Alkohol, Gefäßerweiterung und Migräneursachen: Ein umfassender Überblick

Migräne ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft sehr starke Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Die Ursachen für Migräne sind vielfältig und noch nicht vollständig erforscht. Es wird angenommen, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Zahlreiche Faktoren können als sogenannte Trigger den Migränekopfschmerz auslösen. Dazu zählen beispielsweise Stress, Veränderungen im Wetter oder Tagesrhythmus, Nahrungsmittel oder hormonelle Veränderungen.

Was ist Migräne?

Die Migräne ist eine neurobiologisch bedingte Funktionsstörung des Gehirns, der Hirnhaut (Dura) und der jeweiligen Blutgefäße, für die eine erbliche Veranlagung besteht. Während einer Migräneattacke kommt es zu einer vorrübergehenden Fehlfunktion schmerzregulierender Systeme. Eine Migräne wird oftmals als halbseitiger, stechender oder pochender Kopfschmerzen beschrieben und kann zusätzlich mit einer Licht- , Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen einhergehen. Etwa 15% der Bevölkerung leidet unter Migräne. Diese Kopfschmerzerkrankung ist gekennzeichnet durch wiederkehrende, in der Regel sehr starke, einseitige Kopfschmerzen, die bei einigen der Betroffenen auch mit bestimmten neurologischen Symptomen (sogenannten Aura-Symptomen) einhergehen.

Es existieren grundsätzlich zwei Typen der Migräne: mit und ohne so genannte Aura. Die Migräne mit Aura beginnt dabei mit einer Vorstufe, die sich in Sehproblemen und einem Schwindelgefühl äußert. So kann ein Migräneanfall zwischen 4 und 72 Stunden andauern. Achtung: Migräne ist nicht mit normalen Kopfschmerzen zu verwechseln. Während mindestens 50 Prozent der Bevölkerung immer wieder unter Kopfschmerzen leiden, sind davon "nur" ca.

Biologische Vorgänge bei Migräne

Welche biologischen Vorgänge den Migränekopfschmerz bewirken, konnte wissenschaftlich bisher nicht mit Sicherheit geklärt werden. Vieles weist aber darauf hin, dass es bei einem Migräneanfall zu einer Entzündung im Gehirn kommt. Blutgefäße werden gereizt und erweitern sich. Früher gingen Wissenschaftler von einer Fehlsteuerung der Blutgefäße im Gehirn aus. Demnach verengen sich kurz vor einer Migräneattacke die Blutgefäße, weswegen die betroffene Hirnregion schlechter durchblutet wird. In einer überschießenden Gegenreaktion erweitern sich anschließend die Blutgefäße. Diese Gefäßdehnung verursacht dann die migränetypischen Schmerzen.

Nach aktuellen Untersuchungen ist das Geschehen vermutlich auf eine Störung des Gleichgewichtszustandes von Schmerzzentren im Hirnstamm zurückzuführen. Mit Hilfe spezieller bildgebender Verfahren (Positronenemissions-Tomografie) konnte nachgewiesen werden, dass im Gehirn ein Bereich - das so genannte Migräne-Zentrum im Hirnstamm (periaquäduktales Grau) - aktiviert und verstärkt durchblutet wird. Dieses „Migräne-Zentrum“ reagiert über-empfindlich auf Reize. Zwischen den Blutgefäßen des Gehirns und den Nervenzellen des Gesichtsnervs (Nervus trigeminus) besteht eine wichtige Verflechtung. Feinste Verästelungen des Trigeminus-nervs befinden sich in den Wänden aller Blutgefäße im Gehirn. Die Überaktivität der Nervenzellen im Hirnstamm führt dazu, dass die (C-)Fasern des Trigeminusnervs Schmerz-signale an das Gehirn senden (über den trigemino-thalamischen Trakt). Dies hat auch eine vermehrte Ausschüttung so genannter Botenstoffe (vasoaktive Neuropeptide) zur Folge, die eine Dehnung der Blutgefäße bewirken und die Gefäßwände für Blutflüssigkeit durchgängig machen (Extravasation) und bestimmte Blutbestandteile (z.B. entzündliche Eiweißstoffe) freisetzen. Es kommt zu einer Aufschwemmung und einer Art Entzündung des Hirngewebes und der Hirnhäute. Diese so genannte neurogene Entzündung verursacht wiederum Schmerzimpulse, welche ausstrahlen und den Migränekopfschmerz bewirken.

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Die Botenstoffe des Gehirns (Neurotransmitter) sind chemische Substanzen, die u.a. Nervensignale weiterleiten, die Ausdehnung oder Verengung der Blutgefäße steuern und Schmerzsignale auslösen. Von allen Botenstoffen spielt das Serotonin bei der Entstehung der Migräne eine besondere Rolle. Die Konzentration von Serotonin im Blut schwankt mit dem weiblichen Zyklus. Dies erklärt u.a. das Auftreten von Migräneattacken während des Zyklus.

Symptome der Migräne

Als typische Symptome einer Migräne werden neben oftmals halbseitigen, stechenden oder pochenden Kopfschmerzen eine Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit sowie Übelkeit und Erbrechen beschrieben. In manchen Fällen halten die Beschwerden nur wenige Stunden an, einige Personen leiden bis zu drei Tage am Stück an den Auswirkungen der Migräne. Bei einigen Patienten kommt es während der Kopfschmerzphase zu Übelkeit und Erbrechen, häufig ist auch eine besonders ausgeprägte Lärm- oder Lichtempfindlichkeit während der Kopfschmerzattacke. Die Dauer eines Migräneanfalls variiert von Patient zu Patient - bei einigen ist sie bereits nach vier Stunden überstanden, bei anderen hält sie bis zu drei Tagen an.

Genetische Faktoren

Es gibt klare Hinweise darauf, dass genetische Prädispositionen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Migräne spielen. Eine spezielle Form der Migräne, die familiäre hemiplegische Migräne (FHM), wird durch Mutationen in spezifischen Genen, wie dem CACNA1A-Gen, vererbt. Diese genetische Ursache erklärt, warum Migräne in bestimmten Familien gehäuft auftritt und warum die Erkrankung als nicht heilbar gilt.

Triggerfaktoren

Bestimmte innere und äußere Faktoren, so genannte Trigger, können bei entsprechender Veranlagung eine Migräne begünstigen. Auslöser von Migräne können Nahrungsmittel, Stress u.a. Jeder Migräne-Patient kann durch Selbstbeobachtung und konsequente Führung eines Kopfschmerz-Tagebuchs/Kalenders seine verschiedenen, persönlichen Auslöser ermitteln:

  • Wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. zu viel oder zu wenig Schlaf)
  • Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf - Unterzuckerung/Hungerzustand (z.B. aufgrund des Auslassens von Mahlzeiten)
  • Hormonveränderungen, z.B. während des Zyklus (Eisprung oder Menstruation) bzw. aufgrund der Einnahme von Hormonpräparaten (z.B. Anti-Baby-Pille, bei Beschwerden der Wechseljahre oder zur Osteoporose-Vorsorge)
  • Stress in Form körperlicher oder seelischer Belastungen - Migräne tritt meist in der Entspannungsphase danach auf
  • Verqualmte Räume
  • Bestimmte Nahrungsmittel - z.B. Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol (Rotwein!)
  • Äußere Reize wie (Flacker)Licht, Lärm oder Gerüche
  • Wetter- und Höhenveränderungen (Föhn, Kälte etc.)
  • Starke Emotionen, z.B. ausgeprägte Freude, tiefe Trauer, heftige Schreckreaktion, Angst
  • Evtl. Medikamente z.B.

Etwa 90 % der Migränepatienten berichten, dass bei ihnen solche Triggerfaktoren eine Attacke auslösen können. Die Liste der möglichen Auslöser ist lang. Nahrungsmittel spielen dabei für Betroffene eine wichtige Rolle.

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Alkohol als möglicher Trigger

Alkohol wird häufig als potentieller Migräne-Auslöser genannt. Eine aktuell im „European Journal of Neurology“ publizierte, niederländische Studie untersuchte den Stellenwert alkoholischer Getränke als Auslöser von Migräneattacken und den Effekt auf den Konsum von Alkohol bei Migränepatienten. 2.197 Patienten wurden webbasiert zu ihrem Trinkverhalten und den Triggern, die bei ihnen die Kopfschmerzattacken auslösen, befragt.

  1. 547 von den 2.197 Befragten gaben an, Alkohol zu konsumieren. Von den Befragten erklärten insgesamt 783 Patienten (35,6%), dass Alkohol bei ihnen Kopfschmerzattacken auslöst. Unter den 1.547 Befragten, die gelegentlich Alkohol trinken, war der Anteil sogar noch höher: In dieser Gruppe gaben 42,5% an, dass Alkohol bei ihnen ein Migräne-Trigger sei.

Die Studie untersuchte auch, welche alkoholischen Getränke besonders häufig zu Migräneattacken führen. Am häufigsten wurde Wein, insbesondere Rotwein, genannt. Es wird vermutet, dass bestimmte, in Rotwein enthaltene Inhaltsstoffe wie Histamin, Tyramin oder Phenylethylamin diesen Effekt verursachen könnten. Die Befragten gaben an, dass bereits zwei Standardgläser ausreichen, um einen Migräneanfall zu provozieren. Andererseits berichteten aber nur 8,8% der Studienteilnehmer, dass Rotwein bei ihnen immer und ausnahmslos zu Migräneanfällen führt. Die Studienautoren zweifeln daher an, dass Alkohol/Rotwein ein eigenständiger Trigger ist. Fakt sei aber, dass Migräne das Konsumverhalten von Alkohol verändert, viele Patienten nehmen Abstand.

Rotwein und biogene Amine

Wenn sich eine Migräne pünktlich nach dem Genuss von Rotwein einstellt, Weißwein und andere Alkoholquellen hingegen deutlich weniger Probleme bereiten, dann könnte es sein, dass sich die Krankheit hier infolge einer sog. Im Rotwein entstehen im Laufe der alkoholischen Gärung reichlich Histamine, die zur Stoffklasse der sog. biogenen Amine gehören. Normalerweise werden Histamine im menschlichen Organismus wieder auf ein gesundes Maß abgebaut, was vom körpereigenen Enzym Diaminoxidase (DAO) erledigt wird. Viele Menschen reagieren jetzt mit Fließschnupfen, Verdauungsbeschwerden, Herzklopfen uvm. Manche aber auch mit einer Migräne. Nicht umsonst wird diese auch zu den sog.

Neben Histamin gibt es noch weitere biogenen Amine, die sich in Lebensmitteln befinden und einen Anfall triggern können. Zwei der wichtigsten heißen Tyramin und Phenylethylamin. Sie befinden sich daher in lang gereiftem Käse (besonders Tilsiter, aber auch Blauschimmel- und Briekäse), Wein, Kakao, Essig, Rohwurst und Sauerkraut (hier nur Tyramin, nicht aber Phenylethylamin). Auch in manchen nicht fermentierten Lebensmitteln sind biogene Amine enthalten, z. B.

Alkoholinduzierte Kopfschmerzen

Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft klassifiziert in der aktuellen internationalen Kopfschmerzklassifikation ICHD-3 unter dem Code 8.1.4 den alkoholinduzierten Kopfschmerz. Der durch die Alkoholaufnahme sofortige induzierte Kopfschmerz tritt innerhalb von 3 Stunden nach Alkoholaufnahme auf. Er klingt innerhalb von 72 Stunden nach Beendigung des Alkoholkonsums ab. Die Kopfschmerzmerkmale äußern sich in einem beidseitigen Kopfschmerz mit pulsierendem Schmerzcharakter, der Schmerz verstärkt sich durch übliche körperliche Aktivität. Die effektive Menge an Alkohol, die einen sofortigen Kopfschmerz bedingt, variiert ausgeprägt zwischen verschiedenen Betroffenen.

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Sehr viel häufiger als der sofortige alkoholinduzierte Kopfschmerz ist der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz. Der international festgelegte Fachbegriff für den früher als „Hangover“ bezeichneten Kopfschmerz lautet heute „delayed alkohol-induced headache“. Das Kopfschmerzbild charakterisiert sich durch Kopfschmerzen, die innerhalb von 5-12 Stunden nach Alkoholaufnahme entstehen. Die Kopfschmerzen klingen spätestens innerhalb von 72 Stunden ab. Die Kopfschmerzmerkmale äußern sich durch ein beidseitiges Auftreten, eine pulsierende Schmerzqualität, der Kopfschmerz verstärkt sich durch körperliche Routinetätigkeiten.

Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerz haben gravierende gesellschaftliche und wirtschaftliche Konsequenzen. Nach einer britischen Studie entstehen jährlich ca. 2 Milliarden Ausfallkosten aufgrund von Arbeitsunfähigkeit durch zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen. In anderen Ländern zeigen sich ähnliche Verhältnisse.

Pathophysiologie des Katerkopfschmerzes

Die Entstehung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist bis heute nicht genau geklärt. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen sind ein erstes Stadium des Alkoholentzugs. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen treten nicht direkt dosisabhängig mit der Menge des konsumierten Alkohols auf, obwohl höhere Dosen von Alkohol mit verstärkter Symptomatik einhergehen können. Fuselstoffe in individuellen Alkoholika können die Häufigkeit und die Schwere von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen verstärken. Sie finden sich besonders in Cognac, Wein, Tequila und Likören. Transparente Alkoholika wie z.B. Rum, Wodka und Gin zeigen dagegen eine geringere Häufigkeit von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen.

Die Symptome des zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzes wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Durchfall weisen Parallelen zu einem gestörten Zytokininstoffwechsel auf, wie z.B. bei viralen Infekten. Alkohol führt zu einer Erhöhung von Thromboxan. Hormonelle Veränderungen wurden ebenfalls mit der Entstehung von zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen in Verbindung gebracht. Die Schwere der Symptomatik der zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerzen ist proportional zur Konzentration von antidiuretischen Hormon (ADH). Alkohol hemmt den Effekt von ADH auf die Nieren. Dadurch wird ein verstärkter Harndrang bedingt, der größer ist als die eigentliche aufgenommene Flüssigkeit bedingen würde. Mit zunehmender Dehydration steigen die relativen Serumspiegel von ADHA weiter an. Dies führt zu einem zunehmend verlängerten übermäßigen Flüssigkeitsverlust bei Patienten mit zeitverzögerten alkoholinduzierten Kopfschmerz. Alkohol scheint auch die Verfügbarkeit von Glukose durch einen insulinvermittelten Mechanismus zu hemmen. Sowohl die akute Alkoholintoxikation als auch der zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen bedingen eine metabolische Azidose. Zeitverzögerte alkoholinduzierte Kopfschmerzen bedingen einen Anstieg der Herzfrequenz, der linksventrikulären Leistung sowie des Blutdrucks.

Behandlung von Katerkopfschmerzen

Der beste Weg, gegen Kopfschmerzen durch Alkohol vorzugehen ist recht naheliegend: Wer nicht trinkt, hat auch keine Katerkopfschmerzen. Doch egal, ob Geburtstag, Silvester oder eine Hochzeit - es gibt durchaus Gelegenheiten, anzustoßen. Was also, wenn es schon zu spät ist? Gibt es ein gutes Mittel bei Kater?

Die schlechte Nachricht zuerst: Ein Allheilmittel, also ein Medikament gegen Kater, das alle Symptome verschwinden lässt, gibt es nicht. Trotzdem lässt sich zumindest den alkoholbedingten Kopfschmerzen recht gut beikommen. Klassische Schmerzmittel, die auch gegen andere Arten von Kopfschmerzen helfen, sind auch bei Katerkopfschmerzen wirksam.

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Weitere Migräne-Ursachen und -Auslöser

Neben Alkohol gibt es zahlreiche weitere Faktoren, die Migräne auslösen oder verstärken können:

  • Stress: Migräne durch Stress kommt bei etwa 80 Prozent der Betroffenen infrage.
  • Wetterumschwünge: Wetterfühlige Migräne-Patienten bemerken Veränderungen der Temperatur oder des Luftdrucks manchmal daran, dass sich eine Kopfschmerzattacke ankündigt.
  • Hormonschwankungen: Viele Patientinnen leiden während ihrer Periode an Kopfschmerzen. Auch eine Migräne in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren aufgrund von einschneidenden Veränderungen im Hormonhaushalt kann auftreten.
  • Nahrungsmittel: Bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte oder Glutamat können bei manchen Menschen Migräne auslösen.
  • Schlafstörungen: Ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus oder zu wenig Schlaf können Migräneattacken begünstigen.
  • Sinnesreize: Ungewohnte, „extreme“ Sinneswahrnehmungen wie Lärm, visuelle Reize oder Gerüche können Migräneanfälle auslösen.
  • Magnesiummangel: Eine sehr häufige Ursache für Migräneattacken ist ein chronischer Magnesiummangel.
  • Halswirbelsäule: Auch die Halswirbelsäule kann ein Trigger für Migräneattacken sein.

Hormonelle Einflüsse

Viele Frauen im gebärfähigen Alter leiden unter Migräneattacken. Das betrifft vor allem Patientinnen, die mit hormonell bedingter Migräne diagnostiziert wurden, die mit dem weiblichen Zyklus und Imbalancen in Verbindung gebracht wird (primäre Form). Denn der Östrogen-, Gestagen- und Opioid-Spiegel schwankt vor, während und nach der Menstruation. Besonders der Abfall des Östrogenspiegels bei den Frauen wird dabei als Auslöser betrachtet. Dabei wird zwischen zwei Formen der Menstruationsmigräne unterschieden. Bei der menstruelle Migräne kommt es während (oder zwei Tage vor bis zwei Tage nach) Einsetzen der Periode zu einer Migräne. Während der Schwangerschaft können sich Migränesymptome wie einseitig pulsierende Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit verbessern, da die Hormone sich stabilisieren.

Nicht selten leiden auch Pillenanwenderinnen - meist während der Einnahmepause der Antibaby-Pille - an Migräne, und zwar auch dann, wenn sie vor der Pilleneinnahme nie Probleme mit Kopfschmerzen hatten. Selbstverständlich kann nicht nur die Pille die Krankheit auslösen. Manche davon hemmen die Aktivität des Histamin abbauenden Enzyms DAO, so dass bei Migränesymptomen nach Einnahme von Medikamenten auch immer abgeklärt werden sollte, inwiefern sich die betreffenden Arzneimittelwirkstoffe auf den Histamin-DAO-Haushalt auswirken können.

Wettereinflüsse

Gemäß einer retrospektiven Studie von Forschern des Kopfschmerzzentrum des Universitätskrankenhauses Policlinico Agostino Gemelli in Rom konnte bestätigt werden, dass Wetterschwankungen einen Einfluss auf eine Untergruppe von mit Migränepatienten haben. Dabei zeigte sich, dass meteorologische Schwankungen, insbesondere ein Temperaturanstieg zum Vortag, einen Einfluss auf den Ausbruch einer Migräneattacke haben.

Körperliche Aktivität

Gemäß niederländischen und dänischen Studien zeigt sich, das starke körperliche Bewegung und Sport bei einigen Patienten als Migräne-Trigger eine Attacke auslösen können. Ohne Berücksichtigung blieben in den Studien jedoch der Einfluss des Trinkverhaltens, die Temperatur oder aktuellen Ess- und Schlafgewohnheiten der Teilnehmenden. Gleichzeitig spielt sportliche Betätigung eine wichtige Rolle innerhalb der Migräne-Vorbeugung.

Medikamente

Kopfschmerzen werden bei vielen Medikamenten im Beipackzettel als Nebenwirkung angegeben. Hierbei bleibt jedoch zu unterscheiden, ob es sich um Kopfschmerzen oder eine Migräneattacke handelt.

Was tun bei einer Migräneattacke?

Der Verlauf eines akuten Migräneanfalls ist von Person zu Person individuell, sodass es keine Pauschallösung zur Linderung gibt. Folgende Maßnahmen haben sich jedoch als hilfreich erwiesen:

  • Ziehen Sie sich in einen abgedunkelten, ruhigen Raum zurück und versuchen Sie, sich zu entspannen. Bewegung verstärkt meist den Schmerz.
  • Rechtzeitig eingenommen kann ein passendes Arzneimittel in der richtigen Dosierung die Migräne erheblich lindern. Bei Migräneattacken können Triptane - die die erweiterten Gefäße im Gehirn wieder verengen - wirkungsvoll unterstützen.
  • Massieren Sie mit zwei Fingern entlang des Schmerzpunktes.
  • Tragen Sie wenige Tropfen Pfefferminzöl auf Ihre Schläfen auf und kreisen Sie dort langsam in eine Richtung.
  • Verdunkeln Sie Ihr Schlafzimmer und sorgen Sie für ausreichend Ruhe.
  • Lagern Sie Ihren Kopf etwas höher im Bett und legen Sie ein Kühlakku (nur mäßige Kälte) auf Ihre Stirn.
  • Versuchen Sie ruhig zu atmen.
  • Ein frischer Ingwertee kann auch Abhilfe schaffen.

Medikamentöse Behandlung

Ärzte empfehlen eine medikamentöse Behandlung bei aufkommender Migräne. Handelt es sich um eine leichte bis mittelschwere Migräneattacke, so können peripher wirksame Analgetika beziehungsweise nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) helfen. Gemeinsam mit Ihrem vertrauten ärztlichen Fachpersonal können Sie unter Berücksichtigung der Nebenwirkungen und Verträglichkeit über die richtige Wahl der Medikamentenform entscheiden. Ist die Migräneattacke stärker ausgeprägt, so empfiehlt sich eine Therapie mit speziellen Migränemitteln wie Triptane. Die Medikamente imitieren die Eigenschaften des körpereigenen Botenstoffes Serotonin mit dessen Hilfe die Weite der Blutgefäße reguliert wird.

Präventionsmaßnahmen

Migräne ist bisher nicht heilbar, aber mittlerweile kann man durch eine medikamentöse Behandlung und verschiedene Präventionsmöglichkeiten die Attacken verringern und die Symptome mildern. Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen zählen eine gesunde Lebensweise mit:

  • Regelmäßigen sportlichen Aktivitäten wie Joggen, Schwimmen oder Walken, im Idealfall an der frischen Luft.
  • Einer ausgewogenen und vitaminreichen Ernährung
  • Eine tägliche Flüssigkeitsversorgung von mindestens zwei Litern
  • Regelmäßigen Entspannungsübungen oder Entspannungstechniken
  • Optimieren Sie Ihre Magnesiumversorgung!
  • Vermeiden Sie Stress, indem Sie sich beispielsweise ab sofort nur noch realistische und keine zu hohen Ziele stecken.
  • Meiden Sie Alkohol!
  • Meiden Sie Lebensmittel, die Histamin oder andere biogenen Amine enthalten.
  • Ernähren sie sich basenüberschüssig und planen Sie - z. B. nach Ihrer Darmsanierung - eine Entsäuerung.
  • Lassen Sie alle Fertigprodukte/Fertiggetränke links liegen, die Glutamat und/oder Aspartam enthalten.
  • Integrieren Sie hochwertige Öle in Ihre Ernährung, die Sie mit ausreichend Gamma- und Alpha-Linolensäuren versorgen.

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