Aorta Nerven Druck Ursachen: Ein umfassender Überblick

Die Aorta, die Hauptschlagader des menschlichen Körpers, spielt eine entscheidende Rolle bei der Versorgung aller Körperzellen mit Blut. Erkrankungen der Aorta, insbesondere Aneurysmen, können lebensbedrohliche Folgen haben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Aortenaneurysmen, wobei der Fokus auf dem Druck auf die Nerven und den daraus resultierenden Symptomen liegt.

Was ist ein Aortenaneurysma?

Ein Aortenaneurysma ist eine krankhafte Erweiterung oder Aussackung der Aortenwand. Diese Erweiterung kann in verschiedenen Abschnitten der Aorta auftreten, sowohl im Brustbereich (thorakales Aortenaneurysma) als auch im Bauchraum (abdominelles Aortenaneurysma). Aneurysmen entstehen, wenn die Gefäßwand an einer Stelle geschwächt ist und dem Druck des Blutflusses nicht mehr standhalten kann.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Entwicklung eines Aortenaneurysmas sind nicht vollständig geklärt, aber es gibt eine Reihe von Faktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Arteriosklerose: Bei 90 bis 95 Prozent der Betroffenen liegen Bluthochdruck und Arteriosklerose vor. Arteriosklerose, auch Gefäßverkalkung genannt, führt zu degenerativen Veränderungen der Gefäßwände, insbesondere der Arterien. Dabei lagern sich Blutfette, Blutgerinnsel, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden ab, was diese verhärtet und brüchiger macht.
  • Bluthochdruck: Ein über längere Zeit unkontrolliert erhöhter Blutdruck (Hypertonie) erhöht die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Aortenaneurysmas oder einer Aortendissektion.
  • Genetische Faktoren: Bei manchen Menschen begünstigen erblich bedingte Erkrankungen des Bindegewebes die Entstehung eines Aortenaneurysmas. Denn durch Bindegewebserkrankungen wie beispielsweise das Marfan-Syndrom oder das Ehlers-Danlos-Syndrom kommt es zu einem fehlerhaften Aufbau der Gefäßwände. Sie verlieren dadurch an Stabilität und dehnen sich leichter aus. Auch eine familiäre Häufung von Aneurysmen kann auf eine genetische Komponente hinweisen.
  • Alter: Das Risiko für ein Aortenaneurysma steigt mit dem Lebensalter. Der Grund ist, dass sich der Aufbau der Gefäßwand mit den Jahren verändert. Sie verliert an Elastizität und ist dadurch weniger in der Lage, den hohen Druck in der Hauptschlagader abzufangen.
  • Entzündungen: Eine Aortitis ist eine Entzündung der Aorta als Folge einer bakteriellen oder viralen Infektion. Auch bakterielle Infektionen sind manchmal an der Entstehung eines Aneurysmas ursächlich beteiligt. Die Infektion führt dazu, dass sich die Gefäßwand entzündet und sich schließlich so verändert, dass die Gefäßaussackung entsteht. Diese wird als mykotisches Aneurysma bezeichnet.
  • Weitere Risikofaktoren: Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und Rauchen.

Symptome und Nerven Druck

Ein Aortenaneurysma verläuft oft lange Zeit symptomlos. Viele Betroffene bemerken die Erkrankung erst, wenn das Aneurysma bereits eine erhebliche Größe erreicht hat oder Komplikationen auftreten. Symptome entstehen dadurch, dass das Aortenaneurysma eine gewisse Größe erreicht hat und auf andere Organe, Nerven oder Muskeln drückt.

Mögliche Symptome sind:

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  • Schmerzen: Starke Schmerzen in Rücken, Brust, Bauch und Flanken.
  • Schluckstörungen: Durch Einengung der Speiseröhre.
  • Atembeschwerden: Durch Druck auf die Atemwege.
  • Husten und Heiserkeit: Durch eingeengte Nerven im Kehlkopfbereich.
  • Pulsierendes Gefühl: Manche Personen bemerken auch ein pulsierendes Gefühl im Bauch oder in der Brust.

Der Druck auf die Nerven kann zu verschiedenen neurologischen Symptomen führen, abhängig davon, welche Nerven betroffen sind. So kann beispielsweise der Druck auf Nerven im Kehlkopfbereich zu Heiserkeit führen, während der Druck auf Nerven im Brustbereich Schmerzen oder Atemnot verursachen kann.

Komplikationen

Die gefährlichste Komplikation eines Aortenaneurysmas ist die Ruptur (das Platzen) der Aussackung. Reißt das Aortenaneurysma teilweise oder vollständig ein, haben die Betroffenen heftige, unerträglich starke Schmerzen im Brust- und Bauchraum. Eine Ruptur ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der sofortiger medizinischer Behandlung bedarf. Unbehandelt verbluten Betroffene innerlich.

Eine weitere Komplikation ist die Aortendissektion, bei der die innere Zellschicht der Aorta einreißt und das Blut in den entstehenden Spalt gelangt. Die Gefäßwand spaltet sich auf und die Betroffenen verspüren sehr starke Schmerzen. Eine operative Behandlung ist unbedingt notwendig.

Diagnose

Oftmals entdecken Ärzte und Ärztinnen ein Aortenaneurysma zufällig, beispielsweise bei einer Röntgenaufnahme des Herzens im Rahmen der Herzdiagnostik. Gelegentlich deuten auch ungewöhnliche (Herz-)Geräusche bei einer Untersuchung mit dem Stethoskop auf die Erkrankung hin. Bei schlanken Menschen ist es manchmal ebenfalls beim Abtasten des Bauches spürbar.

Die Diagnose Aortenaneurysma stellen Fachärzte und Fachärztinnen in der Regel durch bildgebende Verfahren. Hier bringen - ähnlich wie bei Herzuntersuchungen - Ultraschall, CT oder MRT und manchmal auch ergänzend die Angiographie Klarheit.

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Behandlung

Die Therapie eines Aortenaneurysmas hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe des Aneurysmas, das Wachstum, die Lokalisation und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

  • Überwachung: Kleine Aneurysmen mit geringem Risiko werden in der Regel regelmäßig kontrolliert. Oft ist ein Ultraschall alle sechs bis zwölf Monate ausreichend. Falls nötig, verschreiben Mediziner und Medizinerinnen zusätzlich passende Medikamente gegen Bluthochdruck (Betablocker), um den Druck auf die Gefäßwände zu reduzieren. Bei Rauchern ist eine Nikotinentwöhnung unumgänglich, um den strapazierten Gefäßen nicht noch weitere Schäden zuzufügen.
  • Operation: Bei einem Aortenaneurysma von mehr als fünf Zentimetern Durchmesser sollten Sie einen operativen Eingriff (OP) unbedingt in Erwägung ziehen. Im Falle eines vorliegenden Marfan-Syndroms raten Fachleute wegen des höheren Risikos einer Ruptur unter Umständen auch schon früher zu einer Operation.

Es gibt zwei verschiedene Operationsmethoden:

  • Offene Operation: Hierbei wird der verschlissene, ausgedehnte Gefäßteil durch ein künstliches Geweberohr ersetzt. Für die Operation müssen Chirurgen und Chirurginnen den Brustkorb öffnen, die Patienten und Patientinnen sind während der Operation an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen.
  • Kathetergestützte Operation (endovaskuläre Therapie): Hierbei schieben Chirurg und Chirurginnen eine Gefäßprothese (Stent) über die Leiste bis an die Stelle des Aortenaneurysmas. Die betroffene Gefäßwand wird also von innen geschient und auf diese Weise das Aneurysma überbrückt. Der Eingriff findet unter örtlicher Betäubung statt.

Vorbeugung

Um das Risiko für die Entwicklung eines Aneurysmas so gering wie möglich zu halten, können Sie einiges tun. Folgende Maßnahmen reduzieren nicht nur das Risiko für ein Aortenaneurysma, sondern können sich beispielsweise auch auf eine Herzinsuffizienz oder koronare Herzkrankheit positiv auswirken:

  • Raucherentwöhnung
  • Regelmäßige Bewegung
  • Gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Übergewicht reduzieren
  • Stress möglichst vermeiden
  • Regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Blutfett- und Blutzuckerwerten
  • Sinnvoll sind außerdem regelmäßige Ultraschall-Vorsorgeuntersuchungen.

Akute Erkrankungen der Aorta

Akute Erkrankungen der Aorta, darunter auch das akute Aortensyndrom, umfassen verschiedene, plötzlich auftretende Krankheitsbilder. Diese sind häufig mit heftigen Schmerzen verbunden und stellen meist eine Notfallsituation dar. Die akute Aortendissektion Typ A ist einer der dringlichsten Notfälle in der Herzchirurgie.

Aortendissektion

Wenn die innere Auskleidung der Hauptschlagader (Aorta) einreißt und das Blut in die Gefäßwand eindringt, spricht man von einer Aortendissektion. Typisches Symptom sind plötzliche und heftige Schmerzen in Brust oder Rücken, die oft als reißend empfunden werden. Bei einem Riss der Aorta nahe am Herzen ist eine rasche Operation nötig.

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Genetische Besonderheiten

Anatomische Besonderheiten des Herzens oder der Blutgefäße können das Risiko für das Auftreten von aortalen Erkrankungen bzw. Diese anatomische Besonderheit tritt familiär gehäuft auf. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen. Die Aortenklappe besteht normalerweise aus drei Klappenanteilen. Bei Menschen mit einer bikuspiden Aortenklappe sind zwei der drei Klappentaschen miteinander verschmolzen, sodass deren Aortenklappe aus zwei unterschiedlich großen Teilen besteht. Diese veränderte Struktur führt zu einer frühzeitigen Verkalkung, Verdickung und Verengung der Aortenklappe. Die der Aortenklappe nachfolgende aufsteigende Aorta ist hierbei oft dünnwandig. Die Einengung kann unterschiedlich schwer ausgeprägt sein. Bei der Aortenisthmusstenose liegt eine angeborene Engstelle im Bereich des Aortenbogens bzw. am Ende des Aortenbogens vor. Bei sieben Prozent aller angeborenen Herzfehler und bei bis zu 20 Prozent aller Patienten mit Turner-Syndrom tritt diese anatomische Fehlbildung auf.

Mid-Aortic-Syndrom

Das Mid-Aortic-Syndrom ist ein sehr seltenes Krankheitsbild, das bei genetischen Erkrankungen beschrieben ist (Alagille-Syndrom, Williams-Beuren-Syndrom). In 60 Prozent der Fälle tritt es ohne fassbare Ursache (idiopathisch) auf. Das Mid-Aortic-Syndrom wird auch als abdominale Aortenisthmusstenose bezeichnet, da die Bauchaorta und deren große Gefäßabgänge verengt sind. Vor und nach der Engstelle kann es zu einer Aufweitung und Schwächung der Aortenwand (Aortenaneurysma) kommen. In Verbindung mit einem hohen Blutdruck besteht ein erhöhtes Risiko einer Aortendissektion.

Genetisch bedingte Bindegewebserkrankungen

Bei genetisch bedingten Bindegewebserkrankungen wird in der Struktur verändertes Kollagen und Elastin gebildet, das den dreischichtigen Wandaufbau der Aorta schwächt. Das Marfan-Syndrom betrifft Männer und Frauen. Pro Jahr wird eines von 3.000 Kindern mit dieser vererbbaren Bindegewebserkrankung geboren. Die Genmutation betrifft das FBN1-Gen, das die Produktion einer strukturschwachen Version des Proteins Fibrillin-1 veranlasst. Das Bindegewebe, das von diesem Protein mitunter gebildet wird, ist wesentlich schwächer, als bei Menschen ohne diese genetische Besonderheit. Von dieser Bindegewebsschwäche sind vorrangig Gelenke, Sehnen, das Auge und die Aortenwand betroffen.

Turner-Syndrom

Das Turner-Syndrom ist eine genetische Erkrankung, bei der es zu einer Funktionseinschränkung oder zum vollständigen Verlust eines X-Chromosoms kommt. Betroffen sind ausschließlich Frauen. Jährlich trägt eines von 3.000 neugeborenen Mädchen diese Besonderheit in ihrem Erbgut. Die Ausprägung der Symptome kann je nach genetischem Befund unterschiedlich stark sein, und geht mit Kleinwüchsigkeit, Fehlbildungen der Nieren und einer ausbleibenden Pubertät einher. Das Risiko für aortale Erkrankungen (Aortenaneurysmen, -dissektion, -ruptur) ist durch genetisch bedingte Fehlbildungen der Blutgefäße erhöht.

Ehlers-Danlos-Syndrom

Das Ehlers-Danlos-Syndrom beschreibt eine Gruppe von vererbbaren Bindegewebserkrankungen, die Männer und Frauen betreffen kann. Etwa eines von 50.000 Kindern kommt pro Jahr mit dieser genetischen Besonderheit auf die Welt. Es handelt sind um mehrere genetische Defekte, die den Kollagenstoffwechsel beeinflussen. Kollagen ist ein strukturgebendes Protein, das in der fehlerhaften Version zu der, für das Syndrom typischen Überbeweglichkeit und Überdehnbarkeit der Gelenke führt. Sowohl die Haut als auch die Blutgefäße der Betroffenen sind sehr verletzlich.

Loeys-Dietz-Syndrom

Eines von 100.000 Kindern wird jährlich mit dieser genetischen Besonderheit geboren. Das Loeys-Dietz-Syndrom entsteht durch Mutationen in zwei Genen. Klinisch ähnelt dieses Syndrom dem Marfan-Syndrom, jedoch sind die Augen nicht betroffen. Die Haut ist, wie beim Ehlers-Danlos-Syndrom, leicht verletzlich. Charakteristisch ist das Vorliegen einer Gaumenspalte bzw. eines gespaltenen Gaumenzäpfchens (Uvula bifida). Die Fehlbildungen im Blutgefäßsystem sind bei den Betroffenen umfangreich. Im gesamten Körper verlaufen streckenweise geweitete oder gedehnte Arterien, in denen sich im Verlauf Aneurysmen bilden. Typisch sind gewundene Arterien, die besonders im Halsbereich auftreten. Bei 95 Prozent der Betroffenen findet sich ein Aneurysma im Bereich der Aortenwurzel.

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