur Diagnose von Migräne im Zusammenhang mit Augenproblemen ist eine umfassende Augenuntersuchung unerlässlich, um mögliche visuelle Defizite zu identifizieren. Ein Augenarzt oder Optometrist führt Tests zur Überprüfung der Sehschärfe, des Augeninnendrucks und der Augenbewegungen durch. Bei Verdacht auf eine neurologische Ursache kann eine Überweisung an einen Neurologen erfolgen, der weiterführende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Elektroenzephalographie (EEG) veranlassen kann. Lässt sich nach einer gründlichen augenärztlichen Untersuchung die Ursache für die Kopfschmerzen nicht in den Sehorganen feststellen und ist die Ursache weiterhin unklar, sollte zusätzlich eine neurologische Abklärung vorgenommen werden. In einer Augenarztpraxis können Kopfschmerzen, die im Zusammenhang mit den Augen bestehen können, umfassend abgeklärt werden.
Behandlungsmöglichkeiten und Prävention von Migräne bedingt durch die Augen
Die Behandlung von Migräne umfasst in der Regel Medikamente zur Linderung der akuten Symptome sowie präventive Maßnahmen. Bei Migräne, die durch Augenprobleme verursacht wird, können spezielle Brillen oder Kontaktlinsen, die auf die individuellen Sehbedürfnisse angepasst sind, helfen.
Medikamentöse Behandlung
Akute Migräneattacken werden häufig mit Schmerzmitteln, Triptanen oder Antiemetika behandelt. Triptane sind eine spezielle Klasse von Medikamenten, die die Blutgefäße im Gehirn verengen und so die Kopfschmerzen lindern. Zur Vorbeugung können Betablocker, Antidepressiva oder Antiepileptika eingesetzt werden.
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Visuelle Entlastungstraining und Ergonomie
Visuelles Entlastungstraining umfasst Übungen, die die Augenmuskulatur entspannen und die visuelle Belastung reduzieren. Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit und eine ergonomische Arbeitsplatzgestaltung sind ebenfalls wichtige Präventionsmaßnahmen. Das 20-20-20-Prinzip (alle 20 Minuten für 20 Sekunden auf etwas 20 Fuß Entferntes schauen) kann helfen, die Augen zu entspannen.
Spezielle Brillen und Kontaktlinsen
Bei Augenfehlstellungen oder unzureichend korrigierten Fehlsichtigkeiten können speziell angepasste Brillen oder Kontaktlinsen die visuelle Belastung reduzieren und Migräneattacken vorbeugen. Prismenbrillen können beispielsweise helfen, die Augenfehlstellung zu korrigieren und die Augenmuskulatur zu entlasten.
Zusammenarbeit zwischen Augenarzt und Neurologe
In einigen Fällen kann eine enge Zusammenarbeit zwischen einem Augenarzt und einem Neurologen erforderlich sein, um die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. Dies gilt insbesondere, wenn visuelle Defizite eine wesentliche Rolle bei der Auslösung der Migräne spielen.
Migräne bei Kindern und Jugendlichen
Migräne kann auch bei Kindern und Jugendlichen auftreten und ihre schulischen Leistungen sowie die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Visuelle Defizite, wie nicht ausgeglichene Fehlsichtigkeiten, können hierbei eine Rolle spielen.
Häufigkeit und Auswirkungen
Studien zeigen, dass etwa 10% der Kinder und Jugendlichen unter Migräne leiden. Diese Attacken können zu Fehlzeiten in der Schule und zu einer Beeinträchtigung der sozialen Interaktionen führen. Kinder beschreiben ihre Schmerzen oft als pulsierend und begleitet von Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit.
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Elternrolle und Prävention
Eltern sollten auf die Symptome achten und bei Verdacht auf Migräne einen Augenarzt konsultieren. Frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um die Auswirkungen auf das Lernen und die Entwicklung zu minimieren. Regelmäßige Augenuntersuchungen können helfen, visuelle Defizite frühzeitig zu erkennen und zu korrigieren.
Fortschreitende Migräne im Erwachsenenalter
Bei Erwachsenen kann Migräne im Laufe der Zeit fortschreiten und häufiger auftreten. Besonders betroffen sind Personen, die viel Zeit am Bildschirm verbringen.
Bildschirmarbeit und visuelle Belastung
Lange Arbeitszeiten am Computer und unzureichende Pausen können die Augen stark belasten und Migräneattacken auslösen. Eine gute Bildschirmergonomie, regelmäßige Pausen und spezielle Bildschirmbrillen können helfen, die visuelle Belastung zu reduzieren.
Langfristige Auswirkungen und Management
Erwachsene sollten auch auf Anzeichen von Phorien oder anderen Augenfehlstellungen achten, die Migräne auslösen können. Eine regelmäßige Anpassung der Sehhilfen und Maßnahmen zur Reduzierung der visuellen Belastung sind daher besonders wichtig. Stressmanagement und eine gesunde Lebensweise können ebenfalls zur Reduktion der Migränehäufigkeit beitragen.
Neueste Forschung und Entwicklungen
Die Forschung zur Migräne und deren Zusammenhang mit Augenproblemen schreitet stetig voran.
Innovative Behandlungsmethoden
Aktuelle Studien untersuchen neue Behandlungsmethoden, wie spezielle Brillen zur Reduzierung der visuellen Belastung und innovative Medikamente, die die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken reduzieren können. Diese Entwicklungen könnten in Zukunft zu verbesserten Präventions- und Behandlungsstrategien führen. Wissenschaftler des Mitteldeutschen Kopfschmerzzentrums Jena und der Ernst-Abbe-Fachhochschule forschen aktuell an den Ursachen für Migräne und an neuen Therapieansätzen. Für die Therapie der chronischen Kopfschmerzen arbeiten die Forscher mit speziell eingefärbten Kontaktlinsen, die aufgrund ihrer Filterwirkung zur Entspannung der überreizten Hirnareale beitragen sollen. Eine ähnliche Herangehensweise verfolgten bereits frühere Studien mit dem Einsatz getönter Brillengläser.
Technologische Fortschritte
Neueste Technologien, wie Virtual Reality (VR)-Systeme, werden ebenfalls erforscht, um ihre Auswirkungen auf die visuelle Belastung und Migräne zu untersuchen. Diese Systeme könnten in der Therapie und Prävention von Migräne eine Rolle spielen, indem sie maßgeschneiderte visuelle Trainingsprogramme anbieten.
Augenmigräne: Eine spezielle Form der Migräne
Augenmigräne, auch bekannt als ophthalmische Migräne oder retinale Migräne, ist eine spezielle Form der Migräne, die durch eine Vielzahl visueller Symptome und Beschwerden im Zusammenhang mit den Augen gekennzeichnet ist. Diese Art der Migräne betrifft das Sehvermögen und kann zu vorübergehenden Sehstörungen wie Lichtblitzen, Zickzacklinien, blinden Flecken oder sogar einem vorübergehenden Sehverlust führen. Im Gegensatz zu anderen Migränearten, bei denen hauptsächlich Kopfschmerzen im Vordergrund stehen, treten bei der Augenmigräne die visuellen Phänomene in den Vordergrund, was sie besonders beängstigend machen kann.
Symptome der Augenmigräne
Die Symptome der Augenmigräne (retinale Migräne) können variieren. Eine Augenmigräne beginnt normalerweise mit visuellen Symptomen in einem Ihrer Augen. Diese visuellen Symptome dauern in der Regel 5-60 Minuten. Die Anfälle betreffen fast immer dasselbe Auge. Diese Symptome können im Laufe der Zeit zunehmen. Sie können gleichzeitig Kopfschmerzen haben oder Ihre Kopfschmerzen können innerhalb einer Stunde nach Ihren visuellen Symptomen beginnen. Mäßige bis starke Schmerzen, die pochend, pulsierend oder dumpf sind, können ebenfalls auftreten.
Häufig beschriebene Wahrnehmungsstörungen sind:
- Lichtblitze
- Flackern
- Flimmern
- Sehen von gezackten Linien
- Einschränkungen des Gesichtsfeldes
Nicht als hauptsächliche Symptome, aber als Begleiterscheinung können auch Schmerzen in Form von Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Lichtempfindlichkeit auftreten. Bei einem sehr starken Anfall kommen neben den üblichen Begleiterscheinungen ebenso das Sehen von Doppelbildern und Halluzinationen vor.
Ursachen der Augenmigräne
Krämpfe in den Blutgefäßen in Ihrer Netzhaut, die den Blutfluss in Ihren Sehnerven verringern, können eine Ursache sein. Die genauen Ursachen der Augenmigräne sind allerdings bis heute nicht vollständig erforscht. Ähnlich wie bei der Migräneforschung konnten bisher lediglich Vermutungen und Erklärungsansätze vorgestellt werden. Bei der klassischen Migräne vermuten Forscher beispielsweise Durchblutungsstörungen als Ursache. Sie gehen davon aus, dass die Blutgefäße als Reaktion auf die gestörte Zirkulation Botenstoffe ausschütten, die für die Beschwerden sorgen. Die Augenmigräne wird dementsprechend auf eine Durchblutungsstörung im Bereich der Sehrinde zurückgeführt. Dort befindet sich sozusagen Ihr Verarbeitungszentrum für visuelle Reize. Bei der Verarbeitung der Reize schleichen sich durch die unzureichende Blut- und damit auch Sauerstoffzufuhr Fehler ein, die Sie dann als Sehstörungen wahrnehmen. Ein anderer Erklärungsansatz stellt die Nerven in den Fokus. Mediziner vermuten, dass bei den Nerven, die mit dem Sehnerv verbunden sind, ein Ungleichgewicht von Hemmung und Erregung besteht. Die Nerven leiten daher die optischen Reize nicht korrekt weiter, was sich durch die für die Augenmigräne typischen Leiden äußert. Oftmals erhöhen Triggerfaktoren die Wahrscheinlichkeit einer solchen Nervenstörung. Ein Trigger ist ein Auslöser, der bestimmte Körperreaktionen hervorruft.
Diagnose der Augenmigräne
Es gibt keinen Test, der eine Augenmigräne diagnostizieren kann. Ihr Arzt muss andere primäre Kopfschmerzerkrankungen und Zustände ausschließen, die visuelle Symptome verursachen können. Ihr Arzt wird wahrscheinlich damit beginnen, nach Ihren Symptomen und Ihrer persönlichen und familiären Krankengeschichte zu fragen. Mögliche Differentialdiagnosen sind:
- Amaurosis fugax, vorübergehende Blindheit aufgrund mangelnder Blutversorgung des Auges.
- Riesenzellarteriitis, ein Problem, das Entzündungen in Blutgefäßen verursacht.
Behandlung und Vorbeugung der Augenmigräne
Es wurde nicht viel geforscht, wie man Augenmigräne am besten behandelt oder vorbeugt. Die visuellen Symptome einer Augenmigräne dauern normalerweise weniger als 60 Minuten. Wenn Sie sie seltener als einmal im Monat bekommen, benötigen Sie wahrscheinlich keine spezielle Behandlung. In diesem Fall hören Sie auf, was Sie tun, und ruhen Sie Ihre Augen aus, bis Ihr Sehvermögen wieder normal ist. Um Ihre Migräne vorzubeugen, vermeiden Sie Auslöser.
Weitere Tipps zur Vorbeugung und Linderung von Augenmigräne:
- Genug Schlaf bekommen: Gute Schlafgewohnheiten können Ihnen helfen, Migräne zu vermeiden und Ihre Symptome zu lindern.
- Genug Bewegung bekommen: Regelmäßige, leichte Bewegung kann helfen, Anfälle zu verhindern und die Symptome zu lindern, wenn Sie sie haben.
- Hydriert bleiben: Dehydration kann einen normalen Kopfschmerz verursachen, und viele Menschen sagen, dass es auch eine Migräne auslösen kann.
- Licht dimmen: Lichtempfindlichkeit ist ein häufiges Symptom einer Migräne. Das Dimmen der Lichter in Ihrem Wohnbereich und Büro kann helfen, Migräneanfälle zu verhindern.
- Kälte- oder Wärmekompressen verwenden: Bewahren Sie eine kalte Kompresse oder einen Beutel mit Eis in der Nähe auf und drücken Sie ihn gegen Ihre Schläfe oder Ihren Nacken, wenn Sie das Gefühl haben, dass ein Anfall aufkommt. Einige Menschen bevorzugen eine warme Kompresse oder ein Heizkissen.
- Kopfmassage erhalten: Eine Massage kann helfen, Spannungen zu lösen und die Blutzirkulation in den Muskeln Ihrer Kopfhaut und Ihres Nackens zu fördern.
- Ätherische Öle ausprobieren: Einige Menschen mögen Pfefferminz- und Lavendelöle wegen ihrer Fähigkeit, Stress zu lindern.
Der Markt bietet auch verschiedene Geräte zur Vorbeugung von Augenmigräne:
- sTMS mini gibt einen magnetischen Impuls ab, der einen Teil des Gehirns stimuliert.
- Cefaly ist ein tragbares Stirnband-ähnliches Werkzeug, das Sie einmal täglich für 20 Minuten verwenden. Es gibt elektrische Impulse auf die Haut an der Stirn ab und stimuliert einen Nerv, der mit Migränekopfschmerzen verbunden ist.
- GammaCore ist ein nicht-invasiver Vagusnerv-Stimulator, der eine milde elektrische Stimulation an Ihren Vagusnerv sendet.
Was tun bei einem Augenmigräne-Anfall?
Ist die Schmerzattacke akut da, sind Ruhe und Dunkelheit die besten Helfer. Kühle Tücher auf Stirn und Augen können Linderung verschaffen - und alles, was zur Entspannung beiträgt. Versuchen Sie daher auch, Entspannungstechniken (z.B. zur Muskelentspannung) anzuwenden. Bei weniger starken Anfällen kommen die meisten Patienten ohne Schmerzmittel und ohne einen Gang zum Arzt aus. Wird es schlimmer, versprechen schnell wirksame Schmerzmittel beinahe sofortige Linderung. Nehmen Ihre Migräne-Anfälle dagegen von Mal zu Mal an Intensität zu, sollten Sie das mit Ihrem Arzt besprechen. Gemeinsam können Sie die beste Strategie für den Umgang mit den gesundheitlichen Einschränkungen entwickeln.
Wenn Sie zum ersten Mal unter den typischen Beschwerden leiden, führt in der Regel kein Weg an einem Arzt, insbesondere am Augenarzt, vorbei. Dieser kann ausschließen, dass Ihre Sehstörungen von einer weitaus bedrohlicheren Erkrankung herrühren. Beispiele für besonders akute Ursachen sind eine Netzhautablösung oder ein Schlaganfall. Der Augenarzt nimmt eine allgemeine Untersuchung vor, bei der er mittels einer Spaltlampe den Augenhintergrund betrachtet und Ausfälle im Gesichtsfeld überprüft. Findet er keine Anzeichen einer Erkrankung, können Sie in einem nächsten Schritt einen Neurologen zu Rate ziehen. Mittels bildgebender Verfahren kann so ein Tumor oder Schlaganfall von der Liste möglicher Auslöser gestrichen werden.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Augenmigräne
Das ist die wichtigste Frage für den langfristigen Umgang mit der Erkrankung. Vorbeugen können Sie dann besonders gut, wenn Sie Ihre individuellen Trigger-Faktoren kennen. Versuchen Sie zu beobachten, worauf Sie besonders empfindlich reagieren oder unter welchen Bedingungen ein Anfall einsetzt - so können Sie über die Zeit Strategien zur Vermeidung der Auslöser entwickeln. Die Häufigkeit der Attacke kann sich damit stark reduzieren.
Weitere Empfehlungen richten sich vor allem nach der Therapie der klassischen Migräne, da es hier die meisten Erfahrungswerte gibt. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt in der Leitlinie zur Therapie der Migräne beispielsweise die Einnahme von Magnesium und Vitamin B12, da diese eine vorbeugende Wirkung haben können.
Was Sie im Umgang mit der Augenmigräne darüber hinaus machen können: sich mit anderen Betroffenen austauschen. Auf der Internetsite der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft finden Sie diverse Selbsthilfegruppen. Vielleicht lässt sich dem nächsten Anfall auch durch den Erfahrungsaustausch in der Selbsthilfegruppe vorbeugen - zum Beispiel durch Tipps anderer Menschen, die auch unter Augenmigräne leiden. Grundsätzlich gilt: Alle Techniken und Methoden, die zur Entspannung und inneren Ruhe beitragen, können Ihnen helfen. Stress sollte dagegen so gut wie möglich vermieden oder durch entsprechende Techniken in seiner Wirkung abgemildert werden. Damit tun Sie nicht nur etwas gegen die Augenmigräne, sondern auch für Ihr allgemeines Wohlbefinden.
Augenprobleme als Auslöser von Kopfschmerzen
Fehlsichtigkeiten einen häufigen Grund für augenbedingte Kopfschmerzen. Sind Kurz- oder Weitsichtigkeit nicht erkannt oder korrigiert, überanstrengen wir unsere Augen. Als Reaktion setzen abends Kopfschmerzen ein. Das gilt auch für den Fall, dass Brille oder Kontaktlinsen nicht die richtige Stärke besitzen oder ein „verstecktes“ Schielen vorliegt, das durch verstärkte Augenmuskelarbeit kompensiert wird. Mit Sehtests und Augenuntersuchungen finden wir die Ursache und passen die Sehhilfen korrekt an. Die Kopfschmerzen verschwinden dann meist. Darüber hinaus können hinter Kopfschmerzen auch Augenerkrankungen stecken, die etwa von der Hornhaut, der Bindehaut, der Augenhöhle oder Leder- und Regenbogenhaut herrühren. Im Extremfall sind starke Kopfschmerzen die Folge eines akuten Glaukom-Anfalls, eines augenärztlichen Notfalls, oder einer Riesenzellarteriitis.
Computer Vision Syndrom
Der intensive Gebrauch digitaler Bildschirmgeräte stellt unsere Augen vor neue Herausforderungen: Längere Computernutzung kann beispielsweise das Computer Vision Syndrom (CVS) auslösen. Studien weisen darauf hin, dass jeder Zweite, der Computer und Smartphones intensiv nutzt, unter CVS leidet. Zu den Leitsymptomen des CVS zählen auch Kopfschmerzen und Augenbrennen, die von chronischer Fehlhaltung und gereizten Augen herrühren.
Bewusste Lidschläge und regelmäßiges Lüften
Am Computer steuern wir mit der Maus den Cursor. Damit wir die Bewegungen gut koordinieren können, sinkt unbewusst die Blinzelfrequenz. Das Resultat: Die Augen werden nicht mehr gut mit Tränenflüssigkeit befeuchtet, der Tränenfilm wird instabil und die Augen beginnen zu brennen. Mit der Zeit wird es manchmal ein Schmerz in Richtung Kopf.
Es wird empfohlen:
- am Rechner öfter Pausen einzulegen,
- alle paar Minuten in die Ferne zu schauen und bewusst zu blinzeln oder
- die Augen für ein paar Sekunden zu schließen.
Auch weniger heizen und regelmäßig lüften, um die Luft feucht zu halten, sei wohltuend für die Augen.
Gleitsichtbrille kann Kopfschmerzen triggern
Wer sich dem 50. Lebensjahr nähert und registriert, dass sich Kopfschmerzen vor dem Computer einstellen, sollte zuerst an eine Alterssichtigkeit denken. Sie erschwert das Sehen im Nahbereich und führt so zu Ermüdung und Druckgefühl im Kopf. Eine Nahbrille schafft Abhilfe, aber dieser Schritt wird oft hinausgezögert.
Eine Gleitsichtbrille mit Nahteil hilft ebenfalls gegen Alterssichtigkeit, kann aber zugleich auch wieder Kopfschmerzen triggern. Denn wir sitzen wie eingefroren und bewegen den Kopf und die Wirbelsäule nicht mehr, um mit der Gleitsichtbrille die beste Schärfe auf dem Bildschirm festzuhalten. Das führt zu Fehlhaltungen, die Kopfschmerzen begünstigen. Die Lösung ist, sich eine extra Computerbrille anfertigen zu lassen, etwa als monofokale Brille für ungefähr 80 Zentimeter Sehentfernung.
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