Espresso und Parkinson: Ein möglicher Zusammenhang

Espresso, ein morgendliches Ritual für viele, könnte mehr als nur ein Muntermacher sein. Neueste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Espresso möglicherweise eine Rolle bei der Prävention neurodegenerativer Erkrankungen wie Parkinson spielen könnte.

Espresso und seine Inhaltsstoffe

Espresso enthält Inhaltsstoffe wie Koffein, Genistein und Theobromin. Eine Studie der Universität Verona untersuchte die Auswirkungen von Espresso auf Tau-Proteine, die bei der Entstehung von Alzheimer und Parkinson eine Rolle spielen. Die Forscher bereiteten Espresso mit einer Kaffeemaschine zu, wobei sie gemahlene Bohnen von Arabica-Kaffee aus Südamerika und Robusta-Kaffee aus Afrika und Südwestasien verwendeten.

Auswirkungen auf Tau-Proteine

Die Studie ergab, dass bestimmte Inhaltsstoffe im Espresso, insbesondere Koffein und Genistein, die Verklumpung der Tau-Proteine verhindern können. Tau-Proteine falten sich dabei falsch und verkleben zu Fibrillen, länglichen, faserigen Strukturen. Der gesamte Espresso-Extrakt hatte eine stärkere Wirkung als die einzelnen Substanzen für sich allein. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die kürzeren Fibrillen für Zellen nicht toxisch sind und auch nicht zu einem weiteren Verklumpen der Proteine führen. Sowohl der Espresso-Extrakt als auch Koffein können zuvor geformte Tau-Fibrillen binden.

Die Rolle von Koffein

Koffein, ein nicht selektiver Antagonist am Adenosin2A-Rezeptor, der im Gehirn im Striatum exprimiert wird, hat dort eine gegenteilige Wirkung wie Dopamin. Es wird vermutet, dass Koffein die dopaminerge Signalübertragung verstärkt. Studien haben gezeigt, dass Parkinson-Patienten signifikant geringere Koffeinspiegel aufweisen, obwohl sie einen vergleichbaren Kaffeekonsum haben.

Klinische Studien und Ergebnisse

Eine randomisierte, placebokontrollierte Doppelblindstudie untersuchte die symptomatische Wirkung von Koffein bei Parkinson-Patienten. Die Verumtherapie bestand aus zweimal täglich 100 mg Koffein (entspricht ungefähr 200 ml Filterkaffee oder 100 ml Espresso). Vor allem Bradykinese und Rigor besserten sich unter der Therapie. Auch der UPDRS-Gesamtscore (Skala von 0-199) ging signifikant zurück.

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Kaffee und das Parkinson-Risiko

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Risiko für Morbus Parkinson verringern kann. Eine Studie, die die Daten der „European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“ (EPIC) nutzte, zeigte, dass Personen, die am meisten Kaffee tranken, ein um 40 Prozent niedrigeres Risiko hatten, an Parkinson zu erkranken, verglichen mit den Teilnehmern, die gar keinen Kaffee zu sich nahmen.

Koffeinmetabolismus und Darmmikrobiom

Eine internationale Forschungsgruppe untersuchte, inwiefern diese Beobachtung mit dem Koffeinmetabolismus und dem Darmmikrobiom zusammenhängt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei Parkinson der Koffeinstoffwechsel aufgrund der Darmflora anders funktioniert. Bei Parkinsonkranken wurden vermehrt Darmbakterien nachgewiesen, die mit dem Koffeinabbau in Verbindung stehen könnten.

Einschränkungen und weitere Forschung

Es ist wichtig zu beachten, dass viele Studien in vitro oder in Zellversuchen durchgeführt wurden. Das bedeutet, dass die Ergebnisse möglicherweise nicht direkt auf den Menschen übertragbar sind. Weitere klinische Studien sind erforderlich, um die Wirkungen von Espresso und Koffein auf den Menschen zu bestätigen. Die Autoren einer Studie wiesen darauf hin, dass die parkinsonprotektive Wirkung auch von anderen Inhaltsstoffen im Kaffee stammen könnte.

Empfehlungen für den Konsum

Ein moderater, regelmäßiger Konsum von Espresso wird empfohlen. Die als unbedenklich geltende Koffeinzufuhr pro Tag, die bei Erwachsenen bei rund 400 mg liegt, sollte allerdings nicht überschritten werden. Beachten Sie die empfohlene Koffeingrenze von 400 Milligramm, können also zwei bis drei Tassen Espresso am Tag förderlich sein. Jede Tasse enthält etwa 215 Milligramm Koffein, was bei moderatem Genuss gesundheitliche Vorteile verspricht.

Naturheilmittel und Parkinson

Kaffee ist ein beliebtes Naturheilmittel bei an Parkinson erkrankten Patienten. Das koffeinhaltiger Kaffee das Auftreten von Parkinson verzögern und in manchen Fällen sogar verhindern kann, ist inzwischen wissenschaftlich zahlreich belegt. Es ist jedoch wichtig, dass Erkrankte, die zu Naturheilmitteln greifen, dies mit ihren Ärzten absprechen, um mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten zu vermeiden.

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