Epilepsie bei Katzen ist eine besorgniserregende Diagnose, die Tierhalter oft vor Herausforderungen stellt. Neben konventionellen Behandlungsmethoden wie Medikamenten erfreuen sich alternative Therapieansätze wie die Bachblütentherapie zunehmender Beliebtheit. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen von Bachblüten bei der Behandlung von Epilepsie bei Katzen, gibt praktische Hinweise zur Anwendung und Dosierung und zeigt auf, wann eine tierärztliche Behandlung unerlässlich ist.
Was sind Bachblüten?
Die Bachblütentherapie wurde in den 1930er Jahren von Dr. Edward Bach entwickelt. Er ging davon aus, dass Krankheiten durch seelische Ungleichgewichte entstehen und dass bestimmte Blütenessenzen diese Ungleichgewichte harmonisieren können. Dazu legte er frisch geerntete Blüten in eine Schüssel mit Wasser, um deren biophysikalische Energie nach der Kochmethode oder der Sonnenmethode auf das Wasser zu übertragen und so 37 verschiedene Pflanzenauszüge sowie eine Essenz aus Quellwasser zu gewinnen.
Bachblüten sind keine Medikamente im herkömmlichen Sinne, sondern vielmehr Essenzen, die auf feinstofflicher Ebene wirken sollen. Sie enthalten keine chemischen Wirkstoffe und sind daher frei von Nebenwirkungen. Bio-Bachblüten enthalten weder Alkohol noch Zucker. Stattdessen wird ein hochwertiges, kaltgepresstes Bio-Öl verwendet, um eine ganzheitliche Qualität zu gewährleisten.
Epilepsie bei Katzen: Ursachen und Diagnose
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Diese Anfälle entstehen durch eine übermäßige Entladung von Nervenzellen im Gehirn. Es gibt zwei Hauptformen der Epilepsie:
- Primäre Epilepsie (idiopathische Epilepsie): Hierbei sind keine organischen Veränderungen im Gehirn feststellbar. Die Ursache ist unbekannt, es wird jedoch eine genetische Veranlagung vermutet.
- Sekundäre Epilepsie (symptomatische Epilepsie): Diese Form wird durch eine Vielzahl von Ursachen ausgelöst, wie z.B. Hirnverletzungen, Infektionen, Vergiftungen, Stoffwechselstörungen oder Tumore.
Die Diagnose Epilepsie erfolgt in der Regel nach dem Ausschlussprinzip. Das bedeutet, dass zunächst alle anderen möglichen Ursachen für die Anfälle ausgeschlossen werden müssen. Dazu gehören:
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- Blutuntersuchung: Ein großes Blutbild, Urin- und Kotuntersuchungen können Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Vergiftungen aufdecken.
- Neurologische Untersuchung: Hierbei werden die Reflexe der Katze getestet, um neurologische Defizite festzustellen.
- Bildgebende Verfahren: Eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) des Gehirns kann organische Veränderungen wie Tumore oder Entzündungen sichtbar machen.
- Punktion der Gehirnflüssigkeit: Hierbei wird unter Narkose Gehirnwasser entnommen und auf Entzündungen oder Tumorzellen untersucht.
Bachblüten als unterstützende Therapie bei Epilepsie
Bachblüten können bei Katzen mit Epilepsie unterstützend eingesetzt werden, um das seelische Gleichgewicht zu fördern und Stress abzubauen. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung, insbesondere bei sekundärer Epilepsie, bei der die Grunderkrankung behandelt werden muss.
Die Auswahl der passenden Bachblüten richtet sich nach den individuellen emotionalen Zuständen und Verhaltensweisen der Katze. Es wird nicht die Krankheit selbst behandelt, sondern das Wesen des Tieres. Daher ist es wichtig, die Katze genau zu beobachten und die Essenzen auszuwählen, die zu den aktuellen Gemütszuständen passen.
Mögliche Anwendungsbereiche von Bachblüten bei Epilepsie:
- Angst und Unsicherheit: Bei Katzen, die vor oder nach einem Anfall ängstlich oder unsicher sind, können Bachblüten wie Mimulus (gegen bekannte Ängste) oder Aspen (gegen unbestimmte Ängste) hilfreich sein.
- Stress und Nervosität: Stress kann Anfälle auslösen oder verstärken. Bachblüten wie Impatiens (gegen Ungeduld) oder Vervain (gegen Übereifer) können helfen, die Katze zu beruhigen.
- Trauma: Bei Katzen, die ein traumatisches Erlebnis (z.B. einen Unfall) hatten, das die Epilepsie ausgelöst haben könnte, kann Star of Bethlehem (gegen Schock) unterstützend wirken.
- Erschöpfung: Nach einem Anfall sind viele Katzen erschöpft und brauchen Zeit, um sich zu erholen. Olive (gegen Erschöpfung) kann helfen, die Energiereserven wieder aufzufüllen.
- Notfallsituationen: Rescue Tropfen (Notfalltropfen) können in akuten Situationen, wie z.B. während oder unmittelbar nach einem Anfall, beruhigend wirken.
Die 38 Bachblüten und ihre Anwendungsmöglichkeiten bei Tieren:
- Agrimony (Nr. 1): Für Tiere, die ihre inneren Qualen hinter einer fröhlichen Fassade verbergen.
- Aspen (Nr. 2): Gegen unbestimmte Ängste und Vorahnungen.
- Beech (Nr. 3): Für intolerante und kritische Tiere.
- Centaury (Nr. 4): Für Tiere, die sich leicht ausnutzen lassen und Schwierigkeiten haben, "Nein" zu sagen.
- Cerato (Nr. 5): Für Tiere, die ihrem eigenen Urteil misstrauen und ständig Rat suchen.
- Cherry Plum (Nr. 6): Gegen Kontrollverlust und Panik.
- Chestnut Bud (Nr. 7): Für Tiere, die aus ihren Fehlern nicht lernen und diese immer wiederholen.
- Chicory (Nr. 8): Für besitzergreifende und fordernde Tiere.
- Clematis (Nr. 9): Für verträumte und unaufmerksame Tiere.
- Crab Apple (Nr. 10): Für Tiere, die sich schmutzig oder unrein fühlen.
- Elm (Nr. 11): Für Tiere, die sich von ihren Aufgaben überfordert fühlen.
- Gentian (Nr. 12): Gegen Mutlosigkeit und Zweifel nach Rückschlägen.
- Gorse (Nr. 13): Gegen Hoffnungslosigkeit und Resignation.
- Heather (Nr. 14): Für Tiere, die ständig Aufmerksamkeit suchen und von sich selbst reden.
- Holly (Nr. 15): Gegen Eifersucht, Hass und Aggression.
- Honeysuckle (Nr. 16): Für Tiere, die in der Vergangenheit leben und Schwierigkeiten haben, sich an die Gegenwart anzupassen.
- Hornbeam (Nr. 17): Gegen Müdigkeit und Antriebslosigkeit.
- Impatiens (Nr. 18): Gegen Ungeduld und Reizbarkeit.
- Larch (Nr. 19): Gegen mangelndes Selbstvertrauen und Minderwertigkeitsgefühle.
- Mimulus (Nr. 20): Gegen bekannte Ängste und Schüchternheit.
- Mustard (Nr. 21): Gegen plötzlich auftretende, unerklärliche Traurigkeit.
- Oak (Nr. 22): Für Tiere, die sich über ihre Grenzen hinaus verausgaben und nicht auf ihre Bedürfnisse achten.
- Olive (Nr. 23): Gegen Erschöpfung und Müdigkeit nach Anstrengung.
- Pine (Nr. 24): Gegen Schuldgefühle und Selbstvorwürfe.
- Red Chestnut (Nr. 25): Gegen übermäßige Sorge um andere.
- Rock Rose (Nr. 26): Gegen Panik und Todesangst.
- Rock Water (Nr. 27): Für Tiere, die sehr streng mit sich selbst sind und sich hohe Ansprüche stellen.
- Scleranthus (Nr. 28): Gegen Unentschlossenheit und innere Zerrissenheit.
- Star of Bethlehem (Nr. 29): Gegen Schock und Trauma.
- Sweet Chestnut (Nr. 30): Gegen tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
- Vervain (Nr. 31): Gegen Übereifer und missionarischen Eifer.
- Vine (Nr. 32): Für dominante und herrschsüchtige Tiere.
- Walnut (Nr. 33): Gegen Beeinflussbarkeit und zur Anpassung an Veränderungen.
- Water Violet (Nr. 34): Für zurückhaltende und distanzierte Tiere.
- White Chestnut (Nr. 35): Gegen quälende, unerwünschte Gedanken.
- Wild Oat (Nr. 36): Gegen Unklarheit über den Lebensweg und die eigenen Ziele.
- Wild Rose (Nr. 37): Gegen Apathie und Resignation.
- Willow (Nr. 38): Gegen Groll und Verbitterung.
Dosierung und Anwendung von Bachblüten
Die Bachblüten werden in der Regel genauso dosiert wie bei Menschen. Es können einzelne Essenzen oder eine Mischung aus mehreren Essenzen verwendet werden. Für eine Mischung benötigt man ein Medizinfläschchen und Mineralwasser ohne Kohlensäure. Pro 10 ml Wasser gibt man von jeder Blütenessenz einen Tropfen hinzu.
Da bei Tieren auf eine Haltbarmachung mit Alkohol verzichtet werden sollte, ist es sinnvoll, ein 10 ml Fläschchen zu verwenden, das man im Kühlschrank aufbewahren kann.
Die Bachblüten können direkt ins Maul, auf ein Leckerli, ins Futter oder ins Trinkwasser gegeben werden. Wenn die Katze die Tropfen gar nicht einnehmen möchte, können sie auch auf den Körper getropft oder aufgesprüht werden.
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Die empfohlene Dosis beträgt in der Regel vier Gaben pro Tag. Bei Großtieren kann die doppelte Menge gegeben werden. Bei Verabreichung über das Futter oder Trinkwasser nimmt man je nach Größe des Tieres täglich zwei bis zehn Tropfen aus der Stockbottle bzw. ca. 20 bis 40 Tropfen aus der Mischung.
Wann ist tierärztliche Hilfe erforderlich?
Bachblüten sind kein Ersatz für eine tierärztliche Behandlung. Bei Verdacht auf Epilepsie sollte die Katze umgehend einem Tierarzt vorgestellt werden, um die Ursache der Anfälle abzuklären und eine geeignete Therapie einzuleiten.
Ein Tierarztbesuch ist besonders wichtig in folgenden Fällen:
- Erster Anfall: Um die Ursache der Anfälle abzuklären und andere Erkrankungen auszuschließen.
- Häufige oder schwere Anfälle: Um die Anfälle medikamentös zu kontrollieren und Komplikationen zu vermeiden.
- Status epilepticus: Ein Anfall, der länger als 30 Minuten dauert oder eine Serie von Anfällen ohne Erholungspausen, ist ein Notfall und muss sofort tierärztlich behandelt werden.
- Verhaltensänderungen: Wenn die Katze neben den Anfällen auch Verhaltensänderungen zeigt, wie z.B. Aggressivität, Desorientierung oder Fressunlust.
Was tun während eines Anfalls?
Ein Anfall kann für den Tierhalter sehr beängstigend sein. Es ist wichtig, Ruhe zu bewahren und folgende Maßnahmen zu ergreifen:
- Katze nicht anfassen: Während eines Anfalls sollte die Katze nicht angefasst werden, es sei denn, sie befindet sich in Gefahr (z.B. in der Nähe einer Treppe oder eines Ofens).
- Umgebung sichern: Entfernen Sie alle Gegenstände, an denen sich die Katze verletzen könnte.
- Abdunkeln und beruhigen: Dimmen Sie das Licht und sprechen Sie beruhigend auf die Katze ein.
- Tierarzt informieren: Informieren Sie Ihren Tierarzt über den Anfall und befolgen Sie seine Anweisungen.
Weitere unterstützende Maßnahmen
Neben Bachblüten und einer tierärztlichen Behandlung können auch andere Maßnahmen helfen, die Lebensqualität von Katzen mit Epilepsie zu verbessern:
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- Stress vermeiden: Stress kann Anfälle auslösen oder verstärken. Sorgen Sie für eine ruhige und stabile Umgebung für Ihre Katze.
- Regelmäßige Fütterung: Unregelmäßige Fütterungszeiten können zu Unterzuckerung führen, was wiederum Anfälle auslösen kann. Füttern Sie Ihre Katze regelmäßig und hochwertig.
- Geeignete Ernährung: Einige Tierärzte empfehlen eine spezielle Ernährung für Katzen mit Epilepsie, die reich an Omega-3-Fettsäuren und arm an Kohlenhydraten ist.
- Homöopathie und Akupunktur: Einige Tierhalter berichten von positiven Erfahrungen mit Homöopathie und Akupunktur bei der Behandlung von Epilepsie bei Katzen.
- TTouch (Tellington-Touch): Diese spezielle Form der Streicheltherapie kann helfen, die Katze nach einem Anfall zu beruhigen und zu entspannen.
- Reiki: Reiki kann nach einem Anfall durch einen Chakrenausgleich die Katze wieder ins energetische Gleichgewicht bringen.
Epilepsie und Narkose
Eine Narkose kann bei Katzen mit Epilepsie ein Risiko darstellen, da sie Anfälle auslösen kann. Daher sollte eine Narkose nur durchgeführt werden, wenn sie unbedingt notwendig ist. Besprechen Sie die Risiken und Vorteile einer Narkose mit Ihrem Tierarzt und wählen Sie eine Narkoseform, die für Katzen mit Epilepsie geeignet ist.
Frontline und Epilepsie
Einige Tierhalter berichten von einem Zusammenhang zwischen der Anwendung von Frontline (einem Mittel gegen Flöhe und Zecken) und dem Auftreten von Anfällen bei Katzen mit Epilepsie. Es ist jedoch nicht wissenschaftlich erwiesen, dass Frontline Epilepsie auslösen kann. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Frontline bei Ihrer Katze Anfälle auslöst, sollten Sie dies mit Ihrem Tierarzt besprechen und gegebenenfalls auf ein anderes Mittel umsteigen.
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