Ein Meningeom, eine meist gutartige Geschwulst, die von den Hirnhäuten ausgeht, kann für Betroffene eine beängstigende Diagnose darstellen. Besonders herausfordernd wird die Situation, wenn man alleinerziehend ist und gleichzeitig mit den gesundheitlichen und emotionalen Auswirkungen eines Meningeoms umgehen muss. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Alleinerziehenden mit Meningeomen, bietet Informationen zu Diagnose, Behandlung und Unterstützungsmöglichkeiten und soll Betroffenen Mut machen.
Diagnose Meningeom: Ein Schock
Die Diagnose eines Meningeoms erfolgt oft zufällig im Rahmen einer MRT- oder CT-Untersuchung des Schädels. So erging es auch einer 45-jährigen alleinerziehenden Mutter aus der Nähe von Stuttgart, bei der im März ein kleines Tentorium-Meningeom (1,3 cm links) aufgrund einer TIA (transitorische ischämische Attacke) festgestellt wurde. Die Diagnose kann ein Schock sein und viele Fragen aufwerfen:
- Wie wird sich der Tumor entwickeln?
- Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
- Wie beeinflusst die Erkrankung meinen Alltag und die Betreuung meines Kindes?
Umgang mit der Diagnose als Alleinerziehende
Für Alleinerziehende kommt zu den allgemeinen Sorgen um die eigene Gesundheit die zusätzliche Belastung hinzu, die Verantwortung für ein Kind alleine zu tragen. Die Angst, die eigenen Aufgaben nicht mehr erfüllen zu können oder gar auszufallen, ist oft groß.
Eine Betroffene schildert, dass sie die Diagnose zunächst verdrängt hat, da sie froh war, die TIA ohne Folgeschäden überstanden zu haben. Erst bei der Kontrolluntersuchung, als festgestellt wurde, dass das Meningeom gewachsen war, wurde ihr die Situation bewusst.
Behandlungsmöglichkeiten und Erfahrungen
Die Behandlung eines Meningeoms hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors sowie dem Gesundheitszustand des Patienten.
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Beobachtung (Watchful Waiting)
Kleine, asymptomatische Meningeome, die keine Beschwerden verursachen, werden oft zunächst nur beobachtet. Regelmäßige MRT- oder CT-Kontrollen sind wichtig, um das Wachstum des Tumors zu überwachen.
Eine Betroffene berichtet, dass ihr Meningeom über Jahre hinweg beobachtet wurde und sie bis zu ihrem Tod keine Beschwerden hatte.
Operation
Wenn das Meningeom wächst, Beschwerden verursacht oder in der Nähe wichtiger Strukturen liegt, kann eine Operation erforderlich sein. Die Operation eines Meningeoms ist jedoch ein komplexer Eingriff, der mit Risiken verbunden sein kann.
Eine andere Betroffene berichtet von ihren Ängsten vor einer Operation, insbesondere da sie alleinerziehend ist und sich Sorgen um ihre Kinder macht.
Strahlentherapie
Eine weitere Behandlungsmöglichkeit ist die Strahlentherapie, die eingesetzt werden kann, wenn eine Operation nicht möglich ist oder das Meningeom nach der Operation erneut wächst.
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Erfahrungen mit MRT in der Schwangerschaft
Einige Frauen fragen sich, ob ein MRT während der Schwangerschaft sicher ist. Grundsätzlich gilt, dass ein MRT ohne Kontrastmittel in der Schwangerschaft als unbedenklich gilt. Es gibt jedoch auch Berichte, wonach in seltenen Fällen die Fruchtblase platzen kann. Es ist daher wichtig, die Risiken und Vorteile eines MRT in der Schwangerschaft mit dem Arzt zu besprechen.
Unterstützung für Alleinerziehende mit Meningeom
Alleinerziehende mit Meningeom benötigen oft Unterstützung in verschiedenen Bereichen:
- Medizinische Betreuung: Eine umfassende medizinische Betreuung durch Neurologen, Neurochirurgen und Onkologen ist essenziell. Es ist ratsam, sich eine Zweitmeinung einzuholen, um die bestmögliche Behandlungsstrategie zu finden.
- Psychologische Unterstützung: Die Diagnose und Behandlung eines Meningeoms können psychisch belastend sein. Eine psychologische Beratung oder Therapie kann helfen, Ängste, Sorgen und Depressionen zu bewältigen.
- Soziale Unterstützung: Unterstützung durch Familie, Freunde und Selbsthilfegruppen ist wichtig, um sich nicht alleine zu fühlen und Erfahrungen auszutauschen. Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen für Menschen mit Hirntumoren und deren Angehörige.
- Finanzielle Unterstützung: Unter bestimmten Voraussetzungen haben Krebspatienten Anspruch auf Haushaltshilfe. Die Dauer der Berechtigung kann sich von vier auf bis zu 26 Wochen erhöhen, wenn ein Kind im Haushalt lebt, das unter 12 Jahre alt ist oder behindert und auf Hilfe angewiesen. Die Haushaltshilfe muss vorab bei der Krankenkasse beantragt werden.
- Kinderbetreuung: Die Betreuung des Kindes kann während der Behandlungszeit eine Herausforderung darstellen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Kinderbetreuung, wie z.B. Tagesmütter, Kindergärten oder die Unterstützung durch Familie und Freunde.
Selbsthilfegruppen und Austausch
Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein. In Selbsthilfegruppen können Erfahrungen ausgetauscht, Informationen erhalten und Kontakte geknüpft werden.
Es gibt verschiedene Selbsthilfegruppen in Deutschland, die sich speziell an Menschen mit Hirntumoren und deren Angehörige richten. Einige Beispiele sind:
- Deutsche Hirntumorhilfe e.V.
- Bundesverband Glaukom Selbsthilfe e.V.
- Kreuzbund e.V.
Auch online gibt es zahlreiche Foren und Communities, in denen sich Betroffene austauschen können.
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Leben mit Meningeom: Mut machen
Trotz der Herausforderungen ist es möglich, mit einem Meningeom ein erfülltes Leben zu führen, auch als Alleinerziehende. Wichtig ist, sich nicht aufzugeben, Unterstützung anzunehmen und sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren.
Eine Betroffene berichtet, dass sie gelernt hat, mit der Erkrankung umzugehen und sich auf die positiven Aspekte ihres Lebens zu konzentrieren.
Fazit
Die Diagnose Meningeom ist für Alleinerziehende eine besondere Herausforderung. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren, medizinische und psychologische Unterstützung in Anspruch zu nehmen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Mit der richtigen Unterstützung und einer positiven Einstellung ist es möglich, mit einem Meningeom ein erfülltes Leben zu führen.
Es ist ratsam, sich an den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums zu wenden, um sozialrechtliche Details und Informationen zur Antragstellung einer Haushaltshilfe zu erhalten. Patientinnen und Patienten in der Klinik wird empfohlen, sich an den dortigen Sozialdienst zu wenden.
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