Funktionsdiagnostik in der Neurologie am UKE: Ein umfassender Überblick

Das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) bietet im Bereich der Neurologie ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen an. Die Klinik und Poliklinik für Neurologie versorgt Patient:innen mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie der Muskulatur. Ein wichtiger Bestandteil dieser Versorgung ist die Funktionsdiagnostik, die es ermöglicht, die Funktion des Nervensystems präzise zu untersuchen und somit die Grundlage für eine gezielte Behandlung zu schaffen.

Klinik und Poliklinik für Neurologie am UKE

Die Klinik und Poliklinik für Neurologie ist Anlaufstelle für Patient:innen mit unterschiedlichsten neurologischen Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:

  • Schlaganfälle
  • Multiple Sklerose
  • Parkinson-Krankheit
  • Erkrankungen des peripheren Nervensystems
  • Muskelerkrankungen

Die Klinik verfügt über mehrere Stationen (1B, 4D, 5C, 5D) im Hauptgebäude O10, die über den blauen Fahrstuhl in Gang B erreichbar sind. Sekretariate und Büros befinden sich ebenfalls im Hauptgebäude O10, 2. OG, erreichbar über die Rolltreppen der Eingangshalle.

Bedeutung der Funktionsdiagnostik

Die Funktionsdiagnostik spielt eine zentrale Rolle bei der Diagnose und Behandlung neurologischer Erkrankungen. Sie ermöglicht es, die Funktion des Nervensystems objektiv zu beurteilen und somit Ursachen von Beschwerden zu identifizieren. Die Ergebnisse der Funktionsdiagnostik dienen als Grundlage für die Therapieplanung und können auch dazu verwendet werden, den Therapieerfolg zu überwachen.

Funktionsdiagnostische Methoden am UKE

Die Funktionsdiagnostik am UKE umfasst verschiedene Untersuchungsmethoden, die auf die spezifischen Fragestellungen der jeweiligen Erkrankung zugeschnitten sind. Zu den wichtigsten Methoden gehören:

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  • Gefäßsprechstunde: Hier werden Patient:innen mit Gefäßerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks untersucht.
  • Ultraschall: Der Ultraschall wird zur Beurteilung der hirnversorgenden Gefäße eingesetzt.
  • Neurographie (NLG): Die NLG misst die Nervenleitgeschwindigkeit und ermöglicht die Diagnose von Nervenschädigungen.
  • Elektromyographie (EMG): Das EMG untersucht die elektrische Aktivität der Muskeln und dient der Diagnose von Muskelerkrankungen und Nervenwurzelproblemen.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Das EEG misst die Hirnströme und wird zur Diagnose von Epilepsie und anderen neurologischen Erkrankungen eingesetzt.

Diese Untersuchungen finden im Hauptgebäude Ost 10 im EG statt. Der Anmeldetresen Funktionsdiagnostik ist durch die gläserne Eingangshalle hindurch im Gang B rechterhand zu finden.

Detaillierte Betrachtung einzelner Verfahren

Elektrophysiologische Untersuchungen (NLG, EMG, EEG)

Diese Verfahren sind essentiell, um die elektrische Aktivität des Nervensystems zu beurteilen. Sie helfen, die Lokalisation und das Ausmaß von Schädigungen zu bestimmen und somit die Diagnose zu sichern.

  • Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG): Bei der NLG werden Nerven elektrisch stimuliert und die Geschwindigkeit, mit der die Erregung weitergeleitet wird, gemessen. Eine verlangsamte Nervenleitgeschwindigkeit kann auf eine Schädigung der Nerven hindeuten, wie sie beispielsweise bei Polyneuropathien oder dem Karpaltunnelsyndrom vorkommt.
  • Elektromyographie (EMG): Das EMG misst die elektrische Aktivität der Muskeln in Ruhe und bei Anspannung. Veränderungen der Muskelaktivität können auf Muskelerkrankungen, Nervenwurzelkompressionen oder Schädigungen der motorischen Nerven hindeuten.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Das EEG zeichnet die elektrische Aktivität des Gehirns über Elektroden auf, die auf der Kopfhaut platziert werden. Es ist ein wichtiges diagnostisches Werkzeug bei Epilepsie, da es epileptische Anfälle und anfallstypische Veränderungen im EEG erkennen kann. Darüber hinaus kann das EEG auch bei anderen neurologischen Erkrankungen wie Schlafstörungen oder Enzephalopathien eingesetzt werden.

Vaskuläre Diagnostik (Ultraschall, Gefäßsprechstunde)

Die vaskuläre Diagnostik dient der Beurteilung der Blutgefäße, die das Gehirn und das Rückenmark versorgen. Sie ist wichtig, um Durchblutungsstörungen zu erkennen und das Risiko für Schlaganfälle einzuschätzen.

  • Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße: Mit dem Ultraschall können die Halsschlagadern und die Wirbelarterien, die das Gehirn mit Blut versorgen, untersucht werden. Dabei können Verengungen (Stenosen) oder Ablagerungen (Plaques) in den Gefäßen erkannt werden, die das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen.
  • Gefäßsprechstunde: In der Gefäßsprechstunde werden Patient:innen mit Verdacht auf oder bekannter Gefäßerkrankung des Gehirns und des Rückenmarks untersucht und beraten. Hier werden die Ergebnisse der Ultraschalluntersuchung und anderer diagnostischer Verfahren besprochen und die Therapie geplant.

Katheterbehandlung bei Schlaganfällen

Das UKE ist führend in der Behandlung von Schlaganfällen. Auch bei schweren Schlaganfällen zeigt die Behandlung mittels eines Katheters zur Öffnung des Gefäßverschlusses Erfolge. Bei knapp 20 Prozent der behandelten Patient:innen konnte durch ein entsprechendes Verfahren der Tod oder eine Pflegebedürftigkeit verhindert werden. Dies ergab die erste Auswertung einer internationalen klinischen Studie unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD).

Tageskliniken für Parkinson und Multiple Sklerose

Für Patient:innen mit Parkinson-Krankheit und Multipler Sklerose bietet das UKE spezielle Tageskliniken in W34, EG an. Dieses Gebäude befindet sich auf dem UKE-Gelände unmittelbar linkerhand des Kreisverkehrs an der Haupteinfahrt. In den Tageskliniken werden die Patient:innen tagsüber umfassend betreut und behandelt, während sie abends und am Wochenende zu Hause sind.

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Neuroradiologische Diagnostik und Intervention

Das Team der Klinik und Poliklinik für Neuroradiologische Diagnostik und Intervention steht als Expert:innen im Gebiet der Neuroradiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf zur Verfügung. Kerngebiete sind Untersuchungen und minimal-invasive Behandlungen von Erkrankungen des Kopfes, des Halses und der Wirbelsäule. Zur Untersuchung werden insbesondere die Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) sowie Angiografie verwendet.

Mitarbeiterperspektive: Christina S., Medizinische Technologin für Funktionsdiagnostik

Christina S., eine Medizinische Technologin für Funktionsdiagnostik am UKE, schätzt an ihrem Beruf die Vielseitigkeit und die Tatsache, dass sie mit ihrer Arbeit direkte Erfolge erzielt. Sie betont die flexiblen Dienstzeiten im UKE und die Möglichkeit, persönliche Wünsche mit ihren Vorgesetzten abzusprechen. Sie assistiert bei der Sedierung von Patient:innen während den Untersuchungen und ist für die sterile Tischassistenz zuständig. Auch im Kinder-Herzkatheterlabor und in der Angiologie ist sie tätig.

Gemeinsam besser: Das UKE als modernes Universitätsklinikum

Das UKE ist ein modernes Universitätsklinikum, das sich durch eine hohe Qualität der medizinischen Versorgung und eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Fachbereichen auszeichnet. Das neue Universitäre Herz- und Gefäßzentrum, das eröffnet wird, wird die Möglichkeiten für die Funktionsdiagnostik und die Behandlung von neurologischen Erkrankungen weiter verbessern.

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