Die menschliche Physiologie ist ein komplexes System, das ständigen Veränderungen unterliegt. Besonders faszinierend ist der Aufwachprozess des Gehirns, der von einer Vielzahl interner und externer Faktoren beeinflusst wird. Dieser Artikel beleuchtet die physiologischen Grundlagen des Aufwachprozesses, die Rolle der Schumann-Resonanz, die Bedeutung der Schlafzimmertemperatur und die Auswirkungen von Schlafstörungen.
Die Physiologischen Grundlagen des Aufwachprozesses
Der Aufwachprozess ist ein komplexer Übergang von einem Zustand reduzierter Bewusstheit und Aktivität im Schlaf zu einem Zustand voller Wachheit und kognitiver Leistungsfähigkeit. Dieser Übergang wird von einer Vielzahl physiologischer Prozesse gesteuert, die im Gehirn und im Körper ablaufen.
Schlafphasen und ihre Bedeutung
Jeder Mensch durchläuft im Schlaf verschiedene Schlafphasen, die sich in REM-Phase und NREM-Phase unterteilen lassen. Schlafforscher haben die Abkürzungen gewählt, weil sich die Augen von Schläfern in der Traumphase sehr schnell bewegen: Rapid Eye Movement = REM. Die NREM-Phase ist nochmals in vier Bereiche unterteilt: Zwei Leichtschlafphasen und zwei Tiefschlafphasen. Jede dieser Phasen ist für den erholsamen Schlaf wichtig. Die Muskelanspannung verändert sich, die Verdauungstätigkeit, der Blutdruck auch - im Tiefschlag sinkt er ab. Hat der Körper alle Schlafphasen durchlaufen, bereitet er sich auf das Aufwachen vor. Die Temperatur steigt an, der Magen wird stärker durchblutet, Hunger setzt ein. Damit ist die Nacht offiziell zu Ende. Im Aufwachprozess steigt auch der Cortisolspiegel an, damit der Körper einsatzbereit ist.
Hormone und Neurotransmitter
Verantwortlich dafür sind zwei Schlüssel-Hormone: Cortisol und Melatonin. Und damit kommt schon ein grundlegender Punkt der Schlafhygiene: Melatonin wird im Gehirn in der Zirbeldrüse gebildet. Diese Drüse ist über den Sehnerv direkt mit den Augen verbunden. Das bedeutet: Für den gesunden Schlaf wird nur ausreichend Melatonin gebildet, wenn es dunkel genug ist. Deshalb: Wer bis kurz vor dem Schlafen gehen noch auf den hellen Bildschirm des Fernsehers, Computers oder Smartphones starrt, suggeriert seinem Gehirn und damit der Zirbeldrüse was?
Cortisol ist der Gegenspieler von Melatonin. Ist mehr Cortisol als Melatonin im Blut, kann die Müdigkeit nicht kommen. Besteht also Aktivität, Stress, nervliche Anspannung oder sonstiger Druck, dann produzieren die Nebennieren gezwungenermaßen selbst abends noch Cortisol.
Lesen Sie auch: Faszination Nesseltiere: Wie sie ohne Gehirn leben
Die Rolle der Körpertemperatur
Die Körperkerntemperatur ist im Schnitt zwischen 18 und 21 Uhr am höchsten und zwischen 2 und 6 Uhr ihr Minimum durchschreitet. Die Einschlafbereitschaft ist am größten, wenn die Körperkerntemperatur sinkt. Die Schlafdauer ist am längsten, wenn man direkt nach dem Höhepunkt der eigenen Körperkerntemperatur ins Bett geht und wenn die Schlafumgebung thermoneutral ist. Im Tiefschlaf und in den Traumphasen reagiert der Körper auf Temperaturschwankungen deutlich langsamer (Neigung zur Poikilothermie), d.h. es muss in ihm erst ein „Aufwachprozess“ der entsprechenden Regulierungssysteme stattfinden. Somit wird der Schlaf durch schwankende, durch zu hohe oder zu niedrige Umgebungstemperaturen teilweise gestört! Aus diesem Grund ist eine thermoneutrale Umgebung so wichtig.
Schlafstörungen und ihre Auswirkungen
Menschen mit Schlafstörungen spüren die negativen Auswirkungen schnell in allen Bereichen des Alltags. Aber Schlafprobleme und nächtliche Durchschlafstörungen müssen nicht andauern. Wie unverzichtbar ausreichender Schlaf ist, zeigt allein schon die tief verwurzelte und bekannte Volksweisheit: Wie man sich bettet, so liegt man.
Der Einfluss der Schumann-Resonanz
Die Schumann-Resonanz ist ein globales elektromagnetisches Phänomen, das durch Blitze in der Ionosphäre angeregt wird. Sie bewegt sich normalerweise zwischen 6 und 50 Zyklen. Wissenschaftler beobachten aktuell weltweit auf den Messstationen ein anormales energetisches Phänomen im rein physikalischen Sinne, das von den heftigen Sonnenstürmen der letzten Wochen herrührt. Dieses Ereignis wirkt sich auf uns alle aus, denn diese Energie tritt mit Lichtgeschwindigkeit in Erscheinung und erreicht mehr oder weniger jeden auf dem Erdboden.
Theta-Wellen und die Zirbeldrüse
Auffällig ist die 5 Hertz-Welle im Theta-Bereiche. Theta-Wellen bewegen sich in einem Frequenzbereich zwischen 4 und 8 Hz und treten in der Regel im Zustand der Schläfrigkeit auf. Deshalb sprechen Forscher vom unbewussten Zustand, den wir aber auch häufig untertags erleben können. Theta-Wellen öffnen uns über das Unterbewusstsein den Zugang zu verborgenem Wissen und kreativen Ideen. Wir haben es hier mit einer ganz besonderen Frequenz zu tun. Theta-Wellen wirken vor allem auf die Zirbeldrüse. Die Resonanz-Frequenz der Zirbeldrüse beträgt 7,83 Hz. Auch 20 Hz haben Auswirkungen auf die Psyche, weil sie im Gamma-Bereich liegen und Gamma-Wellen mit höchster geistiger Aktivität in Verbindung gebracht werden. Sie ermöglichen uns schnelles Denken, Kreativität in Verbindung mit einem erweiterten Bewusstseinszustand.
Auswirkungen von Anomalien
Die Schumann Resonanz hat einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden. Sie kann tatsächlich so weit verändert werden, dass sie außerhalb ihres normalen Spektrums fließt, was potentielle Veränderungen der normalen Resonanz mit vielen Lebensformen der Erde hervorruft. Schlafstörungen, Konzentrationsprobleme, Kopfschmerzen und Leistungsminderung zählen zu den häufigsten Symptomen, die mit einer Veränderung der Schumann Resonanz einhergehen.
Lesen Sie auch: Lesen Sie mehr über die neuesten Fortschritte in der Neurowissenschaft.
5G-Technologie und EMF-Werte
Schon lange warnen unabhängige Forscher vor dem Einsatz der 5G-Technologie. Diese Frequenz ist deutlich von der natürlichen Schumann-Resonanz von 7,83 Hz, an die unser Körper nun mal gewöhnt ist, entfernt. Mittlerweile liegt sie sogar schon weit über den aktuellen EMF-Werten. Frequenzen im 60 GHz Bereich absorbieren den Sauerstoffgehalt in der Luft. Mit anderen Worten: durch 60 GHz verändert sich die Rotation des Sauerstoffmoleküls, was dazu führt, dass die veränderten Moleküle vom Hämoglobin unseres Blutes nicht mehr transportiert werden können, was wiederum eine Mangelversorgung von Sauerstoff in allen Organen zur Folge hat.
Die Bedeutung der Schlafzimmertemperatur
Die Schlafzimmertemperatur hat ebenfalls einen Einfluss auf die Schlafqualität. Es gibt individuelle Unterschiede der Bausubstanz, die aber durch die Dämmvorschriften der Bauordnungen Altbauten und Neubauten energetisch angleichen. Das bedeutet man kann davon ausgehen, dass in Deutschland die Schlafzimmertemperatur in fast allen Gebäuden recht ähnlich und relativ konstant ist. Stürmt es draußen, dann sinkt die Raumtemperatur nicht entsprechend.
Thermoneutralzone
Im Schlaf freut sich der Körper wenn er in einer Thermoneutralzone liegt. In diesem Temperaturbereich kann er den Sollwert ausschließlich mit Hilfe der Veränderung der Hautdurchblutung aufrecht erhalten. Das spart Energie. Dabei spielt die Umgebungstemperatur eine Rolle, aber auch die Körperkerntemperatur. Die Thermoneutralzone (TNZ) liegt bei einem unbekleideten Erwachsenen zwischen 25 und 30 °C, beim Neugeborenen zwischen 32 und 34 °C. Unterhalb von 25 °C beginnt der Körper mit minimalen Muskelbewegungen um Wärme zu erzeugen.
Wärmeregulierung im Körper
Kurt Kräuchi und Tom Deboer beschreiben in Ihrem Artikel „Thermoregulation in Sleep and Hibernation (2017)“ ebenfalls den Vorgang der Wärmeregulierung im Körper des Menschen. Sie führen die Absenkung der Körperkerntemperatur am Abend mit dem steigenden Melatoninspiegel zusammen. Am Morgen sinkt der Melatoninspiegel und parallel steigt die Körperkerntemperatur wieder. Damit lässt sich auch der Zusammenhang zwischen Müdigkeit und Frieren herstellen.
Optimale Schlafzimmertemperatur
Wenn man nur die 16°C mit den 24°C vergleicht, dann ist die durchschnittliche Schlafdauer 30 Minuten länger, der Erholungswert höher und die Wachheit am Morgen deutlich höher, wenn das Schlafzimmer nur 16°C warm ist. Das zeitliche Verhältnis zwischen den einzelnen Schlafphasen verändert sich dadurch nicht. Unser Körper versucht einen Zustand zu erreichen, dass er alleine durch die Verengung und Weitung der Blutgefäße, sowie durch die Umleitung des Blutes in höhere und tiefere Hautschichten eine gleichbleibende Körperkerntemperatur erhalten kann. Zwischen 16 und 18 Grad Celsius sind perfekt.
Lesen Sie auch: Tinnitus und Gehirnaktivität: Ein detaillierter Einblick
Schlafstörungen: Ursachen, Auswirkungen und Lösungsansätze
Fast jeder zweite Deutsche schläft schlecht, wacht oft mitten in der Nacht auf und fühlt sich tagsüber müde. Schnell einschlafen und gut durchschlafen - für manche Menschen ist das ein großes Problem. Nicht nur das Smartphone, auch kreisende Gedanken oder Stress zählen zu den Ursachen. Schlafstörungen können vielfältige Ursachen haben und sich negativ auf die Gesundheit und das Wohlbefinden auswirken.
Ursachen von Schlafstörungen
- Schlafhygiene: Wer bis kurz vor dem Schlafen gehen noch auf den hellen Bildschirm des Fernsehers, Computers oder Smartphones starrt, suggeriert seinem Gehirn und damit der Zirbeldrüse, dass es Tag ist.
- Stress und Anspannung: Besteht also Aktivität, Stress, nervliche Anspannung oder sonstiger Druck, dann produzieren die Nebennieren gezwungenermaßen selbst abends noch Cortisol.
- Unerholsamer Schlaf: Jeder Mensch durchläuft im Schlaf verschiedene Schlafphasen. Der Körper und das Gehirn regenerieren sich und es laufen bestimmte Prozesse im Körper ab.
- Schlummertaste: Der US-Schlafstörungsforscher Robert Rosenberg meint, die Schlummertaste bringe den zirkadianen Rhythmus durcheinander. Das Gehirn weiß also nicht mehr, ob es wach oder müde sein soll. Die Konzentration lässt nach.
Auswirkungen von Schlafmangel
- Kopfschmerzen: Bekommt der Körper nachts zu wenig Schlaf, bringt er seinen Unmut darüber deutlich zum Ausdruck.
- Gereiztheit: Unabhängig von Uhrzeit und Ort sofortiges "Einnicken", wenn Ruhe einkehrt.
- Konzentrationsprobleme: Koffeinhaltiges Getränk ist nötig, um morgens "in die Füße zu kommen".
- Erscheinungsbild: Das Gesicht ist fahl und blass, unter den Augen sind Ränder erkennbar.
- Libidoverlust: Die Libido und die Lust auf Sex lassen nach.
- Gewichtsprobleme: Heißhunger und Gewichtsprobleme.
- Immunsystem: Anfälligkeit für Erkältungen und das Gefühl von Schlappheit.
- Gedächtnisprobleme: Das Kurzzeitgedächtnis lässt nach, im Gespräch fehlen die Worte.
- Leistungsfähigkeit: Leistungsfähigkeit und Selbstbewusstsein sind im Keller. Der Blick auf Dinge ist negativ.
Lösungsansätze für besseren Schlaf
- Schlafhygiene: So wie es zur Schlafhygiene gehört, gut zwei Stunden vor dem Zubettgehen keinen Bildschirm mehr vor den Augen zu haben, sind Rituale auch ein guter Punkt, um dem Körper zu signalisieren: Jetzt geht es gleich ins Bett.
- Bett und Schlafzimmer: Sowohl die Matratze, als auch der Lattenrost und die Bettdecke sollten dem persönlichen Schlafbedürfnis angepasst sein. Körpergewicht, Körpergröße, Wirbelsäulenform, stützende Muskulatur, eigene Körperwärme - alles das spielt bei der Zusammenstellung des richtigen Bettes eine große Rolle. Ist die Bettdecke zum Beispiel zu warm, schlägt das Herz zu schnell. Der Körper fährt nicht runter und ist morgens nicht erholt. Ein Besuch im Betten-Fachgeschäft mit Beratung macht also Sinn zum Wohl der eigenen Schlafqualität.
- Schlafzimmeratmosphäre: Schlafzimmer vor dem Schlafengehen gut durchlüften. Guter Schlaf hängt auch vom Sauerstoff ab. Das Schlafzimmer ist das Schlafzimmer. Ein Arbeitsplatz in der Ecke oder ein Fernseher an der Wand bringen Unruhe und den Tag in den Schlafraum.
- Ernährung: Wichtig ist, nicht zu spät zu essen. Wer die letzte Mahlzeit des Tages drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen zu sich nimmt, hat schon viel gewonnen. Natürlich braucht der Körper auch das notwendige Material, um die Bausteine für einen erholsamen Schlaf zusammenstellen zu können - beispielsweise Tryptophan. Diese Aminosäure ist für die Bildung des schlaffördernden Melatonins wichtig ist. Selber herstellen kann der Körper das Tryptophan aber nicht. Die richtigen Lebensmittel können zu einem erholsamen Schlaf beitragen.
- Bewegung: Wer seine Schlafqualität steigern will, kommt um regelmäßige Bewegung nicht herum. Schon eine halbe Stunde pro Tag kann zu gutem Schlaf beitragen. Dass Sport sehr nützlich für einen erholsamen Schlaf sein kann, ist wissenschaftlich erwiesen - vor allem Ausdauersportarten. Radfahren, Gehen, Schwimmen, Laufen tragen zu einem guten Schlaf bei und wirken Schlafmangel entgegen.
- Entspannung: Einen positiven Beitrag zum erholsamen Schlaf bieten durchblutungsfördernde Aktivitäten vor dem Schlafengehen. Dazu gehören Yoga, Meditation, Autosuggestion von Wärme und autogenes Training.
Kundalini Yoga und der Aufwachprozess
Kundalini Yoga gehört zu den ältesten Yoga-Arten. Die Ursprünge liegen im 15. Jahrhundert. Die Yoga-Art ist eng verbunden mit der Tradition des Sikhismus. Dahinter steht eine Lehre aus Indien, die eine Synthese des Hinduismus und Islamismus darstellt. Yogi Bhajan nannte Kundalini Yoga auch „Yoga des Bewusstseins“.
Die Philosophie hinter Kundalini Yoga
Das Wort Kundalini kommt aus dem Sanskrit und bedeutet übersetzt soviel wie Schlangenkraft. Die Annahme: Eine Schlange liegt zusammengerollt und schlafend unter dem sogenannten Wurzel-Chakra (Muladhara Chakra). Ein Chakra ist ein Energiezentrum im Körper. Es bündelt an einer bestimmten Stelle die Energieströme, die durch den Menschen fließen.
Die verschiedenen Chakren im Kundalini Yoga
- Wurzelchakra (Muladhara Chakra): Es ist am menschlichen Körper am untersten Ende der Wirbelsäule und dreht sich um Rektum, Wirbelsäule und Knochen. Dieses Chakra beeinflusst das Urvertrauen sowie die Sicherheit und die Standfestigkeit.
- Sakralchakra (Svadhistana Chakra): Ein Stück unter dem Bauchnabel ist das Sakralchakra zu finden. Es wirkt sich auf Gefühle, Sexualität und Kreativität aus.
- Nabelchakra (Manipura Chakra): Ein Stück über dem Bauchnabel ist dieses Chakra, das sich um Durchsetzungsvermögen dreht.
- Herzchakra (Anahata Chakra): Diese Chakra sitzt auf der Höhe des Herzens. Liebe, Empathie und Mitgefühl sind stark ausgeprägt, wenn es geöffnet ist.
- Kehlkopfchakra (Vishudda Chakra): Das Kehlkopfchakra steht in Verbindung mit Kommunikation. Der Selbstausdruck oder die Fähigkeit zuhören zu können, drücken sich dadurch aus.
- Stirnchakra (Ajna Chakra): Unsere Erkenntnis und die Visualisierung hängen mit dem Stirnchakra zusammen. Es befindet sich auch zwischen den Augen.
- Kronenchakra (Sahasrara Chakra): Das höchste Chakra befindet sich auf der Krone des Kopfes. Es hängt mit der Verbindung zu Spirituellem zusammen.
Die zehn Energiekörper nach Yogi Bhajan
Kundalini Yoga bezieht sich auf zehn Energiekörper, die die kraftvolle Fähigkeit der Psyche darstellen. Jeder Einzelne steht in Verbindung mit verschiedenen Formen der Körperenergie und hat spezielle Aufgaben. Sind sie aus dem Takt geraten, können sie durch Kundalini Yoga wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Zwischen den Chakren und Energiekörpern besteht eine Verbindung.
Wie Kundalini Yoga funktioniert
Von Kundalini Yoga gibt es mehr als 20 verschiedene Formen. Grundsätzlich geht es darum, die Energiekanäle (Nadis) frei zu machen, damit der Energiestrom im Körper frei fließen kann. Dazu gibt es verschiedene und festgelegte Übungsreihen, sie werden Kriyas genannt. Sie stärken bestimmte Körperfunktionen. Mentale Prozesse werden außerdem dadurch beeinflusst. Welche Sets in Frage kommen, hängt davon ab, welche Blockaden vorliegen. Es gibt Kriyas beispielsweise speziell für den Rücken oder für Einschlafstörungen.
Falsches Erwachen: Ein Traumphänomen
Falsches Erwachen bezeichnet ein außergewöhnliches Traumphänomen, bei dem Betroffene glauben, sie seien bereits aufgewacht, sich tatsächlich jedoch weiterhin im Traum befinden. Diese Erfahrung ist so realistisch, dass sie oft erst nach einem erneuten tatsächlichen Erwachen erkannt wird.
Psychologische Aspekte
Psychologisch betrachtet zeigt ein falsches Erwachen, wie eng Bewusstsein und Unterbewusstsein miteinander verwoben sind. Es spiegelt die Fähigkeit des Gehirns wider, Realität zu simulieren und innere Zustände in eine äußere Szenerie zu projizieren. Häufig tritt das Phänomen bei Menschen mit lebhafter Traumtätigkeit, hohem Stresslevel oder intensiver Selbstreflexion auf.
Neurowissenschaftliche Grundlagen
Neurowissenschaftlich gilt es heute als Beleg für die Komplexität der Schlafarchitektur: Das Gehirn aktiviert während des REM-Schlafs Bereiche, die für Selbstwahrnehmung, Orientierung und Realitätsprüfung zuständig sind, jedoch ohne tatsächliches Erwachen. Der REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) ist die Schlafphase, in der die intensivsten Träume entstehen. Hier zeigen EEG-Messungen eine hohe neuronale Aktivität, besonders in den Arealen, die mit Emotion, Wahrnehmung und Gedächtnis verbunden sind.
Ursachen und begünstigende Faktoren
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Stress, Schlafmangel oder ein unregelmäßiger Schlafrhythmus die Häufigkeit von falschem Erwachen erhöhen. Diese Faktoren führen zu instabilen Übergängen zwischen Schlafphasen. Besonders beim plötzlichen Erwachen aus dem REM-Schlaf bleibt das Bewusstsein teilweise aktiv, während der Körper noch in der Traumphase verweilt.
Traumdeutung und spirituelle Bedeutung
In der Traumdeutung gilt das falsche Erwachen als eines der symbolisch komplexesten Traumphänomene. Es berührt Themen wie Bewusstsein, Kontrolle, Identität und die Wahrnehmung von Realität. Das falsche Erwachen symbolisiert die Suche nach Orientierung zwischen innerer und äußerer Welt.
Die Rolle der Anästhesie im Aufwachprozess
Das Wort Anästhesie kommt vom altgriechischen anaisthesía, was so viel wie Empfindungslosigkeit bedeutet. Vermutlich werden Anästhesisten deshalb auch gerne umgangssprachlich als Narkoseärzte bezeichnet. Das ist allerdings nur ein kleiner Teil des Aufgabenfelds eines Anästhesisten. Dieses reicht von Narkosen und anderen Formen der Anästhesie (z.B. Weiter geht’s mit Schmerztherapie. Und sogar im Kreissaal trifft man auf Anästhesisten.
Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)
Hier bekommt der Patient in kurzer Folge über eine „Infusionsnadel“ ein starkes Schmerzmittel, ein Narkose-/Schlafmittel und in manchen Fällen ein die Muskulatur entspannendes Medikament verabreicht. Auf diese Kombination schläft man innerhalb weniger Sekunden bis Minuten (je nachdem wie schnell die Medikamente verabreicht werden) ein und bekommt dann auch nichts mehr mit. Letztendlich führen die o.g. Medikamente zu einer „Ausschaltung“ des Bewusstseins und einer sehr starken Schmerzdämpfung über bestimmte Rezeptoren im Gehirn. Diese Wirkung ist so stark, dass bei einer Vollnarkose auch regelhaft die eigene Atmung des Patienten aussetzt. Dementsprechend kümmert sich der Anästhesist u.a. um eine künstliche Beatmung während der Narkose. Um die Narkose aufrecht zu halten, müssen kontinuierlich Narkosemedikamente nachgeführt werden. Ist die OP vorbei, wird die Narkose beendet und der Patient wird langsam immer wacher. Dabei setzt dann u.a. die Atmung wieder ein und der Patient wird im Aufwachprozess von der künstlichen Beatmung „befreit“. Wie bei allen Medikamenten gibt es auch bei Narkosemedikamenten gewisse Nebenwirkungen, sodass der Anästhesist stets auf die korrekte Dosierung achten muss. Die meisten dieser Medikamente sind allerdings bei jungen und gesunden Patienten sehr gut verträglich und werden vom Körper schnell abgebaut.
Die Bedeutung des Anästhesisten
Weil Anästhesisten die Patienten ganzheitlich im Blick haben, werden sie in Fachjournalen manchmal als die „Allgemeinmediziner:innen des Krankenhauses“ bezeichnet. Anästhesisten müssen sich in Grundzügen mit vielen chirurgischen Eingriffen auskennen, müssen internistische Erkrankungen im Rahmen der Narkose-Voruntersuchung erkennen und einschätzen können und haben Kontakt zu vielen anderen Fachdisziplinen. Man bezeichnet solche Fächer auch gerne als Querschnittsfächer. Andererseits muss sich ein Anästhesist sehr gut mit der Physiologie des Menschen auskennen. Bei kritisch kranken Patienten muss man genau wissen, wie man verschiedenste Organfunktionen unterstützt. Das reicht von künstlicher Beatmung über Nierenersatzverfahren („Dialyse“) bis hin zur Herzlungenmaschine oder der ECMO, die während Corona ja in aller Munde war.
Postreanimationssyndrom und Hypothermie
Knapp 400 000 Menschen in Europa erleiden jährlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Bei etwa 25 bis 30 Prozent gelingt es wieder, einen Spontankreislauf herzustellen. Der Sauerstoffmangel und die Nährstoffunterversorgung während eines Herz-Kreislauf-Stillstands lösen eine Entzündungsreaktion des Gesamtorganismus aus, die mit Fieber, Schock und geschwächter Immunlage einhergeht. Diese als Postreanimationssyndrom bezeichnete Folge einer Wiederbelebung setzt teilweise verzögert ein und belastet den geschwächten Organismus auch dann noch, wenn Herzrhythmus und Durchblutung längst wieder hergestellt sind.
Therapie nach Reanimation
Wird die Patientin oder der Patient während oder nach einer erfolgreichen Reanimation der Intensivstation übergeben, werden zunächst die Notfalldiagnostik durchgeführt und die Überlebensfunktionen sichergestellt. Dazu zählen die Herzfunktion und die Atmung. Ist die Patientin oder der Patient bei Bewusstsein, wird dennoch ein Schlafzustand herbeigeführt.
Hypothermie
Durch diese als Hypothermie bezeichnete Maßnahme lässt sich der Stoffwechsel verlangsamen und die Ausschüttung von Giftstoffen, die das Gehirn angreifen, reduzieren. Dazu legt man in die untere Hohlvene einen Kühlkatheter, der aus einem geschlossenen Ballonsystem besteht. Eine von außen zugeführte vier Grad kalte Spülflüssigkeit zirkuliert durch den Ballon und kühlt das vorbeiströmende Blut ab. Der Zustand der Hypothermie wird für zwölf bis 24 Stunden beibehalten. Der Schlafzustand wird noch über 72 Stunden beibehalten und der Kühlkatheter belassen, da auch dann noch Fieber droht.
tags: #aufwachprozess #gehirn #schlaf