Amlodipin zur Behandlung von Migräne: Ein umfassender Überblick über Ursachen, Symptome und Therapieansätze von Kopfschmerzen und Schwindel

Benommenheit und Schwindel sind weit verbreitete Beschwerden, die fast jeder Mensch irgendwann im Leben erfährt. Die korrekte Diagnose ist entscheidend, um schwerwiegende Ursachen auszuschließen und geeignete Maßnahmen einzuleiten. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen und Schwindel, ihre Ursachen, Symptome und Behandlungsoptionen, wobei auch die mögliche Rolle von Amlodipin bei der Migräneprophylaxe beleuchtet wird.

Einführung

Kopfschmerzen und Schwindel können den Alltag erheblich beeinträchtigen und die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken. Es ist wichtig, die verschiedenen Arten von Kopfschmerzen und Schwindel zu verstehen, um die richtige Diagnose zu erhalten und eine wirksame Behandlung zu beginnen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte von Kopfschmerzen und Schwindel, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den verschiedenen Therapieansätzen.

Systematischer Schwindel vs. Benommenheit: Ein wichtiger Unterschied

Um die Ursachen von Wahrnehmungsstörungen zu ermitteln, ist es hilfreich, zwischen Schwindel und Benommenheit zu unterscheiden.

Schwindel

Schwindel entsteht, wenn widersprüchliche Informationen von verschiedenen Sinnesorganen an das Gehirn gesendet werden. Ein Beispiel hierfür ist die Kopfdrehung in der horizontalen Ebene, bei der das Auge und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr beispielsweise das Signal "11:00 Uhr" senden, während die Stellungsfühler der Muskeln, Sehnen und Gelenke der Halswirbelsäule aufgrund von Muskelverspannungen das Signal "12:00 Uhr" senden. Dieses "Mismatch" der sensorischen Daten führt zu Schwindel.

Schwindel wird in der Regel durch eine anatomisch zuordenbare Störung verursacht und ist ein Symptom, keine eigenständige Diagnose. Betroffene haben oft das Gefühl, sich in einem anfahrenden Fahrstuhl zu befinden oder in einer Achterbahn zu sitzen.

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Gutartiger Lagerungsschwindel (BPLS)

Eine häufige Ursache für Schwindel sind kurze Drehschwindelattacken, die durch Lageänderungen des Kopfes ausgelöst werden, z. B. beim Hinlegen, Umdrehen im Bett oder Kopfneigung. In solchen Fällen können spezifische Tests und körperliche Untersuchungen die Diagnose eines gutartigen Lagerungsschwindels (BPLS) bestätigen.

Ursache hierfür sind Kristalle (Otolithen), die sich aus dem Innenohr gelöst haben und in die Flüssigkeit der Bogengänge gelangt sind. Dort verursachen sie fehlerhafte Signale an den Sinneshärchen, was zu einem Missverhältnis zwischen Körperlage und Sehreizen führt und letztendlich den Schwindel auslöst.

Zur Behandlung werden spezielle Befreiungs- und Lagerungsmanöver eingesetzt, um die Kristalle aus den Bogengängen zu entfernen.

Weitere Ursachen für Schwindel

Weitere Ursachen für Schwindel können sein:

  • Vestibuläre Migräne: Episodische Drehschwindelattacken, oft in Verbindung mit migränetypischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Licht- und Lärmempfindlichkeit.
  • Akute einseitige Vestibulopathie: Anhaltender Drehschwindel über Tage, der sich bei Kopfbewegungen verstärkt.
  • Vertebrogener Schwindel: Bewegungsabhängiger Schwankschwindel, der bei Körperbewegungen ausgelöst wird, z. B. beim Richtungswechsel während des Gehens. Ursache hierfür sind muskuläre Verspannungen im Nacken, die zu einem Mismatch zwischen dem Input der Augen und den Mechanorezeptoren der Nackenmuskulatur führen.

Benommenheit

Im Gegensatz zum systematischen Schwindel ist Benommenheit eine diffuse Störung der Selbstwahrnehmung und der Wahrnehmung der Umgebung. Sie kann nicht anatomisch einem einzelnen Teil des Gehirns oder Sinnesorgans zugeordnet werden, da die globale Hirnfunktion als Ganzes gestört ist.

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Brain Fog

Ein Beispiel für Benommenheit ist der "Brain Fog", der sich durch eine Bewusstseinsstörung mit dem Gefühl von "Watte im Kopf" äußert. Brain Fog lässt sich nicht durch Körperlage, -bewegung oder -position beeinflussen und ist fast immer vorhanden. Ursachen hierfür sind Störungen von Stoffwechselprozessen im Gehirn, wie z. B. Nährstoffmangel, Entzündungen der Blut-Hirn-Schranke, hoher Adrenalinspiegel oder Medikamente.

Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen können ebenfalls eine Ursache für Benommenheit sein. Hierbei unterscheidet man zwischen zu langsamen (bradykarden) und zu schnellen (tachykarden) Herzrhythmusstörungen. Bradykarde Rhythmusstörungen wie Sinusbradykardie, Sick-Sinus-Syndrom oder AV-Blockierung führen zu einer verminderten Herzauswurfleistung. Tachykarde Rhythmusstörungen werden in supraventrikuläre und ventrikuläre Formen unterteilt. Supraventrikuläre Tachykardien wie Vorhofflimmern gehen mit einem Verlust der Vorhofkontraktion und häufig erhöhter Kammerfrequenz einher. Ventrikuläre Tachykardien sind Ausdruck einer schweren Herzerkrankung. Durch den schnellen Herzschlag kommt es zu einer ineffektiven Pumpfunktion. Synkopen stellen bei Herzrhythmusstörungen ein wichtiges Warnzeichen dar.

Orthostatische Benommenheit

Die orthostatische Benommenheit ist eine häufige Bewusstseinsstörung, die von der Körperposition abhängig ist und typischerweise beim ruhigen Stehen auftritt. In der Cardiopraxis® wird zur Diagnostik die photoplethysmografische Methode des Finapres®-Systems eingesetzt.

Früh-orthostatische Benommenheit korreliert fast ausschließlich mit einem Abfall des arteriellen Mitteldrucks auf einen Minimalwert von ca. 60 mmHg nach ca. 20 Sekunden ruhigem Stehen. Diese Grenze gilt als kritischer Grenzwert, da das sauerstoffreiche Blut von der Herzspitze bis zur Großhirnrinde gegen die Schwerkraft transportiert werden muss.

Die Kreislaufregulation setzt alles daran, dass ein adäquat hoher Blutdruck aufrechterhalten wird, auch auf Kosten eines reduzierten Blutflusses. Wenn Komponenten von venösem Rückstrom und arteriellem Einstrom gestört sind, kann der Blutfluss auf unter 2,2 Liter pro Minute pro Quadratmeter Körperoberfläche absinken.

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Orthostatische Benommenheit tritt typischerweise beim ruhigen Stehen oder Sitzen auf und verschwindet in der Regel bei zügigem Gehen wieder. Längere Autofahrten können das Risiko für Benommenheit erhöhen, da der Körperrumpf und die Gesäßmuskulatur erschlaffen, was den venösen Rückstrom zum Herz erschwert.

In seltenen Fällen kann die Durchblutungsstörung trotz normaler Blutdruckwerte so ausgeprägt sein, dass eine globale Amnesie (komplette Erinnerungsstörung) oder ein vorübergehendes fokal-neurologisches Defizit wie bei einem Schlaganfall auftritt.

Kopfschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes neurologisches Schmerzphänomen im Bereich des Kopfes. Sie können als eigenständige Erkrankung oder als Symptom anderer Erkrankungen auftreten. Die International Headache Society (IHS) betrachtet Kopfschmerzen symptomspezifisch, da die Ursachenforschung oft herausfordernd ist.

Arten von Kopfschmerzen

Es gibt verschiedene Arten von Kopfschmerzen, darunter:

  • Primäre Kopfschmerzerkrankungen: Spannungskopfschmerzen, Migräne, Clusterkopfschmerzen
  • Kraniale Kopfschmerzerkrankungen: Kopfschmerzen, die mit Gesichtsschmerzen einhergehen
  • Sekundäre Kopfschmerzen: Kopfschmerzen nach einem Schädel-Hirn-Trauma, durch Infektionen oder nach der Einnahme von Alkohol oder Drogen

Ursachen von Kopfschmerzen

Die Ursachen von Kopfschmerzen sind vielfältig und oft nicht eindeutig zu identifizieren.

  • Spannungskopfschmerzen: Die Ursache ist unklar, vermutet wird ein Bündel an Faktoren wie Stress, Schlafmangel, Nikotin oder Störungen in der Kieferregion.
  • Migräne: Die Ursachen liegen meist an äußeren Faktoren, sogenannten Triggern, wie wechselndem Schlaf-Wach-Rhythmus, hormonellen Veränderungen, Stress, bestimmten Lebensmitteln oder Wetterumschwüngen.
  • Medikamenteninduzierter Kopfschmerz (MIKS): Übermäßiger Gebrauch von Schmerzmitteln kann Dauerkopfschmerzen auslösen.

Symptome von Kopfschmerzen und Migräne

Kopfschmerzen können sich als dumpfes Spannungsgefühl im ganzen Kopf äußern oder nur Teilbereiche wie Stirn, Schläfe oder Hinterkopf betreffen. Manchmal ist auch nur eine Seite betroffen oder der Nacken schmerzt.

Migräne äußert sich durch pulsierende Schmerzen in einer Kopfhälfte, oft in Verbindung mit Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche oder Gerüche, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Die Attacken treten anfallsartig auf und können bis zu mehreren Tagen anhalten.

Wann sollte man bei Kopfschmerzen zum Arzt gehen?

Bei häufigen Kopfschmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären.

Was kann man selbst gegen Kopfschmerzen tun?

Je genauer der Kopfschmerz bestimmt werden kann, umso gezielter kann auch die Hilfe gegen die Schmerzen erfolgen. Bei Spannungskopfschmerzen können einfache Mittel helfen, wie Wärme, Wechselbäder, Koffein, Entspannungsübungen oder leichte sportliche Betätigung.

Bei gelegentlichen Kopfschmerzen können Schmerzmittel wie Ibuprofen, ASS oder Paracetamol Linderung verschaffen. Diese Medikamente sollten jedoch nur selten und nicht länger als zwei Tage hintereinander eingenommen werden.

Amlodipin bei Migräne: Ein möglicher Therapieansatz

Amlodipin ist ein Calciumkanalblocker, der zur Behandlung von Bluthochdruck und Angina pectoris eingesetzt wird. Es gibt Hinweise darauf, dass Amlodipin auch bei der Migräneprophylaxe wirksam sein könnte.

Wirkungsweise von Amlodipin

Amlodipin wirkt, indem es die Calciumkanäle in den Blutgefäßen blockiert. Dies führt zu einer Entspannung der Blutgefäße und einer Senkung des Blutdrucks. Bei Migräne wird vermutet, dass Amlodipin die Blutgefäße im Gehirn stabilisiert und so das Auftreten von Migräneattacken reduziert.

Studienlage zu Amlodipin bei Migräne

Es gibt einige Studien, die die Wirksamkeit von Amlodipin bei der Migräneprophylaxe untersucht haben. Einige Studien haben gezeigt, dass Amlodipin die Häufigkeit und Schwere von Migräneattacken reduzieren kann. Allerdings sind weitere Studien erforderlich, um die Wirksamkeit von Amlodipin bei Migräne abschließend zu beurteilen.

Mögliche Nebenwirkungen von Amlodipin

Wie alle Medikamente kann auch Amlodipin Nebenwirkungen haben. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Ödeme und Hitzewallungen.

Fazit zu Amlodipin bei Migräne

Amlodipin könnte ein möglicher Therapieansatz zur Migräneprophylaxe sein. Allerdings ist die Studienlage noch nicht ausreichend, um eine abschließende Bewertung vorzunehmen. Betroffene sollten mit ihrem Arzt besprechen, ob Amlodipin für sie geeignet ist.

Weitere Aspekte von Kopfschmerzen und Schwindel im Alter

Mit zunehmendem Alter verändern sich die Körperfunktionen, was sich auch auf das Auftreten von Kopfschmerzen und Schwindel auswirken kann.

Altersbedingte Veränderungen

Altersbedingte Veränderungen können die Entstehung von Kopfschmerzen und Schwindel begünstigen, wie z. B.:

  • Abnahme der Knochendichte
  • Zunahme an Körperfett
  • Steifer werdende Gefäßwände
  • Reduzierte Enzymaktivität
  • Abfallende Hormonspiegel
  • Veränderungen der Sinnesorgane
  • Verringerter Speichelfluss
  • Schlafstörungen

Medikamente als Ursache für Kopfschmerzen und Schwindel

Viele Medikamente können als Nebenwirkung Kopfschmerzen und Schwindel verursachen. Besonders häufig sind anticholinerg wirksame Medikamente, Opioide, Xanthinoxidase-Hemmstoffe und Arzneistoffe mit photosensibilisierender Wirkung betroffen.

Besonderheiten bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Schwindel im Alter

Bei der Behandlung von Kopfschmerzen und Schwindel im Alter ist es wichtig, die altersbedingten Veränderungen und die möglichen Nebenwirkungen von Medikamenten zu berücksichtigen. Eine individuelle Therapieplanung ist entscheidend, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen und unerwünschte Effekte zu minimieren.

Austausch mit anderen Betroffenen

Der Austausch mit anderen Betroffenen kann eine wertvolle Unterstützung im Umgang mit Kopf­schmerzen und Migräne sein. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Vernetzung, z. B. Selbsthilfegruppen oder Online-Foren.

Fazit

Kopfschmerzen und Schwindel sind häufige Beschwerden, die viele Ursachen haben können. Eine sorgfältige Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung zu finden. Amlodipin könnte ein möglicher Therapieansatz zur Migräneprophylaxe sein, jedoch sind weitere Studien erforderlich. Im Alter ist es wichtig, altersbedingte Veränderungen und mögliche Medikamentenwirkungen zu berücksichtigen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann eine wertvolle Unterstützung sein.

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