Alkoholabstinenz und Dopaminspiegel: Ein umfassender Überblick

Alkoholismus ist eine weit verbreitete Krankheit, die durch den Konsum von Alkohol verursacht wird. Alkohol und Dopamin ist eine meist sehr verführerische Kombination, unter der am Ende viele Menschen leiden. Die Spezialisierung liegt auf der Behandlung von Alkoholabhängigkeiten und dem beaufsichtigten Alkoholentzug. Ein zu ausgeprägter Alkoholkonsum kann in schweren Fällen drastische Folgen haben und soziale, psychische und physische Probleme verursachen. Gleichzeitig ist ein Alkoholentzug ohne externe Unterstützung oft schwierig umzusetzen. Gleichzeitig existiert jedoch kompetente Hilfe, die Betroffene dabei unterstützen kann, den Alkoholkonsum zu reduzieren und den Weg in ein geregeltes Leben wiederzufinden. Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Zusammenhänge zwischen Alkoholabstinenz und dem Dopaminspiegel im Gehirn, die Auswirkungen auf das Suchtgedächtnis und gibt Einblicke in mögliche Therapieansätze.

Dopamin: Mehr als nur ein Glückshormon

Dopamin ist ein Neurotransmitter, also ein Botenstoff zwischen Nervenzellen, der dafür sorgt, dass Nervenzellen miteinander kommunizieren können. Dopamin ist ein Neurotransmitter bzw. Botenstoff des zentralen Nervensystems. Er besitzt eine erregende Wirkung, die beispielsweise eine Steigerung von Motivation und Antrieb nach sich ziehen kann. Viele Menschen glauben, dass Dopamin glücklich macht. Das ist ein großes Missverständnis, denn das ist nicht der Fall. Dopamin hat die Aufgabe, auf mögliche Belohnungen hinzuweisen, also eine belohnungsankündigende Wirkung. Das spielt beim Belohnungslernen eine große Rolle. Wenn wir etwas Positives erleben - wenn wir zum Beispiel hungrig sind und etwas essen oder wenn wir Zuwendung von einem anderen Menschen bekommen ­- dann wird Dopamin ausgeschüttet und markiert diese Situation als wichtig. Das heißt, wenn wir beim nächsten Mal an der Person vorbeigehen, die nett zu uns war, dann wird Dopamin ausgeschüttet, denn wir haben gelernt, dass es hier etwas Schönes geben könnte. Situationen, die mit Belohnungen einhergehen, werden gewissermaßen durch das Dopamin gelikt und dann im Suchtgedächtnis abgespeichert als etwas, das mit Belohnung verbunden ist.

Die Rolle von Dopamin im Belohnungssystem

Dopamin ist ein Neurotransmitter, der im Gehirn mit unserem „Belohnungszentrum“ verbunden ist. Sind wir mit Aktivitäten beschäftigt, die uns auf irgendeine Art Freude bereiten, wird Dopamin vom Gehirn freigesetzt. Dopamin wird abseits vom Alkohol auch bei ganz normalen Aktivitäten freigesetzt. Alkohol kann ebenfalls auf eine solche Art wirken: Es beschleunigt die Freisetzung von Dopamin, sodass wir uns zeitweise besser fühlen als vor dem Konsum des Alkohols. Euphorie setzt ein, die uns dazu ermutigt, mehr Alkohol zu konsumieren - schließlich wollen wir das Glücksgefühl weiter steigern. Bis zu einem gewissen Grad ist dies nicht bedenklich. Der gelegentliche Konsum von Alkohol ist für die meisten erwachsenen Menschen kein Anlass zur Sorge. Alkohol kann unterstützend auf das Gehirn einwirken, damit die dortigen Rezeptoren mehr Dopamin ausschütten. Leider hat langfristiger, zu starker Alkoholkonsum aber auch den Effekt, dass jene Rezeptoren langsam abgebaut werden. Nehmen wir als Rechenbeispiel an, es gäbe zehn dieser Rezeptoren und durch den Alkoholkonsum wurde deren Anzahl nun auf fünf Rezeptoren reduziert. Geht es einer Person beim Alkoholkonsum nur darum, den rauschartigen Zustand wieder zu erreichen, muss die Menge Alkohol also bei zu häufigem Konsum immer weiter gesteigert werden. Alkohol und Dopamin kann somit in dem konkreten Moment ein sehr gewünschter und angenehmer Effekt sein. Sofern im Übermaß angewendet, sind dies jedoch trügerische Glücksmomente, die - sofern ein gesundes Maß überschritten wird - in eine Abhängigkeit führen können.

Dopamin und Sucht: Ein Teufelskreis

Ein Problem an dem beschriebenen Mechanismus ist die Tatsache, dass der Alkohol einerseits Ursache für temporäre starke Glücksgefühle ist - aber gleichzeitig auch die Ursache für die langfristig zu erwartenden Probleme. Da ich im Moment keinen Alkohol konsumiere, ist mein Dopaminspiegel niedrig. Ich trinke Alkohol, wodurch sich der Dopaminspiegel erhöht. Der Körper hat den Alkohol wieder abgebaut, ich fühle mich daher wieder schlecht. So entsteht ein Teufelskreis: Der Alkohol wird als einzige (schnelle) Lösung des Problems wahrgenommen, aber ist gleichzeitig der Auslöser für den anschließend niedrigeren Dopaminspiegel. In klaren Momenten ist vielen Alkoholikern zwar bewusst, dass ihr Verhalten keine langfristige Lösung ist. Alkohol und Dopamin hängen bei Alkoholabhängigen somit eng zusammen und es fällt Betroffenen meist sehr schwer, aus diesem Teufelskreis selbst auszubrechen. In vielen Fällen sollten sie dies außerdem nicht versuchen, da ein eigenmächtiger Alkoholentzug ebenfalls schwere Nebenwirkungen hat. Generell ist Alkoholabhängigkeit eine chronische Krankheit. 1. Das Verlangen nach Alkohol ist allgemein stark - sowohl in Phasen von Nüchternheit, aber auch im bereits alkoholisierten Zustand. 2. Betroffene sind unfähig, den Konsum des Alkohols zu kontrollieren. 3. Wichtig an der Alkoholabhängigkeit ist außerdem, dass das Bewusstsein über die Erkrankung allein nicht ausreicht, um aktiv dagegen vorzugehen. Erkrankte sind sich, falls sie die Krankheit nicht leugnen, vollkommen bewusst darüber, dass der Alkoholkonsum schädlich ist für Gesundheit, Soziales, Berufliches und viele andere Lebensbereiche.

Veränderungen des Dopaminspiegels bei Alkoholabstinenz

Bei Alkoholismus wechseln sich häufig Perioden der Trunkenheit mit Abstinenzphasen ab, in denen die Betroffenen versuchen, auf Alkohol zu verzichten. Am Ende dieser Phasen steht dabei oft der Rückfall, wodurch die Sucht nur vertieft wird. Während dieser Zyklen finden viele Veränderungen im Gehirn statt. Besonders wichtig ist dabei der Neurotransmitter Dopamin, der die Signalübertragung in Belohnungszentren im Gehirn vermittelt. Wenn sich gelegentlicher Alkoholkonsum zu einer Sucht entwickelt, verändern sich auch die Bindungsstellen für Dopamin, über die der Botenstoff seine Wirkungen vermittelt. Diese Veränderungen untersuchten Dr. Natalie Hirth und ihre Kollegen, indem sie Gehirnproben von verstorbenen Alkoholikern mit denen von Menschen verglichen, die in ihrem Leben wenig oder gar keinen Alkohol getrunken hatten. Dabei fanden die Wissenschaftler Hinweise auf deutlich erhöhte Dopamin-Spiegel in bestimmten, für die Verhaltenskontrolle wichtigen, Bereichen des Gehirns der Alkoholsüchtigen. Durch ergänzende Versuche an alkoholabhängigen Ratten konnten die Forscher die Humanstudien bestätigen und weitere detaillierte Erkenntnisse gewinnen. Es zeigte sich, dass die Dopamin-Mengen im akuten Entzug stark vermindert sind. Doch wenn die Tiere über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol erhielten, stiegen die Dopamin-Werte deutlich über das Normalniveau. Dies hatte unter anderem den Effekt, dass die Tiere hyperaktiv wurden. Aufgrund ihrer Ergebnisse glauben Natalie Hirth und Kollegen, dass Dopamin beim akuten Alkoholentzug verringert ist und dann stark ansteigt, wenn die Alkoholiker die Abstinenz länger durchhalten. „Diese Erkenntnisse könnten sowohl den initial verminderten Antrieb und die gesenkte Stimmungslage im frühen Entzug erklären, als auch die später häufig bei Suchtpatienten auftretenden Symptome von Rastlosigkeit und gestörter Impulskontrolle“ ergänzt Professor Kiefer, Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für seelische Gesundheit, Mannheim (ZI).

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Akuter Entzug und langfristige Abstinenz

Die Wissenschaftler folgern daraus, dass Dopamin beim akuten Alkoholentzug verringert ist und dann stark ansteigt, wenn die Alkoholiker die Abstinenz länger durchhalten. Es zeigte sich, dass die Dopamin-Mengen im akuten Entzug stark vermindert sind. Doch wenn die Tiere über einen längeren Zeitraum keinen Alkohol erhielten, stiegen die Dopamin-Werte deutlich über das Normalniveau.

Auswirkungen auf das Verhalten

Dies hatte unter anderem den Effekt, dass die Tiere hyperaktiv wurden. Laut den Forschern könnte dies Verhaltensänderungen von Alkoholikern während und nach dem Entzug erklären. Auf diese Befunde aufbauend könnten nun Verhaltensexperimente entworfen werden, um den Zusammenhang zwischen erhöhtem Dopamin und dem Rückfall in die Alkoholsucht besser zu verstehen. Letztendlich sollen so Wege gefunden werden, um den Rückfall gänzlich zu verhindern.

Das Suchtgedächtnis und seine Neuprogrammierung

Ausgelöst hat den Rückfall das sogenannte Suchtgedächtnis. Prof. Andreas Heinz von der Berliner Charité:"Das Problem ist eigentlich: Wenn man lange eine Substanz nimmt, sei es Alkohol, sei es Kokain, seien es auch Opiate, Sie finden durchgehende Veränderungen in Anpassung auf die Substanz. "Die Drogen bewirken, dass der Körper Dopamin ausschüttet. Dopamin ist ein Belohnungshormon. Es dient als Motivation und wird normalerweise ausgeschüttet, wenn wir uns etwas erarbeitet haben. Dann kommt das gute Gefühl. Aber unter natürlichen Bedingungen ist es nicht sehr beständig. Wenn der angenehme Zustand nach einer wiederholten Tätigkeit immer wieder eintritt, gewöhnt sich der Körper daran und schüttet weniger Dopamin aus. "Wenn Sie eine Droge nehmen, die hat ja eine Eigenwirkung, Alkohol setzt immer Dopamin frei. Punkt. Kokain auch. Aber noch zehn mal soviel, wie irgendeine natürliche Begegnung. Das hört eben nicht auf. "Der Dopaminschub bewirkt auch, dass der Konsument sich die Gefühle im Rausch besonders gut merkt. So entsteht das Suchtgedächtnis. Professor Heinz und seine Mitarbeiter haben an der Charite verschiedene Studien durchgeführt. Unter anderem haben sie die Hirnaktivitäten von Alkoholkranken und anderen Personen verglichen. Beiden Gruppen zeigten die Wissenschaftler Bilder von alkoholischen Getränken. "Was sieht man: die Patienten zeigen auf die Alkoholreize eine verstärkte Hirnreaktion, zeigen Sie jetzt vielleicht auch. Aber wenn wir über 40 Minuten messen, dann hört die bei den nicht Alkoholabhängigen schnell auf, bei den Alkoholabhängigen besteht die weiter, und je stärker sie ist, hier zum Beispiel in Regionen des Aufmerksamkeitssystems, desto eher werden die rückfällig. "

Konfrontationstherapien als Ansatz

Um das emotionale Gedächtnis neu zu programmieren, haben Suchtexperten in den letzten Jahrzehnten spezielle Konfrontationstherapien entwickelt. Alkoholabhängige Patienten beispielsweise werden in Begleitung von Therapeuten in Kneipen geschickt oder müssen sich vor ein Glas Bier setzen und lernen, den Druck auszuhalten, ohne zu trinken. "Wir haben solche Studien gemacht, jetzt noch mal neu. Es kam raus: Es wirkt besser bei den Schwerkranken. Aber wir hatten uns einen dramatischeren Effekt erwartet, wir hatten gehofft, es wirkt besser bei allen, das ist leider nicht der Fall. Aber immerhin, wenn Sie schwerkranke Patienten haben, die mehrfach erfolglos waren, das kann helfen, dass man dem Reiz gegenüber exponiert ist, und es braucht Zeit, das Verlernen ist gestört. Das Verlernen hängt auch damit zusammen, wie stark das dopaminerge System beeinträchtigt ist."Alkoholkranke vergessen die erlernten Gefühle aber nicht nur langsamer als Normalpersonen. Sie erlernen auch schwerer neue emotional hilfreiche Verknüpfungen. Sie verbinden also beispielsweise Abstinenz und schöne, bestätigende Erlebnisse nicht so schnell miteinander. "Und ich glaub, dass wir das in unseren Therapien noch zu wenig beachten. Zumindest in Berlin ist es so, dass der medizinische Dienst der Kassen nach einer Woche kommt und sagt, jetzt entlasst die wieder, die zittern nicht mehr, und wir gehen davon aus, die müssen jetzt genauso schnell wie ein Gesunder lernen, dass sie irgend etwas anderes machen, statt eben trinken. Das braucht Zeit und das braucht Begleitung und wir müssen auch dran denken, vielleicht müssen wir auch einfach die Begleitumstände, unter denen wir die Verhaltenstherapien machen, modifizieren. Mehr Verstärkung geben, mehr Aufregung, mehr Beteiligung erzeugen. "Es geht also nicht nur darum, die die Verbindung von Glücksgefühl und Alkohohl zu vergessen. Das emotionale Gedächtnis muss neu programmiert werden, muss Alternativen lernen, glücklich zu werden ohne Alkohol. Beispielsweise durch soziale Bestätigung. Eine weitere Studie an der Charite hat gezeigt: Je stärker die Alkoholkranken auf positive Bilder mit erhöhter Gehirnaktivität antworten, desto eher bleiben sie in den darauffolgenden sechs Monaten trocken.

Strategien zur Unterstützung der Alkoholabstinenz

Viele Aktivitäten im Leben setzen Dopamin frei, weshalb Alkohol für die meisten Menschen auch nicht der einzige Weg zu positiven Emotionen ist. Bei einer Alkoholabhängigkeit entsteht jedoch eine physische Abhängigkeit von Alkohol, die nicht auf Knopfdruck permanent durch andere Aktivitäten ersetzt werden kann. Verschiedene Drogen erzielen einen ähnlichen oder stärkeren Effekt, aber offensichtlich kommt dies für eine sinnvolle Behandlung aus zahlreichen Gründen nicht in Frage. Die Abhängigkeit des Gehirns von Alkohol kann behandelt werden, aber eine Alkoholabhängigkeit ist eine chronische Krankheit, die ein Leben lang bestehen bleibt. Zwar ist der Alkoholkonsum nach dem Entzug theoretisch denkbar, gleichzeitig ist die Rückfallwahrscheinlichkeit jedoch hoch.

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Praktische Tipps für den Alltag

  • Selbstreflexion: Überdenken Sie Ihre Trinkgewohnheiten und die Gründe für Ihren Alkoholkonsum.
  • Ziele setzen: Setzen Sie sich klare und erreichbare Ziele.
  • Unterstützung suchen: Reden Sie mit Freunden, Familie oder einem Therapeuten über Ihre Entscheidung.
  • Auslöser identifizieren: Erkennen Sie Situationen oder Emotionen, die zum Trinken führen, und entwickeln Sie Strategien, um diese zu vermeiden.
  • Alternative Aktivitäten: Finden Sie gesunde Alternativen, um Stress abzubauen oder sich zu entspannen.
  • Soziale Unterstützung: Teilnahme an Selbsthilfegruppen wie den Anonymen Alkoholikern (AA).
  • Achtsamkeit und Meditation: Nutzen Sie Techniken, um Ihre Gedanken und Gefühle zu kontrollieren.
  • Gesunde Gewohnheiten entwickeln: Regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf.
  • Vermeidung von Versuchungen: Halten Sie Alkohol aus Ihrem Haus und vermeiden Sie Situationen, in denen stark getrunken wird.
  • Tagebuch führen: Dokumentieren Sie Ihre Fortschritte und reflektieren Sie Ihre Erfolge und Rückschläge.

Umgang mit Rückfällen

  • Akzeptanz und Vergebung: Erkennen Sie, dass Rückfälle Teil des Prozesses sein können und verzeihen Sie sich selbst.
  • Analyse des Rückfalls: Verstehen Sie, was zum Rückfall geführt hat, und entwickeln Sie Strategien, um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden.
  • Sofortige Handlung: Kehren Sie so schnell wie möglich zu Ihren Abstinenzplänen zurück.
  • Unterstützung suchen: Wenden Sie sich an Ihre Unterstützungsnetzwerke, um Hilfe und Ermutigung zu erhalten.

Bedeutung einer gesunden Lebensweise

  • Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung kann helfen, den Körper zu regenerieren und das Verlangen nach Alkohol zu reduzieren.
  • Hydratation: Ausreichend Wasser trinken, um den Körper zu unterstützen und das Verlangen nach Alkohol zu reduzieren.
  • Vitamine und Mineralstoffe: Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, um Defizite auszugleichen, die durch langjährigen Alkoholkonsum entstanden sein könnten.

Langfristige Perspektiven

  • Langfristige Ziele setzen: Überlegen Sie sich langfristige Ziele und entwickeln Sie einen Plan, um diese zu erreichen.
  • Lebensstiländerungen: Entwickeln Sie neue Hobbys und Interessen, die keinen Alkohol beinhalten.
  • Stetige Weiterbildung: Informieren Sie sich regelmäßig über neue Forschungsergebnisse und Strategien zur Unterstützung der Alkoholabstinenz.

Therapieansätze und Behandlungsmöglichkeiten

Ein Entzug sollte daher besser verstanden werden als eine Methode, die den Weg zurück in ein geregeltes Leben ermöglicht. Die Sucht nach Alkohol diktiert nicht mehr den Tagesablauf. Betroffene sind nicht mehr auf Alkohol und Dopamin angewiesen, sondern finden andere Wege, Glücksgefühle in ihrem Leben zu erleben. Beruflich werden meist wesentliche Verbesserungen bemerkt. Zusätzlich können sich auch finanziell starke Verbesserungen einstellen: Ein regelmäßiger Alkoholkonsum kann sehr teuer sein. Die positiven Auswirkungen eines gelungenen Alkoholentzugs sind daher sehr vielfältig. Zwar mag die Phase während des eigentlichen Entzugs für Betroffene bisweilen schwer erträglich sein. Die Belohnung, die am anderen Ende dieses Tunnels wartet, ist es jedoch in jedem Fall wert.

Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst: Ein Beispiel

Das eigene Motto „Der sanfte Weg zurück ins Leben“ unterstreicht, worauf es bei der Therapie von Alkoholabhängigkeit in der Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst ankommt. Dazu greift die Therapiemethodik vor Ort auf ein Verfahren zurück, dass zwar einerseits einen schnellen, andererseits aber auch sanften Alkoholentzug zum Ziel hat. Der Entzug ist ein komplexes Themenfeld, das entsprechend vielfältige Behandlungsansätze benötigt. Aus diesem Grund kommen in der Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst sowohl klassische als auch moderne Therapieformen zum Einsatz.

  1. Neuro-elektrische Stimulationen: Zielen darauf ab, die physischen, biochemischen Aspekte der Sucht zu behandeln. Diese Elektro-Akupunktur geht schonend mit dem Körper von Erkrankten um und ist ein wichtiger Teilaspekt des sanften Entzugs.
  2. Psychische Aspekte: Neben diesen körperlichen Maßnahmen wird auch auf psychische Aspekte eingegangen. Gespräche in Gruppen oder einzeln mit den Therapeuten helfen dabei, ein Verständnis für die eigene Sucht zu erlangen und den Umgang mit ihr zu schulen.

Eine Therapie in der Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst wird immer individuell angelegt und auf die konkreten Bedürfnisse der Patienten abgestimmt. So kann sich die Therapie bei Personen mit einer schweren Abhängigkeit deutlich von einer leichten Abhängigkeit unterscheiden. Erkrankte leiden häufig unter hohen Stresspegeln, die sich wie ein roter Faden durch das gesamte aktuelle Leben ziehen. Durch ihre ruhige urbane Lage versucht die Oberberg Fachklinik Düsseldorf Kaarst, diesem Problem zu begegnen. Die moderne Atmosphäre, erzeugt sofortige Ruhe und ein Gefühl von Harmonie und Wohlbefinden. Eine ausgewogene, frische Küche beschleunigt die Therapie ebenfalls. In vielen Fällen entwickeln Alkoholabhängige ungesunde Muster für viele Aspekte ihres Lebens - auch die Nahrungsaufnahme. Neue Patienten müssen sich außerdem keine Gedanken machen, etwas zu verpassen. Der Therapiestart wird immer so gelegt, dass alle aktuell ankommenden Patienten diese zum selben Zeitpunkt starten. Dies hängt immer vom Grad der Alkoholabhängigkeit und von der betroffenen Person ab. Generell empfehlen Mediziner jedoch, dass ein Alkoholentzug unter Aufsicht stattfinden sollte. Leider handelt es sich um eine Erkrankung, deren Behandlung für einen kurzen Zeitraum ebenso herausfordernd ist wie die Krankheit selbst. Der Schritt zu medizinischem Fachpersonal ist daher dringend empfehlenswert. Dies gilt auch für Erkrankte, die sich vielleicht einreden, dass „das alles nicht so schlimm ist“.

Die Bedeutung von Kompetenzerwerb und Abstinenz

Herr Professor Kiefer, was hilft einem Alkoholiker am meisten, um nicht wieder zur Flasche zu greifen? Die Abstinenz selbst! Denn nur dann kann er die nötigen Kompetenzen erwerben, um weiter abstinent zu bleiben. Zum einen lernt er erst in dieser Phase, mit kritischen Situationen wie einer Feier oder einer privaten Krise umzugehen, ohne exzessiv zu trinken. Zum anderen verlernt er in dieser Phase die automatische Belohnungserwartung, die er unbewusst mit den Situa­tionen verknüpft, in denen er getrunken hat. So nimmt das Bedürfnis zu trinken ab.

Automatische Belohnungserwartung verstehen

Uns allen springen Umweltreize schneller ins Auge, wenn sie eine Belohnung erwarten lassen. Der dafür nötige neuronale Filter basiert auf dem Hirnbotenstoff Dopamin; das so genannte mesolimbische Belohnungssystem ist daran beteiligt. Wenn Alkoholiker etwas trinken, wird es aktiviert und damit die betreffende Situation "markiert": Sie verspricht eine Belohnung - und je häufiger diese tatsächlich folgt, desto mehr wird die Trink­situation mit der Belohnung assoziiert und desto präsenter wird sie in der Wahrnehmung. Deshalb reagiert ein Alkoholiker in aller Regel auf eine Kneipe anders als auf eine Wäscherei oder ein Blumengeschäft. Je häufiger er an dem Lokal vorbeigeht, ohne zu trinken, desto eher lernt er unbewusst: Es kommt keine Belohnung mehr!

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Negative Auswirkungen von Alkoholkonsum auf das Gehirn

Vorzeitiges Altern des Gehirns

Schon eine Flasche Bier am Tag lässt die graue sowie die weiße Substanz im Gehirn schrumpfen, wenn Sie über einen langen Zeitraum regelmäßig konsumieren. Bei der grauen Substanz handelt es sich um die Großhirnrinde (oder Cortex), die rund 20 Milliarden Nervenzellkörper beherbergt. Im Inneren des Großhirns befinden sich ihre Zellfortsätze (Axone), die aufgrund ihrer helleren Farbe weiße Substanz genannt werden. Beide Substanzen sind wesentliche Bestandteile des zentralen Nervensystems und steuern nahezu alle Hirnfunktionen. Ohne sie kann das Gehirn nicht normal arbeiten. Die Veränderungen, die Alkohol in den Gehirnsubstanzen verursacht, sind jedoch nicht linear: Je mehr man trinkt, desto schneller schrumpft das Gehirn. Ein Beispiel: Erhöht eine 50-jährige Person ihren täglichen Alkoholkonsum von einem 0,25l Glas Bier auf eine 0,5l Flasche Bier, entsprechen die Veränderungen im Gehirn einer Alterung von zwei Jahren.

Frührente für das Gehirn

Es ist normal, dass die Zellstrukturen sich etwa im Alter von 50 Jahren langsam abbauen. Die Blütezeit des Gehirns ist dann in der Regel schon vorbei. Doch, je mehr Alkohol Sie konsumieren, desto schneller bauen sich die Zellstrukturen ab. Die Folgen der Hirnalterung machen sich vor allem durch ein geschwächtes Erinnerungsvermögen bemerkbar. So kann es häufiger dazukommen, dass sie Kleinigkeiten wie Ihren Hausschlüssel vergessen oder immer öfter mehr als einmal auf Ihre Einkaufsliste schauen müssen. Aber der Alkohol beeinträchtigt auch andere kognitive Fähigkeiten: Aufmerksamkeit, Orientierung oder die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Jüngere Studien weisen darauf hin, dass regelmäßiger Alkoholkonsum von bereits fünf bis sechs Standardgläsern pro Woche die kognitive Leistungsfähigkeit vermindert.

Erhöhtes Demenzrisiko

Im Gehirn verursacht ein regelmäßiger Konsum hoher Alkoholmengen außerdem Veränderungen, die das Risiko einer Demenzerkrankung stark erhöhen. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die eine fortschreitende Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit hervorruft. Betroffene Menschen können dadurch häufig kein selbstbestimmtes Leben mehr führen und sind auf Hilfe im Alltag angewiesen. Studien zeigen, dass sich das Demenzrisiko deutlich erhöht, wenn man regelmäßig viel Alkohol trinkt. Personen ab 45 Jahren, die mehr als 24 Gramm reinen Alkohol (ca. 250 ml Wein) am Tag trinken, sind besonders gefährdet.

Positive Auswirkungen der Alkoholabstinenz

Ohne Alkohol zu leben bewirkt im Körper wahre Wunder. Bereits nach wenigen Tagen der Abstinenz erholt sich der gesamte Organismus. Das zentrale Nervensystem entspannt sich. Die Ausschüttung der Glückshormone Dopamin und Serotonin normalisiert sich, die Blockade der Morphinrezeptoren wird gelöst. Auch das nächtliche Erwachen nach rauschhaften Abenden entfällt, Durchschlafen ist durch Abwesenheit des Acetaldehyds wieder möglich. Normaler Appetit setzt wieder ein, das wiederum wirkt positiv auf die Verdauung und die Stuhlgewohnheiten. Der Blutdruck senkt sich ganz von selbst auf ein gesundes Maß. Und natürlich freut sich auch die Psyche. Die Stimmung hellt sich auf, der Kopf wird freier. Die Leber, die beim Trinken von Wein, Bier oder Hochprozentigem geradezu mit Fett beladen wird, profitiert ebenfalls von der alkoholfreien Zeit. Schon nach sieben Tagen, so haben Seitz‘ Studien ergeben, halbiert sich der sogenannte GPT-Wert von 150 auf 70 und erreicht damit fast wieder den Normalzustand. Nach vier Wochen ohne Alkohol ist die Leber vollständig entfettet. Außerdem sei ein Alkoholfasten ein guter Selbsttest, sagt Seitz. Jeder könne für sich feststellen, wie schwer ihm der Verzicht fällt, und ob sich womöglich schone eine Suchtproblematik eingeschlichen haben könnte.

Gesundheitliche Vorteile im Überblick

  • Senkung des Risikos für Lebererkrankungen, Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und andere chronische Krankheiten.
  • Reduzierte Symptome von Depression und Angst.
  • Verbesserte Schlafqualität und Erholung.
  • Reduzierung der Kalorienaufnahme durch den Verzicht auf alkoholische Getränke.

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