Verletzungen im Sport sind ein häufiges Problem, das Sportler aller Art betrifft. Um fit zu bleiben und Verletzungen vorzubeugen, ist es wichtig, präventive Maßnahmen zu ergreifen, die die Regeneration fördern. Die Plantarfasziitis, eine schmerzhafte Erkrankung, die durch eine Entzündung der Plantarfaszie verursacht wird, betrifft schätzungsweise 10 von 100 Menschen im Laufe ihres Lebens.
Die Plantarfaszie: Struktur und Funktion
Die Plantarfaszie (Aponeurosis plantaris) ist eine stabile Sehnenplatte an der Fußsohle, die am Fersenbein (Calcaneus) ihren Ursprung hat. Sie verläuft entlang des Fußlängsgewölbes und spaltet sich im Bereich der Mittelfußknochen in fünf Züge auf. Die Plantarfaszie hält die Spannung in der knöchernen Fußstruktur aufrecht und ermöglicht es, beim Gehen und Laufen das Körpergewicht abzufedern.
Plantarfasziitis: Entzündung der Plantarfaszie
Die schmerzhafte Entzündung der Plantarfaszie wird als Plantarfasziitis bezeichnet. Sie kann sich vom Fersenbein bis zu den Grundgelenken der Zehen ziehen. In manchen Fällen ist ein Fersensporn für die Plantarfasziitis verantwortlich.
Ursachen der Plantarfasziitis
Die Plantarfasziitis entsteht hauptsächlich durch Überlastung der Plantarfaszie, insbesondere im Zusammenhang mit Sportarten wie Laufen oder Springen. Sie tritt häufig im vierten und fünften Lebensjahrzehnt auf, was vermutlich auf altersbedingten Verschleiß zurückzuführen ist. Etwa zehn Prozent aller Sportler in den Laufdisziplinen sind von der Plantarfasziitis betroffen. Weitere Risikosportarten sind Basketball, Tennis, Fußball und Tanzen. Es gibt jedoch keinen direkten Zusammenhang zwischen Trainingsdauer und Häufigkeit der Beschwerden.
Eine übermäßige Beanspruchung der Plantarfaszie kann beispielsweise durch eine verkürzte Achillessehne bedingt sein. Auch Schleimbeutelentzündungen (Bursitiden) im Bereich des Plantarfaszienansatzes können Schmerzen verursachen. Verletzungen können ebenfalls eine Plantarfasziitis verursachen, wobei kleinste Veränderungen manchmal Verletzungen der Kollagenfasern hervorrufen und so zu einer chronischen Entzündung führen.
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Symptome der Plantarfasziitis
Der Beginn der Plantarfasziitis ist schleichend. Im Laufe der Zeit verschlimmern sich die Symptome allmählich, meist über Wochen oder Monate. Die Beschwerden, zu denen vor allem Fersenschmerzen (Calcaneodynie) gehören, treten anfangs nur bei Belastung, später auch morgens beim Aufstehen und in Ruhe auf. Betroffene berichten meist von brennenden oder ziehenden Schmerzen unter dem Fuß oder im Bereich der Ferse, die mitunter bis zur Gehunfähigkeit führen können.
Ein typisches Anzeichen für eine Plantarfasziitis ist ein Fersenschmerz unmittelbar nach dem Aufstehen (Anlaufschmerz), der nach kurzer Gehdauer wieder verschwindet. Auch beim Sport verspüren die Betroffenen zunächst zu Beginn der Belastung schmerzhafte Episoden, die sich mit zunehmendem Aufwärmen verringern. Gegen Ende des Trainings kehren die Symptome jedoch wieder zurück. Insbesondere Sprinten und Springen verstärken den Schmerz.
Diagnose der Plantarfasziitis
Bei Verdacht auf Plantarfasziitis sind Hausärzte oder Fachärzte für Orthopädie die ersten Ansprechpartner. Die Diagnose wird in der Regel anhand der Krankengeschichte (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung gestellt.
Typische Fragen des Arztes beim Anamnesegespräch sind:
- Haben Sie sich akut am Fuß verletzt?
- Schmerzt es unter der Ferse bei Belastung?
- Wann treten die Schmerzen auf? Bei welchen Bewegungen?
- Wann sind die Schmerzen am stärksten? Wann lassen sie nach?
- Wohin strahlen die Schmerzen aus?
Bei der Untersuchung gibt der Betroffene meist einen lokalisierten Druckschmerz unter der Ferse am Ansatz der Faszie an. Bei einer Ruptur würde sich ein Bluterguss an der Fußsohle mit Druckschmerz zeigen.
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Treten die Beschwerden akut auf, handelt es sich wahrscheinlich um eine Zerrung oder in seltenen Fällen einen (An-)Riss der Plantarsehne. Der Betroffene gibt an, dass schmerzbedingt weitere Belastung und Laufen nicht mehr möglich waren. Die Beschwerden verschlimmerten sich hingegen noch. Manchmal geben eine Schwellung oder ein Hämatom einen Hinweis auf andere Verletzungen wie Frakturen, Muskelverletzungen oder einen Riss.
Zur näheren Diagnostik der Plantarfasziitis können Ärzte neben dem Röntgen auch Ultraschall und Magnetresonanztomografie (MRT) heranziehen.
- Röntgen: Bei seitlichen Röntgenaufnahmen zeigen etwa 50 Prozent der Betroffenen mit Plantarfasziitis einen Fersensporn. Dies ist jedoch kein diagnostisches Kriterium und kommt bei etwa 25 Prozent der Bevölkerung vor. Um eine Rückfußfehlstellung auszuschließen, machen Ärzte Röntgenaufnahmen des Fußes in drei Ebenen.
- Ultraschall: Im Ultraschall sieht der Arzt bei Plantarfasziitis im Längsschnitt eine verdickte Plantarfaszie. Die Plantarfaszie hat bei einem Gesunden eine Dicke von drei bis vier Millimetern, während bei einer Plantarfasziitis die Faszienschichten oft auf sieben bis zehn Millimeter verdickt sind.
- Magnetresonanztomografie (MRT): Mithilfe der MRT macht der Arzt genaue Schnittbilder des Fußes. Für eine bessere Beurteilung setzt der Arzt meist ein Kontrastmittel ein, das er über die Vene ins Blut spritzt. Mit dem MRT lassen sich die exakte Lokalisation und das Ausmaß der Entzündung ausmachen. Besonders vor einer Operation ist der Einsatz der MRT sinnvoll, auch um mögliche Frakturen, Teilfrakturen, Sehnen-Abnormitäten und Knochenkontusionen nicht zu übersehen.
Behandlung der Plantarfasziitis
Beim Großteil der Betroffenen mit Plantarfasziitis sind konservative Behandlungsmethoden erfolgreich und eine Heilung in 80 bis 90 Prozent der Fälle möglich. Der Krankheitsverlauf beziehungsweise Heilungsprozess ist jedoch oft langwierig und dauert ein bis zwei Jahre. Ärzte raten Sportlern, ihre Belastung während dieser Zeit stark einzuschränken. Nach einer operativen Behandlung geben etwa neun von zehn Patienten, auch Sportler, eine Besserung ihrer Beschwerden um 80 Prozent an.
Zu den konservativen Behandlungsmethoden gehören:
- Schonung: Vermeidung von Aktivitäten, die die Plantarfaszie belasten, wie z.B. langes Stehen oder Gehen.
- Kühlung: Mehrmals täglich für 15-20 Minuten Eis auf die betroffene Stelle legen.
- Dehnübungen: Regelmäßiges Dehnen der Wadenmuskulatur und der Plantarfaszie.
- Schmerzmittel: Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol.
- Einlagen: Tragen von Schuheinlagen, die das Fußgewölbe stützen und die Plantarfaszie entlasten.
- Nachtschienen: Tragen von Nachtschienen, die den Fuß im Schlaf in einer Position halten, die die Plantarfaszie dehnt.
- Physiotherapie: Durchführung von physiotherapeutischen Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
- Stoßwellentherapie: Anwendung von Stoßwellen zur Anregung der Heilungsprozesse in der Plantarfaszie.
In seltenen Fällen ist eine Operation erforderlich, um die Plantarfaszie zu entlasten.
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Vorbeugung der Plantarfasziitis
Da eine Plantarfasziitis meist auf eine Überbelastung einer eher untrainierten Muskulatur und der entsprechenden Sehne zurückgeht, raten Mediziner gerade Sportlern, die Muskeln vor dem Sport immer gut aufzuwärmen. Gedehnte Muskeln und Sehnen neigen weniger dazu, zu entzünden oder zu reißen. Vorbeugend helfen Dehnübungen sowohl vor als auch nach dem Sport. Das gilt auch für Aktivitäten, bei denen Personen viel laufen oder springen - ob beruflich oder in der Freizeit.
Wichtig sind auch die richtigen Schuhe. Durch das Tragen von Schuhen mit gutem Halt und guter Dämpfung lässt sich eine Entzündung der Plantarsehne vermeiden.
Um einer erneuten Plantarfasziitis vorzubeugen, ist es ratsam, nach einer erfolgreichen Behandlung dauerhaft spezielle Einlagen (Orthesen) in den Schuhen oder Tapes zur Stabilisierung zu verwenden. Übergewichtigen Personen raten Ärzte außerdem zu einer Gewichtsreduktion.
Muskelkrämpfe: Ursachen und Behandlung
Muskelkrämpfe sind plötzliche, unwillkürliche Kontraktionen eines oder mehrerer Muskeln. Sie können sehr schmerzhaft sein und treten häufig in den Waden, Oberschenkeln oder Füßen auf.
Ursachen von Muskelkrämpfen
Die genauen Ursachen von Muskelkrämpfen sind nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch mehrere Faktoren, die das Risiko für Muskelkrämpfe erhöhen können:
- Dehydration: Flüssigkeitsmangel kann zu einer Störung des Elektrolythaushaltes führen, was Muskelkrämpfe begünstigen kann.
- Elektrolytmangel: Ein Mangel an Elektrolyten wie Natrium, Kalium, Kalzium oder Magnesium kann ebenfalls Muskelkrämpfe verursachen.
- Muskelermüdung: Überanstrengung und Ermüdung der Muskeln können zu Krämpfen führen.
- Durchblutungsstörungen: Eine schlechte Durchblutung der Muskeln kann ebenfalls Krämpfe verursachen.
- Bestimmte Erkrankungen: Einige Erkrankungen wie Diabetes, Nierenerkrankungen oder Nervenerkrankungen können das Risiko für Muskelkrämpfe erhöhen.
- Medikamente: Einige Medikamente wie Diuretika oder Statine können Muskelkrämpfe als Nebenwirkung verursachen.
Behandlung von Muskelkrämpfen
Die Behandlung von Muskelkrämpfen hängt von der Ursache ab. In den meisten Fällen können Muskelkrämpfe jedoch durch einfache Maßnahmen gelindert werden:
- Dehnen: Dehnen des betroffenen Muskels kann helfen, den Krampf zu lösen.
- Massage: Massieren des betroffenen Muskels kann ebenfalls helfen, den Krampf zu lösen.
- Wärme: Auflegen einer warmen Kompresse oder ein warmes Bad kann die Muskeln entspannen und den Krampf lindern.
- Flüssigkeitszufuhr: Trinken von ausreichend Flüssigkeit, insbesondere Elektrolytlösungen, kann helfen, Dehydration und Elektrolytmangel auszugleichen.
- Schmerzmittel: Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln wie Ibuprofen oder Paracetamol kann helfen, die Schmerzen zu lindern.
In einigen Fällen kann es erforderlich sein, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache der Muskelkrämpfe abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Vorbeugung von Muskelkrämpfen
Es gibt mehrere Maßnahmen, die helfen können, Muskelkrämpfen vorzubeugen:
- Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, insbesondere während und nach dem Sport.
- Elektrolytzufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Zufuhr von Elektrolyten über die Ernährung oder durch Elektrolytlösungen.
- Regelmäßiges Dehnen: Dehnen Sie Ihre Muskeln regelmäßig, insbesondere vor und nach dem Sport.
- Vermeidung von Überanstrengung: Vermeiden Sie Überanstrengung und geben Sie Ihren Muskeln ausreichend Zeit zur Erholung.
- Geeignete Schuhe: Tragen Sie geeignete Schuhe, die Ihre Füße und Muskeln unterstützen.
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