Drogen sind Substanzen, die das Bewusstsein und die Wahrnehmung verändern. Sie beeinflussen die Gefühle, Stimmungen, Motorik und vegetative Abläufe eines Menschen. Man unterscheidet zwischen legalen und illegalen Drogen. Der Konsum von Drogen kann erhebliche Auswirkungen auf das Nervensystem haben und zu Morbidität und Mortalität führen. Es ist wichtig, die Auswirkungen von Drogen auf das Nervensystem zu verstehen, um eine frühzeitige medizinische Versorgung einleiten zu können.
Legale und illegale Drogen
- Legale Drogen: Alkohol, Nikotin, Medikamente
- Illegale Drogen: Haschisch, Heroin, Kokain, LSD
Ursachen für übermäßigen Drogenkonsum
- Gesellschaftlich anerkanntes Genussmittel
- Persönliche Probleme -> Erzeugung eines positiveren Lebensgefühls
- Entfliehen aus dem Alltag -> Hochstimmung und Glücksgefühlerzeugung
- Wahrnehmungssteigerung Veränderung von Denken und Sinneswahrnehmungen -> Sinneserweiterung
Wirkungsweise von Drogen
Drogen wirken auf Neuronen, die Dopamin ausschütten. Dies betrifft vor allem das mesolimbische System, auch bekannt als Belohnungssystem.
- Substanzabhängigkeit: Für die gleiche Wirkung werden mit der Zeit immer höhere Konzentrationen benötigt und der Konsument verträgt deutlich mehr. Das Verlangen steigt stetig und der Wunsch nach mehr ebenso.
- Dosisabhängigkeit: Die Wirkung der Droge hängt von der eingenommenen Dosis ab.
- Konditionsabhängigkeit: Der aktuelle Bewusstseins- und Gefühlzustand der Person wird beeinflusst.
Das Abrutschen in die Sucht
Bei Ausbleiben der Aufnahme der Substanz kommt es zu Entzugserscheinungen. Diese Sucht nach bestimmten Drogen führt letztendlich sowohl zur seelischen als auch zur körperlichen Abhängigkeit.
Folgen des Drogenkonsums
- Unlustgefühle, Schmerzen und Belastungen
- Unbezwingbarer Drang, die Droge einzunehmen
- Angstgefühle, Verstimmungen bis hin zu Selbstmordgedanken
- Soziale Abgeschottetheit
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Schweißausbrüche, Fieber und Schwindelanfälle
- Frieren, Zittern und Schlafstörungen
- Organische Folgen -> Nierenversagen, Leberzirrhose
Auswirkungen auf das Gehirn
Drogen können das Gehirn auf vielfältige Weise schädigen. Einige Drogen, wie Kokain, Heroin, Alkohol, Amphetamine, Toluol und Cannabis, sind besonders schädlich für das Gehirn. Der Konsum von Drogen kann zu folgenden Veränderungen im Gehirn führen:
- Absterben von Nervenzellen: Der Konsum von Drogen kann zum Absterben von Nervenzellen führen. Dies kann zu Gedächtnisproblemen, Konzentrationsschwierigkeiten und anderen kognitiven Beeinträchtigungen führen.
- Verringerung der Verschaltung zwischen den Zellen: Drogen können die Verschaltung zwischen den Nervenzellen verringern. Dies kann die Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnarealen beeinträchtigen und zu Problemen mit der Koordination und dem Gleichgewicht führen.
- Zerstörung von Leitungsbahnen: Drogen können Leitungsbahnen im Gehirn zerstören. Dies kann die Übertragung von Signalen zwischen verschiedenen Hirnarealen beeinträchtigen und zu Problemen mit der Bewegung, der Sprache und dem Denken führen.
- Vorzeitige Alterungserscheinungen in Blutgefäßen: Drogen können zu vorzeitigen Alterungserscheinungen in den Blutgefäßen des Gehirns führen. Dies kann das Risiko für Schlaganfälle und andere vaskuläre Erkrankungen erhöhen.
- Veränderungen im Corpus callosum: Drogen können Veränderungen im Corpus callosum verursachen. Das Corpus callosum ist eine Struktur im Gehirn, die die beiden Hirnhälften miteinander verbindet. Veränderungen im Corpus callosum können zu Problemen mit der Koordination und dem Gleichgewicht führen.
- Atrophie der grauen Substanz: Eine Studie aus dem Jahr 2023 verglich das Hirngewebe von Kokain-Abhängigen und Nicht-Konsumenten. Festgestellt wurde bei den Suchtkranken eine ausgedehnte Atrophie der grauen Substanz in den Bereichen Temporallappen, Frontallappen, Insula und limbischer Lappen.
Spezifische Drogen und ihre Auswirkungen
Kokain
Kokain ist eine stark stimulierende Droge, die das zentrale Nervensystem beeinflusst. Kokain kann zu einer Vielzahl von neurologischen Komplikationen führen, darunter Schlaganfälle, Hirnblutungen und Krampfanfälle. Kokain kann auch das Gehirn schneller altern lassen und Abbauprozesse anstoßen, die sonst bei Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson gesehen werden. Eine Metaanalyse von 36 Studien zeigte, dass der Konsum von Kokain das Risiko für Hirnblutungen und Schlaganfälle verfünffacht. Kokain-induzierte Schlaganfälle enden öfter tödlich und gehen häufiger mit Komplikationen wie Gefäßspasmen und epileptischen Anfällen einher.
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Amphetamine
Amphetamine sind stimulierende Drogen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen. Amphetamine können zu einer Vielzahl von neurologischen Komplikationen führen, darunter Schlaganfälle, Hirnblutungen und Krampfanfälle. Der längerfristige Konsum von Drogen, wie Amphetamine, fördert offenbar einen vorzeitigen geistigen Verfall.
Alkohol
Alkohol ist eine dämpfende Droge, die das zentrale Nervensystem beeinflusst. Alkohol kann zu einer Vielzahl von neurologischen Komplikationen führen, darunter Schlaganfälle, Hirnblutungen, Krampfanfälle und das Wernicke-Korsakoff-Syndrom.
Cannabis
Cannabis ist eine Droge, die das zentrale Nervensystem beeinflusst. Cannabis kann zu einer Vielzahl von neurologischen Komplikationen führen, darunter Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten und Psychosen.
Opioide
Opioide sind schmerzstillende Drogen, die das zentrale Nervensystem beeinflussen. Opioide können zu einer Vielzahl von neurologischen Komplikationen führen, darunter Atemdepression, Koma und Tod.
Neuronale Verbindungen und Suchtverhalten
Forschungen haben neuronale Verbindungen identifiziert, die süchtigem Verhalten zugrunde liegen. Eine Studie an Mäusen zeigte, dass eine synaptische Verbindung zwischen dem orbitofrontalen Kortex (einer wichtigen Instanz für die Entscheidungsfindung) und dem dorsalen Striatum (Teil des Belohnungssystems) besonders aktiv war bei Mäusen, die trotz negativer Folgen weiterhin ein Verhalten zeigten, das mit Drogenkonsum vergleichbar ist. Die Stärke dieser synaptischen Verbindung nahm bei diesen Mäusen zu. Die Manipulation dieser Verbindung konnte das Verhalten der Mäuse beeinflussen.
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Neuromodulatoren und Drogenwirkung
Neuromodulatoren wie Adrenalin, Dopamin und Serotonin beeinflussen die Signalweiterleitung im Gehirn und verändern unsere Wahrnehmung, unsere Gefühle und unsere Handlungen. Auch alle psychoaktiven Drogen wirken über dieses modulatorische System, bei vielen psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen oder Suchtkrankheiten ist es gestört. Das Molekül Synapsin spielt hierbei eine bedeutende Rolle. Es verändert durch die Wirkung von verschiedensten Neuromodulatoren seine Form, was dazu führt, dass sich die Vesikel in den Synapsen entweder zusammenschließen und mehr Botenstoffe ausschütten, was das Signal verstärkt, oder die Vesikel ziehen sich aus der Synapse zurück, schütten weniger Botenstoff aus und das Signal wird abgeschwächt.
Behandlung von Drogenabhängigkeit
Die Behandlung von Drogenabhängigkeit ist ein komplexer Prozess, der in der Regel eine Kombination aus Medikamenten, Therapie und Selbsthilfegruppen umfasst. Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn man das Gefühl hat, dass man zu viel trinkt oder von einer Droge loskommen möchte.
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