Augenarzt und Neurologie in Niedersachsen: Versorgung und Spezialisierungen

Die Augenheilkunde hat sich in den letzten 30 Jahren rasant weiterentwickelt, insbesondere durch Fortschritte in der Mikrochirurgie, Lasertechnologie, Biomaterialien und Gewebetransplantation. Diese Entwicklung hat zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlungsmöglichkeiten von Augenerkrankungen geführt. In Niedersachsen gibt es eine Vielzahl von Kliniken und Praxen, die ein breites Spektrum an augenärztlichen und neurologischen Leistungen anbieten. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Versorgung von Patienten mit Augenerkrankungen und neurologischen Beschwerden in Niedersachsen, wobei der Fokus auf spezialisierten Kliniken und deren Angeboten liegt.

Augenärztliche Versorgung in Niedersachsen

Marienhospital Osnabrück - Klinik für Augenheilkunde

Die Klinik für Augenheilkunde des Marienhospitals Osnabrück versorgt Patienten mit Augenerkrankungen in der Stadt Osnabrück, dem Landkreis Osnabrück sowie dem umliegenden, überregionalen Einzugsgebiet. Mit 3700 stationären Fällen im Jahr ist sie eine der größten Augenkliniken in Norddeutschland. Die Klinik bietet das komplette Spektrum augenärztlicher Diagnostik und ophthalmochirurgischer Operationen an.

Ausstattung und Angebot:

  • 42 Betten, davon 12 auf der eigenen Privatstation.
  • Ambulanz mit poliklinischer Sprechstunde sowie verschiedenen Spezialsprechstunden und eine Sehschule.
  • Drei modern ausgestattete Operationssäle für stationäre und ambulante Operationen.
  • Verschiedene Lasergeräte für moderne Laserchirurgie.

Die Klinik ist eng in die Gemeinschaft der zwölf Kliniken des Marienhospitals Osnabrück eingebunden, was eine interdisziplinäre Betreuung von komplexen Patienten ermöglicht.

Augenklinik Nordstadtkrankenhaus und MHH

Die Augenklinik des Nordstadtkrankenhauses ist rund um die Uhr für augenärztliche Notfälle besetzt. Ebenso ist die Universitätsklinik für Augenheilkunde an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) für augenärztliche Notfälle rund um die Uhr dienstbereit. Bei Berufsunfällen, Augenverletzungen, akutem Sehverlust und als akut und bedrohlich erlebten Situationen ist die MHH Augenklinik die richtige Anlaufstelle.

Ablauf in der MHH:

  • Notfallpatienten melden sich zunächst in der zentralen Notaufnahme.
  • Werktags zwischen 7:30 und 16:00 Uhr erfolgt die Weiterleitung an die Poliklinik, wo eine Akte angelegt und Voruntersuchungen durchgeführt werden.
  • Nach 16:00 Uhr, an Wochenenden und Feiertagen, werden Patienten direkt in der Notaufnahme registriert und an die Notfallversorgung auf der Augenstation 47 weitergeleitet.
  • Bei weniger schweren Fällen wird auf die Notdienstpraxen des kassenärztlichen Notdienstes verwiesen.

Augenarztpraxis in Lehrte

In Lehrte praktiziert eine etablierte Augenarztpraxis mit modernen Untersuchungsmethoden und zeitgemäßer Augendiagnostik. Die Praxis bietet auch "Psychosomatische Grundversorgung" an und legt großen Wert auf Patientenzufriedenheit und bestmögliche Behandlungsqualität. Flyer und Infoblätter zu verschiedenen Themen und Problembereichen in der Augenheilkunde stehen zum Download bereit.

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Universitätsklinik für Augenheilkunde Göttingen (UMG)

Die Universitätsklinik für Augenheilkunde Göttingen (UMG) versorgt seit 2013 Patientinnen an zwei Standorten: ambulant im Haupthaus der UMG und stationär-operativ am Standort Hainberg. Am Standort Hainberg befindet sich auch der separate Bereich für die Injektionsbehandlung von Netzhauterkrankungen (IVOM). Die Klinik deckt durch spezialisierte Expertinnen das vollständige Spektrum an Augenerkrankungen ab und legt großen Wert auf die Zusammenarbeit ihrer Spezialist*innen untereinander sowie auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Kliniken der UMG.

Schwerpunkte der UMG-Augenklinik:

  • Medikamentöse und operative Behandlung von Netzhaut- und Makulaerkrankungen.
  • Glaukom (Grüner Star): Selektive Lasertrabekuloplastik (SLT) und minimal invasive Glaukomchirurgie (MIGS).
  • Katarakt (Grauer Star).
  • Hornhauterkrankungen: Perforierende Hornhautverpflanzung, Transplantation der Hornhautinnenschicht (DMEK) und Crosslinking bei Keratokonus.
  • Photodynamische Therapie (PDT) und selektive Lasertherapie der Netzhaut (SRT).
  • Behandlung von Schiel-Erkrankungen, Erkrankungen der Augenhöhle und von selteneren Netzhautdegenerationen.

Die UMG-Augenklinik betreibt ein eigenes Studienzentrum und verfügt über drei Labore für ophthalmologische Grundlagenforschung.

Universitätsklinik für Augenheilkunde im Pius-Hospital Oldenburg

Die Universitätsklinik für Augenheilkunde im Pius-Hospital Oldenburg gehört zu den größten Augenkliniken Norddeutschlands. Seit fast 30 Jahren werden hier alle Erkrankungen des Auges behandelt. Die Klinik verfügt über die moderne und umfassende Infrastruktur eines Krankenhauses der Maximalversorgung.

Schwerpunkte der Klinik:

  • Hornhauttransplantationen: Perforierende Keratoplastik sowie minimalinvasive Techniken wie hintere und vordere lamelläre Keratoplastik (DSAEK, DMEK, DALK).
  • Konservativ-chirurgische Behandlung von Netzhauterkrankungen.

Neurologische Aspekte in der Augenheilkunde

Die Neurologie spielt eine wichtige Rolle in der Augenheilkunde, da viele neurologische Erkrankungen Auswirkungen auf das Sehvermögen und die Augenbewegungen haben können. Zu den wichtigsten neurologischen Aspekten in der Augenheilkunde gehören:

  • Sehnervenerkrankungen: Entzündungen, Ischämien oder Tumoren des Sehnervs können zu Sehverlust führen.
  • Augenbewegungsstörungen: Lähmungen der Augenmuskeln oder Störungen der neuronalen Steuerung der Augenbewegungen können Doppelbilder verursachen.
  • Gesichtsfelddefekte: Schädigungen bestimmter Hirnareale können zu Ausfällen im Gesichtsfeld führen.
  • Pupillenstörungen: Veränderungen der Pupillengröße oder -reaktion können auf neurologische Erkrankungen hinweisen.
  • Kopfschmerzen mit visuellen Symptomen: Migräne oder andere Kopfschmerzerkrankungen können mit visuellen Aura-Phänomenen einhergehen.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenärzten und Neurologen ist daher entscheidend für die Diagnose und Behandlung von Patienten mit neurologisch bedingten Sehstörungen.

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Notfallversorgung in Bremen

In Bremen gibt es mehrere Anlaufstellen für augenärztliche Notfälle:

  • Klinikum Bremen-Mitte: (0421) 497-77840
  • Notfallambulanz in der Kinderklinik (Klinikum Bremen-Mitte): (0421) 497-71005 (Empfang)
  • Klinikum Bremen-Nord: (0421) 6606-1443
  • Notfallambulanz in der Kinderklinik (Klinikum Bremen-Nord): (0421) 6606-1371
  • Klinikum Bremen-Ost: (0421) 408-1291
  • Klinikum Links der Weser

Es wird empfohlen, die Notaufnahme nur in dringenden Notfällen aufzusuchen und bei weniger schweren Fällen den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Rufnummer 116117 zu kontaktieren.

Weitere wichtige Informationen

  • Giftnotruf Niedersachsen/Bremen: 0551 19240
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116117

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