Aszites bei Hirntumoren: Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsoptionen

Aszites, auch bekannt als Bauchwassersucht, ist eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Obwohl Aszites häufig mit Lebererkrankungen in Verbindung gebracht wird, kann er auch bei Krebspatienten auftreten, insbesondere bei solchen mit fortgeschrittenen Tumoren oder Metastasen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsoptionen von Aszites im Zusammenhang mit Hirntumoren und anderen Krebserkrankungen.

Einführung

Aszites ist definiert als die Ansammlung von größeren Mengen von Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Während Lebererkrankungen die häufigste Ursache für Aszites sind, kann er auch als Folge von Krebserkrankungen auftreten. Bei Krebspatienten deutet Aszites oft auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin, bei der sich der Tumor bereits ausgebreitet und Metastasen gebildet hat, beispielsweise im Bauchfell oder in der Leber. Es ist wichtig zu verstehen, dass Aszites nicht immer auf einen Tumor zurückzuführen ist; in etwa neun von zehn Fällen liegt eine andere Ursache vor, meist ein Leberschaden. Einige Betroffene erfahren erst durch den Nachweis von Aszites, dass sie an Krebs erkrankt sind.

Ursachen von Aszites bei Krebserkrankungen

Aszites bei Krebserkrankungen, auch maligner Aszites genannt, kann durch verschiedene Mechanismen entstehen:

  • Metastasierung ins Bauchfell oder die Leber: Krebszellen, die sich im Bauchfell (Peritonealkarzinose) oder in der Leber angesiedelt haben, können die Produktion von Bauchwasser erhöhen oder dessen Abfluss behindern.
  • Obstruktion der Lymphgefäße: Tumorzellen können die Lymphgefäße blockieren, die normalerweise Flüssigkeit aus der Bauchhöhle abtransportieren, was zu einer Ansammlung von Flüssigkeit führt.
  • Erhöhte Gefäßpermeabilität: Tumorzellen können Botenstoffe freisetzen, die die Blutgefäße durchlässiger machen, wodurch mehr Flüssigkeit aus den Gefäßen in die Bauchhöhle austritt.
  • Druckerhöhung in der Pfortader: Lebermetastasen können den Druck in der Pfortader erhöhen, was zu einem vermehrten Austritt von Flüssigkeit in die Bauchhöhle führt.
  • Direkte Flüssigkeitsproduktion durch Tumorzellen: In einigen Fällen können die Tumorzellen selbst Flüssigkeit produzieren, die sich in der Bauchhöhle ansammelt.

Es wird angenommen, dass ein Aszites entsteht, wenn mehrere dieser Ursachen gleichzeitig auftreten.

Aszites bei CUP-Syndrom

Siedeln sich Tumorzellen eines unbekannten Primärtumors am Bauchfell an, kann es zur Entwicklung einer Bauchwassersucht (Aszites) kommen.

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Aszites bei Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL)

Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) sind bösartige Erkrankungen des lymphatischen Systems. Bei Patienten mit einem NHL kann es auch zu einem Befall der Hirnhäute kommen; Kopfschmerzen, Gesichtslähmungen, Sehstörungen und/oder Erbrechen können die Folge sein.

Symptome von Aszites

Viele Betroffene bemerken zunächst wenig von einem beginnenden Aszites. Symptome treten oft erst auf, wenn sich mehrere Liter Flüssigkeit in der Bauchhöhle angesammelt haben. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Zunahme des Bauchumfangs: Dies ist oft das erste und auffälligste Zeichen.
  • Völlegefühl und Blähungen: Die Flüssigkeitsansammlung kann zu einem unangenehmen Völlegefühl und Blähungen führen.
  • Appetitlosigkeit: Der Druck auf die Organe kann den Appetit reduzieren.
  • Übelkeit und Erbrechen: Infolge des Drucks auf den Magen-Darm-Trakt können Übelkeit und Erbrechen auftreten.
  • Verstopfung: Der Druck auf den Darm kann zu Verstopfung führen.
  • Atemnot: Der Druck auf die Lunge kann die Atmung erschweren.
  • Eingeschränkte Beweglichkeit: Die Flüssigkeitsansammlung kann die Beweglichkeit einschränken.
  • Schmerzen: Langfristig können Schmerzen im Bauchraum auftreten.
  • Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen oder Geschlechtsorganen: Bei einigen Patienten kann der Lymphabfluss aus dem Unterkörper beeinträchtigt sein, was zu Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen oder Geschlechtsorganen führt.

Diagnose von Aszites

Die Diagnose von Aszites umfasst in der Regel die folgenden Schritte:

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt kann durch Abtasten und Abklopfen des Bauches größere Mengen Aszites erkennen.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie): Mit Hilfe von Ultraschall können auch geringe Mengen Flüssigkeit im Bauchraum sichtbar gemacht werden.
  • Aszitespunktion (Parazentese): Bei diesem Eingriff wird eine Probe des Bauchwassers entnommen und im Labor untersucht. Die Untersuchung der Flüssigkeit kann helfen, die Ursache des Aszites zu bestimmen und Krebszellen nachzuweisen.

Die entnommene Flüssigkeit wird im Labor untersucht, um festzustellen, ob Krebszellen vorhanden sind. Finden sich Krebszellen in der Flüssigkeit, handelt es sich eindeutig um malignen Aszites. Sind keine Tumorzellen nachweisbar, ist ein maligner Aszites jedoch noch nicht ausgeschlossen. Dann sind weitere Untersuchungen notwendig.

Weitere Untersuchungsmethoden sind beispielsweise eine Bauchspiegelung oder eine Spiegelung von Magen oder Darm, jeweils mit der Entnahme von Gewebeproben (Biopsie).

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Behandlung von Aszites

Die Behandlung von Aszites zielt in erster Linie darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die spezifischen Behandlungsoptionen hängen von der Ursache des Aszites, dem Allgemeinzustand des Patienten und dem Stadium der Krebserkrankung ab.

  • Aszitespunktion (Parazentese): Dies ist die häufigste und schnellste Methode, um die Flüssigkeit aus der Bauchhöhle zu entfernen und die Beschwerden zu lindern. Bei diesem Eingriff wird eine Nadel in die Bauchhöhle eingeführt, um die Flüssigkeit abzuleiten. Die Wirkung hält allerdings nur Tage bis wenige Wochen an, weil sich Bauchwasser nachbildet.
  • Dauerdrainagesysteme: Für Patienten, bei denen häufige Punktionen erforderlich sind, kann ein Dauerdrainagesystem eine Option sein. Dabei wird ein Katheter dauerhaft in der Bauchhöhle platziert, so dass die Flüssigkeit regelmäßig abgeleitet werden kann, ohne dass jedes Mal eine neue Punktion erforderlich ist.
  • Diuretika: Diese Medikamente fördern die Ausscheidung von Flüssigkeit über die Nieren und können helfen, die Flüssigkeitsmenge im Bauchraum zu reduzieren. Allerdings sind Diuretika nicht immer wirksam bei malignem Aszites und können Nebenwirkungen haben.
  • Chemotherapie: Wenn der Aszites durch Metastasen verursacht wird, kann eine Chemotherapie zur Verkleinerung der Tumoren und zur Reduzierung der Flüssigkeitsbildung beitragen.
  • Intraperitoneale Chemotherapie: Bei dieser Methode wird die Chemotherapie direkt in die Bauchhöhle verabreicht, um Krebszellen im Bauchfell zu bekämpfen.
  • Shunts: In seltenen Fällen kann ein Shunt eingesetzt werden, um die Flüssigkeit aus der Bauchhöhle in ein Blutgefäß umzuleiten.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig, um den Körper zu stärken und Mangelerscheinungen vorzubeugen. Bei Appetitmangel können Gerichte mit Butter oder Öl angereichert werden.

Komplikationen von Aszites

Eine seltene, aber gefährliche Komplikation von Aszites ist die spontane bakterielle Peritonitis (SBP), eine Infektion des Bauchfells mit Bakterien. Symptome einer SBP sind Bauchschmerzen, Fieber und eine Verschlechterung des Allgemeinzustands. Eine SBP erfordert eine sofortige Behandlung mit Antibiotika.

Palliativmedizinische Versorgung

Da Aszites bei Krebserkrankungen oft ein Zeichen für eine fortgeschrittene Erkrankung ist, spielt die Palliativmedizin eine wichtige Rolle. Die Palliativmedizin konzentriert sich auf die Linderung von Symptomen, die Verbesserung der Lebensqualität und die Unterstützung von Patienten und ihren Familien.

Umgang mit der Erkrankung

Aszites kann für Patienten und ihre Angehörigen eine belastende Erkrankung sein. Es ist wichtig, sich über die Erkrankung zu informieren, Unterstützung von medizinischem Fachpersonal, psychosozialen Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen zu suchen.

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