Allergische Reaktionen und ihre Auswirkungen auf das Gehirn: Symptome, Ursachen und Therapieansätze

Allergische Reaktionen sind weit verbreitet und können sich auf verschiedene Organe und Systeme im Körper auswirken, einschließlich des Gehirns. Die Symptome können vielfältig sein und reichen von Hautreaktionen bis hin zu neurologischen Beschwerden. In diesem Artikel werden die Symptome allergischer Reaktionen im Zusammenhang mit dem Gehirn, die zugrunde liegenden Ursachen und verschiedene Therapieansätze beleuchtet.

Einführung

Allergien nehmen in den letzten Jahren immer mehr zu. Experten sind sich einig, dass dies sowohl auf Umweltfaktoren als auch auf Prozesse im Inneren des Körpers zurückzuführen ist. Nicht nur Kinder, sondern auch immer mehr Erwachsene sind betroffen.

Allergie und Psyche: Ein Zusammenspiel

Wer unter einer Allergie leidet, sollte in der Therapie auch die Psyche berücksichtigen. Ist diese angeschlagen, fällt die Allergie oft heftiger aus. Bei vielen Allergikern schlagen schon die Alarmglocken, wenn ein etwaiger Pollenflug angekündigt wird. Das erste Jucken in der Nase löst Stress aus und das Immunsystem schwächelt. Im schlimmsten Fall trifft den geplagten Allergiker der Pollenflug mit unnötiger Heftigkeit. Wer hingegen gelassener den allergieauslösenden Reizen entgegentritt, hat bessere Chancen, den Ausbruch weniger stark zu erleben.

Ein therapeutischer Ansatz in der Behandlung, welcher die Psyche des betroffenen Allergikers berücksichtigt, kann daher einen größeren Erfolg haben, als eine reine Ursachenbekämpfung. In der Kindermedizin ist dies schon seit langem bekannt und wird in der Behandlung von Allergien angewendet. In der Erwachsenenmedizin spielt die Psyche in der Therapie der Allergiesymptome meist keine Rolle.

Stress als Verstärker allergischer Reaktionen

Es ist erwiesen, dass ein durch Stress geschwächtes Immunsystem sich auch in der Heftigkeit einer Allergie negativ auswirkt. In der Kindermedizin werden mögliche psychische Probleme, wie Schwierigkeiten in der Schule oder die Trennung der Eltern, bei jungen Patienten mit einer Neurodermitis oder schwerem Asthma in der Behandlung berücksichtigt. In vielen Fällen raten Kinderärzte dabei zu einer begleitenden psychotherapeutischen Behandlung, um die Symptome der Allergie zu mildern. Denn psychischer Stress schwächt das Immunsystem. Der allergiegeplagte Körper hat nicht genügend Abwehrkräfte, um den allergieauslösenden Stoffen entgegenzuwirken.

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Was den Stress auslöst, ist dabei egal. So kann bei erwachsenen Patienten schon alleine die Angst vor dem krankmachenden Allergen - egal ob Pollen, Gluten, Laktose, Fruktose oder anderes - zu einer Übersensibilität führen. Die Folge ist eine Verunsicherung des Patienten, beispielsweise weil nicht alle Schutzmechanismen eingehalten werden können oder instinktiv die ganze Zeit auf das Einsetzen der Symptome gewartet wird. Die Folgen der emotionalen Reaktion sind verstärkte Symptome bei Asthma, Heuschnupfen, Ausschlag, Verdauungsstörungen und andere Leiden. Wer hingegen entspannt den allergieauslösenden Faktoren gegenübertritt, wird in der Regel die Symptome weniger heftig erleben.

Psycho-Neuro-Immunologie als Therapieansatz

Dabei geht es nicht darum, die Allergie schön zu reden. Letztlich kann auch ein stressfreier Umgang mit der Allergie diese in der Regel nicht beheben. Ziel der Psycho-Neuro-Immunologie ist es vielmehr, durch eine starke Psyche die Auswirkungen allergischer Reaktionen positiv zu beeinflussen. Diese Annahme beruht auf der erwiesenen Tatsache, dass Nerven- und Immunsystem miteinander verbunden sind. Das heißt, Botenstoffe wie Interleukine, Endorphine und die Stresshormone Kortisol und Adrenalin bedingen sich und können gezielt in der Therapie von Allergien eingesetzt werden. Wer die Erkenntnisse der Psycho-Neuro-Immunologie anwendet, kann somit mit einigen Tricks und etwas Übung den nächsten Allergieschub besser überstehen.

Tipps für eine starke Psyche bei Allergien

  • Führen Sie ein Anti-Allergie-Tagebuch. Tragen Sie ein, in welcher psychischen Verfassung die Symptome am schwächsten sind. So entwickeln Sie langfristig eine Strategie, um bestenfalls negative Situationen zu vermeiden.
  • Sorgen Sie zudem für Momente der Entspannung und Ruhe in Ihrem Alltag.
  • Hören Sie weg, wenn die nächsten Pollenvorhersagen oder andere Warnhinweise kommen. Vertrauen Sie lieber auf Ihren Körper. Wenn die Symptome stark sind, können Sie immer noch nach den Ursachen suchen (das gilt natürlich nicht bei lebensgefährlichen Allergien wie bei bestimmten Lebensmitteln oder Wirkstoffen).
  • Tricksen Sie sich aus und stellen Sie sich eine gläserne Wand in Ihrem Körper vor, die wie ein Schutzschild wirkt. Studien von Psycho-Allergologen haben mit dieser Methode Erfolge erzielt.
  • Auf keinen Fall übertrieben reagieren. Die meisten Allergene sind kein Gift, sondern natürliche Substanzen.

Histaminintoleranz und ihre Auswirkungen auf das Gehirn

Histaminintoleranz kann vielfältige Symptome verursachen, da Histamin viele Körperbereiche beeinflusst. Hautreaktionen wie Nesselsucht und Juckreiz, Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen, niedriger Blutdruck, Magen-Darm-Beschwerden, Menstruationsschmerzen und Atemprobleme sind möglich. Diese Symptome ähneln oft anderen Erkrankungen wie Allergien.

Die Symptome einer Histaminintoleranz sind sehr vielfältig. Manche Betroffene haben nur einzelne Beschwerden (wie Hautausschlag mit Rötungen und Juckreiz). Bei anderen dagegen macht sich die Histaminose mit Symptomen in mehreren Körperregionen bemerkbar, beispielsweise durch Beschwerden im Magen-Darm-Trakt, Hautprobleme, Muskelschmerzen (etwa Nackenschmerzen) oder Gelenkschmerzen. Damit ähneln die Symptome denen anderer Krankheitsbilder, etwa Allergien und weiteren Unverträglichkeiten.

Die Vielfalt der Beschwerden hängt damit zusammen, dass viele verschiedene Zellen und Organe Andockstellen (Rezeptoren) für Histamin besitzen. Dazu zählen zum Beispiel glatte Muskelzellen (unter anderem in der Magen- und Darmwand, in den Bronchien und der Gebärmutter, in den Blutgefäßwänden), Drüsenzellen, Nervenzellen sowie Zellen des Immunsystems (etwa Mastzellen).

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Histamin entfaltet seine Wirkung, indem es an diese Rezeptoren bindet. Bei einer hohen Menge an Histamin werden diese Bindungsstellen pausenlos aktiviert. Je nachdem, an welcher Stelle im Körper Histamin „andockt“, unterscheiden sich die Symptome einer Histaminintoleranz.

Symptome im Gehirn

Auch im Gehirn bewirkt Histamin über die Freisetzung von Stickstoffmonoxid, dass sich die Blutgefäße erweitern. Sind die Arterien der Hirnhäute betroffen, entstehen möglicherweise Kopfschmerzen. Dieser Mechanismus wird beispielsweise bei Migräne diskutiert. Weitere mögliche Symptome der Histaminintoleranz, die vom Kopf ausgehen, sind Schwindel, Übelkeit und Erbrechen. Manche Betroffene berichten von einer verminderten Aufmerksamkeit sowie von Müdigkeit. Zu den psychischen Symptomen, die man mit einer Histaminintoleranz in Verbindung bringt, zählen unter anderem Verwirrtheit, Depressionen, Nervosität und Schlafstörungen.

Histamin und psychische Probleme

Histamin kann auch der Grund für „psychische“ Probleme sein, bei denen es sich in Wahrheit aber um biologische Störungen handelt, da der Histaminabbau gestört ist. Umso mehr ärgert es immer wieder, wenn man von Ärzten in die Ecke „psychisches Problem“ gestellt wird und keine weitere Behandlung erfolgt. Das ist wirklich traurig und ist mir selbst auch schon passiert.

Schon der US Arzt Dr. med. Carl Pfeiffer vom „Princeton Brain Bio Center“ ist Ende der 60er Jahre der Frage nachgegangen, ob nicht die Ursache von bestimmten psychischen Störungen in einem gestörten Stoffwechsel liegen könnte. Und wie wir wissen, ist die Histaminintoleranz eine Stoffwechselstörung, also eine metabolische Erkrankung. Seine jahrzehntelange Forschung kam dann genau zu diesem Ergebnis. Dr. Carl Pfeiffer prägte in seiner Arbeit den Begriff der Histadelie.

Histamin und das Gehirn

Unser Gehirn erhält permanent Signale aus seiner Umgebung durch unsere 5 Sinne. Doch unser Gehirn empfängt und verarbeitet nicht einfach nur diese Signale, sondern braucht vier komplexe Systeme, damit die Informationen auch durch den richtigen Kanal gehen und verarbeitet werden können. Eines dieser Systeme wird „histaminerges System“ genannt. Es ist ein Teil des vegetativen Nervensystems und ist für die Homöostase (Selbstregulation) verantwortlich, d.h.

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  • SCHLAF-WACH-RHYTHMUS, REAKTIONSSCHNELLE: Histamin ist für unseren Wachzustand verantwortlich. Daher wundert es nicht sehr, dass erhöhte Histaminlevel nachts wachhalten und wir keinen Schlaf finden.
  • SÄTTIGUNGSGEFÜHL, APPETIT: Hunger ist ein Überlebensmechanismus. Studien haben gezeigt, dass es einen interessanten Zusammenhang zwischen Histamin und dem Bedürfnis der Nahrungsaufnahme besteht. Hohe Histaminlevel steigern unseren Appetit und steuern somit unser Essverhalten.
  • GEDÄCHTNIS, LERNFÄHIGKEIT: Histamin hat einen positiven Effekt auf unser Gedächtnis. Höhere Histaminlevel im Gehirn sollen sogar vor Alzheimer schützen. In einer Studie wurde festgestellt, dass H3-Antihistaminika die kognitiven Symptome von Alzheimer verschlimmern. Das histaminerge System wird als sehr vielversprechend angesehen, um kognitive Defizite zu verbessern.
  • SELBSTMOTIVATION, AUFMERKSAMKEIT: Histamin spielt eine entscheidende Rolle bei unserer Selbstmotivation und dem Belohnungssystem unseres Gehirns. In einer Studie wurde getestet, wie Frauen auf 30 Minuten Sport reagieren. Die Ergebnisse zeigten, dass aufgrund des steigenden Histaminlevels die Selbstmotivation sowie die Motivation, die Aufgabe zu Ende zu führen, stark anstiegen.
  • NEUROTRANSMITTER-REGULATION: Histamin selbst ist ein wichtiger Neurotransmitter, der andere Neurotransmitter beeinflusst, wie z.B. Dopamin, Serotonin, Noradrenalin und Acetylcholin. Alle teilen sich denselben H3 Rezeptor. Histamin arbeitet auch eng mit unseren Gute-Stimmungs-Neurotransmittern wie GABA, Dopamin und Serotonin zusammen. Ein hohes Entzündungslevel (das durch Histamin entstehen kann) kann die Produktion dieser Neurotransmitter verhindern. Histamin hat damit also eine große Wirkung im Hinblick auf neuropsychiatrische Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und sogar ADHS.
  • STRESSREAKTION: Wird in unserem Körper eine Stressreaktion ausgelöst, dann leiden manche Betroffene unter Juckreiz. (8) Juckreiz ist ein sehr bekanntes histaminbedingtes Allergiesymptom. Doch Stress selbst verursacht keinen Juckreiz, sondern der Chemiecocktail, der bei einer Stressreaktion in deinem Blut freigesetzt wird. Stress erhöht die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen und verursacht somit lästige Symptome wie z.B. Juckreiz. Die Anzahl der Mastzellen fluktuiert mit Stress und verschiedenen Verhaltensweisen. Dies deutetet darauf hin, dass Mastzellen in der Lage sind, die neuralen Systeme zu beeinflussen, die für Stress und unser Verhalten verantwortlich sind.
  • ÄNGSTE UND PANIK: Neurotransmitter spielen eine wichtige Rolle bei dem Auslösen und dem Dämpfen von Ängsten. Erregende Neurotransmitter sind z.B. Acetylcholin, Noradreanlin, Adrenalin, Serotonin, Dopamin und Histamin. Unter dem Punkt Neutrotransmitter-Regulation haben wir bereits gelernt, das Histamin all diese Neurotransmitter beeinflusst. Anhand dieser Information können wir nun auch verstehen, dass Ängste und Panikattacken aus dem Nichts heraus entstehen können.

Wie gelangt das Histamin ins Gehirn?

Es ist erwiesen, dass Histamin eine intakte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann, d.h. egal wie viel Histamin dein Körper produziert, nichts davon kann in dein Gehirn gelangen. Also wie kommt es nun zu einem Histaminüberschuss im Gehirn? Die Antwort ist ganz einfach: Das Gehirn produziert sein eigenes Histamin. Forschungen haben ergeben, dass das Gehirn Histamin zum einen in Mastzellen, aber vorwiegend im Hypothalamus (11) - in sog. histaminergen Neuronen - produziert. Sobald diese Neuronen gereizt werden, wird Histamin freigesetzt. Vom Hypothalamus breitet sich das Histamin in andere Regionen des Gehirns aus.

Histaminabbau im Gehirn

Der Histaminabbau im Gehirn findet nicht über die DAO statt. Diese baut im Darm über die Nahrung aufgenommenes Histamin ab. Im Gehirn ist das Enzym HNMT für den Abbau von Histamin verantwortlich.

Therapieansätze bei Histaminintoleranz

  • DIE ERNÄHRUNGSUMSTELLUNG, DIE MÄCHTIGSTE WAFFE: Eine histaminarme Diät kann dein Histamingehalt im Körper senken. Eine Studie, die eigentlich die Auswirkung einer histaminreduzierten Ernährung auf allergische Symptome untersuchen wollte, fand bei 3 Versuchsteilnehmern, die mit Panikattacken zu kämpfen hatten, einen überraschenden kompletten Rückgang der Symptome. (13) Dieses und viele andere Beispiele aus dem Praxisalltag vor allem von Psychotherapeuten zeigen, wie eine histaminarme Diät deine Symptome reduzieren kann.

  • THERAPEUTISCHE MASSNAHMEN: Heilpraktiker und Ärzte haben festgestellt, dass ein Histaminüberschuss im zentralen Nervensystem oft Ausdruck einer Methylierungsstörung ist (nach Dr. W. J. Walsh). Dr. Carl Pfeiffer geht weiterhin davon aus, dass das chronische Energiedefizit im Nervensystem zur Aktivierungen der C-Nervenfasern führt und es bei Reizungen zur verstärkten Histaminfreisetzung aus den Mastzellen kommt. Bei Betroffenen einer Histaminintoleranz wird dieser Überschuss nicht ausreichend abgebaut. Ein gestörter Histaminabbau könne durch Mangel an Vitamin B6, B12, Folsäure und Methionin verursacht werden. Die genannten Stoffe werden zum einen für das Enzym DAO sowie im Gehirn im Rahmen des Histaminabbaus für Methylierungsreaktionen benötigt.

  • EMPFOHLENE LABORDIAGNOSTIK: Sprich mit deinem Arzt oder Heilpraktiker, dass er die folgende Labordiagnostik durchführt.

    • Bestimmung von:
      • Histamin im Stuhl
      • Totale Histaminabbaukapazität
      • DAO im Serum (zentrifugiert)
      • Histamin im Blut
      • Kupfer, SAMe bzw.
    • Darmsanierung
    • Ernährungsumstellung (histaminarme, entzündungsarme sowie natürliche Ernährung am besten in Bioqualität)
    • Mikronährstoffausgleich je nach Befund vornehmen (Vitamin B12, Kupfer Mangan, Methionin, Zink, B6, SAMe, Calcium)
    • Vitamin C (oral oder als Infusion). Folsäure ist bei einer Histadelie zu vermeiden, da histaminfördernd!
    • Infusionstherapie (z.B. C. Pfeiffer, Nutrition and Mental Illness. Carl Pfeiffer und Heilpraktikerin Kyra Kaufmann (Kyra Kaufman hat als eine von sehr wenigen zertifizierten Therapeuten in Deutschland eine Ausbildung bei Dr. William Walsh absolviert, der als Pionier der orthomolekularen Gehirnforschung wegweisende Erkenntnisse über die Zusammenhänge psychischer Erkrankungen mit Nährstoffmängeln und Histamin-/Methylierungsstörungen geliefert hat.)

Anaphylaktischer Schock: Eine gefährliche allergische Reaktion

Der anaphylaktische Schock ist eine seltene, aber gefürchtete allergische Reaktion. Er tritt sehr plötzlich auf und kann durch das gleichzeitige Zusammenbrechen mehrerer Organsysteme Lebensgefahr bedeuten. Der Schock ist die extremste Form einer anaphylaktischen Reaktion. Unter anaphylaktischen Reaktionen versteht man plötzlich auftretende Allergie-Symptome, die charakteristischerweise mehrere Organe oder Organsysteme gleichzeitig oder in rascher Folge in Mitleidenschaft ziehen. Sie rechtzeitig zu erkennen und richtig zu handeln, bedeutet für Betroffene und Verantwortliche etwa in Kindergärten, Schule oder Sportverein sowie für Freundinnen und Freunde der Betroffenen eine besondere Herausforderung.

Bei Kindern sind Nahrungsmittel der häufigste Auslöser einer Anaphylaxie, gefolgt von Insektenstichen und Medikamenten. Eine Anaphylaxie kann sich in ganz unterschiedlichen Symptomen äußern. Gerade Laien fällt es daher oft schwer, die ersten Anzeichen richtig einzuordnen. Bei Betroffenen zeigen sich kurz nach Kontakt mit dem Allergen Hautreizungen, Atembeschwerden, Reaktionen des Herz-Kreislauf-Systems, Reaktionen des Verdauungsapparats wie krampfartige Bauchschmerzen oder Erbrechen. ein deutlicher Abfall des systolischen Blutdrucks.

Atemnot oder Orientierungsstörungen sind weitere Anzeichen, dass die Anaphylaxie bedrohlich weit fortgeschritten ist. Es gibt eine Reihe von Warnzeichen, wie zum Beispiel ein Kribbeln der Hände, die das Auftreten einer Anaphylaxie ankündigen können. Experten raten betroffenen Eltern und Betreuungspersonen über Risikofaktoren für eine Anaphylaxie schon im Vorfeld zu informieren. Hierzu gehören Krankheiten wie Asthma oder Mastozytose, eine seltene Erkrankung mit komplexen Symptomen, die durch zu viele Mastzellen im Körper hervorgerufen wird.

Nach einer anaphylaktischen Reaktion ist es wichtig, das Krankheitsbild der Mastozytose auszuschließen. Bei dieser Erkrankung sind die Mastzellen auf der Haut oder in inneren Organen stark vermehrt. Bei Mastozytose-Betroffenen ist die Gefahr schwerer allergischer Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock besonders hoch. Studien haben gezeigt, dass eine gründliche Abklärung der anaphylaktischen Reaktion tatsächlich hilft, eine Wiederholung zu verhindern.

Allergologische Notfälle treten nicht selten in Zusammenhang mit medizinischen Maßnahmen vor. Das kann während der Operation in einer Klinik sein, in sehr seltenen Fällen auch während der spezifischen Immuntherapie in einer (Kinder-) Arztpraxis. Auf der anderen Seite werden viele Notfälle infolge "natürlichen" Allergenkontakts über Insektenstiche oder Nahrungsmittel verzeichnet.

Notfallmaßnahmen bei Anaphylaxie

Das wichtigste Notfallmedikament ist der Wirkstoff Adrenalin. Ruhe bewahren und die betroffene Person beruhigen, nicht alleine lassen Hat der Patient oder die Patientin ein Notfallset bei sich, sollten sogleich die darin enthaltenen Medikamente zum Einsatz kommen: Bei ersten Anzeichen für eine allergische Reaktion sollten Betroffene das Antihistaminikum und das Glukokortikoid sofort einnehmen. Gibt es Hinweise für eine schwere Reaktion ist auch das Adrenalin anzuwenden.

Das Notfallset enthält in der Regel die folgenden Medikamente:

  • Adrenalin zur Selbstinjektion in den Muskel (mittels Autoinjektor = Injektionshilfe)
  • Antihistaminikum zum Einnehmen als Flüssigkeit (Tropfen) oder Tabletten
  • Glukokortikoid zum Einnehmen als Flüssigkeit oder Tabletten, bei Kindern gegebenenfalls auch als Zäpfchen
  • bei bekanntem Asthma bronchiale gegebenenfalls ein Beta-2-Sympathomimetikum und/oder Adrenalin zur Inhalation

In jedem Fall sollte das Notfallset eine schriftliche Anleitung zur korrekten Anwendung der Bestandteile enthalten. Eine Anaphylaxie kann sich in unterschiedlichen Symptomen äußern. Gerade Laien fällt es oft schwer, die ersten Anzeichen richtig einzuordnen. Es gibt eine Reihe von Sofortmaßnahmen, die Begleiterinnen und Begleiter ergreifen können, ehe der Notdienst eintrifft.

Weitere Auswirkungen von Allergien auf den Körper

Allergien können sich auch auf andere Organe und Systeme im Körper auswirken. So kann beispielsweise Heuschnupfen, die häufigste allergische Erkrankung in den industrialisierten Ländern, Auswirkungen auf das Herz haben.

Heuschnupfen und Herzgesundheit

Wird ein allergischer Schnupfen nicht rechtzeitig erkannt und ausreichend behandelt, kann es zum sogenannten Etagenwechsel kommen. Das heißt, die Erkrankung setzt sich weiter unten in den Atemwegen fest. Im Fall der Lunge. Bei Asthma bronchiale - auch Bronchialasthma genannt - handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung. Die Bronchien werden überempfindlich. Es kann zeitweise zu einer Bronchienverengung kommen.

Kardiovaskuläre Erkrankungen treten aufgrund gemeinsamer Risikofaktoren bei Patienten mit Asthma bronchiale häufig auf. Denn Herz und Lunge arbeiten nicht nur eng zusammen, sondern liegen auch nah beieinander. Erkrankungen der Atemwege können somit die rechte Herzhälfte schwächen. Weil diese Seite des Herzens mehr Kraft zum Pumpen des Bluts aufwenden muss. Auch das durch den Heuschnupfen ausgeschüttete Histamin kann Auswirkungen auf das Herz haben. Durch das Hormon weiten sich Herzkranzgefäße. Kanadische Forscher haben außerdem nachgewiesen, dass Pollen auch kardiovaskuläre Probleme, z. B. Herzinfarkte auslösen können.

Risikogruppen für Heuschnupfen

„Patientinnen und Patienten mit einer Allergie haben ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines arteriellen Hypertonus (Bluthochdruck) und einer kardiovaskulären Erkrankung,“ erklärt Dr. med. Stephanie Könemann, Internistin und Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin B, Universitätsmedizin Greifswald. „Bei Allergiepatientinnen und -patienten sollten deshalb regelmäßige Blutdruckuntersuchungen und ein Screening auf Herzrhythmusstörungen durchgeführt werden.“

Prävention von Heuschnupfen

Es gibt einige Maßnahmen, mit denen gerade im Kinder- und Jugendalter das Risiko für die Entwicklung eines Heuschnupfens reduziert werden kann. Aber auch nach dem Auftreten eines Heuschnupfens helfen einige Maßnahmen, um die Erkrankung im Zaum zu halten. „Aktiv- und Passivrauchen gehören zu den stärksten und leicht vermeidbaren Allergieauslösern, die die Entstehung und die Zunahme von Allergiebeschwerden begünstigen. Mit Nikotinverzicht reduzieren Sie ihr eigenes Risiko, insbesondere aber auch das Ihrer Kinder eine Allergie zu entwickeln deutlich,“ sagt Dr. Könemann von Universitätsklinik Greifswald.

Medikation bei Heuschnupfen

„Antihistaminika können zum Teil schwere Herzrhythmusstörungen bis hin zum plötzlichen Herztod auslösen, insbesondere bei Patienten mit Vorerkrankungen des Herzens, aber auch bei einer Funktionseinschränkung der Niere oder der Leber. Die Gefahr kann auch durch eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten, z.B. Antibiotika oder Antiarrhythmika, erhöht werden. HNO- Ärzte raten Allergikern auch zur Hyposensibilisierung, daraus lassen sich für Herz keine Risikofaktoren erkennen.

Forschung zur Behandlung von Heuschnupfen

Laut Cochrane-Analyse von 2018 weist die aktuelle Studienlage darauf hin, dass Patienten und Patientinnen mit einer Pollenallergie von Nasenspülungen mit Kochsalz profitieren. Kleinere Studien fanden auch positive Effekte von Filtern, die in der Nase getragen werden und Brillen mit gut abschließenden Gläsern.

Enzephalitis: Eine Entzündung des Gehirns

Eine Enzephalitis ist eine Gehirnentzündung. Am häufigsten wird sie von Viren verursacht. Sie kann mild, aber auch sehr schwer mit bleibenden Folgeschäden verlaufen. Bei einer Enzephalitis können einzelne oder mehrere Funktionen des Gehirns beeinträchtigt sein. Typische Beschwerden sind Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit, epileptische Anfälle sowie Fieber und Kopfschmerzen. Oft kommen Verhaltensänderungen und Denkstörungen hinzu.

Ursachen und Symptome

Die häufigsten Symptome bei einer Enzephalitis sind:

  • Verwirrtheit
  • Kopfschmerzen
  • Krampfanfälle
  • Bewusstseinsstörungen
  • Fieber

Es können außerdem Verhaltensänderungen, Halluzinationen oder Denkstörungen hinzukommen. Eine Enzephalitis kann durch Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten ausgelöst werden. Daneben gibt es die autoimmune Enzephalitis, bei der das Immunsystem Antikörper bildet, die die Gehirnzellen angreifen und schädigen.

Vorbeugung und Behandlung

Es stehen zahlreiche Impfstoffe zur Verfügung, die sich gegen mögliche Erreger von Gehirnentzündungen richten. Einige Gehirnentzündungen werden durch Erreger verursacht, die man mit Medikamenten direkt bekämpfen kann. Deshalb ist es wichtig, den genauen Auslöser festzustellen.

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