Die Alzheimer-Krankheit, oft als "Alzheimer in der Flasche" bezeichnet, ist eine der häufigsten Ursachen für Demenz. Demenz ist ein heterogenes Syndrom, dem eine Vielzahl von Krankheiten oder Störungen zugrunde liegt. In der Regel handelt es sich um eine chronisch fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die direkt vom zentralen Nervensystem ausgeht und mit zunehmender Beeinträchtigung höherer kortikaler Funktionen einhergeht (primär neurodegenerative Demenzen). Demenzen können als sekundäre Demenzen auch infolge von Erkrankungen auftreten, die erst sekundär das zentrale Nervensystem schädigen. Das Bewusstsein ist nicht getrübt, intermittierend auftretende delirante Symptomatik schließt eine Demenz aber nicht aus. Für die Diagnose einer Demenz müssen die charakteristischen Leitsymptome, die bei mehr als 80 % aller Demenzerkrankungen früh auftretende mnestische Störungen (Merkfähigkeit und Gedächtnis) betreffen, über mindestens 6 Monate vorliegen. Die Beeinträchtigung der Aktivitäten des täglichen Lebens muss beträchtlich sein, d. h. der Schweregrad der Störungen hebt sich deutlich ab von dem prädemenziellem Stadium der leichten kognitiven Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI). Gewöhnlich begleiten Veränderungen der emotionalen Kontrolle (beispielsweise eine Impulskontrollstörung), des Sozialverhaltens oder der Motivation die kognitiven Beeinträchtigungen. Das Demenzsyndrom ist eine häufige gerontopsychiatrische Erkrankung, wobei das Erkrankungsrisiko im Alter exponentiell zunimmt.
Definition von "Alzheimer in der Flasche"
Der Begriff "Alzheimer in der Flasche" ist eine umgangssprachliche Metapher, die den schädlichen Einfluss von übermäßigem Alkoholkonsum auf das Gehirn und das erhöhte Risiko für Demenzerkrankungen, insbesondere Alzheimer, beschreibt. Es verdeutlicht, dass regelmäßiger und hoher Alkoholkonsum ähnliche Auswirkungen auf das Gehirn haben kann wie die Alzheimer-Krankheit selbst, indem er kognitive Funktionen beeinträchtigt und das Gehirn schrumpfen lässt.
Die Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn
Schon eine Flasche Bier am Tag lässt die graue sowie die weiße Substanz im Gehirn schrumpfen, wenn Sie über einen langen Zeitraum regelmäßig konsumieren. Bei der grauen Substanz handelt es sich um die Großhirnrinde (oder Cortex), die rund 20 Milliarden Nervenzellkörper beherbergt. Im Inneren des Großhirns befinden sich ihre Zellfortsätze (Axone), die aufgrund ihrer helleren Farbe weiße Substanz genannt werden. Beide Substanzen sind wesentliche Bestandteile des zentralen Nervensystems und steuern nahezu alle Hirnfunktionen. Ohne sie kann das Gehirn nicht normal arbeiten. Die Veränderungen, die Alkohol in den Gehirnsubstanzen verursacht, sind jedoch nicht linear: Je mehr man trinkt, desto schneller schrumpft das Gehirn. Ein Beispiel: Erhöht eine 50-jährige Person ihren täglichen Alkoholkonsum von einem 0,25l Glas Bier auf eine 0,5l Flasche Bier, entsprechen die Veränderungen im Gehirn einer Alterung von zwei Jahren.
Beschleunigter Abbau von Zellstrukturen
Es ist normal, dass die Zellstrukturen sich etwa im Alter von 50 Jahren langsam abbauen. Die Blütezeit des Gehirns ist dann in der Regel schon vorbei. Doch, je mehr Alkohol Sie konsumieren, desto schneller bauen sich die Zellstrukturen ab. Die Folgen der Hirnalterung machen sich vor allem durch ein geschwächtes Erinnerungsvermögen bemerkbar. So kann es häufiger dazukommen, dass sie Kleinigkeiten wie Ihren Hausschlüssel vergessen oder immer öfter mehr als einmal auf Ihre Einkaufsliste schauen müssen. Aber der Alkohol beeinträchtigt auch andere kognitive Fähigkeiten: Aufmerksamkeit, Orientierung oder die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung. Jüngere Studien weisen darauf hin, dass regelmäßiger Alkoholkonsum von bereits fünf bis sechs Standardgläsern pro Woche die kognitive Leistungsfähigkeit vermindert.
Erhöhtes Demenzrisiko
Im Gehirn verursacht ein regelmäßiger Konsum hoher Alkoholmengen außerdem Veränderungen, die das Risiko einer Demenzerkrankung stark erhöhen. Dabei handelt es sich um eine Krankheit, die eine fortschreitende Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit hervorruft. Betroffene Menschen können dadurch häufig kein selbstbestimmtes Leben mehr führen und sind auf Hilfe im Alltag angewiesen. Studien zeigen, dass sich das Demenzrisiko deutlich erhöht, wenn man regelmäßig viel Alkohol trinkt. Personen ab 45 Jahren, die mehr als 24 Gramm reinen Alkohol (ca. 250 ml Wein) am Tag trinken, sind besonders gefährdet.
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Die Rolle des Alkoholkonsums im Demenzrisiko
Frühere Studien haben leichtem Alkoholkonsum gewisse gesundheitsförderliche Effekte zugesprochen. Starker Alkoholkonsum ist zweifelsohne nicht gut fürs Gehirn. Und was ist mit leichtem Alkoholkonsum? Soll der nicht sogar gesundheitliche Vorteile haben? Älteren Forschungsarbeiten zufolge steht leichter Alkoholkonsum mit einem geringeren Demenzrisiko in Zusammenhang. Aktuelle Erkenntnisse auf Basis bildgebender Verfahren stellen diese Annahme aber infrage, erklärt eine Forschungsgruppe aus dem Vereinigten Königreich und den USA.
Das Forschungsteam hat zum einen die Daten von zwei großen Kohortenstudien aus den USA und dem Vereinigten Königreich herangezogen. Zum anderen führten die Forschenden eine umfassende genetische Analyse durch. Dazu konzentrierten sie sich auf bekannte Genvarianten, die mit unterschiedlichen Ausprägungen des Alkoholkonsums zusammenhängen, und verknüpften diese mit dem Auftreten von Demenz. Die genetischen Informationen basieren auf Datenbanken, in denen die Daten von rund 2,4 Millionen Menschen eingeflossen sind.
Die Analyse der Kohortenstudien bestätigte zunächst, dass Menschen, die wenig Alkohol trinken ein niedrigeres Demenzrisiko aufweisen als Abstinenzler. Allerdings lieferte die genetische Analyse ein anderes Ergebnis. Demnach steigt das Demenzrisiko mit jedem Glas Alkohol. Die Autorinnen und Autoren fanden auch eine Erklärung für den scheinbaren Widerspruch zwischen den Beobachtungsdaten der Kohortenstudien und der genetischen Analyse. Das bedeutet: Nicht moderater Alkoholkonsum schützt vor Demenz, sondern die sich anbahnende Demenz verleitet Betroffene dazu, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren. Die Schlussfolgerung von Topiwala und ihrem Team lautet: Es gibt keinen Alkoholkonsum, der das Demenzrisiko senkt. Vielmehr sei die Prävention des Alkoholkonsums ein Hebel, um das Demenzrisiko in der Bevölkerung zu reduzieren.
Ursachen und Risikofaktoren der Alzheimer-Krankheit
Die Alzheimer-Demenz (AD; ICD-10 F00.- oder G30.-), oder ihre Mischbilder mit anderen Demenzerkrankungen (ICD-10 F00.2, G30.8), ist die weitaus häufigste primär (neuro) degenerative Demenzerkrankung. Bei der AD wird zwischen frühem (vor dem 65. Lebensjahr; Typ 2, präsenile AD, F0.00, G30.0) und spätem Beginn (Typ 1, senile Demenz, F00.1, G30.1) unterschieden. Wichtig ist zwischen familiärer AD und genetisch-bedingter AD zu differenzieren. Familiäre AD bezeichnet Fälle bei denen Angehörige mit AD in der Primärfamilie bekannt sind (etwa 20 % aller Fälle), dabei ist in der Regel der Erbgang unbekannt und pathologische (kausale) Punktmutationen, wie bei den seltenen autosomal-dominant genetischen AD-Fällen, sind nicht bekannt.
Es sind mehr als 100 pathologische Punktmutationen bekannt, die in etwa der Hälfte der Fälle die Proteine Presenilin-1/2 betreffen, die mit 3 anderen Proteinen den funktionellen Gamma-Sekretasekomplex bilden. Durch die Presenilin-Punktmutationen wird die Gamma-Sekretase aktiver und schneidet mehr von besonders neurotoxischen β-Amyloid-Peptide aus dem β-Amyloidvorläuferprotein (APP). Die übrigen pathologischen Punktmutationen betreffen direkt den Austausch einzelner Aminosäuren auf dem APP an Stellen, wo das Vorläuferprotein von unterschiedlichen Sekretasen (Alpha-, Beta- und Gamma-Sekretasen) endoproteolytisch auch physiologisch geschnitten wird. In der Folge kommt es auch hier zu einem deutlich vermehrten Freisetzen von β-Amyloidpeptiden („gain of anabolic function“), oder aber bevorzugt zur Freisetzung besonders aggressiver (amyloidogener) Unterformen (u. a. Aβ1-42).
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Diagnose und Behandlung von Demenz
Demenzerkrankungen sind durch die progrediente Entwicklung kognitiver Defizite in unterschiedlichen Domänen charakterisiert, wobei in der Mehrzahl der Demenzerkrankungen neben Merkfähigkeits- und Gedächtnisstörungen weitere kognitive Einbußen und „Hirnwerkzeugstörungen“ nachweisbar sind: beispielsweise Orientierungs-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Aphasie, Apraxie, Agnosie, Alexie, Akalkulie, gestörte Visuokonstruktion oder eine Beeinträchtigung der Exekutivfunktionen (Planen, Organisieren, Abstrahieren). Die kognitiven Defizite werden gewöhnlich von Veränderungen der emotionalen Kontrolle, des Sozialverhaltens oder der Motivation begleitet und können zu einer individuell bedeutsamen Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung führen und eine Verschlechterung gegenüber einem zuvor höheren Leistungsniveau darstellen (ICD-10, WHO 1993).
Diagnostische Verfahren
Diese wesentlichen Demenzformen können vom Facharzt unter Einsatz unterstützender Biomarker (bildgebende Verfahren, neurochemische Liquordiagnostik, Psychometrie) mit ausreichender Sicherheit diagnostiziert werden. Bei atypischen oder besonders frühen Fällen kann eine Spezialeinrichtung (Gedächtnissprechstunde, Memory-Klinik) hinzugezogen werden. Abb. Es kann zwischen primären und sekundären Demenzformen unterschieden werden. Bei den primären Demenzen liegt eine Erkrankung des Gehirns vor, z. B. degenerativer oder vaskulärer Art. Bei den sekundären Demenzformen sind kognitive Störungen Folgen einer anderen körperlichen Erkrankung.
Im Rahmen der Demenzdiagnostik dienen die internistisch-neurologische sowie die Untersuchung von Blut und Liquor und die Durchführung bildgebender Verfahren in erster Linie dazu, behandelbare, sekundär zu einer Demenz führende Erkrankungen zu erkennen und eine spezifische Therapie zu ermöglichen. Je früher dies geschieht und je gezielter die Behandlung vorgenommen wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die kognitive Störung zurückbildet und der Patient keine oder nur wenig ausgeprägte Defizite zurückbehält (Draper 1991).
Behandlungsmethoden
Mit Hilfe von speziellen Medikamenten, den Antidementiva, kann das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Aber auch Medikamente, die Verhaltensstörungen wie Depressionen, Antriebslosigkeit, Unruhe, Aggressivität, Sinnestäuschungen oder Schlafstörungen mindern sollen (z.B. Besonders wichtig ist auch die nicht-medikamentöse Behandlung der Alzheimer-Demenz. So können depressive Symptome durch Psychotherapie behandelt und das Denkvermögen und die Lernfähigkeit durch spezielle Trainings geschult werden. Den Betroffenen steht außerdem eine Reihe von weiteren Verfahren zur Verfügung. Hierzu gehören unter anderem Gedächtnistraining, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie, Verhaltenstherapie und weitere Therapieformen.
Prävention von Demenz
Viele haben Angst vor Demenz. Die Krankheit ist noch nicht heilbar, deshalb ist Vorbeugung besonders wichtig. Sport ist wichtig zur Vorbeugung von Demenz. Ernährungstechnisch wird eine mediterrane Diät empfohlen. Nahrungsergänzungsmittel seien dagegen eher nicht empfehlenswert zur Vorbeugung oder Behandlung von Demenz. Am besten ernährt man sich ausgewogen. Auch ein aktives Leben - und das Gehirn zu trainieren - kann vor Demenz schützen. Das bedeutet nicht nur, Sport zu machen und Sudokus zu lösen. Das Gehirn bei der Neurodegeneration kann sich auch so ein bisschen wehren, restrukturieren. Und dazu braucht es Beschäftigung und Training. Und sozialer Kontakt ist nichts anderes als so ein Training. Wenn man den eben nicht hat, dann wird das Gehirn faul. Use it or lose it. Sprich: Es gibt viele Faktoren, die das Risiko für Demenz beeinflussen können. Ein aktiver Lebensstil und die Ernährung können das Risiko verringern.
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Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Während eine Unterernährung erst nach vielen Wochen zu deutlichen Störungen führt, kann eine Dehydration bereits nach wenigen Tagen akute Verwirrtheit und lebensbedrohliche Zustände erzeugen. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf älterer Menschen liegt in der Regel bei etwa 30 ml pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine Person mit 60 kg entspricht das rund 1,8 Litern pro Tag. Als absolute Untergrenze gelten 1.500 ml, sofern keine ärztlichen Einschränkungen bestehen. Wichtig ist, die Trinkmenge individuell an Faktoren wie Körpergewicht, Aktivität, Temperatur und Begleiterkrankungen (z. B. Der Flüssigkeitsbedarf erhöht sich unter bestimmten Voraussetzungen: z. B. Bei bestimmten Erkrankungen gibt der Arzt eine Höchsttrinkmenge vor, z. B. bei Herzschwäche oder Einschränkungen der Nierenfunktion. Mit zunehmendem Alter lässt das Durstgefühl nach, besonders bei Menschen mit Demenz. Sie sollten deshalb darauf achten, dem Erkrankten häufiger Getränke anzubieten. „Das schmeckt köstlich! Auch ein Trinkspruch und das gemeinsame Mittrinken können sehr hilfreich sein. Wecken Sie die Aufmerksamkeit und das Durstgefühl, durch das Geräusch beim Öffnen einer Flasche und beim Befüllen der Gläser. Achten Sie auch auf das richtige Trinkgefäß. Manche trinken lieber aus Tassen, andere aus Gläsern. Probieren Sie aus, was sich bewährt: etwa Trinkhalme, Kunststoffbecher oder Nasenbecher. Trinkbecher mit Sicherheitsfuß bieten zusätzliche Stabilität. Der Coombes-Becher mit schalenförmigem Aufsatz ermöglicht kontrolliertes Trinken in kleinen Mengen. Im fortgeschrittenen Demenzstadium kann eine Saugflasche helfen, da sie den Saugreflex nutzt und das Verschluckungsrisiko senkt.
Umgang mit Demenz im Alltag
Mit fortschreitender Demenz verlieren viele Betroffene nach und nach grundlegende Fähigkeiten, die für das Essen und Trinken notwendig sind: Kauen, Schlucken, der Umgang mit Besteck oder die Wahrnehmung von Hunger- und Durstsignalen. Für Pflegekräfte bedeutet dies, Veränderungen im Ess- und Trinkverhalten frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Entscheidend sind eine strukturierte Risikoeinschätzung (Screening), das Erkennen von Warnzeichen wie Gewichtsverlust oder geringer Trinkmenge sowie individuell angepasste Unterstützung im Alltag.
Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
Zu Beginn eines Pflegeauftrags - oder wenn sich der Gesundheitszustand einer betreuten Person verändert - sollten Pflegekräfte zunächst ein Screening durchführen, um mögliche Risiken für Unterernährung und Exsikkose (Austrocknung) frühzeitig zu erkennen. Ein Screening ist eine kurze Ersteinschätzung, die Hinweise auf eine Gefährdung liefert. Für die Praxis empfiehlt es sich, validierte Instrumente zu nutzen, etwa das Mini Nutritional Assessment - Short Form (MNA-SF) oder den Nutritional Risk Screening (NRS 2002).
AchtungDer Geschmack kann sich im Laufe der Zeit verändern. Was früher gern gegessen wurde, schmeckt heute womöglich nicht mehr oder umgekehrt. Menschen mit Demenz gehören häufig noch der Generation an, die durch die Kriegs- und Nachkriegszeit oft Hunger und Entbehrungen erlebt haben. Diese oft traumatischen Erlebnisse haben ihre Spuren hinterlassen und so kann z. B. der Kaffee-Ersatz oder die „gute Butter“ als angenehm oder aber auch als unangenehm empfunden werden. Nicht zuletzt sollten Sie auch die „Begleitumstände“ von früheren Mahlzeiten erfassen. Wurde vor dem Essen gebetet? Wie war die Tischordnung? Wurde geschwiegen oder gar Musik gehört? „Eat by Walking“ (das Essen im Gehen) eignet sich oftmals auch für Menschen mit Demenz. Dieses Angebot können vor allem noch Demenzerkrankte umsetzen, die sich im frühen Stadium befinden, nicht mehr ruhig am Tisch sitzen und essen können und ruhelos umherwandern. In den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für Menschen mit Demenz ist Fingerfood oder „Eat by Walking“ eine wichtige Komponente. Bieten Sie folglich Menschen mit Demenz einige Speisen in Form von Fingerfood an. Fingerfood verbessert die Selbstständigkeit und die Selbstbestimmung.
Verhaltensweisen bei der Unterstützung
Kleine Tricks wie Zuprosten oder Fragen nach Geschmack und Temperatur regen unauffällig zum Essen an. Kann jemand nicht essen, helfen taktile Reize z.â¯B. die Hand zum Mund führen. Verbale Aufforderungen wirken meist nicht. Eine Übersicht unten zeigt hilfreiche und weniger hilfreiche Verhaltensweisen.
Ineffektives Verhalten:
- Bei der Nahrungsaufnahme nicht genügend Zeit lassen
- Autoritärer Kommunikationsstil („Mund auf!- Schlucken!“)
- Zwangsmaßnahmen (z. B. Schnabelbecher kippen, Kopf und Hände festhalten)
- Betroffene hat Brille, Hörgerät, Zahnprothese vergessen
- Essen im Bett (ausgenommen Bettlägerigkeit)
- Kaltes Essen
Fraglich effektives Verhalten:
- Verbale Aufforderung zum Weiteressen
- Aufforderung zur Mundöffnung durch antippen der Unterlippe mit dem Besteck
Effektives Verhalten:
- Aktivierung durch Vormachen der Ess- und Trinkmimik
- Überlisten, Täuschen (z. B.
Mikroplastik und Demenz
Winzige Kunststoffteilchen sammeln sich zunehmend stärker in Geweben des menschlichen Körpers an. Ein US-amerikanisches Forschungsteam fand in Leber und Gehirn verstorbener Menschen, die 2024 untersucht wurden, deutlich mehr Nano- und Mikroplastik als in Proben von 2016. Besonders hoch war die Belastung im Gehirn - bis zu 30-mal höher als in Leber oder Niere, berichtet die Gruppe um Matthew Campen von der University of New Mexico im Fachjournal Nature Medicine.
Mit einer chemischen Analyse bestimmte das Team auch die Zusammensetzung des Plastiks. Am häufigsten fanden sie Polyethylen, das für Folien und Flaschen verwendet wird. Es machte 40 bis 65 Prozent des Kunststoffs in Leber und Niere aus, im Gehirn sogar 75 Prozent. Analysen von konserviertem Hirngewebe aus den Jahren 1997 bis 2013 zeigten darüber hinaus, dass die Menge an winzigem Kunststoff in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat.
Besonders hoch war die Belastung bei zwölf weiteren Gehirnproben aus den Jahren 2019 bis 2024 von Menschen mit einer nachgewiesenen Demenzerkrankung: Sie enthielten zwischen 12.000 und 48.000 Mikrogramm Plastik pro Gramm Gewebe. Die Forschungsgruppe betont aber, dass ihre Studie keine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung nachweist: „Diese Daten sind assoziativ und belegen nicht die kausale Rolle solcher Partikel bei der gesundheitlichen Beeinträchtigung.“