Lokalanästhesie ist im Allgemeinen ein sicheres Verfahren, aber wie bei jeder medizinischen Behandlung können Komplikationen auftreten. Eine seltene, aber mögliche Komplikation ist, dass der Arzt versehentlich in einen Nerv spritzt. Dieser Artikel untersucht, was zu tun ist, wenn dies passiert, welche Risiken bestehen und wie man damit umgehen kann.
Lokalanästhesie: Ein Überblick
Eine Lokalanästhesie ist eine örtliche Betäubung, bei der ein begrenzter Körperbereich betäubt wird, indem die Schmerzweiterleitung der Nerven unterbrochen wird. Anders als bei einer Narkose bleibt der Patient bei vollem Bewusstsein, verspürt jedoch keine Schmerzen. Es gibt verschiedene Arten der Lokalanästhesie, darunter die Oberflächenanästhesie, die Infiltrationsanästhesie und die Regionalanästhesie.
Arten der Lokalanästhesie
- Oberflächenanästhesie: Das betäubende Medikament wird direkt auf die Haut oder Schleimhaut aufgetragen.
- Infiltrationsanästhesie: Das Lokalanästhetikum wird über eine Kanüle in die Haut oder das Gewebe gespritzt.
- Regionalanästhesie (Leitungsanästhesie): Gezielt wird ein Nerv oder sogar mehrere Nerven komplett blockiert und betäubt.
Mögliche Komplikationen bei Lokalanästhesie
Im Allgemeinen wird die Lokalanästhesie sehr gut vertragen. Schwerwiegende Komplikationen nach einer zahnärztlichen Betäubung liegen bei unter eins bei einer Million Spritzen. Zu den möglichen Komplikationen gehören:
- Schmerzende Einstichsstelle
- Lokale Infektion durch Verschleppung von Keimen aus dem Speichel in das Gewebe
- Fraktur der Kanüle
- Verletzung von Blutgefäßen
- Eigenverletzung der anästhesierten Bereiche
- Langfristig andauerndes Taubheitsgefühl in dem anästhesierten Bereich
- Psychisch ausgelöste Reaktionen
- Überempfindlichkeit oder allergische Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock
Was passiert, wenn der Arzt in den Nerv spritzt?
Es ist möglich, dass während einer Infiltrationsanästhesie die Kanülenspitze auf eine Nervenfaser trifft. Dies wird von Patienten als ein blitzartiger Schmerz oder wie ein Elektroschock wahrgenommen. Wenn bei einer PRT-Injektion (Periradikuläre Therapie) versehentlich der Nerv direkt getroffen wird, kann dies verschiedene Auswirkungen haben, die von vorübergehendem Schmerz bis hin zu möglichen Nervenschädigungen reichen.
Symptome einer Nervenverletzung
- Blitzartiger Schmerz oder ein Gefühl wie ein Elektroschock
- Taubheitsgefühl
- Kribbeln
- Schwäche
- Schmerzen, die über die Injektionsstelle hinausgehen
Was tun, wenn der Arzt in den Nerv gespritzt hat?
- Sofort informieren: Teilen Sie dem Arzt sofort mit, wenn Sie während der Injektion einen stechenden Schmerz oder ein elektrisches Gefühl verspüren.
- Beobachtung: Der Arzt wird die Reaktion beobachten und entscheiden, ob weitere Maßnahmen erforderlich sind.
- Dokumentation: Notieren Sie sich alle Symptome, die nach der Injektion auftreten, und informieren Sie Ihren Arzt darüber.
- Neurologische Untersuchung: Wenn die Symptome anhalten oder sich verschlimmern, kann eine neurologische Untersuchung erforderlich sein, um das Ausmaß der Nervenverletzung festzustellen.
- Schmerzmanagement: Schmerzmittel und andere Therapien können helfen, die Beschwerden zu lindern.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Funktion des betroffenen Nervs wiederherzustellen.
- Weitere Behandlung: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Nerv zu reparieren.
Periradikuläre Therapie (PRT) und Nervenverletzungen
Die Periradikuläre Therapie (PRT) ist eine Behandlungsoption zur wirkungsvollen Behandlung von Rückenschmerzen. Bei diesem radiologischen Verfahren werden Medikamente wie Cortison oder Hyaluronsäure mit einer Spritze unter computertomografischer Kontrolle in den Bereich der Nervenwurzeln der Wirbelsäule injiziert.
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Risiken der PRT
Obwohl die PRT im Allgemeinen als sicher gilt, besteht ein geringes Risiko für Nebenwirkungen und unerwünschte Reaktionen. Selten kann durch die PRT-Spritze der Nerv getroffen werden. In der Regel beruhigt sich der getroffene Nerv innerhalb weniger Tage.
Was passiert, wenn man bei einer PRT den Nerv trifft?
Wenn bei einer PRT-Injektion versehentlich der Nerv direkt getroffen wird, kann dies verschiedene Auswirkungen haben, die von vorübergehendem Schmerz bis hin zu möglichen Nervenschädigungen reichen. Diese Symptome verschwinden oft wieder, sobald die Nadel aus dem Gefahrenbereich entfernt wird und die lokale Reizung abklingt.
Umgang mit langfristigen Folgen
In den meisten Fällen sind Nervenverletzungen durch Injektionen vorübergehend und heilen von selbst. Es gibt jedoch Fälle, in denen die Symptome anhalten oder chronisch werden.
Mögliche langfristige Folgen
- Chronische Schmerzen
- Taubheitsgefühl
- Kribbeln
- Schwäche
- Eingeschränkte Beweglichkeit
Was kann man tun?
- Schmerzmanagement: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, chronische Schmerzen zu behandeln, darunter Medikamente, Physiotherapie und alternative Therapien.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Funktion des betroffenen Nervs wiederherzustellen und die Beweglichkeit zu verbessern.
- Psychologische Unterstützung: Chronische Schmerzen können sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Psychologische Unterstützung kann helfen, mit den emotionalen Auswirkungen der Schmerzen umzugehen.
- Alternative Therapien: Einige Menschen finden Linderung durch alternative Therapien wie Akupunktur, Massage oder Yoga.
Vermeidung von Nervenverletzungen
Obwohl Nervenverletzungen bei Injektionen selten sind, gibt es Maßnahmen, die Ärzte ergreifen können, um das Risiko zu minimieren:
- Sorgfältige Technik: Eine sorgfältige Injektionstechnik kann helfen, Nervenverletzungen zu vermeiden.
- Bildgebende Verfahren: Bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder CT können helfen, die Nadel genau zu platzieren und Nerven zu vermeiden.
- Kommunikation: Eine offene Kommunikation mit dem Patienten während des Eingriffs kann helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen.
Rechtliche Aspekte
Wenn es zu einer Nervenverletzung aufgrund einer unsachgemäßen Injektion kommt, kann dies rechtliche Konsequenzen haben. Es ist ratsam, sich in solchen Fällen rechtlich beraten zu lassen.
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Wann liegt ein Behandlungsfehler vor?
Ein Behandlungsfehler liegt vor, wenn ein Arzt gegen die allgemein anerkannten medizinischen Standards verstößt und dadurch ein Schaden entsteht.
Was kann man tun?
- Dokumentation: Sammeln Sie alle relevanten Dokumente, wie z. B. Behandlungsunterlagen und Arztberichte.
- Rechtliche Beratung: Wenden Sie sich an einen Anwalt, der auf Medizinrecht spezialisiert ist.
- Gutachten: Ein medizinisches Gutachten kann helfen, festzustellen, ob ein Behandlungsfehler vorliegt.
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