Online-Alzheimer-Tests: Frühzeitige Erkennung und ihre Bedeutung

Haben Sie Bedenken bezüglich Ihres Gedächtnisses? Es ist normal, gelegentlich etwas zu vergessen, insbesondere im fortgeschrittenen Alter. Eine zunehmende Vergesslichkeit, die den Alltag beeinträchtigt, kann jedoch auf ernstere Probleme hindeuten. Online-Alzheimer-Tests können eine erste Einschätzung ermöglichen, ersetzen aber keine ärztliche Untersuchung. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Online-Alzheimer-Tests, ihre Aussagekraft und ihre Grenzen.

Die Rolle von Selbsttests

Mit einem Selbsttest kann man seine Gedächtnisleistung besser einschätzen. Es ist wichtig zu betonen, dass solche Selbsttests keinen Ersatz für eine ärztliche Untersuchung darstellen. Sie können lediglich einen Hinweis darauf geben, ob ein Gespräch mit dem Hausarzt sinnvoll ist. Das Ergebnis eines Tests sollte keinesfalls als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, ob eine Behandlung notwendig ist oder nicht. Jegliche Haftungsansprüche, die sich aus dem Testergebnis ableiten könnten, sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Demenz-Selbsttest: Was Sie wissen sollten

Vergesslichkeit kann harmlos sein oder auf eine ernsthafte Erkrankung wie Alzheimer hindeuten. Für Laien ist es jedoch nicht erkennbar, ob man selbst oder eine nahestehende Person eine Demenz entwickelt. Die Diagnose Demenz ist ein schwerer Einschnitt. Den Arztbesuch zu vermeiden, obwohl Symptome da sind, sollte jedoch keine Option sein.

Symptome wie Vergesslichkeit oder Orientierungsprobleme können immer auch heilbare Ursachen haben (Stichwort: Reversible Demenzen). Bei Verdacht auf eine Erkrankung nach Symptomen oder Behandlungsmöglichkeiten zu googeln, ist heute für die meisten ganz normal und kann durchaus positive Effekte haben, zum Beispiel bei der Einschätzung von Symptomen oder bei der Information über Hilfsangebote.

Risiken von Online-Selbsttests

Selbsttests aus dem Internet oder aus Zeitschriften sind insbesondere bei Verdacht auf Demenz nicht empfehlenswert, denn sie bergen Risiken:

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  • Unvollständige Informationen: Demenzen wie Alzheimer erfordern eine umfassende Diagnose durch Fachleute. Dies umfasst persönliche Gespräche, körperliche Untersuchungen, medizinische Demenztests und bildgebende Verfahren, die auch andere Ursachen wie Depressionen oder Tumore ausschließen können. Selbsttests können diese Diagnostik nicht ersetzen.
  • Gefahr falscher Ergebnisse: Falsch positive Ergebnisse führen zu übermäßigen Sorgen, während falsch negative Ergebnisse eine notwendige medizinische Abklärung verzögern können.
  • Fehlende medizinische und psychologische Begleitung: Niemand sollte mit einer Demenzdiagnose alleingelassen werden. In Fachpraxen und Gedächtnisambulanzen werden Betroffene und ihre Familien von Fachkräften begleitet und angemessen unterstützt.

Statt Demenz-Selbsttests zu vertrauen, sollten Sie bei Verdacht auf Demenz lieber einen Termin in Ihrer Hausarztpraxis machen.

Symptome und Anzeichen von Alzheimer

Befürchten Sie, dass Ihr Gedächtnis nachgelassen hat? In der zweiten Lebenshälfte kann Vergesslichkeit normal sein. Doch stärker ausgeprägt kann sie auf ein ernsthaftes Problem hinweisen. Die Alzheimer-Krankheit wirkt sich unter anderem auf die vier Bereiche Gedächtnis, Kommunikation, Orientierung und Konzentration aus. Zusätzlich können auch Symptome wie Antriebsarmut, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder verschiedene körperliche Störungen auftreten.

Beispiele für Fragen in einem Selbsttest

Ein solcher Test ist lediglich dazu gedacht, eine Einschätzung von möglichen Symptomen und Verhaltensweisen bei Alzheimer-Erkrankten darzustellen. Hier sind einige Beispiele für Fragen, die in einem solchen Selbsttest vorkommen könnten:

  1. Ich vergesse, wo ich etwas hingelegt habe.
  2. Ich erkenne Plätze nicht wieder, an denen ich früher war.
  3. Ich finde es schwierig, den Inhalt eines Fernsehfilms zu verstehen.
  4. Wenn sich meine tägliche Routine ändert, fällt es mir schwer, mich an den neuen Ablauf zu gewöhnen.
  5. Ich muss häufiger noch einmal zurückgehen, um mich zu vergewissern, ob ich z. B. das Licht oder die Herdplatte ausgeschaltet habe.
  6. Ich weiß nicht mehr genau, was sich vor einem Tag oder einer Woche ereignet hat.
  7. Ich vergesse, Dinge (z. B. Geldbeutel, Versicherungskarte) mitzunehmen. Häufig muss ich deshalb zurückgehen.
  8. Ich vergesse häufig Dinge, die mir vor einem Tag oder vor ein paar Tagen gesagt wurden. Ich muss an sie erinnert werden.
  9. Ich beginne, etwas zu lesen, ohne zu bemerken, dass ich es schon einmal gelesen habe.
  10. Ich habe Schwierigkeiten, enge Verwandte oder Freunde wieder zu erkennen.
  11. Ich finde es schwer, ein neues Spiel zu erlernen.
  12. Ich kann häufig das richtige Wort nicht finden.
  13. Ich vergesse häufig, Dinge zu tun, die ich tun wollte.
  14. Ich vergesse wichtige Sachen, die ich gestern getan habe oder die sich gestern ereigneten.
  15. Beim Reden reißt mir der rote Faden ab.
  16. Ich verliere beim Lesen einer Geschichte in einer Zeitung oder in einem Buch den roten Faden.
  17. Ich vergesse, jemandem eine wichtige Botschaft zu übermitteln.
  18. Ich habe das Datum meines Geburtstages und/oder meinen Geburtsort vergessen.
  19. Ich bringe Dinge, die mir erzählt wurden, durcheinander. Ich kann sie nicht mehr in die richtige Reihenfolge bringen.
  20. Ich finde es schwer, alte Geschichten und lustige Begebenheiten zu berichten.
  21. Gewisse alltägliche Arbeiten kann ich nur mit Mühe durchführen. Manchmal weiß ich nicht mehr, wann oder wie ich die Arbeit durchführen soll.
  22. Bekannte Gesichter, die im Fernsehen oder in Zeitschriften erscheinen, sind mir plötzlich fremd.
  23. Ich finde einen vertrauten Weg, z. B. in einem oft besuchten Gebäude, nicht mehr.
  24. In einem Gebäude, in dem ich nur ein- oder zweimal war, habe ich Schwierigkeiten, mich zurechtzufinden.
  25. Ich wiederhole häufig, was ich gerade gesagt habe, oder ich stelle eine Frage zwei- bis dreimal.

Es ist wichtig zu betonen, dass dieser Test keine Beratung bzw. Diagnose eines Haus- oder Facharztes ersetzt. Sollten Sie während oder nach Durchführung dieses Online-Tests eventuelle Anzeichen einer Erkrankung feststellen, suchen Sie Ihren Hausarzt auf und fragen Sie ihn, ob bei Ihnen eine Erkrankung vorliegen könnte. Aus dem Ergebnis des Tests kann keine direkte Entscheidung für oder gegen eine individuelle Behandlung abgeleitet werden. Der Test gilt nicht für Personen, die bereits, nachgewiesen durch ärztliche Diagnose, an der Krankheit, auf die dieser Test Bezug nimmt, erkrankt sind. Haftungsansprüche, die evtl. aus der Durchführung des Tests hergeleitet werden könnten, sind ausdrücklich ausgeschlossen.

Professionelle Demenz-Tests

Demenz-Tests bzw. psychometrische Tests erheben und analysieren Verhaltensweisen in einer standardisierten und künstlich erzeugten Situation von Fachexperten. Psychometrische Tests sind also keine zuverlässigen Testverfahren für Alzheimer und können ärztliche Untersuchungen nicht ersetzen. Sie werden dennoch oft als Demenz-Tests bezeichnet, weil sie sehr zuverlässige Hinweise auf eine Demenz geben können. Diese Testverfahren sollten am besten von Experten durchgeführt werden, also zum Beispiel Neurologen, Psychiater, Psychologen oder entsprechend ausgebildetes Personal.

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Bekannte Demenz-Tests

  • Der Demenz-Detektions-Test (DemTect): Ein einfaches Verfahren, das nicht sehr lange dauert und kaum Vorwissen braucht. Der DemTect-Test berücksichtigt bei der Auswertung auch das Alter des Patienten.
  • Der Mini-Mental-Status-Test (MMST): Etwas voraussetzungsreicher und aufwändiger, aber dafür auch aussagekräftiger. Der MMST wird häufig von geschultem Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern verwendet.
  • Der Montreal-Cognitive-Assessment-Test (MoCa-Test): Sollte von geschultem Personal durchgeführt werden.
  • Der Uhrentest: Ein sehr bekannter Demenz-Test. Ein Grund für diese Bekanntheit ist sicherlich seine Einfachheit, denn er lässt sich in wenigen Minuten nur mit einem Blatt Papier und einem Stift durchführen.
  • Test zur Früherkennung von Demenzen mit Depressionsabgrenzung (TFDD): Hier geht es vor allem darum, eine Depression als mögliche Ursache auszuschließen. Denn Depressionen können ähnliche Symptome wie Demenz haben und in Tests zu ähnlichen Ergebnissen führen.
  • Der Syndrom-Kurztest (SKT): Erfasst vor allem Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit und der Informationsverarbeitung.

Darüber hinaus gibt es Testverfahren, die ausschließlich von medizinischem und psychologischem Personal durchgeführt werden können. Diese sind zum Teil sehr aufwändig und setzen in jedem Fall eine entsprechende Schulung oder Ausbildung voraus.

Grenzen einfacher Testverfahren

Einfache Testverfahren für Demenz können keine absolut zuverlässigen Ergebnisse liefern. Dafür gibt es mehrere Gründe. In Demenz-Tests, also in psychometrischen Tests, können nur Symptome erkannt werden. Doch diese Symptome können auch Anzeichen für andere Erkrankungen sein. Es kann also sein, dass ein Demenz-Test Hinweise auf eine Demenz liefert, obwohl die Testperson an einer ganz anderen Krankheit leidet.

Demenz vorbeugen

Kann man Demenz vorbeugen? Tatsächlich lässt sich das persönliche Risiko deutlich senken. Studien zeigen, dass bis zu 45 Prozent aller Demenzerkrankungen durch einen gesunden Lebensstil und die gezielte Beeinflussung von 14 Risikofaktoren verhindert oder hinausgezögert werden können. Bewegung, gesunde Ernährung, soziale Kontakte und geistige Aktivität spielen dabei eine zentrale Rolle.

Formen von Demenz

Es gibt nicht nur eine, sondern viele Formen von Demenz. Mehr als 50 verschiedene Krankheitsbilder ordnen sich unter den Oberbegriff Demenz ein. Die häufigsten Formen sind:

  • Alzheimer (ca. 60-70%)
  • Vaskuläre Demenz (ca. 20%)

Jede dieser Demenzen hat ein leicht verändertes Symptombild. Stehen zum Beispiel bei der Alzheimer-Erkrankung die Gedächtnisstörungen im Vordergrund, so sind es bei vaskulären Demenzen eher Konzentrationsschwäche und Antriebsminderung.

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Umgang mit der Angst vor Demenz

Sich einem Demenz Test zu unterziehen, ist nicht besonders angenehm. Denn man fühlt sich automatisch verdächtigt, nicht mehr ganz zurechnungsfähig zu sein. Gesunde und geistig fitte ältere Menschen müssen deshalb nicht grundlos Demenz-Tests als Prophylaxe machen. Wenn sich solche Symptome häufen und über Monate hinweg immer wieder auftreten, kann durchaus eine demenzielle Erkrankung dahinterstecken. Verschiedene Anzeichen im Verhalten einer Person können auf eine Demenz hinweisen. Eine mögliche Auffälligkeit ist es, wenn eine Person mehrmals am Tag die gleiche Geschichte erzählt, ohne das selbst wahrzunehmen. Außerdem fehlen betroffenen Personen gelegentlich die richtigen Worte während des Gesprächs (auch Wortfindungsstörung genannt).

Was tun bei Verdacht?

Sie haben selbst oder mit Ihrem Angehörigen zusammen einen Demenz-Selbsttest gemacht und den Verdacht auf eine Demenz-Erkrankung? Gedächtnissprechstunden in Ihrer Nähe finden Sie bei der Selbsthilfe Übersicht der Deutschen Alzheimer Gesellschaft.

Die Angst vor der Diagnose

Mehr als jeder zweite Deutsche fürchtet sich davor, an Demenz zu erkranken. Nur eine Erkrankung macht noch mehr Angst: Krebs. Die Angst davor, eine schwerwiegende und unheilbare Krankheit wie Demenz zu bekommen, führt oft dazu, dass Menschen erst gar keine Demenz-Tests machen wollen. Doch das ist genau die falsche Denkweise, denn eine spät diagnostizierte Demenz führt oft schon Jahre davor zu sozialer Isolation, verhindert eine Behandlung und verursacht viel Leid bei der erkrankten Person.

Chancen der Früherkennung

  • Die Früherkennung macht eine effektive Demenz Therapie möglich und verzögert den weiteren Verlauf der Krankheit um lange Zeit.
  • Die Diagnose Demenz bietet eine Erklärung für bislang unerklärliches Verhalten und andere Auffälligkeiten.

Initiative „Demenz braucht Dich“

Im September 2016 startete das Bundesministerium für Gesundheit die Initiative „Demenz braucht Dich“. Dahinter steht die Erkenntnis, dass die Demenz-Erkrankungen weiter zunehmen werden und da Demenz nicht heilbar ist, sollte jeder Mensch wissen, wie er Betroffenen begegnen kann. Menschen mit Demenz mögen krank sein, aber sie sind auch Teil der Gesellschaft, in der wir alle leben.

Probleme mit Demenz-Tests

Abgesehen davon, dass Demenz-Tests keine zuverlässigen Diagnosen liefern können, gibt es zwei Probleme mit Demenz-Tests:

  • Der Test wird allein - ohne umfassende medizinische Untersuchung - als sicherer Hinweis auf eine Demenz gedeutet. So etwas ist absolut unprofessionell und fahrlässig. Allein schon, um andere Erkrankungen als Ursache für die Symptome auszuschließen, muss ein Arzt eine umfassende Untersuchung vornehmen.
  • Außerdem kann nur auf Grundlage der ärztlichen Diagnose eine professionelle Behandlung erfolgen und finanziert werden.

Eine drohende Demenz-Erkrankung belastet Betroffene, Angehörige und Freunde schon im Vorfeld. Unterstützung von außen und Aufklärung sind die wichtigsten Mittel, um sich dem Thema Demenz konstruktiv zu nähern. Es gibt viele regionale Anlaufstellen für das Thema Demenz, die Sie mit Ihren Fragen und Sorgen kontaktieren können.

Weitere Testmethoden

Es gibt verschiedene psychometrische Tests, mit denen Sie selbst zuhause das Denkvermögen einer Person einordnen können. Die Ergebnisse können ein Hinweis auf eine Demenz oder Alzheimer sein. Demenz und auch Alzheimer sind Nervenkrankheiten, die nur ein Arzt nach umfassender Untersuchung diagnostizieren kann. Mit einfachen Demenz Tests, die Sie auch selbst ausprobieren können, lassen sich aber Hinweise auf ein nachlassendes Denkvermögen finden. Besonders bekannt und ziemlich zuverlässig sind „DemTect“, der „Mini-Mental-Status-Test (MMST)“, der „MoCa-Test“ und der „Uhrentest“. All diese Tests können aber nur Hinweise auf eine mögliche Demenz geben. Die meisten Demenz-Tests bestehen aus einer Reihe von Aufgaben, wie zum Beispiel einem Demenz Test Fragebogen und Zeichenübungen.

Die Rolle der Früherkennung

Bei Alzheimer und Demenz ist die Früherkennung sehr wichtig, weil die Behandlung dann viel mehr Aussicht auf Erfolg verspricht. Ein gutes Mittel zur Früherkennung sind regelmäßige psychometrische Tests. Diese messen, wie gut das Denkvermögen einer Person ist.

Anlaufstellen für Diagnostik

Demenz ist eine Nervenkrankheit, also ist prinzipiell ein Nervenarzt (Neurologe) zuständig. Für eine vorläufige Diagnose ist dennoch der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Es gibt aber auch Psychiater, die sich auf Demenz spezialisiert haben. Sie können ebenfalls zuverlässige Diagnosen stellen. Psychologen hingegen können keine ärztliche Diagnose stellen, da sie keine Mediziner sind.

Selbsttests als erste Orientierung

Der Selbsttest kann nicht als Ersatz für eine medizinische Bewertung, Diagnose, Beratung oder Empfehlung verstanden oder verwendet werden. Zudem ersetzt der Selbsttest keinen ärztlichen Rat. Er basiert auf abstrakten Kriterien und kann unter anderem nicht Ihre persönlichen Lebensumstände und Hintergründe berücksichtigen. Bitte suchen Sie für eine Diagnose, Einschätzung des persönlichen Erkrankungsrisikos oder bei Fragen zur Erkrankung Demenz ärztlichen oder fachlich qualifizierten Rat. Wir möchten Ihnen durch unseren Selbsttest nur die Möglichkeit einer ersten eigenen Orientierung bieten. Der anonyme Selbsttest nimmt keine medizinische Einschätzung zur Erkrankung vor, sondern soll für Sie selbst nur eine einfache Information sein, wann Anhaltspunkte für eine Erkrankung vorliegen könnten.

Hinweise auf Demenz bei Angehörigen

Eine Demenz kommt schleichend und verändert nicht nur die Erkrankte oder den Erkrankten, sondern auch das Leben seiner Familie. Doch woran könnte Angehörige eine Demenz erkennen? Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit. Dabei ist eine Demenz deutlich mehr als der Verlust der geistigen Fähigkeiten. Die Erkrankung beeinträchtigt das gesamte Sein des Menschen: seine Wahrnehmung, sein Erleben und sein Verhalten.

Typische Symptome

Typische Demenz-Symptome sind Störungen des Gedächtnisses und der Merkfähigkeit sowie Störungen des Denkens, der Sprache, der Wahrnehmung, der logischen Argumentation und des Verhaltens. Ein erstes Anzeichen ist Vergesslichkeit: Gegenstände werden verlegt, Termine verpasst, Namen und Worte vergessen. In einer fremden Umgebung ist die oder der Betroffene zunehmend orientierungslos.

Fortgeschrittene Symptome

Im weiteren Verlauf der Demenz nehmen die Beeinträchtigungen im Denkvermögen zu. Erinnerungen aus dem Langzeitgedächtnis verblassen, Gegenstände verlieren ihre Bedeutung, Sprachstörungen treten auf und auch körperlich baut die oder der Demenzkranke ab. Sehr belastend für Familie und Freunde sind zudem die Persönlichkeitsveränderungen und Verhaltensstörungen, die mit der Demenz einhergehen. Dazu gehören Aggressivität, Streitlust und Ablehnung ebenso wie starke Anhänglichkeit und Angstreaktionen. Manche Betroffenen leben wieder in ihrer Kindheit oder Jugend. Angehörige werden nicht mehr erkannt.

Der Fragebogen „Ist es Demenz?“

Ob es sich wirklich um eine Demenz, normale Altersvergesslichkeit oder eine psychische Erkrankung wie Depression handelt, kann nur ein Arzt oder eine Ärztin feststellen. Haben Sie den Verdacht, dass Ihre Angehörige oder Ihr Angehöriger dement ist, gibt Ihnen der Fragebogen „Ist es Demenz?“ eine erste Orientierung.

Was tun bei Verdacht auf Demenz?

Deutet der Test auf eine Demenz bei Ihrer Angehörigen oder Ihrem Angehörigen hin, sollten Sie sich an einen Arzt oder Ihre Ärztin wenden. Die erste Anlaufstelle ist dabei der Hausarzt oder die Hausärztin. Er oder sie kennt Ihren Angehörigen schon lange und kann Veränderungen gut einschätzen. Erhärtet sich der Verdacht auf Demenz, bekommen Sie eine Überweisung zu einem Facharzt oder zu einer Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie oder Geriatrie.

Weitere diagnostische Verfahren

  • Uhrentest: Im Verlauf einer Demenz können Erkrankte Ziffern und Zeiger oft nicht mehr richtig anordnen.
  • Mini-Mental-Status-Test (MMST): Der MMST ist der älteste und bekannteste Fragebogentest zur Demenz. Er umfasst unter anderem verschiedene Merk- und Rechenaufgaben.
  • CT und MRT: Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie und die Magnetresonanztomografie geben Einblicke in das Gehirn. Ärzte und Ärztinnen erkennen so Demenzauslöser wie Durchblutungsstörungen und Schlaganfälle.
  • Untersuchung von Blut und Nervenwasser: Eine Blutabnahme erfolgt, um behandelbare Ursachen einer Demenz zu erkennen, zum Beispiel einen Vitaminmangel. Über eine Analyse des Nervenwassers lässt sich die Konzentration von beta-Amyloid und Tau-Protein ermitteln, die bei der Entstehung von Demenz eine zentrale Rolle spielen.

Unterstützung für Familien

Steht am Ende tatsächlich die Diagnose Demenz, ist das für die Familie mit vielen Fragen verbunden: Was bedeutet das für uns und unseren Angehörigen? Wie kann eine Therapie aussehen? Können wir Pflegeleistungen beantragen und wenn ja, welche? Müssen wir sogar über einen Platz in einem Pflegeheim nachdenken? Antworten und Unterstützung bekommen Angehörige auch durch die Pflegeberatung der AOK. Die Pflegeexperten und -expertinnen helfen dabei, einen individuellen Versorgungsplan zu erstellen, unterstützen bei der Organisation und nehmen Kontakt zu anderen Beteiligten wie etwa dem Pflegedienst auf. Vereinbaren Sie einen Termin zur Pflegeberatung - am Telefon, im persönlichen Gespräch in einem Kundencenter oder auch bei Ihnen zu Hause.

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