Die Alzheimer Stiftung Kronberg und ihr Förderverein setzen sich seit vielen Jahren für die Unterstützung und Betreuung von Menschen mit Demenz ein. Durch vielfältige Angebote und Projekte wird versucht, den Betroffenen ein Stück Lebensfreude und Lebensqualität zu erhalten.
Gründung und Ziele
Die Alzheimer Stiftung Kronberg wurde am 27. Februar 1998 von Hans Lüdicke in Zusammenarbeit mit Ulrich Amrhein von der Frankfurter Caritas gegründet. Auslöser war die persönliche Erfahrung Lüdickes, der seine Frau Rut fast 20 Jahre während ihrer Demenzerkrankung betreut hatte. Am 11. August 1998 konstituierte sich auf Initiative des damaligen Bürgermeisters Rudolf Möller der Förderverein der Alzheimer-Stiftung.
Zweck der Stiftung und des Vereins ist die Unterstützung bei der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz. Dazu gehören die Entwicklung von Betreuungs- und Behandlungsformen, die Fortbildung von Pflegekräften und die Unterstützung von therapeutischen Ansätzen.
Aktivitäten und Projekte
Die Stiftung und der Förderverein arbeiten eng mit dem Kaiserin-Friedrich-Haus (KFH) in Kronberg zusammen, einem Alten- und Pflegeheim, in dem viele Senioren eine Heimat gefunden haben. Der Förderverein konzentriert sich auf eine umfassende Betreuung der Bewohner.
Förderung der Sinne und Beschäftigungstherapie
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Aktivierung der Sinne. Der Förderverein unterstützt und fördert daher bestehende beschäftigungstherapeutische Konzepte. Dazu gehören:
Lesen Sie auch: Informationen für Alzheimer-Patienten und Angehörige
- Der Einsatz eines "mobilen Streichelzoos", der die demenziell Erkrankten erfreut und motiviert und sie aus ihrer Lethargie herausholt.
- Der regelmäßige Besuchshund "Pablo" und seine Besitzerin Claudia Fink, die auch für das Rehasportangebot im Haus zuständig ist.
- Kunsttherapeutin Birte Kistner, die Gruppenstunden anbietet, in denen die Bewohner basteln, malen und gestalten können. Im Vordergrund steht die Möglichkeit, mit der Umwelt zu kommunizieren, auch nonverbal.
Diese Angebote sowie ehrenamtliche Helfer werden vom Förderverein finanziert. Der Verein ist stets auf der Suche nach Helfern und Therapeuten, die kontinuierlich im Bereich Beschäftigungstherapie mitarbeiten möchten.
Der "Garten der Sinne" und Hochbeete
Ein besonderes Projekt ist der "Garten der Sinne" im Kaiserin-Friedrich-Haus. In den vergangenen Jahren hat der Förderverein mit Stiftungsmitteln rund 200.000 Euro in diesen Garten investiert.
Ein weiteres Projekt ist die Anlage von Hochbeeten, die dreistufig errichtet sind, sodass sie auch Rollstuhlfahrer mühelos anfahren und die verschiedenen Gemüsesorten miternten können. Im Park gibt es bereits einen "Naschgarten", in dem von Himbeeren, Brombeeren, Kirschen und anderem Obst genascht werden darf. Die Leiterin der Sozialen Dienste im Kaiserin-Friedrich-Haus, Jasmin Berghaus, erklärte, dass dies zum Therapieansatz gehört, da bei vielen an Demenz Erkrankten die Gartenarbeit noch tief in der Erinnerung verhaftet sei. Die professionell gebauten Hochbeete haben rund 10.000 Euro gekostet.
Interaktive Konzerte für Menschen mit Demenz
In Zusammenarbeit mit der Kronberg Academy und dem Arbeitsbereich Altersmedizin der Goethe-Universität Frankfurt wurde ein Pilotprojekt mit interaktiven Gesprächskonzerten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen durchgeführt. Studierende der Academy musizierten für die Teilnehmenden, und es fand ein Austausch über das Gehörte statt. Ziel war es, die Ressourcen von Menschen mit Demenz optimal zu aktivieren und zu fördern. Der Cellist Manuel Lipstein engagierte sich besonders in diesem Projekt und erhielt ein spezielles Coaching für den Umgang mit Menschen mit Demenz.
Demenzfreundliches Kronberg
Die Alzheimer Stiftung unterstützt auch das Projekt "Demenzfreundliches Kronberg". Ziel ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Menschen mit Demenz sicherer, willkommener und selbstbestimmter bewegen können. Dazu werden Schulungen für Behörden, Einzelhandel, Vereine, Schulen, Praxen, Institutionen und Bürger angeboten, in denen sie lernen, wie sie Menschen mit Demenz im Alltag mit Verständnis, Geduld und Offenheit begegnen können. Geschäfte, Praxen oder Einrichtungen, die sich am Projekt beteiligen, werden mit einem Aufkleber gekennzeichnet, der zeigt: "Hier sind Sie willkommen - mit oder ohne Demenz."
Lesen Sie auch: Kinder-Alzheimer: Ein umfassender Überblick
Finanzierung
Die Alzheimer Stiftung und der Förderverein sind auf Spendengelder angewiesen. Brigitte Möller, Vorsitzende des Fördervereins, bedankt sich regelmäßig bei der Rheinberger-Stiftung, der Dingeldein-Stiftung sowie Privatpersonen für Geburtstags- sowie Trauerspenden. Auch die Einnahmen aus Aktionen wie dem Kronberger Flohmarkt fließen in die Betreuung Demenzkranker im Kaiserin-Friedrich-Haus.
Veränderungen im Vorstand des Fördervereins
Im Verlauf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins wurden folgende Veränderungen im Vorstand bekannt gegeben:
- Brigitte Möller wurde erneut als Erste Vorsitzende bestätigt.
- Irmgard Böhlig bleibt ihre Stellvertreterin.
- Christian Pollert wurde als neuer Schatzmeister gewählt und löste Wolfgang Thöns ab, der das Amt viele Jahre innehatte.
- Michaela Ambrosius, Peter Burk, Katja Möller und Dr. Ursula Philippi sind Beisitzer.
- Katja Möller wurde als Schriftführerin bestellt.
Die Bedeutung der Arbeit der Alzheimer Stiftung
Die Arbeit der Alzheimer Stiftung Kronberg und ihres Fördervereins ist von großer Bedeutung für die Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen. Durch die vielfältigen Angebote und Projekte wird versucht, den Betroffenen ein Stück Normalität und Lebensfreude zu erhalten. Die Stiftung leistet einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Demenz und fördert ein demenzfreundliches Umfeld in Kronberg.
Herausforderungen und Ausblick
Trotz der erfolgreichen Arbeit stehen die Alzheimer Stiftung und ihr Förderverein vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Menschen mit Demenz steigt stetig, und der Bedarf an Betreuungs- und Unterstützungsangeboten wächst. Es ist daher wichtig, dass die Stiftung weiterhin auf die Unterstützung von Spendern und ehrenamtlichen Helfern zählen kann, um ihre wichtige Arbeit fortzusetzen.
Lesen Sie auch: Alzheimer und Demenz im Vergleich