Alpha-Synapsen-Programmierung: Kritik und kritische Auseinandersetzung

Viele Menschen kennen das Gefühl, von Problemen überwältigt zu sein und nach Lösungen zu suchen. Therapeuten, Coaches und Mentaltrainer bieten ihre Hilfe an, doch oft scheitert es an der Umsetzung oder der Effektivität. Die Alpha-Synapsen-Programmierung (ASP) nach Lissy Götz verspricht eine leicht erlernbare Methode zur Selbsthilfe, um das eigene Potenzial auszuschöpfen und unerwünschte Gewohnheiten zu verändern. Doch was steckt wirklich hinter dieser Methode, und wo liegen ihre Grenzen?

Was ist Alpha-Synapsen-Programmierung (ASP)?

Die Alpha-Synapsen-Programmierung (ASP) nach Lissy Götz ist eine markenrechtlich geschützte Methode, die auf dem Psychomarkt angeboten wird. Lissy Götz, eine ausgebildete Programmiererin, entwickelte diese Methode basierend auf der Annahme, dass das menschliche Gehirn wie ein Computer funktioniert und "umprogrammiert" werden kann.

Grundannahmen der ASP:

  • Das Gehirn als Computer: ASP geht davon aus, dass das Gehirn ähnlich wie ein Computer funktioniert, mit "Dateien", "Dateipfaden" (Synapsen) und "Programmen" (Gewohnheiten, Glaubenssätze).
  • Synapsen als Gewohnheitsspeicher: Synapsen, die Verbindungen zwischen Nervenzellen im Gehirn, speichern Gewohnheiten und das dazugehörige Selbstbild. Je häufiger bestimmte Synapsen benutzt werden, desto stärker werden sie.
  • Umprogrammierung des Gehirns: ASP verspricht, dass durch gezielte "Umprogrammierung" der Synapsen unerwünschte Gewohnheiten, Blockaden und "innere Sabotageprogramme" gelöscht oder in förderliche Muster umgewandelt werden können.
  • Veränderung des morphogenetischen Feldes: ASP behauptet, dass Anwender das morphogenetische Feld verändern könnten, um sich von Blockaden und "inneren Sabotageprogrammen" zu befreien.

Die Methode der ASP:

Die Alpha-Synapsen-Programmierung soll durch ein spezielles Seminar, Tests und den Gebrauch bestimmter CDs dazu führen, dass Anwender ihre "dysfunktionalen Synapsen korrigieren" können.

  • Seminare und Workshops: In Seminaren und Workshops lernen die Teilnehmer, wie sie ihren Körper befragen und Informationen erhalten, um sich in die gewünschte Richtung zu entwickeln. Es werden verschiedene Tests eingesetzt, um eine unmittelbare Rückmeldung über sich selbst zu bekommen.
  • Alpha-Scheibe: Um mit den Schritten der Alpha-Schule arbeiten zu können, wird die Alpha-Scheibe benötigt.
  • CDs: Der Erwerb von 12 CDs zu je 50 Euro ist notwendig, um die in der Werbung erwähnten Ziele zu erreichen, wenn der Kunde eine "Alpha-Schule" besucht.
  • Tests: Anhand verschiedener Tests lernen die Seminarteilnehmer, wie sie ihren Körper befragen können, um Informationen zu erhalten, die sie für ihre Entwicklung benötigen.

Anwendungsbereiche der ASP:

Die ASP wird in verschiedenen Bereichen angepriesen, darunter:

  • Mentale Gesundheit: Auflösung von Blockaden, Ängsten und negativen Glaubenssätzen.
  • Körperliche Gesundheit: Aktivierung der Selbstheilungskräfte, Harmonisierung des energetischen Flusses.
  • Persönliche Entwicklung: Steigerung des Selbstbewusstseins, Entdeckung und Nutzung des eigenen Potenzials.
  • Beruflicher Erfolg: Verbesserung der Leistung, Erreichen von Zielen.
  • Finanzielle Freiheit: Auflösung von Blockaden im Zusammenhang mit Geld.
  • Sport: Steigerung der Leistungsfähigkeit.
  • Beziehungen: Harmonie in Beziehungen.
  • Gewichtsreduktion: Erreichen und Behalten des Wohlfühlgewichts.

Kritik an der Alpha-Synapsen-Programmierung

Obwohl die ASP viele Anhänger gefunden hat, gibt es auch Kritik an der Methode und ihren Versprechungen.

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Wissenschaftliche Fundierung:

Ein Hauptkritikpunkt ist die fehlende wissenschaftliche Grundlage für die ASP. Die Behauptungen über die "Umprogrammierung" des Gehirns und die Veränderung des morphogenetischen Feldes entbehren jeglicher wissenschaftlicher Evidenz. Die ASP wird oft als "angewandte Quantenphysik" beschrieben, was jedoch irreführend ist, da die Quantenphysik keine direkten Anwendungen im Bereich der Psychotherapie oder Persönlichkeitsentwicklung hat.

Pseudowissenschaftliche Terminologie:

Die ASP verwendet eine pseudowissenschaftliche Terminologie, die an Computersprache angelehnt ist. Begriffe wie "dysfunktionale Synapsen", "innere Sabotageprogramme" und "Programmieren des Quantencomputers" sollen die Methode wissenschaftlich erscheinen lassen, sind aber inhaltlich leer und dienen eher der Verschleierung als der Aufklärung.

Gefahr der Abhängigkeit:

Obwohl die ASP als Selbsthilfemethode angepriesen wird, besteht die Gefahr, dass Anwender von den Seminaren, CDs und der Alpha-Scheibe abhängig werden. Die Methode suggeriert, dass man ohne die "richtigen" Werkzeuge und Anleitungen nicht in der Lage ist, sein Leben zu verändern.

Kosten:

Die Kosten für Seminare, CDs und die Alpha-Scheibe können sich schnell summieren. Kritiker bemängeln, dass die ASP in erster Linie ein Geschäftsmodell ist, das auf der Hoffnung und dem Wunsch der Menschen nach Veränderung basiert.

Alternativen:

Es gibt viele wissenschaftlich fundierte Methoden zur Veränderung von Gewohnheiten, Glaubenssätzen und Verhaltensmustern, wie z.B. die kognitive Verhaltenstherapie, die systemische Therapie oder das neurolinguistische Programmieren (NLP). Diese Methoden basieren auf empirischen Erkenntnissen und haben sich in der Praxis als wirksam erwiesen.

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Die Macht der Gedanken und Gewohnheiten

Unbestreitbar ist, dass unsere Gedanken und Gewohnheiten einen großen Einfluss auf unser Leben haben. Positive Gedanken und konstruktive Gewohnheiten können uns helfen, unsere Ziele zu erreichen und ein erfülltes Leben zu führen. Negative Gedanken und destruktive Gewohnheiten können uns hingegen blockieren und unglücklich machen.

Synapsen und Gewohnheiten:

Synapsen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Festigung von Gewohnheiten. Je häufiger wir eine bestimmte Handlung oder einen bestimmten Gedanken wiederholen, desto stärker werden die entsprechenden Synapsenverbindungen im Gehirn. Dadurch wird die Handlung oder der Gedanke automatisiert und zur Gewohnheit.

Veränderung von Gewohnheiten:

Die Veränderung von Gewohnheiten erfordert Zeit, Geduld und Ausdauer. Es ist nicht immer einfach, alte Muster aufzubrechen und neue zu etablieren. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, die dabei helfen können:

  • Bewusstmachung: Der erste Schritt zur Veränderung ist, sich der unerwünschten Gewohnheit bewusst zu werden und zu verstehen, warum man sie ändern möchte.
  • Zielsetzung: Es ist wichtig, sich klare und realistische Ziele zu setzen. Was möchte man erreichen? Welche neue Gewohnheit möchte man etablieren?
  • Planung: Ein konkreter Plan hilft, die neue Gewohnheit in den Alltag zu integrieren. Wann und wo wird man die neue Handlung ausführen?
  • Belohnung: Belohnungen können die Motivation steigern und helfen, die neue Gewohnheit zu festigen.
  • Unterstützung: Der Austausch mit anderen Menschen, die ähnliche Ziele verfolgen, kann sehr hilfreich sein.

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