AOK Tango als Therapie bei Parkinson: Aktiv bleiben und Lebensqualität verbessern

Die Parkinson-Krankheit stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. Neben den medizinischen Behandlungen rücken zunehmend alternative und ergänzende Therapieansätze in den Fokus, die darauf abzielen, die Lebensqualität zu verbessern und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Ein vielversprechender Ansatz ist der Tango Argentino, der in den letzten Jahren zunehmend als Therapieform bei Parkinson-Patienten eingesetzt wird.

Parkinson verstehen und bewältigen

Die Bewältigung der Parkinson-Krankheit ist oft ein Fulltimejob. Betroffene lernen erst nach und nach, Manager ihrer Erkrankung zu werden und den Umgang mit den Symptomen zu verbessern. Dabei werden sie von Fachleuten begleitet, die mit ihrem professionellen Blick und ihrer Erfahrung helfen, die Beschwerden zu lindern.

Die Rolle der Ernährung bei Parkinson

Eine ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Es gilt, auf ausreichende Flüssigkeit zu achten und die richtigen zeitlichen Abstände zwischen Medikamenten und Mahlzeiten einzuhalten. Die Parkinson Stiftung bietet dazu Informationen und Downloads zum Thema "Gesund genießen!".

Tango Argentino als Therapieform

Was macht Tango Argentino so besonders?

Der Tango Argentino ist mehr als nur ein Tanz. Er ist eine Form der Kommunikation, der Interaktion und des Ausdrucks. Die komplexen Schrittfolgen und die enge Verbindung zum Partner fordern Körper und Geist gleichermaßen. Gerade das Rückwärtsgehen im Tango schickt starke Impulse ans Gehirn.

Studien belegen positive Effekte

Studien haben gezeigt, dass Tango Argentino positive Auswirkungen auf Parkinson-Patienten haben kann. Er kann das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen oder bestehende Fähigkeiten erhalten. Die rhythmischen Bewegungen, die Interaktion mit dem Partner und der emotionale Ausdruck tragen dazu bei, die Lebensqualität zu verbessern.

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Tango-Tanzkurs für Parkinson-Patienten in Hannover

Ein Sat.1 Regional-Beitrag vom 11. berichtete über einen Tango-Tanzkurs für Parkinson-Patienten in Hannover. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Tango Argentino als Therapieform in der Praxis umgesetzt wird.

Seminare und Angebote

Es gibt verschiedene Seminare und Angebote, die sich speziell an Parkinson-Patienten richten, die Tango Argentino als Therapieform ausprobieren möchten. Ein Beispiel ist ein 4-tägiges Seminar im Tagungshaus des Bistums Aachen (Nell-Breuning-Haus) in Herzogenrath, bei dem weniger bekannte Methoden kennengelernt werden sollen, die helfen, aktiv zu bleiben, die Lebensqualität zu verbessern und eventuell das Fortschreiten der Parkinson-Erkrankung etwas zu bremsen. Die Tagung beginnt am Dienstag, den 14.10. um 14:00 Uhr und endet am Freitag, den 17.10. um 13:00 Uhr.

Weitere unterstützende Maßnahmen

Neben Tango Argentino gibt es noch weitere Maßnahmen, die Parkinson-Patienten unterstützen können:

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Flüssigkeit und den richtigen zeitlichen Abständen zwischen Medikamenten und Mahlzeiten ist wichtig.
  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung, auch außerhalb des Tangos, hilft, die Muskeln zu stärken und die Beweglichkeit zu erhalten.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann sehr hilfreich sein. Die Deutsche Parkinson Vereinigung ist eine Anlaufstelle für Betroffene und bietet Unterstützung und Informationen.
  • Verlässliche Gesundheitsinformationen: Das Bundesministerium für Gesundheit bietet unter gesund.bund.de verlässliche Gesundheitsinformationen zu Parkinson und anderen Erkrankungen.
  • Online-Angebote: Die Parkinson Online Akademie der Parkinson Stiftung bietet rund einstündige Vorträge zu diversen Themen und einen Newsletter. PARKINSonLINE e.V. ist eine Internet-Selbsthilfegruppe und bietet mit ihrer Parkipedia vielfältige Infos und Wissenswertes.

Tanzen als Therapie: Mehr als nur Bewegung

Tanzen ist mehr als nur Bewegung. Es ist eine Form der Kommunikation, des Ausdrucks und der Interaktion. Tanzen kann soziale Brücken bauen, Freundschaften, Liebe und sogar Frieden stiften. Es eröffnet eine andere Kommunikationsebene. Studien zeigen, dass wenn der eine die Bewegungen des anderen spiegelt, er den anderen als Teil seiner selbst aufnimmt. Es erwächst praktisch eine Einheit. Mit Tanz kann das ausgedrückt werden, was sich mit Worten nicht sagen lässt.

Die gesundheitlichen Vorteile des Tanzens

  • Stressabbau: Tanzen ist effektiver Stressabbau, der Spaß macht und jedem als Mittel zur Verfügung steht.
  • Gehirntraining: Je komplexer die Schrittfolgen sind, desto mehr Neuronen verknüpfen sich im Gehirn.
  • Gedächtnis und Konzentration: Neurotransmitter, spezielle Botenstoffe, die unter anderem das Gedächtnis stärken und für eine bessere Konzentrationsfähigkeit sorgen, werden aktiviert.
  • Soziale Interaktion: Tanzen fördert die soziale Interaktion und kann helfen, Isolation zu vermeiden.
  • Emotionale Ausdruckskraft: Tanzen ermöglicht es, Emotionen auszudrücken und zu verarbeiten.

Tipps für den Tanzeinstieg

  • Die Musik wirken lassen: Einfach der Musik zuhören und sie genießen.
  • Fokus auf Freude: Tanzen ist umso gesünder, je mehr Spaß es macht.
  • Geduld tanzt mit: Neues müssen wir erst erlernen, das gilt für komplexe Bewegungsabläufe ganz besonders.

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