In Paderborn und der umliegenden Region gibt es verschiedene Wohnangebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen, einschließlich Epilepsie, zugeschnitten sind. Diese Angebote reichen von inklusiven Wohnprojekten bis hin zu Einrichtungen mit besonderer Wohnform und ambulanter Betreuung. Ziel ist es, ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in einer unterstützenden Umgebung zu ermöglichen.
Inklusive Wohnprojekte als Vorbild für Integration
Das Pontanus-Carré im Paderborner Riemeke-Viertel ist ein Vorzeigeprojekt für Inklusion. Seit seiner Eröffnung leben hier Menschen mit und ohne Behinderung unter einem Dach. Das Konzept sieht vor, dass jeder Bewohner, unabhängig von seinem Unterstützungsbedarf, eine eigene Wohnung mietet. Bethel Regional übernimmt dieAlltagsbegleitung. Dieses Modell fördert die Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Ähnlich verhält es sich mit dem inklusiven Wohnprojekt "Unterstütztes Wohnen Hövelhof". Bethel.regional mietet hier 25 von 31 barrierefreien Wohnungen, die an Menschen mit komplexen Mehrfachbehinderungen sowie Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen vermietet werden. Die zentrale Lage des Projekts ermöglicht es den Bewohnern, am Leben der Gemeinde teilzunehmen.
Barrierefreie Wohneinheiten mit technischer Unterstützung
In Bad Driburg entsteht ein neues Wohngebäude der SeWo im geförderten Wohnungsbau. Von den 16 barrierefreien Wohneinheiten sind 13 für Menschen mit Behinderungen vorgesehen, darunter drei rollstuhlgerechte Wohnungen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Möglichkeit, Wohnraum für Eltern mit Behinderung und Kind zu schaffen. Alle Wohnungen werden mit einer KNX-Verkabelung ausgestattet, die eine individuelle Steuerung ermöglicht. Spezifische Bedarfe, wie sie bei Epilepsie auftreten können, werden durch technische Möglichkeiten der Sturz- oder Anfallerkennung berücksichtigt. Ein Serviceruf ermöglicht die Kontaktaufnahme mit einem Betreuungsdienstleister und bietet den Mietern zusätzliche Sicherheit. Die zentrale Lage in der Nähe der Fußgängerzone und des Kurparks ermöglicht es den Bewohnern, selbstständig Einkäufe zu erledigen, Ärzte aufzusuchen und an kulturellen Angeboten teilzunehmen.
Wohnverbünde und Teilhabezentren
Der LWL-Wohnverbund Paderborn bietet eine Vielzahl von Standorten im Stadtzentrum. Die Einrichtungen sind nach dem Konzept der Teilhabezentren (THZ) organisiert. Ein THZ bietet neben der "besonderen Wohnform" und der "Assistenz in eigener Häuslichkeit" auch umfassende und niedrigschwellige tagesgestaltende und tagesstrukturierende Angebote an. Die Besonderheit der ambulanten Angebote liegt im Wohnen in einer Gastfamilie. Dieses Angebot richtet sich an Menschen mit einer Behinderung (psychisch, geistig, körperlich), denen die Betreuung in einer besonderen Wohnform zu viel und eine Betreuung im Rahmen der eigenen Häuslichkeit zu wenig Unterstützung und Sicherheit bietet. Die Gastfamilie unterstützt mit Begleitung des Fachdienstes eine weitgehend selbstbestimmte und eigenständige Lebensführung in einer Familie.
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Die Teilhabezentren des LWL-Wohnverbundes Paderborn sind:
- THZ Franziskanergasse: Betreuung von Menschen, bei denen die psychische Erkrankung im Vordergrund steht. Angeboten wird Wohnen und Betreuung in Gemeinschaft und in 2er WG`s.
- THZ Grünebaumstraße: Begleitung von Menschen, bei denen zum Teil eine komplexere psychische Erkrankung im Vordergrund steht.
- THZ Goldgrund: Begleitung von Menschen, bei denen eine Suchterkrankung im Vordergrund steht.
Individuelle Betreuung und Tagesgestaltung
Ein wichtiger Aspekt der Betreuungsarbeit ist die Schaffung einer sinnstiftenden Tagesstruktur. Die Bewohner können sich an den Routineaufgaben des Haushalts beteiligen, sich für die Instandhaltung des Hauses verantwortlich fühlen, Einkäufe erledigen, die Lagerhaltung und Küche unterstützen oder den Garten bewirtschaften. Zum Bildungsauftrag gehören Kurse und Seminare wie Brandschutzunterweisungen, Erste Hilfe-Kurse, Entspannungstrainings, Naturerkundungen und der Besuch kultureller Veranstaltungen.
Fachkonzepte und Qualität der Betreuung
Die Qualität der Arbeit und das fachliche Handeln der Mitarbeitenden orientieren sich an geltenden Fachkonzepten. Dazu gehören:
- Recovery: Der Ansatz geht davon aus, dass Menschen mit einer psychischen und/oder Suchterkrankung trotz Einschränkungen ein erfülltes Leben führen können.
- Sozialraumorientierung: Die Arbeit findet nicht isoliert von der Umgebung statt, sondern berücksichtigt den Kontext, in dem die Klienten leben.
- Teilhabezentren: Die Einrichtungen bieten eine 24-Stunden-Erreichbarkeit von Mitarbeitenden und ansprechende Tagesstrukturangebote.
Weitere Wohnangebote und Unterstützung
Neben den genannten Beispielen gibt es weitere Einrichtungen und Dienste, die Menschen mit Epilepsie und anderen Behinderungen in Paderborn und Umgebung unterstützen. Dazu gehören:
- Wohnen im Pontanus-Carré: Das Wohnangebot in der Pontanusstraße zeichnet sich durch barrierefreies Wohnen in einem attraktiven Stadtteil aus.
- Diana-Klinik (Hilchenbach), Reha- u Akutklinik (Bad Neustadt), VAMED Klinik Geesthacht: Dies sind Beispiele für Kliniken, die neurologische Rehabilitation anbieten.
- Angebote der Paderborner Schloßwerkstätten, der Caritas und anderer sozialer Träger: Diese Organisationen bieten Wohn- und Freizeitangebote im Kreis Paderborn.
Zielgruppen und Leistungen
Die Angebote richten sich an erwachsene Personen mit einer Intelligenzminderung und/oder einer körperlichen Behinderung und z.T. komplexen Beeinträchtigungen, auch in Kombination mit zusätzlichem Assistenzbedarf in den Bereichen Epilepsie, Autismus, psychischen Erkrankungen oder herausforderndem Verhalten. Ziel ist es, ein weitgehend selbstbestimmtes Leben innerhalb und außerhalb der Einrichtung zu unterstützen, fördern und begleiten. Dabei sind der Erhalt der persönlichen Fähigkeiten, die Mitbestimmung in allen Bereichen der Einrichtung und eine umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sehr wichtig.
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