Allegro: Ein Überblick über den Wirkstoff Frovatriptan zur Migränebehandlung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, oft pulsierende Kopfschmerzen gekennzeichnet ist, die von weiteren Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet sein können. Allegro ist ein Medikament, das den Wirkstoff Frovatriptan enthält und zur Behandlung von Migräneattacken eingesetzt wird.

Was ist Allegro und wofür wird es angewendet?

Allegro enthält den Wirkstoff Frovatriptan, ein Mittel zur Behandlung der Migräne aus der Klasse der sogenannten Triptane [selektive 5-Hydroxytryptamin-(5HT1)-Rezeptor-Agonisten].Allegro wird angewendet bei Erwachsenen zur Behandlung der Kopfschmerzphase von Migräneattacken mit oder ohne Aura (einem vorübergehenden ungewöhnlichen Empfinden vor der Migräne, das von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt ist und beispielsweise das Sehen, den Geschmack oder das Hören betreffen kann).

Es darf nicht zur Prophylaxe einer Migräneattacke angewendet werden. Die Diagnose einer Migräne muss durch den behandelnden Arzt eindeutig gestellt worden sein.

Wirkweise von Frovatriptan

Frovatriptan wirkt agonistisch an 5-HT1B/1D-Rezeptoren. Es wird vermutet, dass es selektiv an extrazerebralen, intrakraniellen Gefäßen angreift und die übermäßige Dilatation dieser Gefäße im Migräneanfall verhindert. Die Aktivierung von 5-HT1B-Rezeptoren durch ein Triptan veranlasst eine Verengung der erweiterten Blutgefäße in der Hirnhaut.

Frovatriptan wird nach oraler Anwendung schnell aus dem Duodenum resorbiert, besitzt allerdings eine geringe orale Bioverfügbarkeit. Seine Bindung an Serumproteine ist gering (ungefähr 15%). In vitro scheint Cytochrom P4501A2 das Hauptenzym zu sein, das an der Metabolisierung von Frovatriptan zu mehreren Metaboliten beteiligt ist, darunter hydroxyliertes Frovatriptan, N-Acetyl-Desmethyl-Frovatriptan, hydroxyliertes N-Acetyl-Desmethyl-Frovatriptan und Desmethyl-Frovatriptan sowie mehrere andere Nebenmetaboliten. Desmethyl-Frovatriptan besitzt im Vergleich zur Ausgangssubstanz eine geringere Affinität zu 5-HT1B/1D-Rezeptoren. Der N-Acetyl-Desmethyl-Metabolit hat keine signifikante Affinität zu 5-HT-Rezeptoren. Die Aktivität der anderen Metaboliten ist nicht bekannt. Die terminale Eliminationshalbwertszeit beträgt ca.

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Gegenanzeigen

Allegro darf nicht eingenommen werden,

  • wenn Sie allergisch (überempfindlich) gegenüber Frovatriptan oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels sind,
  • wenn Sie einen Herzinfarkt erlitten haben oder an bestimmten Herzkreislauferkrankungen leiden oder litten, wie Angina pectoris (charakterisiert durch ein schmerzendes Engegefühl in der Brust, das in den linken Arm ausstrahlen kann), oder Durchblutungsstörungen der Beine oder Arme (insbesondere in den Fingern und Zehen),
  • wenn Sie einen Schlaganfall oder eine transitorische ischämische Attacke (TIA, vorübergehende Minderdurchblutung des Gehirns) gehabt haben,
  • wenn Sie schweren oder mittelschweren Bluthochdruck haben oder wenn Ihr Blutdruck nicht ausreichend unter Kontrolle gehalten werden kann,
  • wenn Sie eine schwere Lebererkrankung haben,
  • in Kombination mit bestimmten anderen Arzneimitteln, die ebenfalls für die Behandlung der Migräne eingesetzt werden [Ergotamin oder ergotaminverwandte Wirkstoffe (einschließlich Methysergid) oder andere Triptane (5-Hydroxytryptamin-(5HT1)-Agonisten)].

Auch bei folgenden Umständen sollte vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gehalten werden:

  • Bluthochdruck
  • Eingeschränkte Leberfunktion
  • Mögliche Gefahr einer Gefäßverengung am Herzen, wie bei:
    • Rauchen
    • Nikotinersatztherapie
    • Erhöhte Fettkonzentration im Blut (vor allem Cholesterin) bei Frauen in den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren
    • Übergewicht bei Frauen in den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bei Frauen in den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen das Arzneimittel nicht anwenden. Ältere Patienten ab 65 Jahren sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollte eine akute Migräneattacke zunächst mit Analgetika wie Paracetamol und NSAR (Ibuprofen, Naproxen) behandelt werden. NSAR dürfen jedoch nicht nach der 28. SSW eingenommen werden. Da Frovatriptan bei der Ratte in die Milch übergeht, sollte eine Anwendung während der Stillzeit nur mit Vorsicht erfolgen. Allegro darf während der Schwangerschaft oder der Stillzeit nicht eingenommen werden, es sei denn, Ihr Arzt verordnet es Ihnen. In jedem Fall dürfen Sie nach Einnahme für 24 Stunden nicht stillen, und die innerhalb dieser Zeit abgepumpte Milch darf nicht verwendet werden.

Dosierung und Anwendung

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

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Die empfohlene Dosis ist einmalig 2,5 mg Frovatriptan. Sie soll so früh wie möglich nach Einsetzen des Migränekopfschmerzes eingenommen werden, ist aber auch bei Einnahme zu einem späteren Zeitpunkt wirksam. Prophylaktisch soll das Arzneimittel nicht angewendet werden.

Falls die Migräne nach einer initialen Besserung erneut auftritt, kann eine zweite Dosis eingenommen werden, wenn mindestens zwei Stunden nach Einnahme der ersten Dosis vergangen sind. Hat ein Patient auf die erste Dosis nicht angesprochen, soll für denselben Migräneanfall keine zweite Dosis eingenommen werden, da hierfür kein Nutzen nachgewiesen werden konnte.

Nehmen Sie das Arzneimittel so früh wie möglich nach Einsetzen des Migränekopfschmerzes ein. Nehmen Sie eine Tablette unzerkaut mit Wasser ein.

Überdosierung:

Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Schwindel und Müdigkeit kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel anwenden, kürzlich andere Arzneimittel angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel anzuwenden, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

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Sie dürfen dieses Arzneimittel nicht zur gleichen Zeit mit bestimmten anderen Arzneimitteln, die für die Behandlung der Migräne eingesetzt werden, einnehmen:

  • insbesondere mit Ergotamin oder ergotaminverwandten Wirkstoffen (einschließlich Methysergid); zwischen dem Absetzen eines dieser Arzneimittel und der Einnahme dieses Präparates ist ein Abstand von mindestens 24 Stunden einzuhalten. Ebenso sollen nach der Einnahme des Präparates diese Arzneimittel innerhalb der nächsten 24 Stunden nicht angewendet werden.
  • insbesondere mit anderen Triptanen (5-HT1-Agonisten, wie Sumatriptan, Almotriptan, Eletriptan, Naratriptan, Rizatriptan oder Zolmitriptan).

Wenn nicht anders von Ihrem Arzt verordnet, sollen Sie dieses Arzneimittel nicht gleichzeitig mit Monoaminoxidase(MAO)-Hemmern einnehmen. Diese werden zur Behandlung von Depressionen eingesetzt (Phenelzin, Isocarboxazid, Tranylcypromin, Moclobemid).

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker auch, wenn Sie orale Kontrazeptiva („Pille") oder selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin, Sertralin) einnehmen.

Es wird empfohlen, das Arzneimittel nicht gleichzeitig mit Johanniskraut (Hypericum perforatum) einzunehmen.

Die gleichzeitige Einnahme mit den oben genannten Arzneimitteln (insbesondere Monoaminooxidase-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und Johanniskraut) kann das Risiko für die Entstehung eines Serotonin-Syndroms erhöhen (Dieses Syndrom äußert sich in Form von z. B.

Vorsicht ist geboten bei der gleichzeitigen Anwendung von SSRI wie Citalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin oder Sertralin, da sich hierbei ebenfalls das Risiko für einer Hypertonie oder ein Serotonin-Syndrom erhöht. Eine Erhöhung der Frovatriptan-Konzentrationen wurde auch bei den Anwenderinnen von oralen Kontrazeptiva beobachtet.

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann das Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem Behandelten auftreten müssen.

Die Nebenwirkungen, die mit dem Arzneimittel berichtet wurden, waren vorübergehend, im Allgemeinen leicht bis mäßig ausgeprägt und verschwanden von selbst. Einige dieser Symptome können auch durch die Migräne selbst hervorgerufen sein.

Häufige Nebenwirkungen (geschätzte Häufigkeit: bei mehr als 1 Person von 100, aber weniger als 1 Person von 10):

  • Übelkeit (mit Krankheitsgefühl), Mundtrockenheit, Verdauungsstörungen, Bauchschmerzen
  • Ermüdung, Brustkorbbeschwerden (Schwere-, Druck- oder Engegefühl im Brustraum)
  • Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Kribbeln/„Ameisenlaufen" (Parästhesien) meistens in den Armen und Beinen, verringertes oder verändertes Berührungsempfinden, extreme Schläfrigkeit
  • Hitzewallungen mit Hautrötung
  • Engegefühl im Hals
  • Sehstörungen
  • vermehrtes Schwitzen

Gelegentliche Nebenwirkungen (geschätzte Häufigkeit: bei mehr als 1 Person von 1.000, aber weniger als 1 Person von 100):

  • Geschmacksstörungen, Zittern, Konzentrationsschwäche, Lethargie, gesteigertes Berührungsempfinden, Schläfrigkeit, unwillkürliche Muskelkontraktionen
  • Durchfall, Schluckbeschwerden, Blähungen im Magen oder Darm, Magenbeschwerden, Blähbauch
  • Herzklopfen, beschleunigter Herzschlag, hoher Blutdruck, Brustkorbschmerzen (starkes Enge- oder Druckgefühl im Brustraum)
  • Wärmegefühl, erhöhte Temperaturempfindlichkeit, Schmerzen, Schwäche, Durst, Trägheit, gesteigerter Antrieb, allgemeines Unwohlsein, Schwindel (Vertigo)
  • Angst, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit, Nervosität, Erregtheit, Depression, Störung des Persönlichkeitsgefühls (Depersonalisation)
  • Kältegefühl in Händen und Füßen
  • Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Hals-/Kehlkopfschmerzen
  • Muskelsteifheit, Muskel- und Knochenschmerzen, Schmerzen in Händen und Füßen, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen
  • Augenschmerzen, Augenreizungen, schmerzhafte Lichtüberempfindlichkeit
  • Juckreiz
  • Ohrgeräusche (Tinnitus), Ohrenschmerzen
  • Wasserverlust (Dehydratation)
  • häufiges Wasserlassen, Produktion großer Harnmengen

Seltene Nebenwirkungen (geschätzte Häufigkeit: bei mehr als 1 Person von 10.000, aber weniger als 1 Person von 1.000):

  • Muskelverspannung, schlaffe Muskeln, verlangsamte Reflexe (Hyporeflexie), Bewegungsstörungen
  • Verstopfung, Aufstoßen, Sodbrennen (Refluxkrankheit), Reizdarmsyndrom, Lippenbläschen, Lippenschmerzen, Speiseröhrenkrampf, Mundschleimhautbläschen, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, Schmerzen der Speicheldrüsen, Entzündung der Mundschleimhaut, Zahnschmerzen
  • Fieber
  • Erinnerungsverlust, abnorme Träume, Persönlichkeitsstörung
  • Nasenbluten, Schluckauf, übermäßige Atmung (Hyperventilation), Atemerkrankung, Rachenreizung
  • Nachtblindheit
  • Hautrötungen, Gänsehaut, violettfarbene Punkte oder Flecken auf Haut und Schleimhäuten des Körpers, Nesselsucht
  • langsamer Herzschlag
  • Ohrbeschwerden, Ohrenerkrankung, Juckreiz im Ohrbereich, Geräuschüberempfindlichkeit
  • erhöhte Werte von Bilirubin (einer in der Leber gebildeten Substanz) im Blut, erniedrigte Calciumwerte im Blut, Veränderungen bei der Urinuntersuchung
  • niedriger Blutzucker
  • häufiges nächtliches Wasserlassen, Nierenschmerzen
  • selbst zugefügte Verletzung (z. B. Bisse oder Prellungen)
  • geschwollene Lymphknoten
  • Schmerzen bzw. erhöhte Empfindlichkeit der Brust

Folgende Nebenwirkungen wurden ebenfalls berichtet, allerdings kann die Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden:

  • allergische Reaktionen (Überempfindlichkeit), darunter Ganzkörperausschlag und Juckreiz, rasches Auftreten von Schwellungen (besonders im Bereich der Lippen, Augen oder der Zunge) mit möglichen plötzlichen Atembeschwerden, welche zusammen mit schnellem und pochendem Herzschlag auftreten können (Anaphylaxie),
  • Herzinfarkt (Myokardinfarkt),
  • Beschwerden oder Schmerzen im Brustkorb aufgrund eines vorübergehenden Krampfes (Konstriktion) der Herzkranzarterien (Blutgefäße, die Sauerstoff und Nährstoffe zu Ihrem Herzen bringen; d. h. Koronararterienspasmus).

Beenden Sie die Einnahme und sprechen Sie unverzüglich mit Ihrem Arzt, wenn Sie eines der folgenden Symptome bemerken:

  • ein Engegefühl oder Schmerzen im Brustraum, Kurzatmigkeit und/oder Schmerzen oder Beschwerden in einem oder beiden Armen, Ihrem Rücken, den Schultern, im Hals, Kiefer oder oberen Bauchbereich. Dies könnten Zeichen eines Herzinfarktes (Myokardinfarkt) sein, welcher nach der Einnahme von Triptanen auftreten kann, auch bei Patienten ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung;
  • Ganzkörperausschlag und Juckreiz, rasches Auftreten von Schwellungen (besonders im Bereich der Lippen, Augen oder der Zunge und Schleimhaut) mit möglichen plötzlichen Atembeschwerden sowie ein schneller und pochender Herzschlag. Dies alles sind Symptome und Zeichen einer Allergie bzw. Ganzkörper-Überempfindlichkeitsreaktion (Überempfindlichkeitsreaktionen, Angioödem, Anaphylaxie).

Wichtige Hinweise

  • Sowohl die Migräne als auch die Behandlung mit dem Arzneimittel können Schläfrigkeit verursachen. Wenn Sie davon betroffen sind, kann das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sein und sollte vermieden werden.
  • Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Vorsicht bei einer Unverträglichkeit gegenüber Lactose. Wenn Sie eine Diabetes-Diät einhalten müssen, sollten Sie den Zuckergehalt berücksichtigen.
  • Das Arzneimittel muss vor Hitze geschützt und vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis) aufbewahrt werden.

Allegro in der Neurologisch-verhaltensmedizinischen Schmerzklinik Kiel

Die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel bietet eine spezielle Therapie von Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen und anderen Kopfschmerzen an. Sie können sich dort über die Aufnahmeformalitäten informieren und einen Aufnahmetermin planen.

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