Die Diagnose Alzheimer löst bei vielen Menschen Angst aus. Cornelia Stolze, Biologin und Journalistin, geht in ihrem Buch "Vergiss Alzheimer" der Frage nach, ob es sich bei Alzheimer tatsächlich um eine klar definierte Krankheit handelt oder um ein Konstrukt, das andere Zwecke erfüllt. Dieser Artikel fasst die Kernaussagen von Stolze zusammen und beleuchtet die Kritikpunkte an der gängigen Alzheimer-Diagnostik und -Behandlung.
Die Angst vor Alzheimer in der Gesellschaft
Allein die Suche nach dem Begriff "Alzheimer" generiert Millionen von Ergebnissen in Suchmaschinen. Die Angst vor dieser Krankheit ist weit verbreitet, und die steigende Zahl der diagnostizierten Fälle in Deutschland, die inzwischen über 1,3 Millionen beträgt, beunruhigt viele. Stolze argumentiert jedoch, dass dieses Szenario mehr Desinformation als Aufklärung enthält.
"Alzheimer" als Konstrukt: Kritik an der etablierten Sichtweise
Stolze vertritt die These, dass "Alzheimer" keine Krankheit im klassischen Sinne ist, sondern ein gezielt geschaffenes Konstrukt. Ihrer Meinung nach dient dieses Konstrukt dazu, Ängste zu schüren, Forschungsgelder zu mobilisieren, Karrieren zu fördern, gesunde Menschen zu Patienten zu erklären und riesige Märkte für Medikamente zu schaffen. Ärzte, Wissenschaftler und Pharmaunternehmen versprechen zwar "epochale Fortschritte" in der Erforschung der Krankheit, doch Stolze sieht dahinter einen "fundamentalen Schwindel".
Die unpräzise Diagnose und fehlende zielgerichtete Therapien
Ein zentraler Kritikpunkt von Stolze ist, dass bis heute niemand eine präzise Diagnose für Alzheimer stellen kann und es daher auch keine zielgerichteten Therapien gibt. Sie argumentiert, dass viele klassische "Alzheimer-Symptome" in Wahrheit Folgen von Fehlernährung, Depressionen, Durchblutungsstörungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten sind.
Alternative Ursachen für Gedächtnisverlust und kognitive Beeinträchtigungen
Stolze betont, dass nachlassende Hirnleistungen oft andere Ursachen haben als Alzheimer. Sie nennt Beispiele wie Schwerhörigkeit oder andere, anderswo zu findende Ursachen. Sie kritisiert, dass diese Faktoren bei der Diagnosefindung oft nicht ausreichend berücksichtigt werden. Die Demenzdiagnostik wird von ihr als unzulänglich und wenig aussagekräftig beschrieben.
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Die Rolle der Pharmaindustrie und die Vermarktung von Medikamenten
Ein weiterer Schwerpunkt von Stolzes Kritik liegt auf der Rolle der Pharmaindustrie. Sie befasst sich intensiv mit den auf dem Markt befindlichen Medikamenten und deren Nebenwirkungen. Die Vermarktung dieser Produkte wird von ihr kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick darauf, ob sie tatsächlich zu einem wirksamen Medikament führen oder lediglich die Angst der Menschen ausnutzen. Sie prangert Praktiken in der Forschung an und kritisiert, dass die Unterstützung aus der Pharmaindustrie oft eine Illusion sei. Sie wirft der Pharmaindustrie vor, in Sachen Alzheimer bzw. Demenz zusammenzulaufen und verknüpft zu werden, wobei finanzielle Interessen eine Rolle spielen könnten.
Kritik an der Alzheimer-Diagnostik und -Gesellschaften
Stolze kritisiert die gängige Alzheimer-Diagnostik als unzulänglich und beanstandet, dass sie kaum mehr durchgeführt wird. Sie erwähnt auch die Rolle von Alzheimer-Gesellschaften und deren finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie, was ihrer Meinung nach zu Interessenkonflikten führen kann. Sie behauptet, dass einige Alzheimer-Gesellschaften finanzielle Unterstützung von Pharmaunternehmen erhalten, was sie kritisch sieht.
Das Buch als Anstoß zur kritischen Auseinandersetzung
Stolzes Buch "Vergiss Alzheimer" ist als Weckruf gedacht. Es soll dazu anregen, den momentanen Umgang mit der Krankheit bzw. dem Phänomen Alzheimer kritisch zu hinterfragen. Sie möchte das Bewusstsein der Menschen dafür schärfen, dass viele Faktoren die Hirnleistung beeinflussen können und dass eine Alzheimer-Diagnose nicht immer ein unausweichliches Schicksal sein muss. Sie appelliert an die Eigenverantwortung der Menschen, ihr Gehirn möglichst lange leistungsfähig zu halten.
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