Amethyst gegen Migräne: Studien, Wirkung und Anwendung

Seit Jahrhunderten glauben Menschen an die heilende Kraft von Edelsteinen. Insbesondere der Amethyst wird oft mit der Linderung von Migräne in Verbindung gebracht. Doch was steckt wirklich dahinter? Dieser Artikel beleuchtet die Studienlage, die zugeschriebenen Wirkungen und die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten des Amethysts bei Migräne.

Heilsteine im Wandel der Zeit

Der Glaube an die magische Wirkung von Edelsteinen ist keine Erfindung der Neuzeit. Schon die alten Ägypter ordneten den Tierkreiszeichen Edelsteine zu, während Griechen und Römer bestimmte Steine in der Medizin einsetzten. Auch Hildegard von Bingen (1098-1179), eine bedeutende Universalgelehrte des Mittelalters, räumte Heilsteinen heilende Kräfte ein. Sie glaubte, dass Gott wunderbare Kräfte in die Edelsteine gelegt habe und empfahl ihre Anwendung basierend auf dem naturwissenschaftlichen Weltbild der Antike.

Bis heute haben sich die Theorien Hildegard von Bingens gehalten und finden Anwendung, zum Beispiel in Naturheilpraxen bei Steinheiltherapien gegen Migräne. Einen Gang zum Arzt sollten solche Therapien bei ernsthaften Beschwerden jedoch keinesfalls ersetzen.

Was ist ein Amethyst?

Der Amethyst ist ein violetter Quarzkristall, dessen Farbtöne von Flieder bis Violett reichen. Er wird seit der Antike als Talisman geschätzt und gilt heute als Stein, der die Konzentration steigern und die Fantasie beflügeln soll. In der Kristallheilung gilt der Amethyst als kraftvoller Stein, der Kopfschmerzen lindern und die Entscheidungsfähigkeit verbessern kann.

Die angebliche Wirkung des Amethysts bei Migräne

Viele Menschen, die unter Migräne leiden, berichten von einer Linderung ihrer Beschwerden durch das Tragen von Amethyst-Schmuck oder durch Meditation mit dem Stein. Dem Amethyst wird eine beruhigende Wirkung zugeschrieben, die helfen soll, Kopfschmerzen und Migräne auf natürliche Weise zu lindern.

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Der Amethyst in der Chakrenlehre

In der Chakrenlehre spielt der Amethyst eine wichtige Rolle. Er wird mit dem Kronen-Chakra (Sahasrara) und dem Dritten Auge (Ajna) verbunden, die für spirituelles Bewusstsein, Intuition und höhere Erkenntnis stehen. Die Aktivierung dieser Chakren durch den Amethyst soll zu mehr innerer Ruhe und Ausgeglichenheit führen.

Anwendungsmöglichkeiten des Amethysts

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Amethyst anzuwenden:

  • Als Schmuck: Das Tragen von Amethyst-Schmuck wie Ketten, Armbändern oder Ohrringen ermöglicht einen direkten Kontakt mit dem Stein und seine kontinuierliche Wirkung auf Körper und Geist.
  • Meditation: Die meditative Betrachtung des Amethysts in ruhiger Umgebung kann helfen, sich zu entspannen und die positiven Energien des Steins aufzunehmen.
  • Unter dem Kopfkissen: Ein Amethyst unter dem Kopfkissen soll die Schlafqualität verbessern und vor Albträumen schützen.
  • Edelsteinwasser: Einige Menschen legen den Amethyst über Nacht in Wasser und trinken dieses Edelsteinwasser, um von seiner Wirkung zu profitieren.

Wissenschaftliche Erkenntnisse und Kritik

Trotz der vielen positiven Erfahrungsberichte gibt es bisher keine wissenschaftlichen Belege für die heilenden Eigenschaften des Amethysts bei Migräne. Professor Christoph A. Heinrich von der ETH in Zürich betont, dass ihm keine Studien bekannt seien, welche die Wirkung von sogenannten Heilsteinen untersucht hätten.

Professor Gregor Markl, Mineraloge an der Universität Tübingen, sieht die Heilwirkung von Edelsteinen ebenfalls kritisch. Er vermutet, dass der Placebo-Effekt eine wichtige Rolle spielt: Wenn man an die Wirkung glaubt, schüttet der Körper schmerzlindernde Stoffe aus.

Der Placebo-Effekt

Der Placebo-Effekt ist ein wichtiger Faktor bei der Bewertung alternativer Behandlungsmethoden wie der Steinheilkunde. Er tritt auf, wenn eine Behandlung eine positive Wirkung erzielt, die nicht auf der spezifischen Wirkung des Heilmittels beruht, sondern auf der Erwartungshaltung des Patienten.

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Weitere Heilsteine bei Migräne

Neben dem Amethyst gibt es noch weitere Heilsteine, die bei Migräne eingesetzt werden:

  • Rodochrosit: Dieser Stein besticht durch zarte Rosa- und Rottöne und soll besonders schmerzlindernd wirken. Er wird dem Herzchakra zugeordnet und soll eine ausgleichende Wirkung haben.
  • Opal: Der farbenprächtige Opal fasziniert mit seinem einzigartigen Lichtspiel. Ihm wird eine stärkende Wirkung auf Psyche und Immunsystem zugeschrieben.

Alternative Behandlungsmethoden bei Migräne

Neben der Anwendung von Heilsteinen gibt es noch weitere alternative Behandlungsmethoden, die bei Migräne Linderung verschaffen können:

  • Pfefferminzöl: Das enthaltene Menthol aktiviert Kältesensoren und fördert die Durchblutung, was bei Kopfschmerzen und Migräne helfen kann.
  • Ausreichend Flüssigkeit: Flüssigkeitsmangel kann Kopfschmerzen auslösen. Trinken Sie genug Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Regelmäßiger Ausdauersport: Nordic Walking, Joggen, Radfahren oder Schwimmen können bei Migräne wirksam sein.
  • Entspannungstechniken: Autogenes Training, progressive Muskelentspannung oder Yoga können helfen, Stress abzubauen und Migräneattacken vorzubeugen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig zu beachten, dass Heilsteine und andere alternative Behandlungsmethoden eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen können. Bei Veränderung oder Verstärkung der Kopfschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Vorsicht ist geboten bei plötzlichen Sehstörungen, Kribbeln oder Schwäche in den Extremitäten sowie Sprachstörungen.

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