Alzheimer Gesellschaft Cottbus: Unterstützung und Forschung für Menschen mit Demenz

Die Alzheimer Gesellschaft Cottbus und Brandenburg spielen eine zentrale Rolle bei der Unterstützung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Durch vielfältige Angebote, Forschungsprojekte und Netzwerkarbeit tragen sie dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und das Verständnis für die Krankheit in der Gesellschaft zu fördern.

Angebote und Aufgaben der Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V.

Die Alzheimer Gesellschaft Brandenburg e.V. engagiert sich umfassend für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Zu ihren Kernaufgaben gehören:

  • Öffentlichkeitsarbeit: Durch gezielte Kampagnen und Veranstaltungen wird das Bewusstsein für Demenz in der Bevölkerung geschärft. Ziel ist es, Vorurteile abzubauen und eine offene Auseinandersetzung mit der Krankheit zu fördern.
  • Ausbau der Selbsthilfeangebote: Die Gesellschaft unterstützt den Aufbau und die Stärkung von Selbsthilfegruppen für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen. Diese Gruppen bieten eine Plattform für Austausch, gegenseitige Unterstützung und die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen. Die Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e. V. Selbsthilfe Demenz bietet Menschen mit beginnender Demenz Beratung und die Möglichkeit sich regelmäßig online bzw. in Präsenz zu treffen.
  • Regionale Angebote: Eine Broschüre "Leben mit Demenz" listet spezialisierte Beratungsangebote, Selbsthilfegruppen, Schulungen, alltagsunterstützende Angebote, Freizeitangebote sowie sonstige Beratungs- und Unterstützungsangebote in der jeweiligen Region auf.

Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg

Im Januar 2016 wurde das Kompetenzzentrum Demenz für das Land Brandenburg in Trägerschaft der Alzheimer-Gesellschaft Brandenburg e.V. gegründet. Es übernimmt seit der Gründung die Koordination und Beratung der Lokalen Allianzen. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt in dem Auf- und Ausbau der Angehörigenschulung „Hilfe beim Helfen“ für pflegende Angehörige von Menschen mit Demenz. Das Kompetenzzentrum ist Teil des Pakt für Pflege Brandenburg und berät neben der „Fachstelle Altern und Pflege im Quartier“ (FAPIQ) zu den beratenden Begleitstrukturen der Förderprogramme des Landes.

"Hilfe beim Helfen" Kurse

Die Alzheimer Gesellschaft bietet spezielle Kurse unter dem Titel "Hilfe beim Helfen" an. Diese Kurse richten sich an Angehörige von Menschen mit Demenz und vermitteln praktische Kenntnisse und Strategien für den Umgang mit der Erkrankung im Alltag. Sie finden einen Überblick über Orte, an denen bereits „Hilfe beim Helfen“ Kurse und Selbsthilfegruppen für An- und Zugehörige von Menschen mit Demenz stattfinden.

Förderung regionaler Netzwerke

Ein weiterer wichtiger Baustein der Unterstützung ist die Förderung regionaler Netzwerke nach § 45c Abs. 9 SGB XI. Ab 2022 können je Kreis oder kreisfreier Stadt zwei regionale Netzwerke und je Kreis oder kreisfreier Stadt ab 500.000 Einwohnern bis zu vier regionale Netzwerke gefördert werden. Der maximale Förderbetrag pro Netzwerk wird von 20.000 Euro auf 25.000 Euro pro Kalenderjahr erhöht. Inhalt der Förderung sind netzwerkbedingte Personal- und Sachkosten und Kosten für die Öffentlichkeitsarbeit. Grundlage für die Förderung ist die Empfehlung des GKV-Spitzenverbandes und des Verbandes der Privaten Krankenversicherung e. V. zur Förderung regionaler Netzwerke nach § 45c Abs. 9 SGB XI.

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"Pflege vor Ort"

Mit dem Förderprogramm "Pflege vor Ort" werden Maßnahmen der kommunalen Pflegepolitik zur Stärkung der Pflege vor Ort in den Kommunen gefördert. Die Förderung richtet sich an Landkreise und kreisfreie Städte (Pflegestrukturplanung) und an Ämter, amtsfreie Städte und Gemeinden (Unterstützung von Pflege in der Häuslichkeit durch sozialraumorientierte Maßnahmen und Projekte).

Inhalte der Förderung

  • Landkreise und kreisfreie Städte: regionale Pflegestrukturplanung, Maßnahmen zur Koordinierung und Weiterentwicklung pflegerischer Versorgungsstrukturen, Vernetzung von Angebotsstrukturen in der Pflege und angrenzender Versorgungsbereiche, Umsetzung von investiven Förderungen in der Pflege (insbesondere im Bereich Tages- und Kurzzeitpflege aus dem Zukunftsinvestitionsfonds-Errichtungsgesetz), Begleitung der Ämter sowie amtsfreien Städte und Gemeinden bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen im Vor- und Umfeld von Pflege nach dem SGB XI
  • Ämter, amtsfreie Städte und Gemeinden: Maßnahmen zur Unterstützung eines selbständigen Lebens Pflegebedürftiger und deren Angehöriger, Maßnahmen zur Einbindung Pflegebedürftiger in die örtliche Gemeinschaft, Maßnahmen um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern, zu verringern oder zu vermeiden.

Forschung zur Alzheimer-Krankheit

Die Alzheimer Gesellschaft unterstützt auch die Forschung zur Alzheimer-Krankheit. Ein Beispiel ist das Forschungsprojekt von Prof. Dr. Janine Kirstein von der Universität Bremen und Prof. Dr. Mark Hipp von der Universitätsmedizin Groningen (NL).

Ziel des Forschungsprojekts

Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Kraft des eigenen Körpers zur Bekämpfung der Alzheimer-Krankheit nutzen zu können. Die Teams um Prof. Dr. Kirstein und Prof. Dr. Hipp konnten einen besonders wirksamen Faktor ausfindig machen, der dafür sorgen kann, Tau-Fibrillen unschädlicher zu machen.

Was wird erforscht?

Tau ist ein kleines Protein innerhalb der Zelle, das normalerweise löslich ist. In einigen Gehirnzellen von Alzheimer-Patient*innen (AD) findet man es in unlöslichen Klumpen, die als Tau-Fibrillen bezeichnet werden. Diese Tau-Fibrillen spielen wahrscheinlich eine wichtige Rolle beim Absterben von Gehirnzellen. Sie können sogar in gesunde Zellen gelangen und diese infizieren. Dies führt zur Ausbreitung von Tau-Fibrillen im gesamten Gehirn, wodurch Zellen wie bei einer Dominoreaktion „umfallen“, also absterben. Alle Zellen haben Abwehrsysteme, um sich vor diesen verklumpten Proteinen zu schützen. Die Wirksamkeit dieser Abwehrmechanismen nimmt jedoch mit zunehmendem Alter ab.

Wie gehen Prof. Kirstein und Prof. Hipp dabei vor?

Das Forscher-Duo möchte Faktoren im natürlichen Abwehrsystems identifizieren, die mit den Tau-Fibrillen in Zusammenhang stehen. Dazu wurde im Vorfeld bereits ein zelluläres System aufgebaut, mit dem diese Faktoren gescreent werden können. Um die gefundenen Faktoren zu testen, wird der Fadenwurm C. elegans genutzt. Gesucht werden Mechanismen, die verhindern, dass sich schädliche Tau-Fibrillen in noch gesunde Gehirnzellen ausbreiten können.

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Ergebnisse des Forschungsprojekts

Die Teams um Prof. Dr. Kirstein und Prof. Dr. Hipp konnten einen besonders wirksamen Faktor ausfindig machen, der dafür sorgen kann, Tau-Fibrillen unschädlicher zu machen. In Prof. Dr. Hipps Gruppe wurden unterschiedliche Faktoren in einem Zellsystem getestet, die für die natürlichen Abwehr des Körpers gegen Tau-Fibrillen wichtig sind. Die besten Kandidaten wurden dann in Prof. Dr. Kirsteins Gruppe an einem speziellen Fadenwurm getestet. Die Besonderheit dieses Fadenwurms ist, dass er schädliches Tau-Protein produziert - so wie das Gehirn von Alzheimer-Betroffenen. Eine mutierte Form des Faktors p97 war besonders gut darin, die Tau-Fibrillen unschädlich zu machen.

Verwendung der Fördermittel

Die Fördermittel entfielen auf Reisemittel zum Austausch der kooperierenden Labore (2.000 Euro), Labormaterialien (36.000 Euro) wie Enzyme und Antikörper, sowie für Mikroskopierarbeiten (12.000 Euro). Weitere 50.000 Euro erhielt Prof. Dr. Mark Hipp von Alzheimer Nederland, der Partnerorganisation der Alzheimer Forschung Initiative e.V.

Veranstaltungen und Aktionen

Die Alzheimer Gesellschaft engagiert sich auch in der Organisation von Veranstaltungen und Aktionen, um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen. Dazu gehören beispielsweise der Welt-Alzheimertag und die Woche der Demenz.

Welt-Alzheimertag und Woche der Demenz

Jedes Jahr finden rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen statt, um das Thema Demenz in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Im Land Brandenburg organisieren viele Akteure Veranstaltungen, um auf das Thema Demenz aufmerksam zu machen.

DEMENSCH-Wanderausstellung

Die Alzheimer Gesellschaft bietet eine Wanderausstellung mit dem Titel "DEMENSCH" an. Die Cartoons zeigen alltägliche Situationen mit einem Augenzwinkern - sie machen das Thema zugänglich, ohne zu verharmlosen.

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Unterstützung für jüngere Menschen mit Demenz

Die Alzheimer Gesellschaft bietet auch spezielle Angebote für jüngere Menschen mit Demenz an. Für jüngere Menschen mit einer beginnenden Demenz bieten wir ein Seminar in Potsdam an, ihr Leben weiterhin selbstbestimmt in die Hand zu nehmen.

Kontakt und Beratung

Die Alzheimer Gesellschaft bietet ein telefonisches Beratungsangebot an, das wie folgt besetzt ist: Mo. und Fr. jeweils von 9 - 12 Uhr, Mi.

Pakt für Pflege

Gemeinsam mit Mitgliedsorganisationen des Landespflegeausschusses hat die Alzheimer Gesellschaft den "Pakt für Pflege 2.0" unterzeichnet. Ziel ist es, aktiv dazu beizutragen, dass dieser im Land Brandenburg spürbare Verbesserungen für die Lebensqualität für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen bringt.

Weitere Informationen

Die Alzheimer Gesellschaft bietet eine Vielzahl von Informationsmaterialien und thematischen Handreichungen an, die von Fachkräften aus der Praxis erarbeitet wurden.

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