Anno 1800, der neueste Teil der beliebten Aufbaustrategie-Reihe, hat bei seiner Veröffentlichung hohe Erwartungen geweckt. Doch wie bei vielen komplexen Spielen gab es auch hier eine Phase der Eingewöhnung, in der Spieler auf verschiedene Herausforderungen und potenzielle Ärgernisse stießen. Dieser Artikel beleuchtet einige der häufigsten Kritikpunkte und positiven Erfahrungen, die Spieler mit Anno 1800 gemacht haben, und versucht, ein umfassendes Bild des Spielerlebnisses zu vermitteln.
Schiffsprobleme: Mehr als nur Ankern
Einer der anfänglichen Kritikpunkte vieler Spieler betraf das Verhalten der Schiffe. Es ging nicht nur darum, dass Schiffe an Ort und Stelle blieben, sondern dass sie mitten im Betrieb stehen blieben. Dies zwang die Spieler, ständig zu überprüfen, ob ihre Schiffe noch fuhren, was frustrierend war. Die Langsamkeit der Schiffe im Gegenwind wurde ebenfalls als übertrieben empfunden. Einige Spieler berichteten auch über Probleme mit der Reaktionsfähigkeit der Schiffe, bei denen mehrere Klicks erforderlich waren, um ein Ziel auszuwählen.
Die Herausforderung der Neuen Welt
Der Übergang in die Neue Welt stellte für viele Spieler eine besondere Herausforderung dar. Der Verlust von Ressourcen und Schiffen in der Neuen Welt führte bei einigen zu Frustration und dazu, dass sie das Spiel vorzeitig beendeten.
Balancing-Probleme: Einnahmen und Ausgaben
Ein weiteres Problem, das von Spielern angesprochen wurde, waren die stark schwankenden Einnahmen, selbst wenn die Bedürfnisse der Bevölkerung weitgehend befriedigt wurden. Dieses Auf und Ab zwischen hohen Gewinnen und großen Verlusten machte es schwierig, das eigene Handeln zu bewerten und zu verstehen, ob man die richtigen Entscheidungen traf. Der schnelle Bankrott bei relativ geringen Schulden (z.B. 5000 Miesen) wurde ebenfalls als unrealistisch kritisiert.
Handel: Verkaufsprobleme am Hafen
Spieler berichteten, dass sie Schwierigkeiten hatten, Waren wie Bretter und Ziegel am Hafen zu verkaufen, selbst wenn sie im Kontor Verkaufsbeschränkungen festlegten. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Verkauf an fremden Häfen nur dann möglich ist, wenn die Waren dort auch benötigt werden.
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NPC-Händler als Lösung
Eine Lösung für Geldprobleme bestand darin, Schiffe in Serie zu bauen und an NPC-Händler wie Archibald zu verkaufen. Dies ermöglichte es Spielern, genügend Geld zu verdienen, um Nichtangriffspakte mit Piraten zu schließen und Anteile von KI-Gegnern zu kaufen.
Die Komplexität von Anno 1800
Anno 1800 ist zweifellos ein komplexes Spiel, das Zeit und Einarbeitung erfordert. Einige Spieler empfanden die Fülle an Informationen und Aufgaben als überwältigend. Es wurde angemerkt, dass man mit einer Vielzahl von Dingen konfrontiert wird, ohne unbedingt zu wissen, ob man sie alle braucht.
Produktionsgebäude und Platzmangel
Einige Spieler bemängelten, dass Produktionsgebäude und die dazugehörigen Felder zu viel Platz beanspruchen, was bereits in frühen Phasen des Spiels zu Engpässen führen kann. Andere wiederum fanden dies realistischer als in früheren Anno-Teilen, wo die Felder zu klein waren.
Bedürfnisse der Bevölkerung und Warenmangel
Bei Warenmangel wurde empfohlen, die Bevölkerungszahlen im Auge zu behalten und zu überprüfen, welche Bedürfnisse einer bestimmten Bevölkerungsgruppe nicht erfüllt werden.
Bugs und technische Probleme
Viele Spieler berichteten über verschiedene Bugs und technische Probleme, die das Spielerlebnis beeinträchtigten. Dazu gehörten:
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- Schiffe, die an Hindernissen hängen bleiben oder seltsame Manöver ausführen.
- Fehlerhafte Buttons im Feuerwehr- oder Krankenhausmenü.
- Probleme mit der Anzeige der Anzahl von Feldern auf Farmen.
- Menüs, die sich nicht richtig öffnen oder schließen.
- Handelsverläufe, die fehlerhaft angezeigt werden.
- Quests, die nicht richtig ausgelöst werden.
- Abstürze des Spiels.
Die Frage der Reproduzierbarkeit
Es gab Diskussionen darüber, ob bestimmte Probleme als Bugs zu betrachten sind oder nicht. Einige argumentierten, dass Bugs reproduzierbar sein müssen und bei allen Spielern auftreten, während andere darauf hinwiesen, dass dies nicht immer der Fall ist.
DX12-Abstürze
Einige Spieler berichteten über DX12-Abstürze, die jedoch durch die Verwendung älterer Nvidia-Treiber oder das Deaktivieren von Overlays behoben werden konnten.
Positive Aspekte und Langzeitmotivation
Trotz der genannten Kritikpunkte gab es auch viele positive Erfahrungen mit Anno 1800. Viele Spieler lobten den hohen Suchtfaktor und die Langzeitmotivation des Spiels.
Endlosspiel und Komplexität
Das Endlosspiel bot den Spielern die Möglichkeit, ihre Städte und Wirtschaften kontinuierlich auszubauen und zu optimieren. Die Komplexität des Spiels wurde von einigen als Herausforderung, von anderen aber auch als Bereicherung empfunden.
Die Freude am Aufbau
Viele Spieler betonten, dass ihnen der Aufbau ihrer Städte und die Optimierung ihrer Produktionsketten viel Spaß machten. Das Spiel bot eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich kreativ zu entfalten und die eigenen Visionen zu verwirklichen.
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Pendlerkai und andere Features
Der Pendlerkai, ein neues Feature in Anno 1800, ermöglichte es den Spielern, Arbeitskräfte effizienter zwischen Inseln zu transportieren. Auch andere Features wie die Weltausstellung, das Forschungsinstitut und die Möglichkeit, Touristen anzusiedeln, trugen zur Vielfalt und Langzeitmotivation des Spiels bei.
Strategien und Tipps für den erfolgreichen Aufbau
Um in Anno 1800 erfolgreich zu sein, empfahlen Spieler verschiedene Strategien und Tipps:
- Prioritäten setzen: Konzentriere dich auf die wichtigsten Aufgaben und Regionen, um nicht von der Komplexität des Spiels überwältigt zu werden.
- Alte Welt optimieren: Nutze die Alte Welt, um eine solide Basis für die Versorgung der Neuen Welt und anderer Regionen zu schaffen.
- NPC-Händler nutzen: Verkaufe überschüssige Waren an NPC-Händler, um deine Finanzen aufzubessern.
- Mindestlagerbestände festlegen: Nutze die Funktion für Mindestlagerbestände, um Engpässe zu vermeiden.
- Items farmen: Sammle legendäre Items, um deine Produktion und Effizienz zu steigern.
- KI-Gegner manipulieren: Kaufe Anteile von KI-Gegnern, um sie zu schwächen oder zu kontrollieren.
Die Franklin-Expedition als Inspiration
Die gescheiterte Franklin-Expedition diente als Inspiration für die Erweiterung "Die Passage" in Anno 1800. Der Spieler wird hier auf die Suche nach dem vermissten Kommandanten geschickt und muss in der Arktis überleben.
Mods und individuelle Spielerlebnisse
Einige Spieler nutzten Mods, um das Spielerlebnis an ihre Bedürfnisse anzupassen. Mods können beispielsweise Brände reduzieren oder das Item-Farmen erleichtern.