Amitriptylin CT 25 mg ist ein Medikament, das zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva gehört. Es wird hauptsächlich zur Behandlung von Depressionen eingesetzt, findet aber auch Anwendung in der Schmerztherapie und Migräneprophylaxe. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Amitriptylin CT 25 mg, einschließlich seiner Wirkungsweise, Anwendung, Dosierung, Nebenwirkungen und wichtiger Hinweise.
Was ist Amitriptylin CT 25 mg?
Amitriptylin CT 25 mg enthält den Wirkstoff Amitriptylin, der die Übermittlung von Signalen im Gehirn beeinflusst. Es erhöht die Wirkungsdauer von stimmungsaufhellend wirkenden Botenstoffen im Gehirn. Amitriptylin besitzt eine ausgeprägte sedierende (ruhigstellende) Wirkungskomponente. Es ist verschreibungspflichtig und darf nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden.
Anwendungsgebiete von Amitriptylin
Amitriptylin wird angewendet bei:
- Depressionen bei Erwachsenen (Episoden einer Major Depression)
- Neuropathischen Schmerzen bei Erwachsenen
- Vorbeugung von chronischen Spannungskopfschmerzen bei Erwachsenen
- Migräneprophylaxe bei Erwachsenen
- Nächtlichem Einnässen bei Kindern ab 6 Jahren, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen und nach Ausschluss organischer Ursachen.
Wie wirkt Amitriptylin?
Amitriptylin greift in die Signalübertragung im Gehirn ein, indem es die Wiederaufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin und Serotonin hemmt. Dadurch erhöht sich die Konzentration dieser Botenstoffe im synaptischen Spalt, was stimmungsaufhellende und schmerzlindernde Effekte haben kann. Zudem beeinflusst Amitriptylin den Acetylcholin-Kreislauf im Gehirn.
Die schmerzlindernde Wirkung von Amitriptylin wird auf den Einfluss auf die Serotonin-Konzentration zurückgeführt. Nach oraler Aufnahme wird der Wirkstoff langsam, aber vollständig resorbiert. Maximale Plasmakonzentrationen werden nach 1-5 (-8) Stunden erreicht. Die systemische Bioverfügbarkeit beträgt verglichen mit der intravenösen Verabreichung etwa 50 %.
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Aufgrund der ausgeprägten Lipophilie von Amitriptylin erfolgt die Verteilung im gesamten Organismus. Der Wirkstoff wird überwiegend an Gewebs- und Plasma-Eiweiße gebunden. Die Metabolisierung erfolgt hauptsächlich in der Leber durch N-Demethylierung (CYP3A4) und Hydroxylierung. Ca. Die Metabolite werden sowohl in freier als auch in konjugierter Form ausgeschieden. Die Plasmahalbwertszeit nach oraler Gabe beträgt ca. 10-28 Stunden.
Dosierung und Anwendung von Amitriptylin CT 25 mg
Die Dosierung von Amitriptylin wird in der Regel vom Arzt langsam erhöht und auf eine für den Patienten passende Erhaltungsdosis eingestellt. Für die einzelnen Dosierungsschritte stehen Arzneimittel mit verschiedenen Wirkstoffstärken zur Verfügung.
Allgemeine Hinweise zur Dosierung:
- Das Arzneimittel ist vor allem für die Folgebehandlung geeignet. Für den Behandlungsbeginn stehen Arzneimittel mit niedrigerem Wirkstoffgehalt zur Verfügung.
- Die Dosierung erfolgt stets individuell auf den jeweiligen Patienten und die Schwere seiner Erkrankung zugeschnitten. Der Arzt wird immer die kleinste, bei einem Patienten wirksame Dosis wählen.
- Bei Nichtansprechen des Patienten auf die Behandlung wird er versuchen, bis an die Grenze des zur Verfügung stehenden Dosierungsbereiches zu gehen.
- Höchstdosis: Eine Dosis von 2 Tabletten pro Tag sollte nicht überschritten werden.
- Bettnässen: Für Kinder ab 6 Jahren wird das Arzneimittel vom Arzt entsprechend dem Alter dosiert.
- Ältere und geschwächte Patienten: Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Art der Anwendung:
- Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
- Die Einnahme kann zu oder außerhalb einer Mahlzeit erfolgen.
- Wenn eine einschlaffördernde Wirkung erzielt werden soll (darüber entscheidet der Arzt), kann ein größerer Teil der Tagesdosis zur Nacht genommen werden.
Dauer der Anwendung:
- Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur von Ihrem Arzt bestimmt.
- Normalerweise beträgt sie jedoch mindestens sechs Monate.
- Zum Ende der Behandlung muss die Dosierung des Medikaments wieder schrittweise vermindert werden.
Wichtige Hinweise:
- Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung.
- Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
- Durch plötzliches Absetzen können Probleme oder Beschwerden auftreten. Deshalb sollte die Behandlung langsam, das heißt mit einem schrittweisen Ausschleichen der Dosis, beendet werden. Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Gegenanzeigen von Amitriptylin CT 25 mg
Amitriptylin CT 25 mg darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Amitriptylin oder einen der sonstigen Bestandteile des Arzneimittels.
- Vor kurzem erlittenem Herzinfarkt.
- Herzproblemen wie unregelmäßigem Herzschlag (Herzrhythmusstörungen), Herzblock oder koronarer Herzkrankheit.
- Einnahme von Monoaminoxidase-(MAO-)Hemmern oder Einnahme innerhalb der letzten 14 Tage.
- Schwerer Lebererkrankung.
- Kindern unter 6 Jahren.
Welche Altersgruppe ist zu beachten?
- Kinder unter 6 Jahren: Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden.
- Kinder unter 11 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: In dieser Altersgruppe sollte das Arzneimittel nur bei bestimmten Anwendungsgebieten eingesetzt werden.
- Ältere Patienten ab 65 Jahren: Die Behandlung sollte mit dem Arzt gut abgestimmt und sorgfältig überwacht werden.
Was ist mit Schwangerschaft und Stillzeit?
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann. Amitriptylin wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, Ihr Arzt hält es für eindeutig erforderlich, und nur nach sorgfältiger Nutzen-/ Risiko-Abwägung. Wenn Sie dieses Arzneimittel im letzten Abschnitt der Schwangerschaft eingenommen haben, können beim Neugeborenen Entzugserscheinungen auftreten, z.B. Reizbarkeit, erhöhte Muskelspannung, Zittern, unregelmäßige Atmung, ungenügendes Trinken, lautes Schreien, Harnverhalt und Verstopfung.
- Stillzeit: Von einer Anwendung wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen. Ihr Arzt wird Sie beraten, ob Sie mit dem Stillen anfangen/dies fortsetzen/aufhören sollen oder die Behandlung mit diesem Arzneimittel unterbrochen werden soll. Dabei wägt er den Nutzen des Stillens für das Kind gegen den Nutzen der Therapie für Sie ab.
Wichtige Hinweise zu Amitriptylin CT 25 mg
- Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Vorsicht: Vermeiden Sie die Einnahme von Alkohol.
- Vorsicht: Patienten mit Engwinkelglaukom haben ein erhöhtes Risiko - besonderes im akuten Anfall.
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
Nebenwirkungen von Amitriptylin CT 25 mg
Nebenwirkungen sind unerwünschte Wirkungen, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung des Arzneimittels auftreten können. Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Amitriptylin zählen:
- Sehr häufige Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, verstopfte Nase, Müdigkeit, Benommenheit, Schwitzen, Schwindel, niedriger Blutdruck, Kreislaufstörungen, Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Gereiztheit, Sprachstörungen, Zittern, Störungen der Scharfsicht, Kopfschmerzen, Verstopfung, Gewichtszunahme, Leber-Enzym-Wertanstieg im Blut (meist vorübergehend).
- Häufige Nebenwirkungen: Blasenentleerungsstörungen, innere Unruhe, Blutnatriummangel, Durstgefühl, Hautausschläge, Geschmacksstörungen, Bewegungsstörungen, Pupillenerweiterung, Verwirrtheit, Konzentrationsmangel, Libido-Verlust, Impotenz, Delirium (vor allem bei älteren Patienten).
- Gelegentliche Nebenwirkungen: Kreislaufzusammenbruch, Bluthochdruck, Wasseransammlungen im Gewebe (Gesicht, Zunge), Ohrensausen, Darmverschluss, Durchfall, Harnsperre, Blutbildveränderungen (Weiße-Blutkörperchenmangel), krankhafter Milchfluss, Leberfunktionsstörungen mit Gallenstau, Angst, Verfolgungswahn, Erregung, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche-Verstärkung, allergische Hautreaktionen, allergische Gefäßentzündungen, Herzmuskelentzündung.
- Seltene Nebenwirkungen: Haarausfall, Essensverweigerung (Anorexie), Vergrößerung der Speicheldrüse, Lichtüberempfindlichkeit, Wahnvorstellungen, Brustvergrößerung, Körpertemperaturerhöhung.
- Sehr seltene Nebenwirkungen: Fehlen der Granulozyten, Gehirnkrämpfe, Bewegungsstörungen im Gesicht, allgemeine Nervenbeschwerden, Grüner Star-Anfälle (Glaukom), allergische Lungenbläschen-Entzündung (Alveolitis, Löffler-Syndrom), Herzmuskelschäden, spezielle Herzrhythmusstörungen (Torsades de Pointes).
Wichtige Hinweise zu Nebenwirkungen:
- Viele der unerwünschten Nebenwirkungen sind zu Beginn der Behandlung am stärksten und lassen meist nach, wenn sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat.
- Bei Kindern besteht durch die Behandlung ein erhöhtes Risiko für Zahnfäule (Karies). Es muss also besonders auf die tägliche Zahnpflege geachtet werden.
- Es wurde über schwerwiegende Reaktionen der Haut einschließlich einer Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS) berichtet. Beenden Sie die Einnahme von Amitriptylin-CT und wenden Sie sich umgehend an einen Arzt, wenn Sie eines der Symptome bemerken, die mit diesen schwerwiegenden Reaktionen der Haut im Zusammenhang stehen.
Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Amitriptylin kann Wechselwirkungen mit verschiedenen anderen Arzneimitteln eingehen. Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen oder kürzlich eingenommen haben, auch wenn es sich um nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.
Zu den wichtigsten Wechselwirkungen gehören:
- MAO-Hemmer: Irreversible MAO-Hemmer sollen in jedem Fall mindestens 14 Tage, reversible MAO-Hemmer mindestens 1 Tag vor Beginn der Behandlung mit Amitriptylin abgesetzt werden. Andernfalls muss mit schweren Nebenwirkungen gerechnet werden.
- SSRI, Duloxetin oder Bupropion: Bei gleichzeitiger oder vorausgegangener Anwendung dieser Mittel kann es zu einer Erhöhung der Konzentration von Amitriptylin im Blut kommen.
- Serotonerge Wirkstoffe: Die gleichzeitige Anwendung mit anderen sogenannten serotonergen Wirkstoffen kann zum Auftreten eines Serotonin-Syndroms führen.
- Johanniskraut: Bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln, die Wirkstoffe aus Johanniskraut enthalten, kann die Konzentration von Amitriptylin im Blut verringert und dadurch die Wirksamkeit von Amitriptylin abgeschwächt werden.
- Blutdrucksenkende Mittel: Abschwächung der blutdrucksenkenden Wirksamkeit.
- QT-Intervall verlängernde Arzneimittel: Die gleichzeitige Anwendung von Arzneimitteln, die ebenfalls das sogenannte QT-Intervall im EKG verlängern, darf nicht erfolgen.
- Cumarin-Derivate: Amitriptylin kann die Wirkung dieser Mittel beeinflussen. Bei gleichzeitiger Einnahme ist eine fortlaufende Kontrolle der Blutgerinnungswerte erforderlich.
- Empfängnisverhütende Arzneimittel (Kontrazeptiva): Die antidepressive Wirkung von Amitriptylin kann vermindert und die Nebenwirkungen können erhöht werden.
- Alkohol: Es ist nicht ratsam, während der Behandlung mit diesem Arzneimittel Alkohol zu trinken, da dies die dämpfende Wirkung dieses Arzneimittels verstärken kann.
- Anticholinergika: Dieses Arzneimittel sollte nicht gleichzeitig mit Arzneimitteln aus der Gruppe der Anticholinergika angewendet werden.
- Buprenorphin: Buprenorphin kann mit Amitriptylin-CT in Wechselwirkung treten und Symptome wie unwillkürliche, rhythmische Kontraktionen von Muskeln, einschließlich der Muskeln, die die Bewegung des Auges kontrollieren, Aufgeregtheit, Halluzinationen, Koma, übermäßiges Schwitzen, Zittern, übertriebene Reflexe, erhöhte Muskelanspannung und Körpertemperatur über 38 °C auftreten. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn derartige Symptome bei Ihnen auftreten.
Amitriptylin und Migräne
Amitriptylin gilt aufgrund der sehr gut nachgewiesenen Wirksamkeit als Mittel der ersten oder zweiten Wahl bei der Prophylaxe von Migräne. Die schmerzlindernde Wirkung von Amitriptylin ist durch den Einfluss auf die Serotonin-Konzentration zu erklären.
Es ist wichtig zu beachten, dass leichte Migräneattacken mit Antiemetika und Analgetika behandelt werden sollten. Mittelschwere bis schwere Attacken werden mit einem Antiemetikum und Ergotamintartrat therapiert oder mit einem spezifischen Migränemittel wie Sumatriptan behandelt. Die Indikation für eine Migräneprophylaxe besteht bei mindestens drei Migräneattacken pro Monat - Attacken, die auf Akuttherapie nicht ausreichend ansprechen - oder bei nichttolerablen Nebenwirkungen der Akuttherapie.
Lagerungshinweise
Das Arzneimittel muss
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- vor Hitze geschützt
- vor Feuchtigkeit geschützt (z.B. im fest verschlossenen Behältnis)
aufbewahrt werden.
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