Auswirkungen von Schwermetallen auf das Gehirn

Schwermetalle sind allgegenwärtig und können über verschiedene Wege in unseren Körper gelangen. Während einige Metalle wie Eisen, Kupfer und Zink für uns lebensnotwendig sind, können andere, wie Blei, Quecksilber, Cadmium und Arsen, bereits in geringen Mengen schädliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, insbesondere auf das Gehirn.

Die Allgegenwärtigkeit von Schwermetallen

Schwermetalle sind natürliche Bestandteile der Erdkruste. Durch menschliche Aktivitäten wie Industrieemissionen, den Einsatz von Pestiziden oder Klärschlamm gelangen sie vermehrt in die Umwelt. Auch der Abbau von Rohstoffen und die Verbrennung fossiler Brennstoffe setzen Schwermetalle frei. Diese Schadstoffe können sich in Böden, Gewässern und der Luft anreichern und so in unsere Nahrungskette gelangen.

Wege der Aufnahme in den Körper

Schwermetalle können über verschiedene Wege in unseren Körper gelangen:

  • Nahrung: Gemüse, Obst, Getreide, Fisch und Fleisch können mit Schwermetallen belastet sein. Besonders Reis kann je nach Anbaugebiet erhöhte Arsenkonzentrationen aufweisen. Auch Meeresfrüchte und bestimmte Fischarten, insbesondere Raubfische wie Thunfisch und Schwertfisch, können hohe Quecksilberwerte aufweisen.
  • Trinkwasser: In einigen Regionen können Trinkwasserquellen erhöhte Konzentrationen von Arsen oder Blei enthalten.
  • Luft: Luftverschmutzung, insbesondere durch Feinstaub, kann Schwermetalle wie Blei enthalten.
  • Kosmetika: Einige Kosmetikprodukte können Schwermetalle wie Aluminium enthalten.
  • Zahnfüllungen: Amalgamfüllungen enthalten Quecksilber, das freigesetzt werden kann.
  • Berufliche Exposition: Bestimmte Berufsgruppen, wie z.B. Schweißer, Polizisten oder Arbeiter in der Metallverarbeitung, können einer erhöhten Schwermetallbelastung ausgesetzt sein.

Die Blut-Hirn-Schranke und ihre Schwächen

Das Gehirn ist durch die Blut-Hirn-Schranke und die Blut-Liquor-Schranke gut vor Fremdstoffen geschützt. Diese Barrieren verhindern, dass schädliche Substanzen leicht in das Gehirn eindringen können. Dennoch gelingt es Schwermetallen, diese Schutzmechanismen zu überwinden, insbesondere im Alter, bei Schlafmangel oder chronischen Entzündungen. Auch bei gesunden Menschen können Schwermetalle natürliche Transportwege für Spurenelemente nutzen, um in die Gehirnzellen zu gelangen. Quecksilber kann sich außerdem mit Aminosäuren verbinden und über Aminosäuretransporter ins Gehirn gelangen.

Auswirkungen auf das Gehirn

Im Gehirn können sich Schwermetalle anreichern, Entzündungen fördern und Nervenzellen schädigen. Dies kann zu einer Vielzahl von neurologischen und psychischen Problemen führen, darunter:

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  • Neurodegenerative Erkrankungen: Es wird vermutet, dass Schwermetalle wie Aluminium eine Rolle bei der Entstehung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielen können.
  • Entwicklungsstörungen: Bereits geringe Schwermetallbelastungen können bei Kindern die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen und zu Lern- und Verhaltensstörungen führen. Blei kann beispielsweise die Intelligenz mindern und das Risiko für ADHS erhöhen.
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen: Schwermetalle können die Funktion von Nervenzellen beeinträchtigen und so Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme verursachen.
  • Psychische Erkrankungen: Studien deuten darauf hin, dass eine erhöhte Bleibelastung mit einem erhöhten Risiko für Depressionen und Angststörungen verbunden sein kann.
  • Erschöpfung und Müdigkeit: Schwermetalle können die Mitochondrienfunktion beeinträchtigen und so zu Erschöpfung und chronischer Müdigkeit führen.

Spezifische Schwermetalle und ihre Auswirkungen

Blei

Blei ist ein besonders gefährliches Schwermetall, das auch in geringen Mengen die Entwicklung des Gehirns beeinträchtigen kann. Es kann die Dopaminfreisetzung im Gehirn unterdrücken und steht im Zusammenhang mit ADHS, selbst bei Werten unterhalb des gültigen Grenzwertes. Blei kann die Hirnleistungsfähigkeit bei Kindern beeinträchtigen und das Nervensystem schädigen. Es lagert sich in den Knochen ein und kann bei Übersäuerung, Stress oder Kalziummangel freigesetzt werden. Symptome einer Bleibelastung können Nierenfunktionsstörungen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Erschöpfungszustände und Infektanfälligkeit sein.

Quecksilber

Quecksilber ist eine der giftigsten Substanzen überhaupt und kann sich im Gehirn anreichern. Es kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und sich im Gehirn anreichern, aber auch in Leber und Nieren sowie bei Schwangeren im Blut des Fötus. Quecksilber fördert oxidativen Stress und hat eine toxische Wirkung auf das Immunsystem, das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem. Bei Kleinkindern kann es zu Entwicklungsstörungen, Hirnleistungsstörungen und Verhaltensstörungen führen. Es besteht eine Korrelation zwischen Quecksilber im Blut von Kindern und dem Auftreten von ADHS.

Mangan

Mangan wird im Kinderalltag vorwiegend in den USA und Kanada nachgewiesen. Studien verweisen dort auf Einzelfälle, bei denen eine Korrelation zwischen dem Mangangehalt in Haaren von Kindern durch Trinkwasser und dem Auftreten der ADHS bestand.

Aluminium

Aluminium ist ein Leichtmetall, das in vielen Alltagsgegenständen vorkommt. Es gibt Hinweise darauf, dass Aluminium den Stoffwechsel vieler Mikronährstoffe stören und toxische Wirkungen im Gehirn haben kann. Es wird auch als möglicher Cofaktor bei der Entwicklung der Alzheimer-Erkrankung angesehen. Aluminium kann den Eisenstoffwechsel stören und die Entstehung einer Anämie begünstigen.

Cadmium

Cadmium ist ein Schwermetall, das in der Umwelt weit verbreitet ist. Es kann sich in Gemüse, Pilzen und Innereien von Schlachttieren anreichern. Cadmium kann verschiedene industrielle Prozesse in die Umwelt gelangen.

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Arsen

Arsen ist ein Halbmetall, das in Böden und Gewässern vorkommt. Es kann über Trinkwasser und Nahrungsmittel aufgenommen werden, insbesondere über Reis. Eine Langzeitbelastung mit Arsen kann sich in Form von Hautveränderungen zeigen.

Wie man sich schützen kann

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Belastung mit Schwermetallen zu reduzieren und die Gesundheit des Gehirns zu schützen:

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln ist wichtig. Am besten kauft man Obst und Gemüse in Bio-Qualität. Man sollte den Verzehr von Fischarten mit hohen Quecksilberwerten einschränken. Es ist ratsam, Reis vor dem Kochen gründlich zu waschen, um den Arsengehalt zu reduzieren.
  • Trinkwasser: Wenn man Bedenken hinsichtlich der Qualität des Leitungswassers hat, kann man einen Trinkwasserfilter verwenden.
  • Vermeidung von Schadstoffquellen: Man sollte den Kontakt mit Blei vermeiden, z.B. durch den Austausch von Bleirohren in Altbauten. Auch der Konsum von Zigaretten sollte vermieden werden, da Rauchen den Bleigehalt im Blut erhöht.
  • Entgiftung: Der Körper verfügt über ein leistungsfähiges Entgiftungssystem. Leber und Nieren leiten die Metalle wieder aus. Selen unterstützt die Ausleitung von Arsen über das Gallensystem. Unter ärztlicher Begleitung können Entgiftungs- und Ausleitungskuren helfen, die Metallbelastung zu senken. Pflanzen wie Chlorella, Bärlauch und Koriander können die Ausleitung von Schwermetallen fördern.
  • Mikronährstoffe: Eine gute Versorgung mit Mikronährstoffen wie Zink, Selen und Vitamin C kann helfen, die schädlichen Auswirkungen von Schwermetallen zu reduzieren. Antioxidantien wie Glutathion und Alpha-Liponsäure können vor oxidativem Stress schützen.
  • Umweltbewusstsein: Eine saubere Umwelt ist die Grundlage für ein gesundes Leben. Man kann durch umweltfreundliches Verhalten dazu beitragen, die Belastung der Umwelt mit Schwermetallen zu reduzieren.

Prävention und Therapie von ADHS

Im Falle der Umweltgifte wird ein eindeutiger Nachweis jedoch schwierig, da Blutmessungen nicht die tatsächlichen Körperbelastungen mit Umweltgiften zeigen. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Organbelastungen sogar noch deutlich höher liegen. Es wird aus präventiver Sicht für eine eilige, umfassende Aufklärung über Umweltgifte als Risikofaktoren der ADHS plädiert, sodass Betroffene sowie Eltern und therapeutische Fachkräfte vorsorglich Umweltgifte meiden können. Darüber hinaus sollte sich die Ursachenforschung dieses Themas deutlich intensiver annehmen als bisher.

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