Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzformen stellen Betroffene und ihre Angehörigen vor immense Herausforderungen. Mit fortschreitender Erkrankung verlieren die Betroffenen zunehmend ihre Fähigkeit, alltägliche Aufgaben selbstständig zu bewältigen, was auch die Körperpflege und Hygiene betrifft. Dieser Artikel bietet umfassende Empfehlungen und praktische Tipps, um Menschen mit Demenz in allen Stadien der Erkrankung eine würdevolle und respektvolle Pflege zukommen zu lassen. Dabei werden sowohl die Bedürfnisse der Betroffenen als auch die Belange der Pflegenden berücksichtigt.
Einführung: Die Bedeutung von Hygiene bei Demenz
Menschen mit Demenz benötigen mit der Zeit immer mehr Hilfe bei der Körperpflege. Manchmal vergessen sie, sich zu waschen, oder sie sind der Meinung, sie hätten es bereits getan. Die regelmäßige Körperpflege ist ein menschliches Grundbedürfnis. Mit Fortschreiten der Demenz wird die Körperpflege für Betroffene jedoch zunehmend schwieriger. Pflegende Angehörige und Pflegefachkräfte können sie dann bei der Ausführung möglichst in Ruhe unterstützen oder diese vollständig übernehmen. Eine gute Hygiene ist nicht nur aus gesundheitlichen Gründen wichtig, sondern trägt auch maßgeblich zum Wohlbefinden und Selbstwertgefühl der Betroffenen bei. Die Abhängigkeit von den Pflegenden bedeutet für die Betroffenen meist eine tiefe Kränkung ihres Selbstwertgefühls. Es gilt, ein Gleichgewicht zu finden zwischen dem Erhalt der Selbstständigkeit und der notwendigen Unterstützung.
Allgemeine Prinzipien der Pflege bei Demenz
Bevor wir auf spezifische Hygieneempfehlungen eingehen, ist es wichtig, einige grundlegende Prinzipien der Pflege von Menschen mit Demenz zu verstehen:
- Personenzentrierte Pflege: Betrachten Sie den Bewohner als gleichberechtigten Partner und helfen Sie ihm, sich selbst zu helfen, damit er seine Unabhängigkeit, die Lebensqualität und sein Wohlbefinden steigern kann. Zudem ist es wichtig, ihm das Wissen, die Mittel und das Selbstvertrauen zu vermitteln, damit er dies selbstständig tun kann.
- Respekt und Würde: Behandeln Sie die betroffene Person mit Respekt und Würde, unabhängig von ihrem kognitiven Zustand. Vermeiden Sie es, sie zu bevormunden oder zu entmündigen.
- Empathie: Versetzen Sie sich in die Gefühlswelt der betroffenen Person und versuchen Sie, ihre Bedürfnisse und Ängste zu verstehen.
- Geduld: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Pflege und üben Sie Geduld, wenn die betroffene Person langsam ist oder Schwierigkeiten hat.
- Klare Kommunikation: Sprechen Sie langsam und deutlich, verwenden Sie einfache Sätze und vermeiden Sie komplizierte Begriffe.
- Routine: Etablieren Sie feste Abläufe und Routinen, um der betroffenen Person Sicherheit und Orientierung zu geben.
- Positive Verstärkung: Loben Sie die betroffene Person für ihre Bemühungen und Erfolge, auch wenn sie klein sind.
- Stressreduktion: Minimieren Sie Stressfaktoren in der Umgebung, wie Lärm, Hektik oder grelles Licht.
- Flexibilität: Seien Sie flexibel und passen Sie Ihre Pflege an die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben der betroffenen Person an.
- Innere Ruhe: Innere Ruhe: Als Mitarbeiter müssen Sie innerlich ausgeglichen und ruhig sein, da diese Gemütslage vom Menschen mit Demenz wahrgenommen wird.
- Empathie: Um einem Menschen wirklich gerecht werden zu können, müssen Sie sich in ihn hineinversetzen können.
- Flexibilität: Insbesondere Menschen mit einer Demenz vom Alzheimer- Typ und bei der Lewy-Body-Demenz müssen Sie mit starken Schwankungen der Kognition über den Tag rechnen.
- Stabilität: Als Bezugsmitarbeiter geben Sie Ihren Pflegekunden mit Demenz Halt und Sicherheit. Wichtig ist daher, dass Sie für Ihren Pflegekunden berechenbar und stabil wirken.
- Ungezwungenheit in der Kontaktaufnahme: Menschen mit Demenz dürfen in Ihnen keine Angst oder Ablehnung auslösen.
- Belastbarkeit: Da Sie sich ständig verändernden Situationen in der Arbeit mit Menschen mit Demenz anpassen müssen, ist ein gewisses Maß an Belastbarkeit erforderlich.
9 türöffnende Handlungsempfehlungen (nach T.
- Versuchen Sie, den zu Pflegenden zu verstehen, indem Sie vor der eigentlichen Pflegemaßnahme seine Bedürfnislage ergründen.
- Zu Beginn Ihrer Maßnahme sollten Sie erst einmal für „schönes Beziehungswetter“ sorgen.
- Ergründen Sie mögliche Stressfaktoren und minimieren Sie diese weitestgehend, z. B. Ausschalten von Radiogeräten oder Fernseher.
- Reagiert Ihr zu Pflegender mit Demenz auf Ihre Pflegemaßnahme ablehnend, müssen Sie diese umgehend abbrechen.
- Zeigt Ihr Pflegekunde mit Demenz mitten in der Pflegemaßnahme Ablehnung, sollten Sie versuchen, den Auslöser zu ergründen.
- Überdenken Sie bei ängstlichen und unsicheren Pflegekunden mit Demenz Ihre eigentlichen Pflegeziele, nämlich Wohlbefinden erhalten und Vertrauen aufbauen.
- Bedenken Sie, dass Pflege Spaß machen kann. Testen Sie daher Alternativen, z. B. Mundpflege mit wohlschmeckenden Getränken.
Spezifische Hygieneempfehlungen
Körperpflege
Die Körperpflege kann für Menschen mit Demenz eine Herausforderung darstellen. Viele alte Menschen haben sich noch nie in der Gegenwart anderer Personen ausgezogen oder gewaschen. Sie schämen sich und haben das Gefühl, dass die Pflegenden in ihre Intimsphäre eindringen. So lassen sich manche Betroffene auch ungern von Verwandten - vor allem von den eigenen Kindern - waschen. Es ist wichtig, die individuellen Vorlieben und Bedürfnisse der betroffenen Person zu berücksichtigen und die Pflege so angenehm wie möglich zu gestalten. Es ist nicht unbedingt notwendig, täglich zu duschen oder zu baden, wenn der Betroffene das nicht will. Oberste Priorität sollte stattdessen der Erhalt der Selbstständigkeit haben - notfalls auch unter Anleitung.
Baden und Duschen:
- Vorbereitung: Bereiten Sie den Patienten gut auf das Bad vor; achten Sie auch darauf, dass das Badewasser und auch die Raumtemperatur angenehm warm sind. Achten Sie ebenfalls darauf, dass Sie immer mit der oben erwähnten ruhigen Stimme ankündigen, was sie gleich tun werden. Kündigen Sie jeden Schritt an und erklären Sie, was Sie tun.
- Sicherheit: Sorgen Sie für eine sichere Umgebung, indem Sie rutschfeste Matten verwenden und Haltegriffe installieren.
- Selbstständigkeit fördern: Die Pflegenden sollten jedenfalls versuchen, die betroffene Person noch so viel wie möglich selbstständig erledigen zu lassen. Oft genügen schon einfache Impulse, wie beispielsweise eine Zahnbürste anzureichen, um die gewünschte Tätigkeit in Gang zu setzen. Ermutigen Sie die oder den Erkrankten dennoch immer, sich selbst morgens anzuziehen.
- Alternativen: Wenn die betroffene Person Angst vor Wasser hat, können Sie Alternativen wie Waschlappen oder Feuchttücher verwenden. Hier helfen Produkte wie die TENA Wet Wash Gloves oder TENA Shampoo Cap, die die Hautgesundheit und gleichzeitig die Unabhängigkeit bewahren, da man kein zusätzliches Wasser für ihre Verwendung benötigt.
- Sinnesüberlastung vermeiden: Laute Wassergeräusche, helles Licht oder intensive Düfte von Pflegeprodukten können ebenfalls Stress auslösen.
Hautpflege:
- Regelmäßige Reinigung: Achten Sie darauf, die Haut regelmäßig mit milden Reinigungsprodukten zu reinigen.
- Feuchtigkeitspflege: Verwenden Sie feuchtigkeitsspendende Lotionen oder Cremes, um trockene Haut zu vermeiden.
- Hautkontrolle: Überprüfen Sie die Haut regelmäßig auf Rötungen, Reizungen oder Verletzungen.
- Achten Sie darauf, dass die Haut Ihrer Patienten sauber und trocken ist.
Mund- und Zahnhygiene:
Die Mundhygiene ist sehr wichtig für Gesundheit und Wohlbefinden. Mit zunehmendem Alter steigt jedoch die Anfälligkeit für Erkrankungen des Mundraumes. Damit keine Entzündungen, Infekte, Karies und Reizungen entstehen, sollte der Mundraum auch bei Menschen mit Demenz gepflegt werden. Zusätzlich sind regelmäßige Kontrollen durch die Zahnärztin oder dem Zahnarzt anzuraten. Spätestens, wenn Auffälligkeiten zu erkennen sind, sollte umgehend eine Behandlung erfolgen.
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- Regelmäßiges Zähneputzen: Achten Sie auf gründliche Mundhygiene und Pflege der eventuell vorhandenen Zahnprothese. Zähne, Zahnprothesen und Zunge sollten im Idealfall mindestens zweimal täglich mit der Zahnbürste beziehungsweise einem Zungenschaber gereinigt werden. Wählen Sie dafür einen Zeitpunkt, an dem der Mensch mit Demenz entspannt und kooperativ ist - die Reinigung muss also nicht zwingend morgens oder abends stattfinden. Betroffene mit Sinneseinschränkungen sollten dabei ihre Brille und Hörgeräte tragen. Lassen Sie Menschen mit Demenz grundsätzlich so viel wie möglich selber machen. Beziehen Sie die betroffene Person auch dann in die Prozedur ein, wenn Sie einen Teil der Handlung übernehmen müssen.
- Zahnarztbesuche: Regelmäßige Zahnarztbesuche sind wichtig, um die Mundgesundheit zu erhalten.
- Mundbefeuchtung: Unterstützen Sie Menschen mit Demenz darin, regelmäßig und ausreichend zu trinken. Solange die Betroffenen noch kontrolliert schlucken können, können Sie ihnen zuckerfreie Lutschbonbons und Nahrungsmittel wie beispielsweise Eiswürfel oder kleine, gefrorene Obststücke anbieten. Wasserhaltige Lebensmittel wie Gurke, Melone, Kompott und Suppe regen den Speichelfluss an. Es kann auch eine Mundbefeuchtung durch Mulltupfer zum Einsatz kommen, die vorher in das entsprechende Lieblingsgetränk der Person getaucht wurden.
Haarpflege:
- Regelmäßiges Waschen: Waschen Sie die Haare der betroffenen Person regelmäßig mit einem milden Shampoo.
- Kämmen und Bürsten: Kämmen und bürsten Sie die Haare regelmäßig, um Verfilzungen zu vermeiden.
- Friseurbesuche: Regelmäßige Friseurbesuche können das Wohlbefinden steigern.
Nagelpflege:
- Regelmäßiges Schneiden: Schneiden Sie die Nägel regelmäßig, um Verletzungen zu vermeiden.
- Fußpflege: Achten Sie auf eine gute Fußpflege, insbesondere bei Menschen mit Diabetes.
An- und Auskleiden
Im mittleren Stadium der Demenz wird es für die Betroffenen immer schwieriger, sich selbstständig an- und auszuziehen. Sie verwechseln die Reihenfolge der Kleidung, vergessen, halb entkleidet, ob sie sich gerade an- oder ausziehen wollten, oder sie erinnern sich nicht mehr, wann sie ihre Wäsche zum letzten Mal gewechselt haben. Auch beim An- und Auskleiden sollte die Hilfe auf das Notwendigste beschränkt werden. Häufig genügt es schon, die Kleidung in der richtigen Reihenfolge zurechtzulegen oder die betroffene Person zum Weitermachen zu ermutigen. Oft ist es sinnvoll, die Kleidung gemeinsam mit dem Menschen mit Demenz herauszusuchen. Um Konflikte zu vermeiden, sollten am besten nur der Jahreszeit angemessene Kleidungsstücke zur Auswahl angeboten werden. Ist die betroffene Person damit überfordert, sollten nur noch zwei Kombinationen zur Wahl gestellt werden. Hilfreich ist es, Kleidungsstücke auszuwählen, die einfach zu handhaben sind.
- Einfache Kleidung: Wählen Sie Kleidungsstücke, die einfach zu handhaben sind, wie z.B. Kleidung mit Klettverschlüssen oder Gummizügen.
- Bequeme Kleidung: Achten Sie darauf, dass die Kleidung bequem ist und nicht scheuert oder einengt.
- Angemessene Kleidung: Bieten Sie am besten nur der Jahreszeit angemessene Kleidungsstücke zur Auswahl angeboten werden.
- Selbstständigkeit fördern: Ermutigen Sie die betroffene Person, sich so weit wie möglich selbstständig anzuziehen.
Ernährung und Flüssigkeitszufuhr
Essen ist für Menschen mit Demenz oftmals eine der verbliebenen Freuden. Mahlzeiten knüpfen an altbekannte Abläufe an und helfen, den Tag zu strukturieren. Aus diesen Gründen ist es wichtig, die gemeinsamen Mahlzeiten möglichst angenehm und spannungsfrei zu gestalten. Dazu gehört, die Selbstständigkeit der oder des Betroffenen beim Essen mit allen Mitteln zu unterstützen. Gelingt das Schneiden von Fleisch nicht mehr, können die Bissen mundgerecht vorbereitet werden. Ist die betroffene Person bei der Auswahl der Speisen auf dem Tisch überfordert, ist es sinnvoll, die Gerichte auf einem Teller zu servieren. Kleckert sie beim Essen oder ist sie nur noch in der Lage, mit den Fingern zu essen, sollte das nicht kritisiert werden. Auch sollte nicht versucht werden, das Essen zu verabreichen. Besser ist es, Menschen mit Demenz behutsam zu unterstützen, etwa indem fingergerechte Speisen wie Kuchen statt Pudding serviert werden. Bestecke mit großen Griffen erleichtern die Handhabung.
- Ausgewogene Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Ballaststoffen, Obst und Gemüse.
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Es ist sehr wichtig, dass ausreichend Flüssigkeit (mindestens ein Liter = acht Tassen pro Tag, bei Hitze mehr) zu sich genommen wird, um Austrocknung, Verwirrtheitszustände und Verstopfung zu vermeiden.
- Angenehme Atmosphäre: Schaffen Sie eine ruhige und angenehme Atmosphäre während der Mahlzeiten.
- Selbstständigkeit fördern: Unterstützen Sie die betroffene Person dabei, so viel wie möglich selbstständig zu essen.
- Fingerfood: Bieten Sie fingergerechte Speisen an, wenn die Handhabung von Besteck schwierig ist.
- Hilfestellung: Geben Sie Hilfestellung, wenn die betroffene Person Schwierigkeiten beim Essen hat.
- Bei anhaltender Appetitlosigkeit oder Gewichtsverlust sollte deshalb unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden. Ist das Essen und Trinken nicht mehr möglich, muss gemeinsam mit der Hausärztin oder dem Hausarzt überlegt werden, ob eine künstliche Ernährung sinnvoll ist. Es ist nicht notwendig, für Menschen mit Demenz nach einer bestimmten Diät zu kochen.
Inkontinenz
Das Unvermögen, Urin oder Stuhl willentlich zurückzuhalten („Inkontinenz“), ist eine häufige Begleiterscheinung der Demenz. Dabei verliert das Gehirn seine Kontrollfunktion über die Muskeln, die Stuhlgang und Blasenentleerung regulieren. Andere Ursachen von Inkontinenz sind behandelbare Krankheiten wie Blasenentzündung oder Prostataleiden. Deshalb ist es wichtig, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen, wenn die Betroffenen einnässen oder einkoten. Insbesondere in den frühen Stadien der Demenz liegt bei Schwierigkeiten, Harn oder Stuhl zu halten, häufig gar keine Inkontinenz vor. Die betroffene Person ist vielleicht lediglich nicht mehr in der Lage, die Toilette rechtzeitig zu finden oder Stuhl- und Harndrang richtig zu deuten.
- Regelmäßige Toilettengänge: Führen Sie die betroffene Person regelmäßig zur Toilette, auch wenn sie keinen Harndrang verspürt.
- Toilettentraining: Versuchen Sie, ein Toilettentraining zu etablieren, um die Blasenkontrolle zu verbessern.
- Inkontinenzprodukte: Verwenden Sie Inkontinenzprodukte wie Einlagen oder Windeln, um die Auswirkungen der Inkontinenz zu minimieren. TENA bietet ein breites Sortiment an Kontinenzprodukten für individuelle Bedürfnisse. Wichtig ist, dass das Produkt an den Bewohner mit Demenz und seine Situation angepasst wird.
- Hautpflege: Achten Sie darauf, die Haut im Intimbereich sauber und trocken zu halten, um Hautreizungen zu vermeiden.
- Ärztliche Beratung: Suchen Sie ärztliche Beratung, um die Ursachen der Inkontinenz abzuklären und geeignete Behandlungen einzuleiten.
- Schaffen Sie eine Umgebung, in der sich Ihre Patienen wohl und komfortabel fühlen.
- Licht - Nachts kann ein Nachtlicht den Weg zur Toilette weisen.
- Materialien - Vermeiden Sie Muster, die auf die Patienten zu hektisch erscheinen können.
- Bilder - Wenn Sie auf die Badezimmertür ein Foto von einer Toilette aufbringen (auf Augenhöhe), kann diese schneller als solche erkannt werden.
- Praktische Anpassungen - Hilfsmittel wie Wandhalterung, Handlauf oder erhöhter Sitz erleichtern die Toilettennutzung.
- Keine Spiegel - Wenn eine an Alzheimer erkrankte Person sich nicht im Spiegelbild erkennt, könnte das Angst auslösen.
- Achten Sie hierfür auf nonverbale Anzeichen Ihres Patienten, die darauf hinweisen können, dass Ihr Patient die Toilette aufsuchen muss, z. B. durch Verstecken, Schweigen, Zappeln und ständiges Umhergehen.
- Achten Sie auf besondere Ausdruckweisen Ihres Patienen, die auf einen Toilettendrang hinweisen könnten, auch wenn die Worte für Sie keinen Sinn ergeben.
Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten
Unter Demenz leidenden Personen fällt es zunehmend schwerer, ihre Bedürfnisse zu äußern und ihr Umfeld zu verstehen. Dies kann bis zu einem Widerstand gegen jegliche Betreuung oder Pflege führen. Tatsächlich weisen 90 % aller unter Demenz leidender Personen BPSD auf. Dazu gehören Angst, Apathie, Ruhelosigkeit, Paranoia, Halluzinationen und Verhaltensauffälligkeiten. Es gibt viele Dinge, die BPSD auslösen können, wie z. B. Schmerzen, Verstopfung, Juckreiz, Schlafmangel, Mangel an Privatsphäre und eine stressreiche Umgebung. Da BPSD die Lebensqualität stark beeinträchtigt, ist es wichtig, diese Auslöser durch Person-zentrierte Pflege zu identifizieren und zu minimieren.
- Ursachenforschung: Versuchen Sie, die Ursachen für die Verhaltensauffälligkeiten zu erkennen und zu beseitigen.
- Ablenkung: Lenken Sie die betroffene Person ab, wenn sie unruhig oder aggressiv ist.
- Beruhigung: Sprechen Sie beruhigend auf die betroffene Person ein und bieten Sie ihr Trost.
- Professionelle Hilfe: Suchen Sie professionelle Hilfe, wenn die Verhaltensauffälligkeiten schwerwiegend sind.
Anpassung des Wohnumfelds
Menschen mit Demenz fällt es zunehmend schwer, sich in ihrem alltäglichen Umfeld zu orientieren. Das Risiko wächst, dass sie sich und andere in Gefahr bringen. Um die Selbstständigkeit und Sicherheit von Menschen mit Demenz zu fördern, ist es wichtig, das Wohnumfeld entsprechend anzupassen. Wenn Sie in den eigenen vier Wänden möglichst lange trotz altersbedingter physischer Einschränkungen selbst ihre tägliche Hygiene bewältigen wollen, lautet das Schlagwort „Barrierefreiheit“. Das wirkt sich auf sämtliche Lebensbereiche, aber insbesondere eben auch auf die tägliche Körperpflege aus. Ein zentraler Aspekt ist dabei die Gestaltung des Badezimmers: Eine bodengleiche Dusche und/oder eine seniorengerechte Duschbadewanne mit Tür und Griff zum Hochziehen ermöglichen einen leichten, schwellenlosen Zugang und reduzieren somit das Sturzrisiko.
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- Barrierefreiheit: Gestalten Sie das Wohnumfeld barrierefrei, um Stürze und andere Unfälle zu vermeiden.
- Gute Beleuchtung: Sorgen Sie für eine gute Beleuchtung, um die Orientierung zu erleichtern.
- Klare Beschilderung: Verwenden Sie klare Beschilderungen, um die Orientierung zu erleichtern.
- Vertraute Umgebung: Schaffen Sie eine vertraute Umgebung mit persönlichen Gegenständen und Erinnerungen.
- Sicherheit: Entfernen Sie Gefahrenquellen wie lose Teppiche oder herumliegende Kabel.
Unterstützung für Pflegende
Die Pflege von Menschen mit Demenz ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die viel Zeit, Energie und Geduld erfordert. Die Pflege von erkrankten Angehörigen ist nie leicht. Scham, ungewohnte Nähe und ein Rollentausch über die Generationen sind häufig nicht so leicht zu überwinden. Besonders schwer ist es bei Alzheimer. Hier reagieren Patienten häufig auch mit Protest und Aggressionen aufgrund der verlorenen Selbständigkeit und dem mangelnden Verständnis ihrer Situation. Es ist wichtig, dass Pflegende sich selbst nicht vergessen und auf ihre eigene Gesundheit und ihr Wohlbefinden achten.
- Unterstützungsangebote: Nehmen Sie Unterstützungsangebote wie Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder Pflegedienste in Anspruch.
- Entlastung: Sorgen Sie für regelmäßige Entlastung, um sich zu erholen und neue Kraft zu tanken.
- Austausch: Tauschen Sie sich mit anderen Pflegenden aus, um Erfahrungen und Informationen zu teilen.
- Selbstfürsorge: Achten Sie auf Ihre eigene Gesundheit und Ihr Wohlbefinden.
Rechtliche Aspekte
Unnachgiebigkeit der betreuenden Personen ist dann gefragt, wenn Menschen mit Demenz sich und andere ernsthaft gefährden könnten. Autofahren stellt Betroffene sehr früh vor große Probleme: Es verlangt volle Konzentration über einen längeren Zeitraum hinweg, zahlreiche vernetzte Entscheidungen müssen getroffen werden und die räumliche Orientierung ist stark gefordert. Allerdings bedeutet der Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel einen entscheidenden Eingriff in die persönlichen Freiräume der Betroffenen. Gerade Autofahren gilt vielen Menschen als Symbol für Selbstständigkeit und Unabhängigkeit. Deshalb erfordert der Schritt, das Autofahren nicht mehr zuzulassen, von den Betreuenden sehr viel Fingerspitzengefühl. Zunächst sollte versucht werden, die betroffene Person im Gespräch zu überzeugen, das Autofahren aufzugeben. Auch das Rauchen entwickelt sich mit der Zeit zu einer immer gefährlicheren Angewohnheit: Viele Menschen mit Demenz verwechseln Gefäße wie Papierkörbe mit Aschenbechern, lassen ihre brennenden Zigaretten liegen oder vergessen gar, dass sie eine Zigarette in der Hand halten, und verbrennen sich die Finger. In manchen Fällen ist es relativ einfach, die Betroffenen zum Aufhören zu bewegen: Sind die Zigaretten einmal aus ihrem Blickfeld verschwunden, vergessen sie oftmals, dass sie jemals geraucht haben. Ziehen Sie eine Ärztin beziehungsweise einen Arzt oder Rechtsbeistand zurate.
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